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  1. Registriert seit
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    Grauer Star OP

    Hallo...
    Bei mir (64) wurde ein grauer Star festgestellt, den ich in den nächsten Jahren, je nach Leidensdruck operieren lassen kann. In der Ferne sehe ich ganz gut, aber lesen ist inzwischen trotz Lesebrille nicht mehr so gut. Ich habe jetzt von den bifokalen Linsen gehört, bei denen man nach der OP überhaupt keine Brille mehr braucht. Hört sich erst mal wunderbar an...hat jemand Erfahrung damit?
    Sonnige Grüße von Annalisa

  2. Avatar von pelzpfote
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    AW: Grauer Star OP

    Ich bin an beiden Augen operiert. Zu den Bifokal-Linsen hat mir der Augenarzt gesagt, dass es dann sein kann, dass ich nachts beim Autofahren Probleme kriege, weil ich dann bei den entgegenkommenden Autos um die Scheinwerfer einen blendenden Strahlenkranz sehe.

    Eine Bekannte hat mir auch abgeraten, weil sie sich an die bifokalen Kontaktlinsen überhaupt nicht gewöhnen konnte. Die konnte sie ja dann durch normale ersetzen. Das war zwar dann ein teurer Spaß, aber wenn sie operativ eingesetzt sind, geht das nicht mehr.

    Ich habe mir daraufhin einfache Linsen einsetzen lassen und hab halt jetzt überall Lesebrillen rumliegen bzw. in jeder Tasche. Ist zwar oft nervig, aber die Alternative war mir zu riskant. Ich hatte vorher eine Gleitsichtbrille.
    Die Art, wie dich jemand behandelt,
    sagt aus, was für ein Mensch er/sie ist,
    und nicht, was für ein Mensch du bist.

    Quelle unbekannt


  3. Registriert seit
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    AW: Grauer Star OP

    Ja ich bin auch etwas ängstlich, muss mich erst noch besser informieren. Habe gerade beim Surfen gelesen, dass die Kasse nur zahlt, wenn nicht mehr als 60% Sehfähigkeit besteht, ich habe 80%, also warte ich noch mal 2 Jahre...Gruß Annalisa

  4. Avatar von Hillie
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    AW: Grauer Star OP

    Ich habe meine OPs auf beiden Augen schon schon 5 Jahre hinter mir und habe mir die einfachen Linsen einsetzen lassen. Da ich sehr an meine Brille gewohnt war, trage ich auch wieder eine als Lesebrille.
    Inzwischen wird die OP ja schon in vielen Praxen ganz computergesteuert durchgeführt. Das ist viel angenehmer. Mein Mann wurde letztes Jahr so auf einem Auge operiert.
    Du hättest recht, wenn die Dummheit eine Geistesschwäche wäre, leider ist sie aber eine furchtbare Stärke, sie ist ein Fels, der unerschüttert dasteht, wenn auch ein Meer von Vernunft ihm seine Wogen an die Stirne schleudert.

    Johann Nestroy (1801-1862)



  5. Registriert seit
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    AW: Grauer Star OP

    Zur Zeit habe ich, bedingt durch grauen Star auf beiden Augen, auf einem Auge eine gute Fernsicht, das andere Auge hat mittlerweile seine Schärfe bei Lesedistanz (Pupille hat sich durch den GS verdickt = stärkere Brechung).
    Das finde ich ungemein praktisch, brauche ich doch nun weder eine Fern- noch eine Lesebrille. Der Augenarzt sagte, genau so könnten bei der OP auch die neuen Linsen ausgelegt werden. Werde ich wohl so machen lassen. Habe z.Z. aber noch 80%, hat also noch etwas Zeit mit der OP.

  6. Avatar von Cheerful
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    AW: Grauer Star OP

    ich habe vor ca zwei Jahren an einer Studie mit bifokalen Kontaktlinsen teilgenommen. Die wurde bei mir an der Uni durchgefuehrt und fuer mich hiess das quasi, beste Qualitatetskontaktlinsen umsonst.

    Ich trage Kontaktlinsen seit ich 13 bin, also schon ein paar Tage, ich hatte nie, nie Probleme auch nicht in staubigsten Laendern in denen schon Leute ohne Sehhilfe Probleme mot trockenen Augen haben. Ich trage ausserdem mit Begeisterung Gleitsichtbrille, bindaran also eigentlich auch gewohnt.

    Und es ging GAR nicht mit diesen Linsen. Unschaerfe, schwarze Punkte, etc, ich konnte ohne die Linsen wesentlich besser sehen als mit. Die Frau, die fuer die Studie verantwortlich war, sagte mir dann irgendwann, ein Teil der Menschen kommt klar, andere hassen diese Linsen, und sie koennen nicht rauskriegen warum und woran es liegt.

    Ich wuerde, evor ich mir Linsen operativ einsetzen lasse, sehr genau nachfragen wie es damit aussieht....
    No one ever made a difference by being like everybody else. (P.T. Barnum / Greatest Showman)


  7. Registriert seit
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    AW: Grauer Star OP

    Hallo Annalisa, ich habe mir vor ein paar Monaten Multifokale Linsen, besser gesagt tri-fokale Linsen einsetzen lassen. Meine Sicht war auf beiden Augen unter 75% und da zahlt die gesetztliche Kasse. Denn mit der Sicht darf ich ja auch kein Auto mehr fahren.
    Mein Arzt wollte unbedingt, dass ich monofokale Linsen nehme und dann mit Gleitsichtbrille agiere. Ich hatte bis zum Grauen Star immer eine perfekte Sicht und nie eine Brille. Deshalb habe ich online viel gelesen und inbesondere die Erfahrungsberichte von jungen Patienten mit Linsentausch. Ich bin Anfang 40 und damit nicht der typische Patient für Grauen Star. Außerdem ging meine Sicht innerhalb von Monaten um deutliche Prozente runter....
    Glücklichweise konnte ich persönlich mit jemandem sprechen, der auch einen Linsentausch hat machen lassen - weil er brillenfrei sein wollte.
    Bitte nicht Kontaktlinsen mit den implantierten Linsen vergleichen - das ist vom physischen Aufbau anders und muss doch dann im Seheindruck etwas anderes sein; bei den Kontaktlinsen ist die körpereigene Linse noch da. Bei der Operation wegen Grauem Star wird die körpereigene Linse entnommen durch eine kleine Öffnung und eine künstliche Linse eingeführt.
    Es gibt unterschiedliche Linsensysteme: Monofokale (kenne zwei Personen die das haben machen lassen; eine zufrieden mit der Gleitsichtbrille für Mittel- und Fern; Lesen scharf. Die zweite unzufrieden dann eine Gleitsichtbrille nicht funktioniert und die Mitte ohne Brille scharf ist, also zwei Brillen, Nähe/Lesebrille und eine für die Weite.)

    So zur OP: Wurde unter einer leichten Komplett Betäubung gemacht. So dass ich nicht bei bewusstsein war. Sehr gut für den nervösen Patienten wie mich, der Angst vor der OP an sich hatte.
    Ein Tag das eine Auge, am Morgen darauf den Verband ab und SUPER. So viel besser als vor der Op, leichtes Flimmern vom Licht, die Fernsicht wirklich sehr gut. Die Nähe auch in Ordnung. Die Mitte etwas schwieriger.
    Dann am Tag drauf das zweite Auge; dieses am Morgen danach dann wieder Verband ab und auch super, so wie beim ersten Auge.
    Kontrollen beim Arzt, Tropfen und Antibiotika zur Prophylaxe und nach eine Woche eine Kontrolle und nach einem Monat eine Kontrolle. Bei der Monatskontrolle: 100% auf die Ferne, und beim Test zum Lesen, die kleinste Schrift kein Problem mehr. Am PC lesen immer noch etwas schwer. Leichte Unschärfe und mit dem Kontrast manchmal schwierig.
    Die Mittlere Entfernung ist mit der Gewöhnung immer besser geworden und jetzt bin ich auch am PC sehr zufrieden mit der Sehleistung.
    Die Linsen, die ich vom Arzt empfohlen bekommen habe wurden nach meinen Bedürfnissen ausgesucht: es wurde genau abgefragt was mir wichtig ist, wo und wie ich arbeite, wo könnte ich Abstriche machen. Mir wurde im Beratungsgespräch ein Sehtest Ergebnis von ca. 94% in Aussicht gestellt. Ich denke ich bin so gut wie bei 100% (ich kann es ja vergleichen weil der Graue Star so schnell war und ich vorher keine Brille gebraucht habe.).
    Eine der Linsen gleicht sogar die leichte Hornhautkrümmung aus, die ich habe. Für die hatte ich nie eine Brille gebraucht, aber auch das hat der Arzt berücksichtigen können.
    Der sogenannte "Halo" Effekt, der hier auch schon erwähnt wurde - nicht so dramatisch wie einige das darstellen.
    Ja, man sieht es. Ja, es sind kleine Ringe in dem Helligkeitsbereich um eine Lichtquelle herum zu sehen. Ja, ich sehe die Spiegelung der Linsenringe in meiner Sonnenbrille - allerdings habe ich eine nicht entspiegelte, ganz günstige. Ja, im Dunkeln sieht man diese Ringe mehr als im Hellen. ABER, das ist nicht größer als vorher ein Lichthof auch schon war, nur ohne die dunklen Ringe und im Vergleich zum Sehen mit Grauem Star: das kann ich vernachlässigen. Mich stört es nicht. Anfangs seltsam, weil es daran erinnert eine künstliche Linse im Auge zu haben. Nur das ist wirklich nicht dramatisch für mich.
    Vorteile für mich: kein Hantieren mit Brillen; kein komme ich mit der Gleitsichtbrille zurecht (ich kenne zwei Personen denen davon schwindelig wird) kein den ganzen Kopf bewegen, wenn ich auch nur zur Seite schauen könnte, kein wie Schminke ich ich, ich sehe meine Wimpern ohne Brille nicht scharf.
    Was ich alles gut kann: Faden einfädeln beim Nähen, was ich nicht gut kann Splitter(chen) ziehen das ist dann zu fein.
    Was fehlt noch als Info? Ich war, weil meine Augen von den Medikamenten trocken geworden sind, insgesamt 10 Tage krank geschrieben.
    Hätte ich die Monofokalen Linsen über die gesetztliche Krankenkasse genommen, wäre es auf ca. 6 Wochen rausgelaufen. Erst ein Auge, warten Wochenlang, dann das zweite Auge, warten dann Brille anpassen, auf die Gleitsichtbrille warten. So habe ich das relativ schnell erledigen können, was ein Argument ist, berufstätig und mit kleinen Kindern.

    Ich empfehle: beim Experten beraten lassen. Nicht beim niedergelassenen Augenarzt, der hört nur die unzufriedenen Patienten; sondern bei dem der operiert, sich regelmässig fortbildet und Erfahrung vorweisen kann.
    Bei der Klinik mit Kassenzulassung hätte ich ca. 3.000 - 4.000 Euro für Multifokale Linsen und OP bezahlt, bei der Privatklinik kam es auf ca. 6.000 Euro raus.
    Rechne ich das in Gleitsichtbrillen um: ca. 10 Gleitsichtbrillen.
    Viel Glück bei der OP und der Informationssuche - ich kann die Tri-fokalen Linsen nur empfehlen, aber welche Prioritäten Du setzt, das weißt nur Du.


  8. Registriert seit
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    AW: Grauer Star OP

    Hallo, ich habe auf Annalisas Post schon geantwortet, möchte Dir aber auch aus meiner Erfahrung mit dem Linsentausch (wegen Grauem Star) meine Empfehlung geben: Multifokale oder evtl. noch besser Tri-fokale Linsen. Gibt es dann auch torisch für eine Korrektur von Hornhautverkrümmung.
    Sofort am Tag nach der Op: Verband weg und ein Ergebnis in der Sicht, dass alles alltägliche (PC erstmal ausgenommen) ohne Brille erledigt werden konnte. Die mittlere Entfernung am Computer wurde dann immer besser; nach 10 Tagen konnte ich aber arbeiten ohne große Probleme. Eine gewisse Eingewöhnung war nötig, ging aber relativ schnell. Ich kann also das Multifokale nur empfehlen, dann kommen von beiden Augen die gleichen Signale. Mit unterschiedlichen Signalen je Auge hätte ich z.B. ein Problem gehabt, da ein Auge bei mir sehr dominant ist und auf allen Entfernungen einen ticken besser sieht als das andere Auge. (In der Kombi passt es sehr gut.) Viel Erfolg auch Dir bei der OP.

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