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    Migräne mit Aura - danach tagelang "ömm"

    Hallo zusammen,

    evtl. finde ich hier ja eine Leidensgenossin/einen Leidensgenossen, der mir von seinen Erfahrungen berichten kann. Ich schreib jetzt nicht einen ellenlangen Bericht, sondern fasse alles etwas zusammen.

    Im April hatte ich zum ersten Mal in meinem Leben (mittlerweile 47 Jahre alt) Migräne mit Aura. Diese äußerte sich wie folgt: zuerst das Gefühl, dass das Augenlid rechts "hängt" (ich fühlte mich wie Karl Dall) - was aber nur ein Empfinden war - und hatte irgendwie Schlieren im Auge, so als wenn frau sich aus Versehen ein bisschen Wimperntusche ins Auge schmiert... das passierte morgens auf dem Weg zur Arbeit im Auto. Vom Parkplatz meiner Firma bis zum Büro hatte ich dann das Gefühl, dass ich irgendwie "komisch" laufe, ich kam mir vor wie ein Holzmännchen und lief sehr unbeholfen. Als nächstes hatte ich einen Stift in der rechten Hand und dachte, er fühle sich anders an als sonst. Ich konnte nicht schreiben, bzw. nur sehr bemüht und die Schrift war anders als sonst. Ich dachte bis zu dem Zeitpunkt nur, ich hätte Kreislaufprobleme. Da konnte ich allerdings schon wieder normal gucken und wieder vernünftig laufen.

    Ich hab dann Feierabend gemacht, weil ich dachte, es wäre ein doofer Tag und hab mich zuhause hingelegt. Mittags bin ich dann wach geworden und habe mit meinem Freund telefoniert und er sagte: wie sprichst du denn? Ich merkte selbst, wie sehr ich mich anstrengen musste zu reden und bin seinem Rat gefolgt, und wollte zum Arzt gehen. Als ich dort anrief zwecks Termin und meine Symptome schilderte (inklusive: ich fühle mich etwas benommen, als wenn ich mich selbst sehe), schickten die mich umgehend ins Krankenhaus.

    Also, nachdem ich dann 3 h in der Notaufnahme auf den Kopf gestellt worden war und ein CT vom Kopf ergab, dass es keine Hirnblutung ist, wurde ich mit Verdacht auf TIA (transitorische ischämische Attacke/Minischlaganfall) dort behalten. In den nächsten Tagen hat man mich dann auf jede erdenkliche Art und Weise untersucht, denn irgendeine Ursache musste das alles ja haben. Ergebnis: ich war damals kerngesund. Alles o.k., keine Werte irgendwie auffällig, kein Schlaganfall... Der Arzt vermutete dann: Migräne mit Aura. Diese Aura ist es, die die neurologischen Ausfälle auslöst, in den meisten Fällen wohl allerdings in erster Linie mit den Augenproblemen.

    Mit dieser Diagnose wurde ich dann nach 4 Tagen im KH entlassen. Während meines Aufenthalts dort ging es mir gut, außer - und das hatte ich schon am gleichen Abend, als ich noch in der Notaufnahme war - einer totalen absoluten körperlichen Erschöpfung. So müde habe ich mich noch nie im Leben gefühlt. Am nächsten Tag nach diesen ganzen "Ausfällen" bekam ich Kopfschmerzen, allerdings nur leichte, nur eher so einen Druck im Kopf.

    Nachdem ich aus dem KH entlassen war, war ich noch eine Woche krank geschrieben, ich war nach wie vor unendlich müde und fühlte mich etwas benommen. Die Ärzte erklärten es auch damit, dass ich ja nun auch
    noch einen 'leichten Schock' erlitten hatte, dass ich das auch erst mal mental verarbeiten müsse, mit dem Verdacht auf Schlaganfall im KH zu landen. Ist ja auch echt ein dickes Ding... :(

    Die Prognose lautete eben wie gesagt diese Migräne, die noch mal auftreten könnnnnte, aber nicht müsste.
    Ich habe es irgendwie geschafft, mich nicht verrückt zu machen, sonst hätte ich nie wieder jeden Tag 30 km mit dem Auto zur Arbeit fahren können, und habe mein Leben wieder aufgenommen.

    Bis Sonntag. Da kam sie wieder. Ich stand in der Küche, einen Teller mit Essen in der Hand und wollte gerade ins Wohnzimmer gehen, als ich merkte, irgendwas ist anders - ich bin tonnenschwer, kann mich nicht bewegen und fühle mich dumpf. Ich hab es fast torkelnd ins Wohnzimmer geschafft und mich erst mal auf die Couch gelegt. Als ich lag, dachte ich, mir würde jemand mein Gehirn umrühren. Ekelhaft. Sprechen war auch wieder etwas schwerfällig. Nach ein paar Minuten hörte dieser "Schwindel" auf - ich bin aufgestanden, hab mich an den Tisch gesetzt und gegessen. Und dann kam dieses Drehen im Gehirn wieder. Diesmal hat mein Freund mich zum Sofa begleitet, ich hätte es alleine nicht geschafft. Da bin ich dann erst mal liegen geblieben - mit der Sorge und der Frage - ist DAS JETZT ein Schlaganfall oder wieder diese dämliche Migräne??? Muss ich in s Krankenhaus fahren oder ist das blinder Alarm? Das ganze hab ich zwei Stunden beobachtet, diese Schwindelgeschichte wiederholte sich dann nach einer Stunde noch mal und dann war ich wieder die Alte. Aber: todmüde!!!! Unsäglich müde.

    Am nächsten Tag bin ich zu meinem Arzt gefahren, der hat mich für 2 Tage krankgeschrieben. Er hat mir Sumatriptan aufgeschrieben, die ich beim nächsten Mal (Gott bewahre!!! ) nehmen soll. Ich komme aber nicht in den Tritt. War heute noch mal dort, den Rest der Woche hab ich jetzt auch eine AU. Ich habe noch immer ab und an das Gefühl, ich wäre wackelig auf den Beinen, als wenn mich jemand schubsen würde und ich würde ins Torkeln geraten, total blöd. Müde bin ich auch noch, richtig körperlich erschöpft. Ich stehe morgens auf und wenn meine Tochter in der Schule ist, penne ich wieder 4 h. Und gehe abends früh ins Bett.

    Jetzt: kennt jemand diese Migräne mit Aura??? Falls ja, habt ihr das auch so lange??? Dass es euch so lange von den Füßen holt? Ich meine, wenn das nur zwei mal im Jahr vorkommt, ist es noch immer unangenehm genug und wirklich beängstigend, und wenn ich dann ein bis zwei Wochen ausfalle auch noch nicht so schlimm, aber wenn es jetzt öfter vorkommt? Ein Alptraum...

    Mein Arzt meinte eben, das sei ungewöhnlich, dass das so lange dauert, Migräne dauere bis zu 3 Tagen... Er hat mir geraten, es jetzt mal mit dem Sumatriptan zu probieren, aber die haben solche Nebenwirkungen, dass ich sie nicht nehmen möchte, wenn ich alleine bin. Wenn das nicht besser wird, müsse ich mal zum Neurologen. Bei dem hab ich eh einen Termin - im Dezember... Bis dahin muss ich ja auf jeden Fall wieder arbeiten... aber ich bin einfach nicht ich selbst...

    Kennt ihr das? Zu Hülf...

    Viele Grüße
    MissPim
    Geändert von MissPim (10.11.2016 um 22:13 Uhr)
    Jedes Abenteuer ist nur eine Entscheidung von Dir entfernt.

    Lisz Hirn

  2. Inaktiver User

    AW: Migräne mit Aura - danach tagelang "ömm"

    ja, hallo. kenn ich, hab ich seit ich 15 bin- so etwa 10 mal durchschnittlich im Monat....

    was soll ich dazu sagen.....schöner Mist.....

    DU wirst lernen, damit umzugehen... ganz sicher, und Sumatriptan ist nicht das Schlechteste...



    seit ich zuckerfrei und fast ohne Kohlenhydrate leben., gehts mir deutlich besser und 40 Jahre Martyrium hätte ich mir sparen können, wenn ich das früher gewusst hätte.

    Allles Gute Dir!!
    Hattest Du irgendeine Lebensumstellung?

    Neurologe ist auf jeden Fall empfehlenswert!

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    AW: Migräne mit Aura - danach tagelang "ömm"

    Hallo Monika,

    danke für die Antwort.

    Bist du danach denn auch immer so tagelang kaputt??? 10 x im Monat schmeißt mich ja jetzt ganz schön aus der Bahn... das ist ja grauenhaft... Hast du auch immer so massive neurologische Ausfälle?

    Das mit dem Zucker und den Kohlenhydraten muss ich vielleicht mal ausprobieren...

    Ja, es gibt eine Lebensumstellung. Im April war es meiner Meinung nach einfach Stress und viele Termine und totale Überlastung, die das ausgelöst hat - glaube ich einfach mal. Momentan habe ich riesigen emotionalen Stress - mein Partner und ich trennen uns gerade und es ist anstrengend, erst recht, weil unsere Tochter seeehr unter der Situation leidet und ich 24/7 für sie als Ansprechpartner, Berater, Mutspender, Tröster und Zuhörer da sein muss (und irgendwie auch will...) Alles etwas ätzend gerade!!!!!! :(
    Jedes Abenteuer ist nur eine Entscheidung von Dir entfernt.

    Lisz Hirn

  4. Inaktiver User

    AW: Migräne mit Aura - danach tagelang "ömm"

    Hallo, ich habe das auch, aber schon viele Jahrzehnte und lange nicht so schlimm.
    In Facebook gibt es eine Migräne Gruppe, da war ich eine Zeitlang mal drin. Die Admins kennen sich richtig gut aus, gerade auch mit Triptanen. Da waren reihenweise schwere Fälle wie deiner, deshalb bin ich wieder raus.

    Triptane hab ich nie genommen, weil auf dem Beipackzettel stand, daß sie nach den Wechseljahren nicht genommen werden dürfen. Das war mir zu heikel. Ansonsten sind sie sehr hilfreich, es gibt aber eine Besonderheit bei Migräne mit Aura.

    Am besten informierst du dich nochmal darüber.

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    AW: Migräne mit Aura - danach tagelang "ömm"

    Hallo Hair,
    vielen Dank für die Info. Ich bin nicht bei Facebook, aber sicher finde ich im Internet noch irgendwelche Gruppen, die sich austauschen.
    Nach der ersten Geschichte im April hab ich das erst mal kategorisch abgelehnt, mich damit zu befassen, ich bin einfach mal davon ausgegangen, dass es nicht noch mal vorkommt. Gepfiffen...

    LG
    MissPim
    Jedes Abenteuer ist nur eine Entscheidung von Dir entfernt.

    Lisz Hirn

  6. Inaktiver User

    AW: Migräne mit Aura - danach tagelang "ömm"

    Ich habe auch Migräne mit Aura. Bei mir sind es "nur" sehr starke Sehstörungen. Es fängt an mit dem Gefühl ich habe Schlieren auf dem Auge, dann wird es eine Sichelförmige hell blitzende Form die immer größer wird, bis ich nichts mehr fokusieren kann. Das schleicht sich dann nach ca. 30 Minuten zum Augenrand aus. Danach setzten die Kopfschmerzen ein. Ich habe eine Weile Maxalt genommen, aber die Nebenwirkungen waren bei mir sehr stark. Den Schwindel habe ich ohne Maxalt nicht. Deshalb helfe ich mir mit starken Kopfschmerzmitteln...

  7. Inaktiver User

    AW: Migräne mit Aura - danach tagelang "ömm"

    So ist es bei mir auch hoka. So alle ein bis zwei Monate. Manchmal aber auch alle zwei Tage, oder zwei bis drei Tage lang.
    Gerne wenn der Stress nachläßt. WE oder Urlaub.

  8. User Info Menu

    AW: Migräne mit Aura - danach tagelang "ömm"

    Habt ihr denn dann auch so lange Nachwirkungen, fühlt ihr euch auch noch Tage später so müde und kaputt und habt Kopfschmerzen?

    Oder liegt das bei mir echt daran, dass ich gleich so viele Symptome habe??? Boah, da hab ich ja Bock druff....
    Geändert von MissPim (10.11.2016 um 22:25 Uhr)
    Jedes Abenteuer ist nur eine Entscheidung von Dir entfernt.

    Lisz Hirn

  9. User Info Menu

    AW: Migräne mit Aura - danach tagelang "ömm"

    Ich kenne auch Aura-Migräne. Es fängt an zu flimmern, wandert dann durchs Sichtfeld und wieder hinaus, nach 15 Minuten ist alles vorbei. Beim ersten Mal hat das echt Angst gemacht, weil ich ein paar Minuten nicht wusste, ob das wieder geht oder bleibt. Seither hab ich das im Schnitt einmal im Jahr. Es macht mir keine Angst, weil es ja wieder geht, ich mach dann halt ein paar Minuten nichts. Auslöser ist bei mir starker Stress. Ein bisschen kaputt kann ich sein, muss es aber nicht. Kopfweh hab ich glücklicherweise keines. Das hatte ich ohne Aura als Kind.

    Da ich keine weiteren Symptome hab, ist es irgendwie sogar ein bisschen lustig, wenn du deine Hand anschaust, und da fehlt ein Finger, von dem du genau weiß, dass der da ist.

    Wichtig ist, dass du dir bewusst machst, dass es wieder geht. Unangenehm, aber vorübergehend. Und schau nach dem Auslöser, klingt bei dir auch nach Stress. Sie es als ein Hinweis, mit dem Stress anders umzugehen. Es ist ne gelbe Karte.

  10. Inaktiver User

    AW: Migräne mit Aura - danach tagelang "ömm"

    Liebe MissPim, Du arme,

    da meld ich mich auch mal: Bin eigentlich GAR kein Kopfschmerztyp, hatte vor 3 Jahren (auch mit 47!) zum ersten Mal Migäneaura ohne Kopfweh. Es begann mit dem von hoka so gut beschriebenen Flimmerskotom.
    Es war während der Arbeit und ich dachte auch erst "Was, wenn DAS bleibt!?" und dachte im 2. Moment an einen Schlaganfall.
    Dr. Google zeigte mir dann von Betroffenen gemalte Bilder dieser bizarren Erscheinungen, die 100% meinen entsprachen, da beruhigte mich dann.
    Bin aber trotzdem zum Arzt, wurde neurologisch mit EEG untersucht: alles ok.

    Das Ganze habe ich immer mal wieder - besonders bei Stress!

    Vorletzte Woche hatte ich es ohne Skotom, aber mit Schwindel, der mich "nach rechts" zog, als ich aus der Ubahn stieg und ich kam nur schwer nach Hause. Vor dem Haus wollte eine Nachbarin kurz plaudern, aber ich konnte nur merkwürdig schwer und schleppend sprechen. Da bekam ich doch Fracksausen....
    Danach vollkommen hinüber und nur noch ins Bett gewankt.
    Wurde dann vom Arzt zum MRT geschickt: Kein Schlaganfall. Laut Ärzten wieder Diagnose "Migraine-sans-Migraine".

    Ich denke wie Quirin: Gelbe Karte!

    Was mich beruhigt: Es ist nervig, aber GsD nicht gefährlich....

    Gute Besserung!!!

    GruenePapaya

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