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  1. Inaktiver User

    AW: Patellafraktur

    Natürlich wirst Du angefasst - aber das ist eine ganz andere Herangehensweise als in der Physiotherapie. Physiotherapeuten müssen auch erst lernen, wie das "feldenkraisisch" geht. Es sind sanfte Berührungen, Du wirst auf eine sehr angenehme Weise bewegt. Es geht niemals über Blockaden hinaus - es ist eine Art Unterhaltung zwischen Deinem und den Nervensystem des Practitioners.

    Ich kann Dir nur ans Herz legen, es auszuprobieren.


  2. Registriert seit
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    AW: Patellafraktur

    @Pinguin: bei Frakturen muss man leider oft eher in Dimensionen von 1-2 Jahren als von wenigen Monaten denken. Mir war es damals wichtig, die „Hoheit“ über mein Leben wieder zu haben. Natürlich kann man noch zu sieben weiteren Spezialisten, Therapeuten und sonstwas rennen, aber irgendwann will man auch mal wieder im Alltag ankommen und nicht ständig von Termin zu Termin hetzen. Meine Erfahrungen mit dem hochgelobten deutschen Gesundheitssystem waren mehr als durchwachsen - jeder machte irgendwas anderes (ich war bei verschiedenen Physiotherapeuten), ohne dass da eine Logik zu erkennen war oder mit mir besprochen wurde, was eigentlich das Ziel ist und wie man sich den Heilungsverlauf idealtypisch so vorstellen könnte. Wirklich uneingeschränkt gut war nur eine sportmedizinische Reha mit Krankengymnastik am Gerät an der lokalen Uniklinik.Ich war bei denen mal zu einer sportmedizinischen Analyse gewesen und hatte dann völlig verzweifelt angefragt, ob die mir nach meiner Fraktur irgendwie weiterhelfen könnten. Vielleicht wäre das auch eine Option für dich- das hat noch nicht mal was gekostet. Nur von selber empfohlen hätte mir das keiner.


  3. Registriert seit
    17.07.2018
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    AW: Patellafraktur

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich kann Dir nur ans Herz legen, es auszuprobieren.
    Das werde ich, danke.
    Aber vielleicht nicht mehr diesen Monat. Ich habe gestern durchgezählt, wieviele Menschen mich angefasst haben dieses Jahr - bei 30 habe ich aufgehört zu zählen und da war noch kein Pflegepersonal bei. Geführt hat das nur dazu, dass ich heulend auf dem Sofa saß, weil ich eigentlich dachte, ich hätte sie alle zusammen und mir dann noch vier Anästhesisten einfielen (die Zahnärztin von vor zwei Wochen habe ich bei der Zählung auch ignoriert). Ich bin durch mit fremden Menschen. Ich kann das gerade nicht. Ich möchte, dass bitte jeder der nicht in meinem inner circle ist mindestens eine Armlänge Abstand hält. Das ist für jeglichen therapeutischen Ansatz, egal wie behutsam, wohl gerade keine gute Grundlage. Ich muss es ja auch zulassen können, das ist ja sonst vertan.

    Vielleicht muss ich jetzt erstmal Abstand nehmen und meine Mitte wiederfinden. Vielleicht ist es gut, dass ich die Heilmittelverordnung jetzt so ausgereizt habe, dass ich ab jetzt wieder entscheiden kann, was mit und an mir passiert.

    Zitat Zitat von Kara_Thrace Beitrag anzeigen
    @Pinguin: bei Frakturen muss man leider oft eher in Dimensionen von 1-2 Jahren als von wenigen Monaten denken.
    Mäh. Dinge die man nicht gerne hört, gell?
    Eigentlich bin ich mir dem wohl bewusst. Denke ich. Die tPdW sagt "Knie dauert immer sechs Monate" (fünf - trotz der ersten 2 1/2, eigentlich bin ich großartig) und "300 Tage bis du's fühlst." Am Anfang hieß es mal irgendwann "In sechs bis acht Wochen sind sie wieder arbeiten", nach sechs Wochen saß ich heulend bei der Orthopädin und war so verzweifelt wie selten zuvor (ich weine nicht vor fremden Menschen, eigentlich), nach acht Wochen hat sie die Nach-OP angeregt, nach 11 Wochen war ich aus dem Krankenhaus wieder raus, nach 15 Wochen wieder halbtags bei der Arbeit. Das war doppelt so lange, wie alles was anfangs mal im Raum stand.

    Zitat Zitat von Kara_Thrace Beitrag anzeigen
    jeder machte irgendwas anderes (ich war bei verschiedenen Physiotherapeuten), ohne dass da eine Logik zu erkennen war oder mit mir besprochen wurde, was eigentlich das Ziel ist und wie man sich den Heilungsverlauf idealtypisch so vorstellen könnte.
    Das mit "jeder macht was anderes" ist mir zwischendurch auch mal aufgestoßen.
    Ich habe jetzt zwei Physiotherapeutinnen, die sehr ähnlich arbeiten und bei denen ich mich ähnlich gut und ähnlich gut aufgehoben fühle. Die erste war mäh (war aber nur Mobilisierung direkt nach der OP), die zweite passte nicht zu meinem Gemütszustand (und wusste nicht, wie sie mit dem Knie umgehen soll), die dritte war die tPdW, die vierte hat die Physio während des zweiten stationären Aufenthalts gemacht (und war eigentlich vermutlich die zweite, weil sie am Tag nach der ersten OP schon zur Mobilisation kam und mich im Gegensatz zur ersten Kollegin aus dem Bett bekommen hat) und war toll, die fünfte arbeitet sehr ähnlich wie die tPdW.

    Wenigstens war das Ziel recht klar... manchmal der Weg nicht (die tPdW hat montags manchmal sehr kreative Anwandlungen gehabt, die sie an mir ausprobieren musste, mein Knie kann Tango tanzen großartig war's aber immer), aber das Ziel. Wir sind nicht da, aber wir sind an einem Punkt, an dem ich so viel Hoheit über mein Leben wiederhabe, dass ich es hoffentlich von hier alleine weiter angehen kann. Jeden Tag ein bisschen stärker. Auch psychisch.

    Mich hat das "Hauptziel" laut Heilmittelkatalog immer so aufgeregt. Das lautet "Erlernen eines Eigenübungsprogrammes" - bis wir damit überhaupt nur anfangen konnten, waren 20 Termine ins Land gegangen, weil ich vorher nichmal fit genug war, um überhaupt an irgendein "Eigenübungsprogramm" denken zu können. Wir haben uns mit dem grundlegenden Ziel "Wiederherstellung, Besserung der gestörten Beweglichkeit; Regulierung der schmerzhaften Muskelspannung, der Durchblutung, des Stoffwechsels, Beseitigung der Gewebequellungen, -verhärtungen und -verklebungen" (der Heilmittelkatalog lässt sich so effizient copy und pasten) aufgehalten und damit, dass ich wieder auf die Beine komme (und zwar nur auf die Beine). Und eigentlich machen wir das bis heute die erste Hälfte (und nachdem sich Montagabend die Verklebung gelöst hat, können wir dann gleich mal an die Quellung gehen, autsch). Bis genau heute. Noch zwanzig Minuten kleine schwarze Seele streicheln bei der tPdW bis es vorbei ist endgültig.

    Zitat Zitat von Kara_Thrace Beitrag anzeigen
    Wirklich uneingeschränkt gut war nur eine sportmedizinische Reha mit Krankengymnastik am Gerät an der lokalen Uniklinik.
    Danke, das nehme ich auch mal mit und behalte es im Hinterkopf. In die Richtung hat noch nie jemand was angeregt (wobei die Rehasportanbieter, die ich jetzt im Auge habe, alle für kleines Geld Gerätetraining zusätzlich anbieten). Die Orthopädin und die tPdW haben beide ein paar Sitzungen Ostheopatie empfohlen im Anschluss an die Physio und wenn der Bruch selbst ausgeheilt ist. Mein Hauptproblem ist ja jetzt der Stütz- und Bewegungsapparat (ich kann meine Patellasehne wieder sehen und seit letztem Wochenende kann ich aktiv meine Kniescheibe wieder bewegen, aber die ganze Muskulatur ist halt immer noch verhärtet, immerhin krampft sie die letzte Woche nicht mehr so) und nicht mehr knöchern.

    Ich soll schwimmen gehen, sagt die tPdW. Recht hat sie. Aber ich traue mich nicht alleine und meine Plantschepartnerin hat seit Wochen Halsschmerzen und kränkelt, der Ehemann ist zum Schwimmen keine gute Begleitung und mein restlicher Freundeskreis ist irgendwie im Urlaub, schwimmt nicht gerne oder hat keine Lust auf Schwimmbad während der Ferien (tolle Freunde hab ich).


  4. Registriert seit
    17.07.2018
    Beiträge
    83

    AW: Patellafraktur

    Zitat Zitat von Pinguine-haben-Knie Beitrag anzeigen
    Bis genau heute. Noch zwanzig Minuten kleine schwarze Seele streicheln bei der tPdW bis es vorbei ist endgültig.
    Und fast ohne Weinen überstanden Aber wie soll ich auch nicht losweinen, wenn die tPdW mich nochmal drückt zum Abschied? Ich doofes Sensibelchen. Und die richtigen Worte zum Dank habe ich auch nicht gefunden.

    Zumindest habe ich erst unten vor der Tür richtig angefangen zu flennen, als das beste Ehegespons sagte "Na, gar nicht geweint"? Mit Schokoeis getröstet. Top Schilddrüsenwerte, Schuppenflechte fast weg, fast 10 kg abgenommen in den letzten acht Wochen - und die tPdW ist nicht ganz unschuldig dran. Wie soll ich da auch nicht weinen, wenn es vorbei ist.

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