Guten Morgen,
ich habe seit ca. 1,5 Jahren Schmerzen in der rechten Schulter bei Bewegungen über Kopf etc. (latent in schwächerer Form auch in der linken Schulter). Durch Internet-Recherche weiß ich, dass es sich dabei wohl um ein Impingement Syndrome handelt, was mir auch der Hausarzt bestätigt hat. Da sich aber die Schmerzen zunächst in Grenzen hielten und ich auch einige andere gesundheitliche Baustellen habe, hatte ich es zunächst versucht zu ignorieren.
Vor drei Wochen bekam ich dann extreme Schmerzen in der rechten Schulter, auch in Ruhestellung und nachts. Ich ging zunächst zum Hausarzt und danach zum Orthopäden. An Untersuchungen wurden gemacht: Abtasten und Testen der Beweglichkeit sowie ein Ultraschall, Diagnose: Schleimbeutelentzündung rechts (angeblich keine Verkalkungen, kann man das wirklich mit Ultraschall beurteilen?)
Behandlung bisher war: Diclofenac hochdosiert für zwei Wochen sowie zwei Spritzen mit Cortison und einem schmerzstillenden Mittel. Außerdem Rezept für sechs Mal Physiotherapie, hatte bisher einen Termin beim Physiotherapeuten (der nächste Termin ist erst nächste Woche).
Nachdem die Schmerzen zunächst ein wenig besser wurden, haben sie sich in den letzten Tagen wieder verschlimmert und ich überlege, am Mittwoch nochmal zum Orthopäden zu gehen. Die Beweglichkeit der Schulter scheint sich momentan auch weiter zu verringern. (Dazu muss ich erwähnen, dass ich seit einigen Monaten massiv belastet bin, meine Mutter ist nach längerer schwerer Krankheit nun gestorben und mein Vater ist zusammengebrochen und braucht auf unabsehbare Zeit Hilfe. Nach jedem Kontakt bzw. Besuch spüre ich, wie sich Nacken, Schultern und Rücken total verkrampfen und schmerzen, deshalb denke ich, dass das Ganze zum Teil auch stressbedingt ist).
Ich benötige in meinen beiden Berufen meine Arme intensiv, abgesehen von den familiären Verpflichtungen, vom Sport und Haushalt, und auf Dauer könnte ich so nicht gut weiterhin arbeiten.
In der BriCom gibt es auch einige Stränge zum Thema Schulter, aber nachdem ich sie gelesen habe, bin ich eher verwirrt wegen der verschiedenen Meinungen und Verläufe.
Daher möchte ich selber auch hier einmal fragen:
Ist die bisherige Diagnostik so ausreichend, oder sollte ich lieber auf einem Röntgenbild oder einem MRT bestehen?
Wie viele Spritzen kann man sich insgesamt geben lassen bzw. sind sinnvoll?
Wäre evtl. eine OP sinnvoll?
Viele Grüße
Harfe
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Thema: Heftige Schulterprobleme
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29.02.2016, 10:21
Heftige Schulterprobleme
Wenn Du es eilig hast, gehe langsam!
Die wahre Achterbahn findet im Herzen statt!
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29.02.2016, 10:40Inaktiver User
AW: Heftige Schulterprobleme
Das ist das Problem. Du kannst nicht von ausgehen, einfach so weiter zu machen, denn die entzündeten Stellen benötigen Ruhe damit keine weiteren Reizungen erfolgen und die Entzündung abklingen kann. Moderate Bewegung unter Anleitung eines Physiotherapeuten ist auf jeden Fall sinnvoll. Aber diese Bewegung hat nichts mit der Alltagsbelastung zu tun.
All die Spritzen und Medis helfen nicht wirklich, wenn du dich nicht darauf einläßt die Schulter zu schonen.
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29.02.2016, 10:50
AW: Heftige Schulterprobleme
Hallo, Bittersweet,
danke für Deine Antwort.
In meinem ersten Beruf bin ich derzeit beurlaubt wegen der familiären Probleme, und in meinem anderen Beruf mache ich momentan nur das Allernötigste, ebenso wie im Haushalt (wir haben vor kurzem eine Putzhilfe engagiert, die das Gröbste erledigt). Ich mache momentan nur die allernötigsten Bewegungen.
Im Vergleich mit meinem "normalen" Tagesablauf bin ich seit ein paar Wochen im "Schonmodus", allerdings scheint das nicht wirklich zu helfen...Am belastendsten waren und sind die Besuche bei meiner Mutter im KH und seit ihrem Tod bei meinem Vater (wobei ich da meine Schulter auch versuche nicht zu belasten). Ich habe mit dem Auto pro Besuch jeweils insgesamt ca. 3 - 4 Std. Fahrt und bin jetzt seit einer Woche nicht mehr hingefahren...
Von daher bin ich im Moment irgendwie ratlos...meinst Du, ich müsste die Schulter komplett stilllegen? Ich dachte, dass sie leicht ganz steif werden kann, wenn man sie gar nicht mehr bewegt...Wenn Du es eilig hast, gehe langsam!
Die wahre Achterbahn findet im Herzen statt!
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03.03.2016, 16:38
AW: Heftige Schulterprobleme
Habe auch Schulter Arm Syndrom. Mir hat die Schulterhilfe geholfen, nach einer Woche Training deutliche Besserung, nach 2 Wochen waren die Schmerzen weg. Muskelaufbau in der besagten Region ist wichtig, eine OP bei regelmässiger und richtiger Durchführung meist nicht nötig. Seit Wochen sind meine Schmerzen komplett weg, so dass ich derzeit pausiere. Sobald die Schmerzen zurück kommen, mache ich wieder meine Übungen. Ich finde das Teil genial und habe es sowohl vom Orthopäden, als auch vom Physiotherapeuten empfohlen bekommen.
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03.03.2016, 16:47
AW: Heftige Schulterprobleme
Ich hatte das auch mal sehr extrem, sehr unangehem. Konnte den Arm kaum noch bewegen. Eine richtige Entzündung hervorgerufen durch einen sehr großen und kräftigen Hund, der immer wie wild an der Leine zog.
Wir haben zuhause Fitnessgeräte und ich konnte feststellen, wenn ich den Arm trainiere und entsprechende Dehnübungen über den Schulter und Nackenbereich mache und zwar so richtig in den Schmerz hinein, lässt der Schmerz anschließend nach. Nach einem 3/4 Jahr ca. war es auskuriert. Ich benötigte keine Medikamente.
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03.03.2016, 19:12Inaktiver User
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03.03.2016, 19:14
AW: Heftige Schulterprobleme
Hallo, MaryB,
vielen dank für den Tip! Ich habe eben nach "Schulterhilfe" gegoogelt und mir ein paar Seiten ausgedruckt. Morgen habe ich zum Glück endlich wieder einen Termin für Physiotherapie und werde einmal fragen, ob dies für mich sinnvoll ist.
Hallo, Frau Dorothea,
danke für Deine Antwort.
Normalerweise gehe ich in's Fitnessstudio, muss allerdings sehr vorsichtig sein und z.B. keine Überkopf-Bewegungen trainieren. In der Vergangenheit waren die Schmerzen öfter hinterher stärker als vorher, vermutlich wenn ich bei bestimmten Bewegungen nicht den korrekten Bewegungsablauf ausgeführt habe oder mit angespannten Schultern und Nacken trainiert habe bzw. in den Schmerz hinein trainiert habe. Mein Physiotherapeut sagt dazu, wenn sowieso schon so viel "schlechte Spannung" vorhanden ist, wäre es nicht gut, dann oben drauf noch zu trainieren und weitere Spannung zu erzeugen...
In den letzten Wochen, seit meine Schulter so akut entzündet ist, habe ich komplett pausiert. Im Moment, wo der Schleimbeutel und die Bizepssehne akut entzündet sind, sind die Schmerzen sowieso zu stark, und neben der entzündeten Schulter ist auch mein chronischer Tennisarm (Epicondylitis humeri radialis) wieder schlimmer geworden. (Natürlich möchte ich, wenn es irgendwann wieder besser ist, sehr gerne wieder trainieren, denn die Bewegung fehlt mir sehr.)
Mir ist bewusst geworden, dass ich im "Alltag" eigentlich ständig die Schultern anspanne, und ich versuche jetzt, möglichst dafür achtsam zu sein und wenn es mir bewusst wird, loszulassen. Auch versuche ich, zu meditieren und dabei beim Ausatmen die Schultern fallen zu lassen. Vielleicht ist das ja ein Weg, der mir helfen wird...Wenn Du es eilig hast, gehe langsam!
Die wahre Achterbahn findet im Herzen statt!
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03.03.2016, 19:23
AW: Heftige Schulterprobleme
Hallo, Simpleness,
ich habe noch drei Geschwister, die aber alle sehr weit weg wohnen und daher nur phasenweise für ein paar Tage kommen können. Immerhin ist mein Vater nun auf eigenen Wunsch zur Probe in ein Seniorenheim übergesiedelt, und in drei Wochen wird er dort umziehen in ein anderes Appartment, dass erst noch möbliert werden muss usw. Er ist eigentlich für sein Alter noch ziemlich gesund, aber hat heftige psychische Probleme, die bisher meine Mutter aufgefangen hatte, und ohne sie kommt er nicht zurecht und hat auch keinen Willen mehr, irgend etwas zu tun.
Das Schlimme ist, dass meine Herkunftsfamilie eine sehr dysfunktionale Familie ist (ist eine sehr lange Geschichte) und dass mich jeder Kontakt mit meinem Vater und meinen Geschwistern total aufwühlt und wütend macht, dies ist seit dem Tod meiner Mutter alles wieder total am Brodeln.
Dabei fühle ich mich moralisch verpflichtet mich zu kümmern...und diese Zwiespältigkeit schlägt sich leider in den Schultern, im Magen und im Kopf nieder. Eigentlich hilft nur, möglichst Abstand zu halten, was mir aber nicht so einfach möglich ist...
Trotz allem finde ich es faszinierend, welche Auswirkungen die Seele auf den Körper hat!Wenn Du es eilig hast, gehe langsam!
Die wahre Achterbahn findet im Herzen statt!
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03.03.2016, 19:50Inaktiver User
AW: Heftige Schulterprobleme
Das kann ich gut verstehen. Du bist da in einer echten Zwickmühle. Ich dachte bei der Schilderung Deiner Symptome auch sofort an Wut. Mit einer beweglichen Schulter kann man beispielweise "die Ellenbogen ausfahren", sich Platz/Raum schaffen, sich abgrenzen. Dieser gesunde Impuls scheint durch den Konflikt tatsächlich "eingefroren" zu sein. Du kannst es Dir nicht erlauben.
Das ist schon mal gut. Gestehe Dir diese Wut aber auch zu, ohne Dich dafür zu verurteilen. Hinter der Wut steckt immer emotionaler Schmerz - auch den lasse, wenn Du kannst, zu. Momentan lebst Du diesen Schmerz über den Körper aus bzw. er drückt sich so aus, weil er anderes kein Ventil findet.Mir ist bewusst geworden, dass ich im "Alltag" eigentlich ständig die Schultern anspanne, und ich versuche jetzt, möglichst dafür achtsam zu sein und wenn es mir bewusst wird, loszulassen. Auch versuche ich, zu meditieren und dabei beim Ausatmen die Schultern fallen zu lassen. Vielleicht ist das ja ein Weg, der mir helfen wird...
Ich hoffe die Situation beruhigt sich wieder, wenn Dein Vater im Heim soweit versorgt ist. Wenn nicht, dann mach nochmal einen Thread im Persönlichkeitsforum auf. Vielleicht hilft es Dir dort über Deine Familiensituation zu schreiben.
Alles Gute
Simpleness
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04.03.2016, 08:02
AW: Heftige Schulterprobleme
Liebe Simpleness,
das ist sehr interessant, was Du schreibst, und ich denke, Du hast es genau getroffen
Ich hatte auch schon überlegt, eventuell im Forum "reine Familiensache" einen Strang aufzumachen, aber bin nicht sicher, ob mir das wirklich gut tun würde - jedenfalls lese ich in letzter Zeit öfter in verschiedenen Strängen dort mit und habe schon einiges Interessante dort gefunden.
Liebe Grüße
HarfeWenn Du es eilig hast, gehe langsam!
Die wahre Achterbahn findet im Herzen statt!


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