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    Schmerz und Glauben

    Ich bin männlich, Mitte 50 und ein sehr sensibler, empathischer Mensch. Mein Problem ist, dass ich jeden Tag mit massiven Schmerzen lebe und dazu mit seelischen Leiden zu kämpfen habe, dies jedoch nicht zeigen kann. Es gehörte bisher immer zu meiner Überlebensstrategie, den Geist stets über den Körper zu setzen. Ich bin von Jugend an darauf trainiert, Schmerz und Leid erfolgreich zu verdrängen und mir nicht anmerken zu lassen. Was einst meine Leistungsfähigkeit bewahrte, um den Anforderungen des Alltags an mich zu genügen, ist heute zu einem Problem geworden. Die Gebrechen sind inzwischen so massiv, dass diese Strategie zum einem sehr viel Energie kostet, zum anderen mir kaum jemand meine vielen Leiden glaubt. Bin ich unbeobachtet und alleine, breche ich oft kraftlos zusammen und weine viel, um dann daraus gestärkt, wieder meine Rollen im Alltag einzunehmen. Zwar versuche ich seit einiger Zeit meinem Leiden Ausdruck zu verleihen, doch nimmt es mir keiner wirklich ab. Ich kann das halt nicht. Dann wird nur gegrinst, oder man wird schlicht ignoriert. Erst Röntgenaufnahmen hatten neulich für reichlich Aufregung gesorgt, weil sie belegten, was man mir zuvor nicht gelaubt hatte. Gelenke komplett hinüber. Multiarthrotisch. So geht es mit allem. Kein Arzt möchte mir Schmerzmittel aufschreiben. Kann ja nicht so schlimm sein, wenn ich so locker herumitze. Kaum einer macht sich die Mühe, sich mit meinem Fall zu befassen. Dabei weiß niemand von denen, wie es in mir aussieht und wie sehr ich leide. In jungen Jahren hat ein traumatisches Ereignis so viel vernichtenden Schmerz in mir ausgelöst, den bisher nichts in meinem folgenden Leben auch nur annähernd toppen konnte. An diesem Schmerz bemisst und relativiert sich jedes andere Leid in meinem Leben. Ich kann das auch nicht immer wieder neu deutlich machen, da es immer wieder neu Wunden aufreisst.

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    AW: Schmerz und Glauben

    Das tut mir wirklich sehr leid. Das klingt furchtbar

    Ich bin ja nun wirklich kein Verfechter von Therapien, aber ich denke wirklich, du solltest dir jemanden suchen, der dich da hindurch begleitet.
    Ich mache heute was für Bauch, Beine, Po.
    Pfannkuchen mit Nutella.

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    AW: Schmerz und Glauben

    Zitat Zitat von Mambo44 Beitrag anzeigen
    Erst Röntgenaufnahmen hatten neulich für reichlich Aufregung gesorgt, weil sie belegten, was man mir zuvor nicht gelaubt hatte. Gelenke komplett hinüber. Multiarthrotisch. So geht es mit allem. Kein Arzt möchte mir Schmerzmittel aufschreiben. .
    Durch die Bildgebung ist die Erkrankung doch objektiviert.
    Wer hat die Aufnahmen veranlasst und warum möchte dieser trotz der Befundung keine Therapie einleiten?

    Bist du bei einem Orthopäden oder Rheumatologen? oder Neurologen?
    Was sagt dein Hausarzt?

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    AW: Schmerz und Glauben

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Durch die Bildgebung ist die Erkrankung doch objektiviert.
    Wer hat die Aufnahmen veranlasst und warum möchte dieser trotz der Befundung keine Therapie einleiten?
    Die Orthopäden. Warum trotz Befundung keine Therapie eingeleitet wurde? Nun, das frage ich mich eigentlich auch. Man hat mir den Befund mitgeteilt, und das war es. Auf meine Nachfrage haben sie dann nur geschwiegen. Blicktausch zwischen Arzthelferin und Orthopäden. Kein Ton. War irgendwie krass. Keine Aufklärung, keine Optionen, keine Hilfen, nix. Nur Unfreundlichkeit. Ich bin etwas korpulent. Vielleicht liegt es daran. Da habe ich eben selbst schuld an kaputten Knochen. Wäre ich ein Sportprofi, dann hätten sie wohl anders reagiert. So jedenfalls meine Theorie.

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Bist du bei einem Orthopäden oder Rheumatologen? oder Neurologen?
    Was sagt dein Hausarzt?
    Ich war jetzt bei zwei verschiedenen Orthopäden, weil der erste Orthopäde, wie oben beschrieben reagierte, was ich unmöglich fand. Auch waren dann die Bilder verschwunden, dann sollte ich noch einmal hin zum entfernten Röntgenarzt, sie selbst abholen, weil man vergessen hatte, sie mir mitzugeben. Ich hatte angemerkt, dass jede solche Tour sehr schmerzhaft für mich wäre. War ihm jedoch völlig egal. Warum man das heute nicht elektronisch macht, ist mir ohnehin ein Rästel. Der zweite Orthopäde hat dann weitergemacht, sich nach den Hüften, dann meiner Schulter angenommen. Obwohl beide Schultern kaputt sind und auch die Wirbelsäule, hat er nur die eine Schulter gemacht (MRT) bei der ebenfalls Arthrose mit Beeinträchtigung irgendeiner Sehne festgestellt wurde. Dann hat er einfach aufgehört und die andere Schulter und den Rücken überhaupt nicht mehr untersucht. Therapie o.ä. hat er keine eingeleitet, keine Optionen, keine Hilfen oder Aufklärung. Meinem Hausarzt scheint alles Fachärztliche ziemlich egal zu sein. Ignoriert er einfach. Auch was ich sage, ignoriert er oft völlig. Will er wohl nicht hören. So richtig untersucht hat er mich in den letzten 10 Jahren nie. Ist heute wohl nicht mehr in.

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    AW: Schmerz und Glauben

    Zitat Zitat von Mambo44 Beitrag anzeigen
    So richtig untersucht hat er mich in den letzten 10 Jahren nie.
    Warum suchst du dir nicht einen anderen Hausarzt?

    Hast du denn die Fachärzte nach Medikation oder Therapien gefragt?
    Ich meine nicht, dass du das als Patient tun musst! Damit sollte schon der Arzt über den Zaun kommen , aber wenn das so war, wie von dir beschrieben, hilft es nix. Dann musst du für dich einstehen und nachfragen.

    "Was kann ich tun, um ...."
    "Was schlagen Sie vor, um..."
    "Gibt es außer ..... noch andere Möglichkeiten um...."
    "Soll ich .... oder .... oder...."

    Verstehst du? Das sind Fragen, die dich betreffen und die darfst und musst du stellen.

    Ich habe keine Ahnung, warum das so läuft, wie von dir geschildert. Wichtig ist aber auch, dass es künfig anders läuft oder?

    "Blicke" von Ärzten. Das solltest du nicht überinterpretieren. Z. B. kann die von dir oben geschilderte Situation eines beredten Blickwechsels zw. Arbeitgeber und Angestellter was ganz anders bedeuten. Vielleicht war der Arzt genervt, weil die MFA die Kopie nicht richtig rum gemacht hat, vielleicht haben sie was miteinander, vielleicht vielleicht vielleicht.

    Ich kann dich nur ermutigen, mehr zu fragen. Aktiver zu sein. Mehr für dich einzutreten. Und nicht so zu tun, als ob nix sei. Du hast ja erkannt, dass das kontraproduktiv ist - zeige also mehr, dass du angeschlagen bist.

    Diese Gelenkschäden ist das was rheumatisches oder Kombi aus Alter, Gewicht und Pech?

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    AW: Schmerz und Glauben

    Vergiss Orthopäden!

    Geh zum Rheumatologen. Der kennt sich nicht nur mit den chronisch-entzündlichen rheumatischen Autoimmunkrankheiten aus, sondern ebenfalls mit Arthrose. Und vor allem kennt er sich nit chronischen Schmerzen aus.

    Ich weiss schon, weshalb ich Orthopäden meide. Einen gebrochenen Knöchel mit Bänderabrisd zusammenschrauben, das können sie, aber sonst...

    Achtung, Lesen gefährdet die Dummheit!
    _____________________________________

    Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas anderes wichtiger ist als die eigene Angst.

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    AW: Schmerz und Glauben

    Ist es denn was autoimmunes?

    Schmerzbehandlung ist auch ein Metier der Neurologie.

  8. Moderation

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    AW: Schmerz und Glauben

    Mambo, es hat in den letzten Jahren durchaus Fortschritte in der Schmerzbehandlung gegeben. Das ist auch ganzheitlicher geworden und verteilt nicht nur Medikamente, sondern berücksichtigt auch psychische und soziale Aspekte. Leider ist das noch nicht bei allen Ärzten angekommen.

    Ich würde dir empfehlen, nach einer Schmerzklink zu suchen, die entsprechende Therapie/en anbietet (und eine gründliche Bestandsaufnahme macht und ein Behandlungkonzept nach aktuellen Standards entwickelt). Die Wartezeiten sind oft lang, aber was nie angefangen wird, wird erst recht nicht fertig.

    Rheumatologen (was Horus empfiehlt) haben auch eine lange Wartezeit, aber wenn dein Problem primär die Arthose ist, wäre das auch eine Idee. Es klingt aber in deinem Posting so, als wäre das eine komplexe Sache mit vielen Faktoren.

    Vielleicht findest du auch auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin was?

    Laß dir auf jeden Fall alle Bilder und Befunde von deinen Ärzten geben! Du hast ein Recht drauf (Bilder auf Datenträger kosten machmal ein paar Euro), niemand hat so hohe Motivation, sich gut um deinen Kram zu kümmern wie du, und diese Informationen können sehr brauchbar sein. (Z.B. wenn sie sagen, was schon versucht wurde und nicht geklappt hat, oder was alles bereits untersucht wurde.)
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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