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    AW: Leben ohne Schilddrüse

    Zitat Zitat von overknee Beitrag anzeigen
    Ich hatte RJT, habe Null- Schilddrüse mehr. Das ist jetzt 2 Jahre her. Langsam regelt es sich ein. Mir geht es gut. Körperlich und seelisch.
    Vielen Dank, das macht Hoffnung.

    Wie aber waren die Monate nach der OP? Warum dauert es so lange, bis der Zustand sich einregelt?

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    AW: Leben ohne Schilddrüse

    Ich hatte Radiojodtherapie! Bei ir war es noch nicht zuu spät, aber bereits grenzwertig. OHne die Erungenschaften der medizin wäre ich heute wohl schon tot oder zumindestens sehr krank. Das finde ich immer schon sehr erstaunlich, dass Menschen immer Einwände haben und Probleme sehen.
    Ich bin krank. Punkt. Habe diese dämliche Autoimmunerkrankung. Zum Glück haben Wissenschaftler Mitte des letzten Jahrhunderts Wege gefunden, um den Menschen mit dieser Erkrankung zu helfen.
    Dass das nicht ohne Einschränkungen sein kann, finde ich schon mal normal. Ich habe im Krankenhaus trotzdem erstmal geschluckt, dass man nun immer abhängig sein wird von den Medikamenten.
    Aber gut, wie gesagt, ohne die Therapie wäre es gar nicht gegangen.

    Da war also mein Körper voll auf Angriff gebürstet, hat versucht, sich selbst zu vernichten. Mein Stoffwechsel war so auf Hochtouren, dass ich umgekippt bin. Es war ein Reszidiv, also keine Hoffnung mehr, dass Tabletten helfen.
    Dann wurde "einfach" die Schilddrüse ausgeschaltet. Und der Körper war erst einmal in "Unordnung". Auf einmal nicht mehr zuviel Schilddrüsenhormon.
    Mir isrt klar, dass man da einen langen Atem braucht, um alles ins Gleichgewicht zu bringen.
    Es ging aber ohne Probleme. Am Anfang alle 4 Wochen Laborwerte, dann alle 3 Monate und jetzt halbjährlich.

    Einziges Manko, welches ich wirklich beklage: Da mein Stoffwechsel vorher auf Hochtouren lief, konnte ich ganz gut essen. Jetzt bin ich wie fast alle 60-jährigen. Man muss das Essen nur anschauen und es wird zum Problem auf den Hüften.
    Naja, damit kann ich aber umgehen.

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    AW: Leben ohne Schilddrüse

    Zitat Zitat von LizzyBorden Beitrag anzeigen
    Wie kommt es, dass Du so viel über die Kompensation der Hormone durch Tabletten nachdenkst. Ist es nicht so, dass Du aufgrund der Erkrankung des Organs ohnehin Tabletten nehmen musst?

    Forenbeiträge, wie z.B. der folgende machen mich nachdenklich.

    "Die Belastbarkeit ist nie wieder wie vorher geworden, meine Muskeln sind kaum noch vorhanden, mein Konzentrationsvermögen ist nicht toll und ich habe so ein Paket Symptome, an die ich einfach nicht rankomme, egal wie die Dosis ist. Wohlgemerkt, ich merke Dosisänderungen durchaus, also von Resistenz keine Spur. (...)

    Die Grenzen der Substitution sind relativ einfach zu erklären. Wir schlucken alles auf einmal oder in einigen Portionen, die SD des Gesunden produziert situativ, der TSH wird alle 20 Minuten neu eingestellt auf den Bedarf – das können wir nie simulieren. Der Gesunde reagiert auf Stress, Krankheit, Kälte oder Sport – wir müssen mühselig anpassen. Wir schlucken freie Hormone (außer bei Präparaten aus getrockneten Schweineschilddrüsen), die SD gibt die ihren soweit ich weiß, gebunden in die Blutbahn, unsere müssen erstmal gebunden werden nach Resorption. Ob diese Dinge, von denen es noch mehr gibt, relevant sind für den Körper, weiß keiner so genau bisher. Es wäre aber nur logisch. Und so ergibt sich eine vielleicht nur leichte, aber konstante Schieflage im Körper, die dann manchmal erst nach Jahren der Substitution Folgen hat.

    Die Versorgung des Körpers mit T3, also dem aktiven Hormon, ist gewebespezifisch ist. Das bedeutet konkret, dass bei einem gleich bleibenden FT3-Pegel im Blut, bestimmte Organe an T3-Mangel leiden können und andere an T3-Überversorgung. Die Autoren der Studie sagen auch, dass man mit dem FT3 im Serum nicht die Versorgung des gesamten Körpers mit T3 messen kann. (...)
    Diese körperinternen Mechanismen des Rauf- und Runterregulierens sind es teilweise auch, die bei vielen von uns zu den paradoxen Symptomen führen, zu dem Auftreten von Unterfunktionssymptomen bei zuviel T4 bzw. T3 oder zu Überfunktionssymptomen in tiefster laborchemischer Unterfunktion. Da sind tatsächlich einzelne Organe dann überversorgt mit T3, obwohl eigentlich überall Mangel herrscht. Dieselben Mechanismen führen wohl auch dazu, dass wir häufig bei Steigerungen ein Paket neue Beschwerden geliefert bekommen, während alte sich gerade wie gewünscht verabschieden."

    Quelle: Schilddrüsenguide – Der unabhängige Internetwegweiser zu Erkrankungen der Schilddrüse, "Die „goldene Dosis“ oder auf der Suche nach dem unmöglichen Traum?"

    Bei mir ist die Überfunktion bisher nur kurzfristig aufgetreten. Ich lebe ohne Tabletten; so schlimm wie es overknee damals ging, geht es mir noch lange nicht. Das Problem ist für mich die Größe der Schilddrüse.
    Geändert von Ariannne (28.06.2020 um 19:10 Uhr)

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    AW: Leben ohne Schilddrüse

    Und Arianne? Was nuin? Hätte ich lieber sterben sollen?
    Ich habe es lange mit Tabletten regulieren können. Aber dann ist es entgleist.
    Es ist doch aboslut kontraproduktiv, sich imer wieder vorzubeten, dass es niemals in einen normalen Zustand geraten wird, dass es immer "Künstlich" eingestellt wird.
    Ja, das wird es. Ja, es ist bestimmt nicht optimal.
    Und nochmal: 1800 wäre man dran gestorben. Dann doch lieber so, oder?
    Wenn es bei Dir kurzfristig war, ist doch alles toll. Gesund ist immer besser.
    Aber Autoimmunerkrankungen sind tückisch. Meine gesamte Familie hat Basedow.
    Ich bin glücklich, dass es mir wieder gut geht.

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    AW: Leben ohne Schilddrüse

    Zitat Zitat von overknee Beitrag anzeigen
    Und Arianne? Was nuin? Hätte ich lieber sterben sollen?
    Ich habe es lange mit Tabletten regulieren können. Aber dann ist es entgleist.
    Es ist doch aboslut kontraproduktiv, sich imer wieder vorzubeten, dass es niemals in einen normalen Zustand geraten wird, dass es immer "Künstlich" eingestellt wird.
    Ja, das wird es. Ja, es ist bestimmt nicht optimal.
    Und nochmal: 1800 wäre man dran gestorben. Dann doch lieber so, oder?
    .
    In einer Situation, wie Du sie beschreibst, würde ich nicht mehr nachdenken; ich würde mich sofort für OP und Medikamente entscheiden. Aber so schlecht geht es mir nicht. Die Überfunktion geht zurück; ich hoffe dass ich nachher Ruhe haben werde. Ein Problem ist für mich die Größe der Schilddrüse. Ich war bei verschiedenen Ärzten deshalb, jeder hält die Totalentfernung für die einzige sinnvolle Lösung, davor graut mir, wenn ich Berichte von Betroffenen lese.

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    smile AW: Leben ohne Schilddrüse

    Hallo Arianne,

    ich kann mich Poisons positivem Bericht anschließen, seit 2001 keinerlei Schilddrüse mehr und es geht mir gut. Allerdings funktionieren bei mir die verpflanzten Nebenschilddrüsen nicht richtig, was bedeutet, dass ich mein Leben lang Calcium und Vitamin D zuführen muss, aber auch das ist kein Problem.

    Zu deinem zitierten Text kann ich mir nur vorstellen, dass diese Personen vielleicht nicht auf die richtige Dosis eingestellt sind und haben deshalb die Probleme. Es kann schon einige Zeit dauern, bis es passt, aber man kann es gut hinbekommen.

    Wenn dir unabhängig voneinander mehrere Ärzte bestätigt haben, dass es dir nur auf die Art besser gehen wird, dann würde ich doch darauf vertrauen, dass sie Recht haben.

    Alles Gute!
    Unsere Aufmerksamkeit für die kleinen Dinge des Lebens
    ist eine unerschöpfliche Quelle des Glücks.

    Claude Monet

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    AW: Leben ohne Schilddrüse

    Zitat Zitat von Ariannne Beitrag anzeigen
    demnach leiden manche Menschen körperlich und seelisch nach solchen Eingriffen. Kann jemand aus eigener Erfahrung berichten?
    Liebe Arianne,

    ich kann Deine Sorgen total nachempfinden.
    Wahrscheinlich kennst Du das MB-HT Forum!?

    Du hast mehrere Ärzte hinter Dir, gibt es ev die Möglichkeit der Teilentfernung?

    Mir ging es vor vielen Jahren extremst schlecht und ich stand kurz vor Entfernung.

    Aus genau deinen Sorgen heraus wollte ich es um (fast ) jeden Preis verhindern

    Mag sein, es gibt viele Menschen, die danach keine nennenswerten Probleme haben, die Mehrheit jedoch hat sie

    Das Schlimmste nach der Entfernung ist die Unberechenbarkeit.

    Es ist natürlich wie immer alles subjektiv, aber mein bösartiger Tumor Jahre später, hat mich weniger Nerven gekostet als all das, was mir mit der Autoimmunerkrankung hätte blühen können

    Wenn es wirklich, wirklich nicht anders geht, wirst Du sie wohl entfernen müssen, aber davor würde ich mich noch so lange umhören/lesen, bis ich wirklich sicher bin, keine Alternative zu haben

    Alles Gute, twix
    Es wird Zeit für eine neue Signatur

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    AW: Leben ohne Schilddrüse

    Zitat Zitat von twix25 Beitrag anzeigen
    ich kann Deine Sorgen total nachempfinden. Wahrscheinlich kennst Du das MB-HT Forum!?

    Du hast mehrere Ärzte hinter Dir, gibt es ev die Möglichkeit der Teilentfernung?

    Mag sein, es gibt viele Menschen, die danach keine nennenswerten Probleme haben, die Mehrheit jedoch hat sie
    Ich bin mir nicht sicher, ob die Mehrheit der Betroffenen nach der Schilddrüsenentfernung Probleme hat; wer nach diesem Eingriff ohne Beschwerden lebt, verabschiedet sich aus den einschlägigen Foren, wie Poison schreibt. Hier im Brigitte-Forum habe bisher ich auf meine Frage vier positive Beiträge erhalten, aber noch keinen negativen Bericht.

    Andererseits gibt es so viele Leidensgeschichten von Menschen, die auch Jahre nach der Schilddrüsenentfernung ihren Zustand beklagen. Ich kann die Verhältnisse leider nicht einschätzen.

    Innerhalb der letzten drei Jahre war ich mit meinem Problem in der Uniklinik, in einem Schilddrüsen-Kompetenzzentrum und bei zwei Fachärzten. Jeder rät mir zur Totalentfernung, weil verbleibendes Gewebe immer wieder nachwächst und für das Immunsystem einen Reiz darstellt.

    Hast Du auch Basedow? Deine Schilddrüse hast Du behalten? Wie geht es Dir heute?

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    AW: Leben ohne Schilddrüse

    Zitat Zitat von Monkele Beitrag anzeigen
    ich kann mich Poisons positivem Bericht anschließen, seit 2001 keinerlei Schilddrüse mehr und es geht mir gut. Allerdings funktionieren bei mir die verpflanzten Nebenschilddrüsen nicht richtig, was bedeutet, dass ich mein Leben lang Calcium und Vitamin D zuführen muss, aber auch das ist kein Problem.

    Zu deinem zitierten Text kann ich mir nur vorstellen, dass diese Personen vielleicht nicht auf die richtige Dosis eingestellt sind und haben deshalb die Probleme. Es kann schon einige Zeit dauern, bis es passt, aber man kann es gut hinbekommen.
    :
    Vielen Dank für diesen Beitrag!

    Im zitierten Text schreibt eine Frau, die auch nach zwei Jahren keine optimale Dosis gefunden hat. Bei jeder Anpassung der Dosis, so schreibt sie, gingen einige Beschwerden zurück, während andere hinzu kamen.

    In welcher Art von Klinik wurde die OP durchgeführt (Uniklinik, Kreiskrankenhaus) ?

    Merkst Du irgendeinen Unterschied zum Normalzustand vor dem Eingriff? Fühlst Du Dich vollkommen wiederhergestellt mit Hilfe der Medikamente?

    Hast Du keine Angst vor Situationen, in denen die Schilddrüsenmedikamente nicht verfügbar sind? Allein durch Corona sind einige Medikamente knapp geworden. Was wäre, wenn Dir im Ausland Dein Gepäck mitsamt den Medikameten gestohlen würde?

    Nach wievielen Tagen spürst Du eine unterlassene Medikamenteneinnahme?

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    AW: Leben ohne Schilddrüse

    Meine persönliche Meinung zu spezifischen Foren und dem Internet, vor dem eigenen Hintergrund einer anderen lebenbedrohlichen Erkrankung:

    Sie eignen sich hervorragend, um sich völlig verrückt zu machen und aus seltenst auftretenden Dingen beängstigende Szenarien.

    Man muss ohnehin eine ganz persönliche Entscheidung treffen und sich Menschen anvertrauen.


    KEIN einziges Medikament für die Schilddrüse ist durch Corona knapp geworden, das ist Hysterie ....
    Spoiler: wir werden alle sterben

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