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Thema: Fehldiagnose?

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    Fehldiagnose?

    Hallo!

    Wie einige hier vielleicht wissen bzw. durch meine Posts wissen, war ich im März schwer krank. Mir musst ein Lungenlappen entfernt werden. Zur Vorgeschichte:

    Am 11. März fing es an, ich fühlte mich unwohl. Husten, Schnupfen, Abgeschlagenheit. Ich dachte mir nichts dabei, dachte, ich hätte mich bei meinem Sohn angesteckt, der kurz zuvor auch krank war. Den Sonntag drauf (15.03.) wurde es schlimmer. Ich lag den ganzen Tag flach, über 39 Fieber. Ich konnte mich nicht wach halten. Am 17.03. bin ich das erste Mal zum Arzt. Lunge wurde abgehört, alles ok. Influenza-Abstrich, der sich paar Tage später als negativ herausstellte. Am 20.03. war ich erneut beim Arzt. Der Husten war unerträglich, ich dachte, ich ersticke. Das Fieber ging nicht runter, hinzu kamen unglaubliche Rippenschmerzen. Wieder beim Arzt (diesmal ein anderer - da Gemeinschaftspraxis) hörte wieder die Lunge ab "alles ok. Die Rippenschmerzen kommen vom Husten - Muskelkater". Ich bat um eine Blutentnahme "nein, da sehen wir auch nur, dass es ein Virus ist". Corona-Abstrich wurde gemacht.

    Dann war Wochenende, es wurde alles schlimmer. Der Husten war so stark bis zum Würgereiz, die Rippenschmerzen immer schlimmer, ich hatte Atemnot. Montag rief ich in der Praxis an und sagte, ich darf nicht kommen, wegen des Abstrichs. Der Arzt rief mich Mittag an, alles normal, ist halt ein hartnäckiger Virus.

    Am 25.03 war dann das negative Corona-Testergebnis da. Ich durfte wieder in die Praxis. Lunge wurde (diesmal wieder ein anderer Arzt, der mich nur 2 Sekunden durch den Pulli abhörte) wieder abgehört: "Die Lunge hört sich super an, da ist gar nichts!" Ich habe wieder die Rippenschmerzen erwähnt, wie stark die seien. Mir wurde Schmerzmittel angeboten, für den Husten Codein. Sonst nichts. Fieber bzw. leicht erhöhte Temperatur hatte ich immer noch. Ich war so mit Ibuprofen und Paracetamol zugeballert, dass ich kaum mehr Fieber hatte.

    Am 30.03. war ich dann wieder beim Arzt (der 4. in dieser Praxis). Zu diesem Zeitpunkt waren auf der rechten Lunge keinerlei Atemgeräusche mehr. Sofort ins Krankenhaus. 3 Tage später Lungenlappenresektion. Ich stand kurz vor einer Sepsis.

    Die Ärzte in dieser Praxis bemitleiden mich mittlerweile nur, keiner ist sich irgendeiner Schuld bewusst. Es wurde bei mir nichts untersucht. Außer immer für 2 Sekunden die Lunge abgehört. Wie kann das sein? Ist das so üblich? Die Ärzte im Krankenhaus haben die Schwere des Verlaufs auf meinen Typ 1 Diabetes geschoben (den habe ich seit 4 Jahren). Der Diabetologe ist sich jedoch sicher, dass der Diabetes viel zu gut eingestellt ist, als das er so einen Verlauf auslösen könnte (Hba1C 5,6 - 5,8).

    War das eine Fehldiagnose? Ein Behandlungsfehler? Letztendlich war die Rippenfellentzündung Auslöser für die Operation, da diese nicht erkannt wurde.

    VG
    Magnoona

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    AW: Fehldiagnose?

    Das ist wirklich jenseits von optimal gelaufen. Ein Stück Lunge zu verlieren, die man vielleicht (?) durch eine Dosis Antibiotikum hätte retten können, muss schmerzen.

    Du könntest den Fall abklären lassen, dazu wirst du allerdings einen langem Atem brauchen, wie immer wenn man einen Behandlungsfehler vermutet. Google mal bei Stiftung Warentest nach Ärztlicher Behandlungsfehler. Vielleicht ist in dem Artikelt ein Hinweis für dich dabei.

    Das ist wirklich der Zwiespalt, in dem man sich als Patient immer befindet. Vertraut man den Ärzten, die einen vertrösten und alles als normal hinstellen oder soll man darauf pochen das volle Programm zu erhalten mit Überweisung zum Lungenfacharzt oder in die Röntgenpraxis? Wenn man dann angeschlagen ist und nur noch ins Bett will, ist die Sache nochmal komplizierter.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
    (John D. Rockefeller)

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    AW: Fehldiagnose?

    Zitat Zitat von Nocturna Beitrag anzeigen
    Du könntest den Fall abklären lassen, dazu wirst du allerdings einen langem Atem brauchen
    (gekürzt von mir) - Nocturna - Phrasing!!

    Gibt es in DE eine Patientenanwaltschaft? Vielleicht kann die auch weiterhelfen. Oder Selbsthilfegruppen?

    (NB - du könntest auch in einem der alten Threads weiterschreiben, TE, dann musst du nicht alles wieder von vorn aufrollen)

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    AW: Fehldiagnose?

    Das ist wirklich eine schreckliche Geschichte. Da ich schon mal eine kombinierte Rippenfell-Lungenentzündung hatte, bei der ich innerhalb einer Stunde völlig desolat war, kann ich Dir sagen ,dass ich schon beim lesen Deiner Symptombeschreibung sofort Rippenfellentzündung im Kopf hatte.
    Da sind diese Rippenschmerzen sehr typisch . Bei mir hatte das eine ambulante Ärztin auf Hausbesuch festgestellt, die auch nur abgehört hat und mich eigentlich ins Krankenhaus einweisen wollte, was aber aus diversen Gründen nicht ging.
    Also bekam ich eine volle Ladung Antibiotikum und musste dann 3 Tage später zu meinem Hausarzt zur Kontrolle , da ging es mir dann schon wieder besser.

    Was haben denn Deine Ärzte an Medikamenten gegeben? Sind die nicht auf Rippenfellentzündung gekommen?

    Das ist sehr merkwürdig an dieser Geschichte, denn Deine Symptome -Atemnot , Rippenschmerzen hätten Denen auffallen müssen. Die waren auf dem Coronafehltrip ,so klingt es.
    Geändert von going_to (02.07.2020 um 11:52 Uhr)

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    AW: Fehldiagnose?

    Selbst ich hatte schon Rippenfellentzündung im Kopf. Es wurde nichts untersucht - außer bei jedem Arztbesuch kurz die Lunge abhören. An Medikamenten habe ich Schmerzmittel bekommen und Hustenstiller. Das hat alles nichts gebracht. Erst am 30.03. - als auf der Lunge schon keine Atemgeräusche mehr zu hören waren - wurde die Diagnose Lungenentzündung gestellt. Die Rippenfellentzündung wurde erst im KH diagnostiziert.

    Letztendlich hatte ich dann ein Pleuraempyem Stadium III.

    Die Ärzte waren sich - trotz negativem Influenza-Abstrich und negativem Covid19-Abstrich sicher, dass es sich um einen hartnäckigen Virus handelt. Ich habe jedes Mal gesagt, dass mit mir etwas nicht stimmt. Man kennt seinen Körper ja doch, aber so dreckig wie damals ging es mir noch nie.

    Nach der Lungenlappenresektion trat dann eine Komplikation auf. Es folgte dann nochmal eine 2. OP. Wieder mit vollständiger Eröffnung der Lunge und wieder 8 Tage KH-Aufenthalt.

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    AW: Fehldiagnose?

    Zitat Zitat von Magnoona Beitrag anzeigen
    Selbst ich hatte schon Rippenfellentzündung im Kopf. Es wurde nichts untersucht - außer bei jedem Arztbesuch kurz die Lunge abhören. An Medikamenten habe ich Schmerzmittel bekommen und Hustenstiller. Das hat alles nichts gebracht. Erst am 30.03. - als auf der Lunge schon keine Atemgeräusche mehr zu hören waren - wurde die Diagnose Lungenentzündung gestellt. Die Rippenfellentzündung wurde erst im KH diagnostiziert.
    .
    Entweder hätten sie dich umfassender untersuchen müssen oder aber wenigstens prophylaktisch ein Antibiotikum geben müssen, dann wäre es nie soweit gekommen.

    Aber wie Du geschreiben hast ,waren die auf dem Virus-Trip...und da hilft kein Antibiotikum ,aber auf welcher Grundlage eigentlich?

    Gibt es seit Corona keine bakteriellen Erkrankungen mehr?
    Da würde ich nie wieder hingehen, da fällt mir nichts zu ein.
    Ich würde da auf jeden Fall etwas in die Wege leiten und denk auch an Deinen Schwerbeschädigtenstatus.
    Es gibt doch sicher auch bei Deiner Krankenkasse einen Ansprechpartner ,auch die dürfte das interessieren.

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    AW: Fehldiagnose?

    Es gibt bei den Landesärztekammern Schlichtungsstellen. Wenn ein Behandlungsfehler festgestellt wird, reicht der Schiedsspruch meist aus, dass die Berufshaftpflicht des Arztes leistet.

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