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  1. Registriert seit
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    Krise nach schwerer Krankheit

    Hallo zusammen, vor knapp 4 Wochen habe ich mir im Urlaub in Kroatien eine schwere durch Legionellen verursachte Lungenentzündung mit hohem Fieber, Schüttelfrost etc. eingefangen. Nachdem wir dort in der Notaufnahme waren, ist mein Mann mit mir sofort nachhause gefahren und ich mußte hier stationär im Krankenhaus behandelt werden. Körperlich geht es langsam aufwärts, obwohl ich mich noch sehr schonen muß. Seelisch habe ich jetzt so eine Art Schock mit Ängsten, Wut, Trauer. Ich kann kaum an etwas anderes denken, als an diese Krankheit. Ich versuche, wieder am Leben teilzunehmen, aber das klappt nicht so richtig. Meine Familie ist genervt und meint, ich müßte nach vorne schauen. Geht aber nicht! Kennt das jemand von Euch? Ich bin übrigens weiblich, 65 Jahre alt und seit 1.5. in Rente.
    Über Antworten würde ich mich freuen.
    Viele Grüße von Maria

  2. Inaktiver User

    AW: Krise nach schwerer Krankheit

    Ja!

    Ein Trauma. Ich hatte schon schlimme Unfälle und ja es dauert einfach.

    Diese Krankheit die du hattest, hat bei vielen schon zum Tod geführt. Zu Spaßen ist damit nicht.

    Freu dich, dass du es geschafft hast.

    Ich kann dir sagen, es wird wieder. Es dauert einfach etwas länger.

  3. Avatar von Aen
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    AW: Krise nach schwerer Krankheit

    Zitat Zitat von maria1005 Beitrag anzeigen
    Meine Familie ist genervt und meint, ich müßte nach vorne schauen. Geht aber nicht! Kennt das jemand von Euch? Ich bin übrigens weiblich, 65 Jahre alt und seit 1.5. in Rente.
    Über Antworten würde ich mich freuen.
    Vielleicht kannst Du versuchen, Deiner Familie mit ein paar Informationen über Deinen psychischen Zustand auszuhelfen. Es ist nicht selten, dass eine schwere, plötzliche Erkrankung sich in den Nachwirkungen - und paradoxerweise gerade nach der Phase der Heilung - als Trauma mit allen Begleiterscheiungen äußern kann. Es gibt darüber zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten. Dazu kommt das Alter, in dem wir leider einmal mehr zum "halbvolles-Glas"-Blick neigen und der Blick in die Zukunft oft insgesamt 'schissiger' wird.

    Ich würde sagen, verbieg' Dich nicht, schummel Deine Ängste nicht weg, aber zeig den Menschen, die Dir am nächsten sind, dass Du "dran bleibst", Dich nicht weiter in diesen Sog nach unten zu drehen. Ich glaube, Du schaffst das mit Geduld und über die Zeit (was durchaus noch ein paar Monate meinen kann) auch ohne eine Therapie, aber vielleicht hilft es Deiner Familie ja, wenn Deine Eigenbemühungen sozusagen "amtlich" sind und Du professionelle Hilfe im Rücken hast.

    Alles Gute!
    Eine Krise kann jeder Idiot haben. Was uns zu schaffen macht, ist der Alltag. -- A. Tschechow


  4. Registriert seit
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    AW: Krise nach schwerer Krankheit

    maria1005

    Ich kenne Krisen auch nach OP`s und Du solltest reden in Deiner Familie oder die Dir am nächsten sind. Zeig Deine Gedanken
    die guten und die traurigen, es wird Dir weiterhelfen und man wird Dich verstehen.
    Dein Leben ist gerade im Umbruch von Beruf zur Rentnerin. Alles nicht einfach laß Dir Zeit entwickle neue Strukturen und gib den Angstgedanken nicht allen Raum. Ich kenne diese Phasen und will Dir sagen , ruh Dich aus auch DeinKörper und Psyche brauchen noch Zeit zum verarbeiten.
    Glaub daran es wird wieder besser und schreiben kannst Du ja auch hier.

    Du schaffst es

    L.G. heimat


  5. Registriert seit
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    AW: Krise nach schwerer Krankheit

    Hallo zusammen,
    vielen Dank für Eure Antworten. Es hilft mir schon einmal zu hören, dass solche Krisen nach schweren Erkrankungen häufiger vorkommen. Dann fühle ich nicht mehr ganz so alleine.
    Ich war zum Glück noch nie im Leben so krank und hadere schon sehr damit, dass ich jetzt so mühsam wieder auf die Beine komme, körperlich und seelisch.

    Ich war ganz stolz auf mich, dass ich mein langes Berufsleben (mehr als 45 Jahre) gut loslassen konnte. Allerdings habe ich mich auch ein Jahr darauf vorbereitet. Für meine Rente hatte ich schon viele Pläne und Termine, die jetzt auf Eis liegen. Sofort nach dem Urlaub wollte ich mir ein E-Bike kaufen, um dann lange Radtouren mit meinem Mann zu machen. Stattdessen jetzt Schleich-Spaziergänge einmal um den Block. Für das Wochenende hatte ich einem Klassentreffen meiner Abschlussklasse der Realschule zugesagt, hatte ich mich sehr darauf gefreut. Dafür hätte ich aber zunächst anreisen und dann dort übernachten müssen. Abgesagt, weil das im Moment zu anstrengend ist.

    Das hört sich alles ganz jämmerlich an und ja, dharma, Du hast Recht, ich bin trotzdem froh, dass ich die Krankheit noch einigermaßen überstanden habe, weil ich hier in Deutschland in einer Uniklinik behandelt wurde, die sehr schnell festgestellt hat, dass es eine Legionellen-Pneumonie ist und mir sofort das richtige Antibiotikum gegeben hat. Ich mag mir nicht vorstellen, wie das im kleinen Krankenhaus hier um die Ecke geworden wäre.

    Viele Grüße
    Maria


  6. Registriert seit
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    AW: Krise nach schwerer Krankheit

    Hallo
    Ich würde eher frühzeitig zu professioneller Hilfe raten - am besten den Hausarzt darauf ansprechen und eine Überweisung holen. Über das Forum ist es nicht möglich, festzustellen ob die TE vielleicht an einer posttraumatischen Belastungsstörung erkrankt ist, das kommt bei 5-10% aller schwer akut erkrankten Menschen vor. Und bei PTBS ist (wie bei allen Erkrankungen) die frühzeitige Diagnose und Therapie wichtig - genauso wichtig wie das richtige Antibiotikum bei einer Lungenentzündung!
    Nach einer Lungenentzündung ist es allerdings ganz normal, dass man ca 2 Monate braucht um wieder halbwegs die Leistungsfähigkeit von vorher zu haben.
    Alles Liebe!
    VanSta


  7. Registriert seit
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    AW: Krise nach schwerer Krankheit

    Man muss jetzt nicht gleich schwere Geschütze à la PTBS auffahren, sondern kann auch erst mal akzeptieren, dass eine schwere Krankheit, noch dazu in einer allgemeinen Belastungsphase, sehr anstrengend ist und es lange dauern kann, bis man darüber hinweg ist.
    Auf jeden Fall würde ich mit der Hausärztin darüber sprechen und auch mit Freunden, und versuchen, echt kürzer zu treten und Körper und Seele Zeit zum Heilen zu geben. Ein großes Problem ist heute, dass man selbst und auch die Umgebung oft erwartet, dass man jederzeit zu "funktionieren" habe.
    So eine Zeit ist aber auch eine gute Gelegenheit, darüber nachzudenken, ob das, was man sich für die Zeit nach Renteneintritt vorgenommen hat, tatsächlich immer noch das ist, was man wirklich möchte. Oder ob man sich damit vielleicht (wieder) zuviel vorgenommen hat und noch Dinge verwirklichen will, die einem gar nicht mehr entsprechen.
    Ich war vor fünf Jahren durch eine (letztlich nicht lebensbedrohliche) Krankheit mitten in der Pflegephase meiner Mutter (mit der ich ein sehr schwieriges Verhältnis hatte) sowie gleich mehrere "alterungsbedingte Nebenkriegsschauplätze" gezwungen, mein Leben mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen - und es hat doch ein paar Jahre gedauert, bis ich daraus quasi runderneuert hervorgegangen bin.
    Also: Nur Mut! Lass den Kopf nicht hängen, sondern höre auf deinen Körper und deine Seele, heul auch mal, das ist ganz wichtig, und lass dich zu nichts drängen (weder von anderen noch von dir selbst), was du nicht wirklich willst.


  8. Registriert seit
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    AW: Krise nach schwerer Krankheit

    Vielen Dank für Eure Denkanstöße. Therapeut ist eine gute Idee, aus meinem Bekanntenkreis weiß ich aber, dass aktuell wenigstens bei uns alle Therapeuten langen Wartelisten haben, dann doch besser versuchen alleine bzw. mit Freunden oder Familie zurecht zu kommen.
    Was ich schon einmal mache und wirklich empfehlen kann, ist ein Anruf bei der Telefonseelsorge. Meistens sind diese Gespräche konstruktiv und hilfreich.

    Ich vermute auch, dass meine heftige Reaktion irgendwie mit meinen Eintritt in den Ruhestand zusammen hängt. Ich habe die letzten Jahre gerne, aber auch viel gearbeitet, oft unter Termindruck. Ich bin froh, dass ich das jetzt nicht mehr muss, meine Arbeit fehlt mir nicht. Jetzt im Ruhestand wollte ich in Ruhe Dinge tun, die mir wichtig sind, wie Rad fahren, walken, ins Kino gehen und vor allem erst einmal herausfinden, was ich wirklich umsetzen möchte. Ich bin ein sehr aktiver und strukturierter Mensch und fühle mich am wohlsten, wenn ich immer etwas vor habe, allerdings nicht zu viel und ohne Stress.
    Dass ich jetzt viele Dinge noch gar nicht tun kann, wie z.B. Sport treiben und andere viel langsamer als sonst und mit Pausen dazwischen, macht mir sehr zu schaffen und ängstigt mich. Auch die Hitze, die ich sonst immer gerne hatte, vertrage ich z.Zt. gar nicht. Ich fühle mich wirklich zwangsweise in meinen Aktivitäten gebremst und kann dem nicht viel Gutes abgewinnen.

    Und ich definiere mich leider auch über "tun" und nicht unbedingt über "sein". Ich führe dass darauf zurück, dass ich auf einem Bauernhof aufgewachsen bin, schon früh mithelfen musste und "schaffen" in meiner Familie immer einen hohen Stellenwert hatte. Jetzt wo ich im Urlaub so krank geworden bin, höre ich manchmal die Stimme meines Vaters im Ohr, der gar nichts von Urlaub hielt und mir sagen würde: "Selber schuld, warum musstest Du auch unbedingt in Urlaub fahren, wärst Du lieber zuhause geblieben... Seltsam so etwas, mein Vater ist seit 5 Jahren tot und eigentlich hatte ich schon das Gefühl, mich von ihm abgenabelt zu haben. Scheint aber nicht so ganz zu stimmen. Wobei mein Mann und ich immer viel in Urlaub gefahren sind, es ist mir allerdings auch noch nie so etwas passiert.

    Viele Grüße
    Maria

  9. Avatar von Ivonne2017
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    AW: Krise nach schwerer Krankheit

    Hallo Maria,
    ich habe einen sehr sehr ähnlichen Fall in meinem nahen Umfeld.
    Es hat sich eine richtige Depression mit allem Drum und Dran entwickelt...

    Psychotherapie ist angeleiert, Ende November ist erst ein Platz frei..

    Da du in Rente bist könntest du das erwähnen, dass fast immer Zeit.
    Es springt häufig jemand ab.

    Gib dir Zeit, wieder auf die Füße zu kommen..
    Eine Therapie würde ich, wenn du ernsthaft eine Depression vermutest, zumindest in Erwägung ziehen und nicht von vornherein sagen, "wird eh nix".

    Alles Gute!

    LG Ivi

  10. Avatar von Simpleness2
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    AW: Krise nach schwerer Krankheit

    Zitat Zitat von maria1005 Beitrag anzeigen
    Ich vermute auch, dass meine heftige Reaktion irgendwie mit meinen Eintritt in den Ruhestand zusammen hängt.
    Dass ich jetzt viele Dinge noch gar nicht tun kann, wie z.B. Sport treiben und andere viel langsamer als sonst und mit Pausen dazwischen, macht mir sehr zu schaffen und ängstigt mich. Auch die Hitze, die ich sonst immer gerne hatte, vertrage ich z.Zt. gar nicht. Ich fühle mich wirklich zwangsweise in meinen Aktivitäten gebremst und kann dem nicht viel Gutes abgewinnen.
    Der Eintritt in den Ruhestand läutet auch den letzten Lebensabschnitt ein. Dazu gehört, dass man sich mit abnehmender Leistungsfähigkeit, Krankheit und letztlich auch den Tod auseinandersetzen muss - früher oder später.
    Durch Deine Krankheit bist Du dem allem plötzlich sehr nahe gekommen....Das will "verdaut" werden.

    Und ich definiere mich leider auch über "tun" und nicht unbedingt über "sein". Ich führe dass darauf zurück, dass ich auf einem Bauernhof aufgewachsen bin, schon früh mithelfen musste und "schaffen" in meiner Familie immer einen hohen Stellenwert hatte. Jetzt wo ich im Urlaub so krank geworden bin, höre ich manchmal die Stimme meines Vaters im Ohr, der gar nichts von Urlaub hielt und mir sagen würde: "Selber schuld, warum musstest Du auch unbedingt in Urlaub fahren, wärst Du lieber zuhause geblieben... Seltsam so etwas, mein Vater ist seit 5 Jahren tot und eigentlich hatte ich schon das Gefühl, mich von ihm abgenabelt zu haben. Scheint aber nicht so ganz zu stimmen.
    Ja diese "Stimmen" wirken ein Leben lang, wenn man sich dessen nicht bewusst ist.

    Ich glaube, in dieser Phase der Erholung hast Du nun eine gute Gelegenheit das "Sein" zu üben, zuzulassen und Deine Lebensstrategien, Glaubenssätze, Widerstände zu überprüfen. Das ist vielleicht das "Geschenk" der Krankheit.

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