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  1. Avatar von Mediterraneee
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    Tinnitus aufgrund HWS-Syndrom mit Muskelverspannung

    Seit Beginn des Jahres klingeln mir die Ohren. Tinnitus!
    Der Pieps-Ton ist sehr hoch (über 10.000 Hertz), permanent anhaltend und mittellaut.

    Heute war ich beim HNO. Mein Gehör ist meinem Alter (51) entsprechend gut (ich höre noch bis 15.000 Hertz) und wird durch den Ton nicht beeinträchtigt. Der HNO-Arzt geht davon aus, dass die Ursache für das Pfeifen Muskelverspannungen im Nacken- und Kieferbereich sind (ich habe seit einigen Jahren massive Nackenprobleme).

    Im Alltag komme ich mit dem Tinnitus klar, aber abends, wenn es still ist in der Wohnung, insbesondere vor dem Einschlafen, nervt das Pfeifen doch ziemlich und schlägt mir kräftig auf´s Gemüt.

    Stress habe ich übrigens keinen, mein Leben ist im Moment so entspannt und ausgeglichen wie nie. Da gibt es keine Baustelle. Ich laufe regelmäßig, Bewegungsmangel gibt es also keinen, und ich mache Dehnübungen im Schulter- und Nackenbereich, die aber bisher nichts nützen. Eine neue Matratze steht auf dem Einkaufszettel, Stärkung der Muskulatur möchte ich erst angehen, wenn die Verspannungen ein wenig gelöst sind, damit es nicht noch schlimmer wird.

    Eine Kollegin empfahl mir nun Osteopathie. Bei ihr ist ein Tinnitus mit gleichen Ursachen dadurch vollständig verschwunden.
    Ich bin, was alternative Heilmethoden angeht, immer ziemlich skeptisch. Bei einem Chiropraktor war ich genau einmal, habe ihn dann, nachdem er meine Wirbel mit einem Gerät ("Spineliner") auf eine andere "Schwingungsfrequenz" bringen wollte, nicht mehr aufgesucht. Für Esoterik ist mir mein Geld zu schade.

    Hat jemand Erfahrungen sowohl mit muskelverspannungsbedingtem Tinnitus, als auch mit Osteopathie?
    Manche Menschen leben so vorsichtig, die sterben wie neu.



  2. Registriert seit
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    AW: Tinnitus aufgrund HWS-Syndrom mit Muskelverspannung

    Ich hatte ein paar Mal Tinnitus, ausgehend von der HWS. Beim ersten Mal half eine Osteopathie-Sitzung, später leider nicht mehr, obwohl immer von der gleichen Ärztin durchgeführt. Manuelle Therapie eines Physiotherapeuten samt Übungen zu Hause brachte Hilfe, dauerte aber eine Weile.


  3. Registriert seit
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    AW: Tinnitus aufgrund HWS-Syndrom mit Muskelverspannung

    Der Physiotherapeut kann zeigen, wie du den Kiefer massieren und lockern kannst. Ein Massagegerät für den Nacken leistet gute Dienste. Weiter immer mal durchblutungsfördernde, wärmende Salben.

    Manche schwören auf Cranio-Sakral-Therapie.

    Ich finde auch die Umstellung auf Barfußschuhe empfehlenswert, tapen und Übungen mit Franklinbällen.


  4. Registriert seit
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    AW: Tinnitus aufgrund HWS-Syndrom mit Muskelverspannung

    Liebe Mediterraneee,

    zuerst einmal möchte ich Dir wünschen, dass Du zügig einen Weg findest, mit den Signalen, die Dir Dein Organismus gerade schickt, klar zu kommen. Gute Besserung!!

    Ich schreibe hier einfach einmal herunter, was mir ein/auffällt:

    1. Dehnübungen. Das ist ein schwieriges Thema, denn: der erregte Muskel kann nicht gedehnt werden. Das ist anatomisch/physiologisch unmöglich. Voraussetzung ist also, dass er entspannt werden kann. Und genau das ist in vielen Fällen Menschen nicht mehr möglich.

    Unser sensomotorisches System reagiert auf alles, dem wir ausgesetzt sind, mit Muskelreflexen. Die Folge sind häufig gewohnheitsmässige Muskelverspannungen. Gewohnheitsmässig bedeutet: Wir nehmen diese gar nicht mehr wahr. Ergo können wir uns "entspannt" fühlen, ohne es tatsächlich zu sein.

    Dieser Zustand wird auch als sensomotorische Amnesie bezeichnet.

    Was kann man tun?

    Thomas Hanna, Hans Selye und Moshé Feldenkrais liefern hier Auswege. Allerdings sind ihre Konzepte nichts, das "mit einem" getan wird, sondern etwas, das man selbst tun muss.

    Osteopathie geht von einem Körperbild aus, das "richtig" ist. Das Problem an der Sache: Der Mensch ist keine Puppe. Er lebt, er kommuniziert, er interagiert. Auf jeden Reiz gibt es Reaktionen, willkürliche und unwillkürliche. Jeder Organismus ist entsprechend des Lebens, das er lebt, ausserdem anders. Es gibt hier also kein "so ist das richtig", sondern nur ein: "so geht es im Moment". Das muss immer die Ausgangssituation sein. Veränderungen lassen sich nicht durch äussere Manipulationen, egal ob diese nun osteopathischer oder physiotherapeutischer Natur sind, erwirken. Viele Physiotherapeuten leiden unter dieser Erfahrung, die sie im Alltag machen - es ist frustrierend zu erleben, dass sich nichts oder nur sehr wenig ändert, obwohl man Patienten doch immer wieder zeigt, wie etwas "korrekt" sein muss. Die aber halten das nicht durch. Sie ermüden, weil das, was ihnen da als "richtig" beigebracht wird, nicht mit ihrer Lebenswirklichkeit korrespondiert.

    Das, worum es geht, sind Lernprozesse. Aber ebenso wenig, wie jemand Dir durch das bloße Vorlesen von Vokabeln und ihrer Bedeutung eine lebendige Sprache vermitteln kann, kann man einen Organismus durch bloße Übungen "korrekte" Haltungen oder Bewegungen vermitteln. Der Organismus muss einen Lernprozess durchlaufen - und der findet im Gehirn statt und hat sehr viel mit Wahrnehmung und Selbsterfahrung zu tun.

    Nur wenn ich erfahre = wahrnehme, wie ich etwas tue, komme ich an den Punkt, Alternativen, Verhaltenserweiterungen kennen lernen zu können und dann eine Wahlmöglichkeit zu haben. Nur wenn ich überhaupt eine Vorstellung davon entwickle, wie ich etwas tun könnte, also mein Gehirn einen Plan bekommt, den es auch versteht, kann dieser Plan umgesetzt werden. Das funktioniert aber nicht gegen Widerstände, die sich aus gelebtem Leben ergeben.

    Es funktioniert allerdings in Form eines Lernprozesses durch Reziprozitäten - weil echte Lernprozesse Veränderungen auf ALLEN Ebenen, also physisch, emotional und kognitiv, erwirken.

    Es kann also sein, dass Du die Anspannungen Deines Organismus, weil sie Dir so vertraut sind, weil es Muster sind, die tief in Dir verankert sind, nicht mehr spürst. Sie sind Gewohnheit. Darüber hinaus kann es sein, dass es Dir derzeit nicht möglich ist, sie wieder zu lösen, weil Du vergessen hast, wie das überhaupt geht.

    Die gute Nachricht ist: Du kannst es wieder erlernen.

    Falls Dich dieser Weg interessiert, gebe ich Dir gern Literaturhinweise, Adressen.

    Woher ich diese Dinge weiss? Well - been there. Done that. Mich hat meine Erfahrung dazu veranlasst, selbst ein vierjähriges Feldenkrais-Studium zu beginnen. Ich bin jetzt in meinem vierten Jahr. Mein Leben hat sich auf eine für mich bisweilen unfassbare Art verändert, auf allen Ebenen, und das tut es noch.

    In meinem Kurs - wir sind 36 Studenten - stammt der weit überwiegende Anteil übrigens aus der Berufsgruppe Physiotherapeut / Ergotherapeut. Daher kenne ich so gut die frustrane Situation dieser Kommilitonen, die rein faktisch äusserst kompetent sind und doch permanent vor Glaswände laufen.

    Viele Wege führen nach Rom. Aufmerken solltest Du immer dann, wenn Dir jemand erzählen will, wie etwas "richtig" geht. Das kann nie der Ausgangspunkt für Veränderungsprozesse sein. Der muss immer bei Dir beginnen - bei einer achtsamen Betrachtung der Art und Weise, wie Du etwas JETZT tust und in der Folge durch die Erforschung (= Lernprozess) der Erweiterungen, die Dir derzeit möglich sind. Jedes schablonenhafte Denken stört diesen Prozess.

    Falls Dich dieser Weg also interessiert, füge ich hier gern weitere Quellen, Informationen, Literatur an.

    Ich bin sicher, dass Du den Tinnitus hinter Dir lassen kannst, wenn Dein Organismus "verstanden" wurde. Eine andere Matratze hat damit allerdings vermutlich wenig zu tun.

    Sehr liebe Grüße
    Klara

  5. gesperrt
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    AW: Tinnitus aufgrund HWS-Syndrom mit Muskelverspannung

    Zitat Zitat von Mediterraneee Beitrag anzeigen
    Eine Kollegin empfahl mir nun Osteopathie. Bei ihr ist ein Tinnitus mit gleichen Ursachen dadurch vollständig verschwunden.
    Ich bin, was alternative Heilmethoden angeht, immer ziemlich skeptisch. Bei einem Chiropraktor war ich genau einmal, habe ihn dann, nachdem er meine Wirbel mit einem Gerät ("Spineliner") auf eine andere "Schwingungsfrequenz" bringen wollte, nicht mehr aufgesucht. Für Esoterik ist mir mein Geld zu schade.

    Hat jemand Erfahrungen sowohl mit muskelverspannungsbedingtem Tinnitus, als auch mit Osteopathie?
    im Hinblick auf Körperarbeit habe ich Erfahrung mit Akupressur - und dort auch immer wieder mal gedacht, ups, das klingt ja super esoterisch, was da grad abgeht - aber was soll's, es tut was es soll, es hilft mir, meine Gesundheit zu verbessern. (eindeutig und immer wieder, inzwischen über Jahrzehnte immer wieder gesehen und gefühlt).

    mit wissenschaftlich bestätigter Methode meine Gesundheit NICHT zu verbessern, hilft mir nämlich auch nicht.

    ich würd den Ostheopathen mal fragen, was so der Ausblick ist - wie viele Behandlungen es braucht, bis sich was verbessert, was das so der Erfahrungswert ist. und dann einfach mal probieren, wenn die Antwort einigermassen akzeptabel klingt.

    Eine Methode aus rein ideologischen Gründen grundsätzlich abzulehnen, halte ich nicht für zielführend. Zumindest solange sich die zu erwartenden Kosten, der zu erwartende Aufwand und das zu erwartende Risiko in Grenzen halten. Nur weil Leute eine komische Sprache nutzen (womöglich), heisst es nicht, dass das, was sie tun, wirkungslos oder falsch ist.

    Muskuläre Spannungsmuster auflösen gehen... ist etwas, das eine Weile dauern kann. Kann gut sein, dass der Nacken nicht der Ursprung des Problems ist, sondern das woanders liegt, in einer unausgeglichenen Haltung, auf die eine oder andere Weise. kann gut sein, dass man da eine Weile suchen und forschen muss, um dem auf die Spur zu kommen. Mit oder ohne Hilfe von Andern.

    gute Besserung!

    gruss, barbara

  6. Moderation Avatar von frangipani
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    AW: Tinnitus aufgrund HWS-Syndrom mit Muskelverspannung

    Bei mir ist es kein Piepen, sonder ein leichtes Rauschen, fuer mich auch immer ein Zeichen, dass Nacken und Kiefer verspannt sind.
    Bei mir helfenMassage/manuelle Therapie, bestimmte Übungen, die mir der Physio gezeigt hat und Entspannung. Cranio Sakral Therapie wurde mir auch schon empfohlen, da ich die hier selbst zahlen muss, schleiche ich noch drumrum.

    Ich hab mir auch eine Shakti Matte besorgt, mit Nackenkissen. Das hilft wirklich im akuten Fall (inzwischen kann ich da sogar drauf einschlafen). Die gibt es in verschiedenen Stärken bei diversen Anbietern.
    “We cannot confront these issues alone, none of us can. But the answer to them lies in a simple concept that is not bound by domestic borders, that isn’t based on ethnicity, power base or even forms of governance. The answer lies in our humanity." Jacinda Ardern, 29.3.19

    Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.

  7. Avatar von Mediterraneee
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    3.705

    AW: Tinnitus aufgrund HWS-Syndrom mit Muskelverspannung

    Bis hierher erst mal vielen Dank für Eure Anregungen.

    Ja, ich habe meine Vorurteile gegenüber bestimmten Richtungen (die Osteopathie gehört aber nicht dazu, da bin ich neugierig), lasse mich aber gerne auch vom Gegenteil überzeugen.
    Ich werde mich mit den Dingen, die ihr hier genannt habt, jetzt erst mal beschäftigen und schauen, wie es weitergeht.

    Für mich ist eine große Herausforderung der psychische Umgang mit dem Tinnitus. Gestern Abend habe ich es aber schon das erste Mal geschafft, das Geräusch wahrzunehmen, ohne dabei emotional heftig zu reagieren. Das ist schon ein Riesenfortschritt für mich.
    Manche Menschen leben so vorsichtig, die sterben wie neu.


  8. Inaktiver User

    AW: Tinnitus aufgrund HWS-Syndrom mit Muskelverspannung

    Zitat Zitat von Mediterraneee Beitrag anzeigen
    Für mich ist eine große Herausforderung der psychische Umgang mit dem Tinnitus. Gestern Abend habe ich es aber schon das erste Mal geschafft, das Geräusch wahrzunehmen, ohne dabei emotional heftig zu reagieren. Das ist schon ein Riesenfortschritt für mich.
    Das ist auch der beste Weg damit umzugehen. Ich hatte vor zwei Jahren mal Probleme damit, die sich zum Glück von selbst wieder gegeben haben - aber nicht, weil der Ton weg ist, sondern weil ich mich daran so gewöhnt habe, dass ich das gar nicht als Tinnitus wahrnehme. Damals sagte mir die HNO-Ärztin, dass es leider keine Methode gibt, die Tinnitus wirklich heilen kann. Alle hier vorgeschlagenen Maßnahmen schaden wohl nicht, aber sie wirken auch "nur" psychisch. Daher ist es vermutlich am besten, sich darauf zu konzentrieren.
    (Will sagen: "Mittel" wie Ohrenkerzen oder ähnlichen Unfug kann man sich getrost sparen)


  9. Registriert seit
    17.07.2019
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    578

    AW: Tinnitus aufgrund HWS-Syndrom mit Muskelverspannung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Alle hier vorgeschlagenen Maßnahmen schaden wohl nicht, aber sie wirken auch "nur" psychisch. Daher ist es vermutlich am besten, sich darauf zu konzentrieren.
    (Will sagen: "Mittel" wie Ohrenkerzen oder ähnlichen Unfug kann man sich getrost sparen)
    Das offenbart eigentlich nur, dass da jemand seine Hausaufgaben lange nicht gemacht hat. Wie kann etwas "nur" psychisch wirken, wenn es in einem Organismus geschieht, in dem Psyche, Physis und Geist untrennbar verknüpft sind, in permanenter Reziprozität stehen und überdies "regiert" werden von einem Organ, das sämtliche Aspekte - Denken, Fühlen, Bewegung - steuert?

    Selbst für den medizinischen Laien dürfte klar sein, dass eine solche Aussage völlig sinnfrei ist, auch wenn sie von einem Arzt stammt.

  10. Inaktiver User

    AW: Tinnitus aufgrund HWS-Syndrom mit Muskelverspannung

    Nö. Es gibt halt keine Belege, dass körperliche Übungen den Tinnitus beseitigen.

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