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  1. Avatar von Pinguine-haben-Knie
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    Patellafraktur

    Liebe Bri,

    ich suche meine persönliche Selbsthilfegruppe Irgendwer mit Patellafraktur hier?

    Seit Februar laboriere ich jetzt schon an meinem Knie rum. Im Urlaub ausgerutscht, auf den Hinter gefallen, Patellafraktur, ne Woche später operiert (verschraubt), dann sechs Wochen mit quasi Stillstand mit Orthese (steif, dick, heiß, autschn - dafür weiß ich jetzt, dass ich Novalgin ganz großartig vertrage, bis zum Anschlag, auch in Kombi mit Ibu... ist vermutlich gut, dass meine Lieblingsorthopädin nicht weiß, was ich zwischenzeitlich eingeschmissen habe, meinen Titel als Lieblingspatientin wäre ich dann sicherlich los), nachdem die Orthese in Absprache mit Physio und Operateur weg war dann endlich ein bisschen mehr Beweglichkeit (von 20° auf 55° in drei Wochen), das einzige was ich immer hatte war volle Streckung, und nach neun Wochen weg von den Krücken (der doofe doofe Kopf).
    Die Bewegungseinschränkung haben dann aber trotzdem allen nicht gefallen, also waren wir nach zehn Wochen nochmal dran und haben ein bisschen aufgeräumt... die Bursa suprapatellaris von der Quadrizepssehne losmachen war wohl ne gute Idee... danach war unter Schmerzkatheter die Beugung voll da (120°), ohne dann wieder ein bisschen eingeschränkt (passiv so auf 110/115, aktiv auf 90). Seit sechs Wochen stehe ich wieder auf beiden Beinen, inzwischen sogar relativ fest (außer es geht bergab oder soll durch die Blumenrabatten klettern), die passive Beugung ist auf 120/130° (aber ich bin auch extrem entspannt, wenn die tollste Physiotherapeutin der Welt durchbeugt), aktiv beim Anziehen so auf 115°, unter Belastung verschweigen wir mal *g* (ich komme die Treppe runter und radel endlich wieder, dass ich vor der Waschmaschine stehe wie ein Ochs vorm Berg und meine Fenster definitiv ungeputzt sind, ist da erstmal zweitrangig, das ist vielviel Kopf und noch mehr Angst), ich kann sogar schon wieder ein bisschen drehen und schlafe nachts zumindest weitestgehend durch, weil das Knie sich jetzt von selbst von der einen auf die andere Seite dreht und ich nur noch wach werde, wenn es wirklich blöd liegt. Die Schmerzen sind inzwischen wirklich überschaubar (morgens ne halbe Novalgin, nachts eine 400er Ibu, ich bin weit gekommen in den letzten zehn Wochen), aber ich bin auch plüschig, das arme Knie trägt einiges an Gewicht (plus sitzende Tätigkeit und sitzen ist so semi-toll).

    Jetzt kommt gerade irgendwie alles gebündelt. Meine Wiedereingliederung endet, meine Physio läuft aus (hat mich ziemlich belastet, aber die tPdW geht eh in ihren wohlverdienten Sommerurlaub, was helfen mir sechs Sitzungen mehr, wenn ich eh zur Vertretung muss - die auch unglaublich nett ist, aber wenn man einmal sein Knie an die tPdW verloren hat, ist das halt schwierig), meine Orthopädin hat mir eine Rehasportverordnung in die Hand gedrückt (vermutlich in der Hoffnung, dass ich wirklich nicht in zwei Wochen wieder auf der Matte stehe Spaaaaß) mit der ich noch nicht so richtig weiß wohin und ich *seufz* fühl mich gerade mit der Gesamtsituation ein bisschen überfordert. Hat auch nicht geholfen, dass sowohl Zahnärztin als auch Gyn bei "Patellafraktur" laut aufquietschten und mit ihbäh ihr Bedauern verkündet haben.

    Patellafrakturen vor? Alle die ich mit "Knie" kenne haben Kreuzband oder Meniskus, aber ich kenne niemanden mit Patella. Was habt ihr für Erfahrungen? Wie wahr ist "Knie wird nie"? Wie wahr ist "Das ist super, der Rest kommt von selbst" (mit üben üben üben natürlich)? Wie komplikationslos war es bei euch? Muckt es auch nach Jahren noch? Ostheopatie - yay or nay?


  2. Registriert seit
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    AW: Patellafraktur

    Liebe Pinguinfrau mit lädiertem Knie,
    ich möchte Dir Mut machen. Es wird wieder gut.
    Ich habe mir auch im Februar die Kniescheibe gebrochen - bin beim Wandern punktgenau auf die weit und breit einzige Baumwurzel gestolpert. Hat mich meinen lang ersehnten Karibik-Urlaub gekostet ..... Es war glücklicherweise ein glatter Bruch, der nach einer Woche operativ verdrahtet wurde. Das Bein durfte ich gleich danach wieder belasten, allerdings erst mal nur gestreckt. Ich sollte die Kniebeugung dann nach einer Woche mit 30° anfangen und dann jede Woche 10° weiter, aber bis die Orthese da war, waren es doch insgesamt fast vier Wochen, dass das Knie stillgelegt war. Unglaublich, wieviel Muskelmasse man in so kurzer Zeit verlieren kann! Die Orthese liess sich nicht so einstellen, wie ich nach der Verordnung gedacht hatte - es ging gleich mit 60° Beugung los, und merkwürdigerweise ging das auch (und der Arzt meinte, wenn ich keine Probleme habe, sollte ich das ruhig so machen), zwei Wochen später ging es auf 75° und noch mal zwei Wochen auf 90°. Da konnte ich schon ganz gut auf die Gehhilfen verzichten. Danach gabs auch 6 Physiotherapieeinheiten. Mehr nicht, mein Arzt war der Meinung, ich hätte nun gelernt, was und wie ich alleine üben kann. Glücklicherweise habe ich einen Fahrradergometer, der hat mir sehr geholfen.
    Was mich die ganze Zeit aber sehr belastet hat, waren Muskelschmerzen nachts bis hin zu Krämpfen. Habe auch eine ganze Menge Ibu gefuttert in der Zeit .... und Magnesium in hoher Dosierung. Das hat geholfen.
    Nach zweieinhalb Monaten hab ich meinen Arzt überredet, dass er mich wieder Auto fahren lässt (es war natürlich das rechte Knie), sonst hätte ich meinen neuen Job nicht anfangen können. Inzwischen merke ich nur noch beim Treppensteigen was, hauptsächlich treppab. Mich auf den Boden knien hab ich noch nicht probiert, ich glaube, damit warte ich auch, bis der Draht wieder raus ist. Das passiert im nächsten Winter und soll angeblich ambulant gehen.

    Also, Kopf hoch, Geduld und gute Besserung! Das wird wieder!

  3. Inaktiver User

    AW: Patellafraktur

    Hier meine Tipps (ja, ich hatte auch eine Patellafraktur)

    1. NIEMALS über die Schmerzgrenze hinaus gehen. Das ist sowas von überholt!

    Warum?

    Weil das unweigerlich zu muskulären Problemen führt, ob Du willst oder nicht. So löst man nichts - man schafft sich Dauerpatienten.

    2. Üben? Wozu?

    Das, worum es geht, ist Koordination. Du musst lernen, Deinen Organismus so zu nutzen, dass Dein Gehirn das vergnüglich findet. Automatisch erweitert sich dadurch Dein Bewegungsspektrum. Üben ist was für Dummies. Lernen bedeutet, möglichst alle Fehler zu machen, die man so machen kann. So findet man am schnellsten das individuelle Optimum.

    3. Es gibt kein Richtig / Falsch. Das ist wie mit Konfektion: Entworfen für einen Organismus, der überhaupt nicht existiert. Am Modell sollte Bewegung optimalerweise so, so und so laufen. Nun ist das Individuum aber blöderweise kein Modell. Schlau ist also, wer das erkennt und DAMIT arbeitet, nicht dagegen, indem er an Schablonendenken fest hält.

    4. Wenn Du wirklich Verbesserungen suchst, nimmst Du Feldenkrais Einzelstunden. Nee, die bezahlt Dir Deine Kasse nicht. Aber kein Weg führt meines Erachtens schneller und nachhaltiger wieder zu einer guten Beweglichkeit und Schmerzfreiheit.

    Meine Patellafraktur ist übrigens vollkommen ausgeheilt.

  4. Avatar von Pinguine-haben-Knie
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    AW: Patellafraktur

    Liebe uts,

    danke fürs Mut machen!
    Ich habe meine Orthese zum Glück direkt in der Klinik bekommen. Um genau zu sein am Nachmittag nach der OP die arme Orthopädietechnikerin hat nur mit dem Kopf geschüttelt (wegen Drainage im Knie und dick verpackt), die Orthese ans rechte Bein gehalten, dreimal auf die Bettkante geschlagen und "Wenn die nicht sitzt, kommen sie vorbei" gesagt. Hat gesessen. So leidlich schlecht wie so Orthesen eben sitzen.
    Theoretisch ging es bei mir auch mit 60° Beugung los (bis dahin konnten sie unter der OP beugen ohne das Zug auf die Kniescheibe kam), nach drei Wochen durfte ich auf 90° umstellen lassen. Der arme junge Mann der das gemacht hat, hat herzhaft gelacht. 20° Beugung und "schmerzadaptiert vollbelasten" war weit weg von 90°. Weit. Ich habe in der ganzen Zeit nicht nur meine komplette Oberschenkelmuskulatur verloren (der arme kleine Quadrizeps schwächelt jetzt noch) sondern auch mein Gleichgewicht. Wir haben vor der zweiten OP zwei Physio-Sitzungen gebraucht bis zum freien Gehen (im Barren) und nach der zweiten OP wieder zwei Sitzungen, bis ich meine Mitte wiedergefunden hatte und auch nur ansatzweise Ahnung hatte, wie das mit dem frei Gehen funktionieren könnte.

    Physio habe ich zehn Tage nach der OP angefangen. Der Orthopäde meinte, vorher würde sich nicht lohnen, das würde eh viel zu weh tun und nichts bringen. Meine erste Physio schimpfte da schon, warum ich jetzt erst käme... die tPdW war am Anfang mal die Urlaubsvertretung meiner eigentlich zugeteilten Physio. Die konnte nur mit meinem leicht störrischen Knie nicht so, wechseln war zum Glück kein Problem. Wirklich Fortschritte machen wir allerdings erst seit der vierten Verordnung und dem 20. Physio-Termin. Ich hab die Maximalverordnung mitgenommen mit 30 Terminen. Im sechsten Termin habe ich bei der Physio noch heulend auf dem Rücken gelegen und mir gewünscht, ich wäre tot. Nach der zehnten Sitzung habe ich meine Orthopädin gefragt, ob wir das Bein vielleicht einfach oberhalb des Knies abschneiden könnten (und das war nur so halb lustig gemeint, naja... ein zehntel vielleicht eher, oder vielleicht gar nicht - hätte sie es angeboten, ich hätte es gemacht).

    Krämpfe hatte ich zwei Wochen nach der OP so stark, dass es mir das gestreckte Bein vom Boden abgehoben hat. OTon erste Physio? "Das hab ich ja noch nie gehört." Nee, ich auch nicht. Danke für die Hilfe auch (ehrlich, die ist total nett und großartige Ostheopatin, unglaublich wieviel Ruhe die ausstrahlt, Ruhe war nur zu dem Zeitpunkt echt das allerletzte, das ich brauchte und mit ihren positiven Energien war die wirklich sparsam, die tPdW lässt sich von mir Energiezecke aussaugen soweit sie kann, die tPdW ist nebenbei auch noch die tollste Psychotherapeutin die ich haben konnte). Davor ging es von den Schmerzen her eigentlich, danach ging es steil bergab. Magnesium habe ich in der Zeit auch hochdosiert genommen (nehme ich jetzt noch), Ibu sind an die Schmerzen nichtmal ansatzweise rangekommen, die haben nichtmal an der Oberfläche gekratzt, schmerzfrei war ich die acht Wochen bis zur zweiten OP trotzdem eigentlich nie, selbst in Ruhe hatte ich einen Grundschmerz von 2 - in der Physio beim Bewegen ist der mal locker hoch auf 7. Mir hat noch nie was so weh getan, wie der Versuch, die Verklebungen zu lösen - Knie über das Kopfteil der Liege und ich wollte den ganzen Saal zusammenschreien. Habe mich dann auf leises Schluchtzen und Arbeitsverweigerung zurückgezogen.

    Ich muss mir ganz oft klar machen, dass die zweite OP gerade neun Wochen her ist und mein Stand jetzt vermutlich relativ normal wäre, wenn die erste Phase nicht gewesen wäre. Dann wäre die Muskulatur nicht so abgebaut, vermutlich wäre die Bewegung nicht so eingeschränkt... die letzten vier/fünf Wochen waren großartig. Die tPdW hat schon vor vier Wochen gesagt, es ginge doch steil bergauf, seit ner Woche glaube ich es vielleicht sogar selbst. Nur mit der Geduld ist es inzwischen echt vorbei. Ich habe keine mehr. Vor 18 Wochen war die Kraft auf, jetzt die Geduld. Ich will jetzt alles jetzt und sofort und ganz und überhaupt.

    Auto fahren. Ich schlafe seit ner Woche wieder unter der Bettdecke? Zählt das? Ich habe auch vor, demnächst mal wieder eine Jeans anzuziehen. Vielleicht. Im Moment hat das Knie es echt nicht so gerne, wenn irgendwas an ihm reibt (die ersten acht Wochen hat nur Kompression auch nur ansatzweise geholfen, jetzt genießt es seine Freiheit... zum Glück ist Sommer, dabei hasse ich Shorts). Hinknien... ähm... vielleicht mache ich Rehasport Hocker? Dafür muss ich nicht auf eine Matte runter (oh Gott, ich lass mir Donnerstag von der tPdW zeigen, wie man sich hinkniet). Ich kann die Treppe wieder relativ flüssig ohne Geländer bergauf (bin gestern auf dem Weg zur Physio hoch von der Physio die mich nach beiden OPs mobilisiert hat gelobt worden ich war stolz wie bolle), runter... naja, jeder 2jährige sieht dabei eleganter aus, aber seit drei/vier Tagen geht es, mit viel Mut und Überwindung, wieder ohne Geländer. Auch wenn mit echt flüssiger ist und hübscher aussieht.

    Ich hoffe, du holst deinen Karibik-Urlaub nach! Wir schwärmen seit zwei Jahren für St. Kitts (noch nirgendwo so schön geschnorchelt). Eigentlich war "kalt" dran dieses Jahr (und ich bin nichtmal auf Eis und Schnee ausgerutscht sondern nur auf regenfeucht), mal schauen was wir nächstes Jahr draus machen. Mein Knie findet Karibik eigentlich ne tolle Idee.

  5. Avatar von Pinguine-haben-Knie
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    AW: Patellafraktur

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    1. NIEMALS über die Schmerzgrenze hinaus gehen. Das ist sowas von überholt!

    Warum?

    Weil das unweigerlich zu muskulären Problemen führt, ob Du willst oder nicht. So löst man nichts - man schafft sich Dauerpatienten.
    Hast du mal versucht, phyhsiotherapeutisch die Bursa von der Sehne zu lösen? Das ist über der Schmerzgrenze. Zumindest über meiner. Das ist weit über meiner Schmerzgrenze. Gewesen zum Glück. Seit der zweiten OP gehen wir ran an meine Schmerzgrenze. Das ist gut. Wie gesagt, auf meine Physio lass ich nix kommen Wir haben viel probiert, viel gefunden, was mir hilft und viel gelassen was mir nicht geholfen hat. Vergnüglich fand ich dabei einiges, wenig vergnüglich auch. Die letzten sechs Wochen waren überaus vergnüglich. Außer dem Muskelaufbau vielleicht, aber den fand vorwiegend die Oberschenkelmuskulatur wenig vergnüglich. Und die faule Socke muss da jetzt durch.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    4. Wenn Du wirklich Verbesserungen suchst, nimmst Du Feldenkrais Einzelstunden. Nee, die bezahlt Dir Deine Kasse nicht. Aber kein Weg führt meines Erachtens schneller und nachhaltiger wieder zu einer guten Beweglichkeit und Schmerzfreiheit.
    Danke für den Tipp. Das werde ich auf alle Fälle mal versuchen. Ob die Kasse das bezahlt, ist mir ziemlich latte, solange es hilft. Meine Erfahrung mit Feldenkrais ist quasi null.

  6. Inaktiver User

    AW: Patellafraktur

    Es ist kein Zufall, dass die Feldenkrais Ausbildungen (die übrigens über vier Jahre berufsbegleitend laufen) zu einem hohen Prozentsatz von Physiotherapeuten besucht werden.

    Mach Dir eines bewusst: Dein Gehirn verweigert Lerneffekte, wenn Du Schmerzen hast. Das führt unausweichlich zu muskulärer Spannung. Und wenn Du Dir anschaust, wie Muskeln arbeiten, bedeutet das: der erregte Muskel (also der, den Du unweigerlich anspannst, weil es schmerzt) KANN gar nicht locker lassen.

    Aber: Jeder wählt den Weg, der ihm entspricht.

    Gute Feldenkrais Practitioner in Deiner Nähe findest Du über den Verband FVD.


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    AW: Patellafraktur

    @ Pinguin: mit Patella kenne ich mich nicht aus, dafür aber mit Sprunggelenk; da hatte fast jeder mit dieser Art von Fraktur, mit dem ich gesprochen hatte, was zurück behalten. Meine persönliche Theorie: wenn man mal operativ ans Gelenk (welches auch immer) rangeht, erzeugt man so viele Verwachsungen/Vernarbungen, dass die fein abgestimmte Mechanik dauerhaft gestört ist. Das war jetzt die schlechte Nachricht; die gute ist, dass das ja nicht unbedingt was ausmacht im Alltag. Ich kann auch zwei Jahre später den linken Knöchel nicht so weit beugen wie den rechten und die eine Seite ist komplett taub, aber für die normalen Sachen (Schuhe zubinden, Sachen vom Boden aufgeben etc) reicht‘s alle Male. Da muss man realistisch bleiben - klar wäre es toll, wieder auf 100% zu kommen, aber solang man im Alltag klar kommt und nicht dauerhaft Schmerzen hat, ist es doch völlig ausreichend. Bisschen Schwund ist immer im Leben 😎. Will man ganz schnell 100% erreichen, setzt man sich unnötig unter Druck. Manchmal bleibt der Heilungsverlauf auch ein paar Monate „stehen“, und plötzlich geht es dann wieder ein bisschen besser.
    "Battlestar Galactica: The Eye of Jupiter (#3.11)" (2006)
    __________________________________________________ ______________
    Captain Kara 'Starbuck' Thrace: Can I make a suggestion that you won't like?
    Major Lee 'Apollo' Adama: Do you make any other kind?

    Life should not be a journey to the grave with the intention of arriving safely in a well preserved body, but rather to skid in broadside, totally worn out, and loudly proclaiming "Wow!" (Hunter S. Thompson)

  8. Avatar von Pinguine-haben-Knie
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    AW: Patellafraktur

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mach Dir eines bewusst: Dein Gehirn verweigert Lerneffekte, wenn Du Schmerzen hast. Das führt unausweichlich zu muskulärer Spannung. Und wenn Du Dir anschaust, wie Muskeln arbeiten, bedeutet das: der erregte Muskel (also der, den Du unweigerlich anspannst, weil es schmerzt) KANN gar nicht locker lassen.
    Das ist mir durchaus bewusst
    Wie sagte die tPdW mal irgendwann in Woche acht? "Jetzt sag nicht, du findest, dass das Knie gerade locker über die Kante hängt?!" neeee... definitiv nicht aber es hing (naja, über die Kante bei 45° Beugung von "hängen" zu sprechen ist nun auch gewagt, aber über die Kante) und ich hab nicht vor Schmerzen geschrien wie zwei Wochen vorher, ich hab's trotzdem mal als Fortschritt gewertet.

    Seit der zweiten OP ist mein Schmerzlevel wirklich okay, daher sicherlich auch die guten Fortschritte, die wir in den letzten sechs/sieben Wochen gemacht haben. Im März hätte ich nie gedacht, dass ich mal einen Physio-Termin schaffe, ohne dass ich vorher 1g Novalgin und 800mg Ibu intus habe - aber ich kann inzwischen sogar ohne (und es piekt vielleicht mal kurz beim Halten). Je weniger Schmerzen, desto schöner arbeite ich mit, desto besser die Erfolge und Lerneffekte. Und so wollewärmer das Gefühl im Bauch
    Darum nehme ich morgens auch immer noch eine halbe Novalgin (bis die Packung leer ist). Wenn das Knie morgens schmerzfrei aufstehen darf, hat es den besseren Tag. Und wenn das Knie einen guten Tag hat, habe ich auch einen guten Tag. Und ich mag gute Tage. Und ich mag, dass inzwischen in der Woche mehr Tage gut sind als schlecht.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Gute Feldenkrais Practitioner in Deiner Nähe findest Du über den Verband FVD.
    Ganz lieben Dank für die Info. Ich werde das auf alle Fälle weiter verfolgen.
    Ich weiß im Moment nicht, ob ich gerade akut nochmal einen "fremden Menschen" an mich ranlassen kann. Ich muss schauen. Ich brauch vielleicht erstmal ein paar Wochen Pause vom ständigen an mir rumfummeln lassen. Mich haben seit Februar ein gutes Dutzend Ärzte, fünf Physiotherapeuten und eine kaum abschätzbare Zahl an Pflege und MTAs angefasst. Alle immer nur nett und höflich und mit den besten Absichten... aber gefühlt habe ich die totale Reizüberflutung und freue mich eigentlich langsam drauf, dass ich mal wieder bestimmen kann, wer mich wann anfasst (wobei die tPdW mich immer anfassen dürfte, die ist im inner circle für immer angekommen und darf da gerne bleiben - wer mein Knie so schmerzfrei massieren kann und wer machen kann, dass mein Bein flauschig weich und leicht ist, hat für immer einen Platz in meinem Herzen verdient).

    Zitat Zitat von Kara_Thrace Beitrag anzeigen
    Meine persönliche Theorie: wenn man mal operativ ans Gelenk (welches auch immer) rangeht, erzeugt man so viele Verwachsungen/Vernarbungen, dass die fein abgestimmte Mechanik dauerhaft gestört ist.
    Ja. Das hört man ja viel.
    Ich hab halt eh Last mit Verklebungen, angefangen halt mit der Bursa (und dann eben auch immer die Angst, dass da wieder was verklebt, wenn ich zu viel schone oder zu wenig tue, um das zu verhindern)... die "große" Narbe liegt mittig über der Kniescheibe und verklebt immer noch am Ansatz, direkt über der Patella. Die Orthopädin meinte, da sei halt nicht groß was zwischen, zwischen Haut und Sehne. Immer schön pflegen, bisschen massieren, versuchen zu lösen und hoffen, dass es irgendwann aufhört. Montagabend hat sich an einer der Athroskopienarben die Verklebung selbst gelöst *seufz* zum zweiten oder dritten Mal. Die ist gerade super sensibel und alles drum schön dick und weich... das baut sich inzwischen schon selber ab und ich freue mich ja auch, dass sich da noch so viel tut, aber mäh. Wäre auch schön, wenn es sich langsam mal irgendwo einpendeln könnte

    Zitat Zitat von Kara_Thrace Beitrag anzeigen
    Das war jetzt die schlechte Nachricht; die gute ist, dass das ja nicht unbedingt was ausmacht im Alltag.
    Ich bin halt noch (oder gerade?) an einem Punkt, an dem mich das im Alltag noch unglaublich einschränkt und mir darum viel ausmacht. Da ist noch so viel "kann ich nicht, müsste ich aber können" mit bei (Auto fahren, hinknien, bei der Arbeit mal mehr als zwei Stunden am Stück sitzen - wobei das Sitzen selbst nicht schmerzt sondern das Aufstehen danach, auf Leitern klettern, Fenster putzen, Katzenklo reinigen), weil das Knie unter Last die Beugung nicht mag und die Beweglichkeit einfach immer noch eingeschränkt ist. Andererseits sehe ich dann eben immer die Fortschritte der letzten sechs Wochen (ich bin doppelt so schnell unterwegs, ich fahre wieder Rad, ich kann aktiv ohne Belastung signifikant weiter anbeugen, der Musekaufbau im Oberschenkel läuft im Moment rasend schnell, ich habe viel mehr Kraft, ich kann wieder wischen, weil ich rückwärts gehen kann, ich kann kochen, Dinge tragen, Treppen steigen, Beine aus dem Bett schwingen). Ich muss mir immer wieder vor Augen führen, dass mein Verlauf eben nicht lehrbuchmäßig war und ich mich nicht mit meinem Schwager vergleichen kann (und darf), der vier Wochen nach seinem Bänderriss im Fuß sein praktisches Examen in Sport gemacht hat. Und trotzdem sticht es im Herzchen, wenn ich das Grillen am See absage, weil ich weiß, dass ich da auf der Wiese sitzen muss, weil es keine Bänke gibt und ich keinen Klappstuhl bis dahin schleppen kann und ich nicht hoch oder runter komme und eh nicht ewig sitzen kann auf dem Boden... und ich sitze doch so unglaublich gerne im Schneidersitz (eine Kollegin kommentierte letzte Woche noch, dass es total ungewohnt sei, dass ich nicht im Schneidersitz auf meinem Bürostuhl hocke, sondern die Füße auf dem Boden habe).

    Zitat Zitat von Kara_Thrace Beitrag anzeigen
    Bisschen Schwund ist immer im Leben ��. Will man ganz schnell 100% erreichen, setzt man sich unnötig unter Druck. Manchmal bleibt der Heilungsverlauf auch ein paar Monate „stehen“, und plötzlich geht es dann wieder ein bisschen besser.
    Danke
    Weniger Druck... ich arbeite dran. Mein Bauch schreit eben, dass wir so viel Zeit verloren haben und die jetzt aufholen müssen. 5 Monate. Aber die Erfolge eben nur von zwei. Es lässt sich nur schwer unterdrücken. Mal schauen wie es geht, ohne dass mir die tPdW die Seele streichelt. Die zwei Sitzungen Tiefenentspannung die Woche haben mir wirklich unsagbar gut getan. Ich hatte bisher ein scheiß Jahr und trotzdem war ich eigentlich seit 20 Jahren nicht mehr so innerlich ruhig und ausgeglichen wie im Moment. Der kleine Workaholic ist zwangsausgeschaltet worden, das tut mir gut. Ich muss schauen, dass es so bleibt. Mehr Ruhe in meinem Leben würde mir gut tun. Denke ich.

  9. Inaktiver User

    AW: Patellafraktur

    Zitat Zitat von Pinguine-haben-Knie Beitrag anzeigen
    Ganz lieben Dank für die Info. Ich werde das auf alle Fälle weiter verfolgen.
    Ich weiß im Moment nicht, ob ich gerade akut nochmal einen "fremden Menschen" an mich ranlassen kann. Ich muss schauen. Ich brauch vielleicht erstmal ein paar Wochen Pause vom ständigen an mir rumfummeln lassen. Mich haben seit Februar ein gutes Dutzend Ärzte, fünf Physiotherapeuten und eine kaum abschätzbare Zahl an Pflege und MTAs angefasst. Alle immer nur nett und höflich und mit den besten Absichten... aber gefühlt habe ich die totale Reizüberflutung und freue mich eigentlich langsam drauf, dass ich mal wieder bestimmen kann, wer mich wann anfasst (wobei die tPdW mich immer anfassen dürfte, die ist im inner circle für immer angekommen und darf da gerne bleiben - wer mein Knie so schmerzfrei massieren kann und wer machen kann, dass mein Bein flauschig weich und leicht ist, hat für immer einen Platz in meinem Herzen verdient).
    Im Feldenkrais wird DEIN Gehirn angeregt. Nichts tut weh. Niemand "fummelt" an Dir herum. Es geht darum, die Dir vertrauten Bewegungsmuster zu erkunden und Deinem Gehirn über ganz feine Impulse neue Räume zu zeigen. Welche davon es sich erschliessen möchte, entscheidet es ohnehin autonom. Es gibt keine Reizüberflutung - Du bist in der Verantwortung, jederzeit Pausen zu machen, wenn Du sie brauchst. Die Bewegungen sind so fein und nuanciert, dass der "Sportler" sich oft fragt, was das jetzt bitte bringen soll - bis er aufsteht. Viele müssen auch erst lernen los zu lassen, denn sie müssen in der FI - Funktionale Integration = Einzelstunde NICHTS selbst tun. Einfach nur gemütlich liegen und sich auf eine Wahrnehmungsreise im und mit dem eigenen Organismus einlassen.

    Danach ist man übrigens oft müder als nach einer Stunde Ausdauersport, weil das Gehirn Schwerstarbeit geleistet hat und daher ist es auch sinnvoll, sich danach eine halbe Stunde Auszeit zu nehmen und zu ruhen. Oft schläft man kurz ein und das ist sehr gut so, denn dann verarbeitet das Gehirn das Gelernte und integriert das, was es momentan integrieren möchte.

  10. Avatar von Pinguine-haben-Knie
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    AW: Patellafraktur

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Niemand "fummelt" an Dir herum.
    Geht das echt "ohne anfassen"? Dann nehme ich das als Option "für jetzt" mit. Ich hatte lediglich ein bisschen durch youtube geklickt was Feldenkrais angeht und hatte angenommen, das ginge in der Einzelarbeit so ein bisschen in die Richtung Physiotherapie / Manuelle Therapie / Ostheopathie. Und ich mag gerade glaub ich nicht, dass mich noch mehr Menschen anfassen.

    Ich bin eh schwierig, was Körperkontakt angeht und mag das sonst eigentlich gar nicht. Das fängt schon bei Umarmungen zur Begrüßung durch Freunde an. In den letzten Monaten habe ich viel zugelassen (zulassen müssen), was mir eigentlich extrem unangenehm ist und ich bin, gefühlt, an meinem Maximum an zulassen können angekommen. Die, die eh schon "drin" sind (die tPdW, ihre Vertretung, meine Orthopädin), kann ich. Mehr kann ich gerade nicht. Deswegen ging meine Überlegung zur Ostheopatie, da die Vertretung meiner tPdW Homoöpatin/Ostheopatin mit eigener Praxis ist. Die könnte ich zulassen mit ihrer Ruhe. Neue Menschen? Ich weiß es gerade nicht.

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