+ Antworten
Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 28

  1. Registriert seit
    24.05.2006
    Beiträge
    7

    wann hören die nebenwirkungen nach absetzen auf? (xarelto, bisoprolol)

    liebe alle,

    es würde mir sehr helfen von menschen zu lesen, die vielleicht vergleichbare erfahrungen gemacht haben. ich versuche, mich mit der vorgeschichte kurz zu fassen und beantworte nachfragen gerne. also:

    ich, w, anfang 40, BMI 27, bekam im letzten jahr eine thrombose und quasi zeitgleich eine lungenembolie grad III. mit cor pulmonale. nach nur drei tagen krankenhaus wurde ich mit xarelto und kompressionstrümpfen entlassen - es ging mir gut. zwei wochen später kam es zyklusbedingt aufgrund der kombi xarelto - uterusmyom zu tagelangen sturzblutungen. ergebnis: hysterektomie mit zunächst unerkannten inneren blutungen, daher dann im schock mit HB 5,3 zur not-op, transfusion usw.

    das war schlimm, aber ich habe mich glänzend erholt. der eisenwert erholte sich, die wundheilung lief super, gynäkologisch alles bestens und so konnte ich nach insgesamt 8 wochen ab embolie wieder arbeiten (arbeit ist für mich ressource).

    drei monate später ereilte mich dann beim autofahren eine hypertensive krise, also notarzt, für eine nacht ins krankenhaus und dann zum hausarzt. langzeitmessung war in ordnung, aber ich bekam regelmäßig neue blutdruckentgleisungen.

    und so wurde im letzten halben jahr viel probiert. xarelto lief durch als Medikation, bisoprolol in unterschiedlichen dosierungen, versuche mit preterax und ramipril habe ich abgebrochen wg. unverträglichkeit.

    mein ständiger begleiter: starke benommenheit, schwindel, missempfindungen in armen und beinen. daher habe ich in absprache mit dem arzt nun erst über wochen bisoprolol ausgeschlichen (bis vor zwei wochen), der blutdruck blieb im schnitt prima. schwindel blieb, also habe ich vor einer woche xarelto abgesetzt (und spritze nun clexane, das ist kein problem).

    der schwindel bleibt. es ist aber kein drehschwindel. beim yoga stehe ich minutenlang auf einem bein, beuge mich in alle richtungen usw. . mein nacken schmerzt nicht.

    der vollständigkeit halber: blutwerte in ordnung, schilddrüse auch, hormonspiegel auch, nebenniere ebenso. keine gerinnungsstörung. die thrombose verdanke ich wohl einer pillenumstellung.

    ich kann nicht mehr, auch wenn es jammrig klinkt. schleppe mich mitunter nur noch durch meine tage und traue mir nicht mehr als 40 km autofahrt zu, was auf dauer nicht praktikabel ist.

    zunächst hatte ich nach der ersten krise angst, aber ich bin immer wacker weiter auf die autobahn und fahre jetzt wie immer.

    ekligen stress habe ich weder beruflich noch privat. mich stresst nur der schwindel.

    wie lange brauche ich noch geduld um dann sagen zu können, die medikamente waren es wohl doch nicht?

    xarelto 20 mg über zehn monate, bisoprolol 5-7,5 mg über 8.

    ich bin für jede These und jeden input dankbar!

    herzlichen gruß in die runde und allen ein schönes wochenende!

  2. Moderation Avatar von Ravina
    Registriert seit
    19.02.2001
    Beiträge
    2.271

    AW: wann hören die nebenwirkungen nach absetzen auf? (xarelto, bisoprolol)

    Du hast ja wirklich eine Menge hinter dir.

    Das liest sich zwar alles erstmal recht harmlos, fast abgehakt, aber wenn man in dieser Situation steckt, ist es das nicht.
    Beim Autofahren in so eine Krise zu kommen, ist nicht auch gar nicht lustig. Da bleiben oft Panikattacken zurück,
    die äußern sich körperlich und können auch diese Beschwerden machen.
    Wegen dem Schwindel warst du beim HNO? Nur kurz das Gleichgewichtsorgan zu testen? Da gibt's auch Übungen, das entscheidet dann der Arzt mit dir.
    Das Blutverdünnungsmittel macht wohl als Nebenwirkung auch Schwindel, aber du hast es ja abgesetzt, dann müsstest du dich erholen.

    Hast du schon einmal darüber nachgedacht, dir professionelle Hilfe zu holen, damit die gesamten Erkrankungen, Operationen verarbeitet werden?

    Unverträglichkeiten bei Medikamenten gibt es immer. Aber auch da hast du schon einiges probiert.
    Ich kann deine Angst gut verstehen. Man will sich einfach einmal normal fühlen und seine Arbeit machen.

    ich wünsch dir alles Gute....und bleib tapfer
    Der Charakter eines Menschen läßt sich daran erkennen, wie er mit Leuten umgeht, die nichts für ihn tun können.


    DAS Leben malt ein Gemälde, nur ohne Radiergummi!
    Geändert von Ravina (15.06.2015 um 10:29 Uhr)


  3. Registriert seit
    24.05.2006
    Beiträge
    7

    AW: wann hören die nebenwirkungen nach absetzen auf? (xarelto, bisoprolol)

    Herzlichen Dank, dass Du Dir Zeit genommen hast, Ravina!
    Ich bin momentan auf Dienstreise mit ohne WLAN und miesem Netz. Daher werde ich erst Ende der Woche Deine Fragen beantworten, wollte aber wenigstens kurz zwischenpiepen.

    Psychologische Hilfe hatte ich keine, bin aber jederzeit willens die anzunehmen wenn sich die Hoffnung zerschlägt, dass nun nach Absetzen alles etwas besser wird. Panikattacken sind's nicht (wurden von mir in Betracht gezogen und durch Ärzte ausgeschlossen) aber natürlich verstärkt zu genaues Scannen auf Befindlichkeiten gerade Symptome wie Schwindel oder hohen Puls und beeinflussen auch den Blutdruck. Das merke ich zum Beispiel an Reisetagen.

    Vielleicht grenze ich meine Frage in die Runde mal auf das Absetzen von Betablockern (laaaangsam ausgeschlichen) an sich ein. Mein Blutdruck bleibt gefühlt ok, nur mein Puls ist sehr schnell geworden und der Schwindel eben noch da. Da ich weiß, wie Betablocker funktionieren, kann ich mir schon denken, dass mein veg. Nervensystem gerade reizüberflutet ist.

    Wer hat ebenfalls schon mal Betablocker ausgeschlichen, lief ne ganze Weile unrund und, wenn ja, wie lange.

    Ich bitte um Nachsicht, wenn ich mich erst in einigen Tagen wieder in Ruhe und komfortabler als mobil melden kann.

    Dir, Ravina, für heute erst mal einen schönen Abend!


  4. Registriert seit
    04.03.2011
    Beiträge
    1.639

    AW: wann hören die nebenwirkungen nach absetzen auf? (xarelto, bisoprolol)

    Darf ich fragen, wie alt Du Bist? Du schreibst zwar die Nebenniere wäre ok. Durch welche Tests wurde das genau festgestellt?
    Bei plötzlichen hypertensiven Bluthochdruckkrisen ist auch an ein Phäochromozytom zu denken. Leider ignorieren viele Ärzte diese Möglichkeit, die meisten Allgemeinmediziner sowieso.
    Die Anzeichen sind ähnlich einer Panikattacke, der Blutdruck steigt plötzlich stark an, Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit gesellen sich häufig dazu.
    Nach endokrinologischer Abklärung der Katecholamine und Metanephrine in Serum und Urin würde ich auch bei negativem Befund ein MRT der Nebennieren machen lassen.
    Am sinnvollsten wäre die Messung der Metanephrine und Katecholamine im akuten Anfall sprich bei der BD Krise.
    Ist ein Morbus Cushing ausgeschlossen worden (Dexamethason Hemmtest?)
    Beim Absetzen von Bisoprolol kann es vorübergehend zum Anstiegdes Blutdrucks und des Pulses kommen.
    Daher sollte das Medi nur langsam mit niedriger dosierten Dosen ausgeschlichen werden.
    Dass Deine Beschwerden Nebenwirkungen von Bisoprolol sind, glaube ich eher nicht.
    Ich würde noch mal einen Endokrinologen aufsuchen.

    Wiederholte BD Krisen sind immer und insbesondere bei jüngeren Leuten verdächtig auf Vorhandensein eines Phäochromzytoms.

    Auf die Psycho- Schiene würde ich erst aufspringen wenn alle möglichen organischen Ursachen ausgeschlossen sind.
    So einePsycho Diagnose ist für Ärzte immer bequem und kostengünstig und zu oft die Begründung kostspielige Untersuchungen hinaus zu zögern oder gar zu unterlassen.
    Allgemeinmediziner haben auch ein niedrigeres Budget, also Kardiologe und Endokrinologe aufsuchen.
    HNO Facharzt aufzusuchen ist auch sinnvoll.
    Ansonsten bleibt bei chronischem Schwindel und Empfindungsstörungen in den Extremitäten auch der Gang zum Neurologen sehr sinnvoll.

    Wurde bereits eine 24 h Langzeitbludruck Messung gemacht?
    Geändert von Elixia (16.06.2015 um 21:20 Uhr)


  5. Registriert seit
    04.03.2011
    Beiträge
    1.639

    AW: wann hören die nebenwirkungen nach absetzen auf? (xarelto, bisoprolol)

    Was ich nicht so ganz verstehe, Du schreibst von wiederholten BD Krisen und trotzdem wurde das Bisoprolol abgesetzt?
    Weil eine Langzeit Messung ok war?
    Hast Du ein Notfall Medi wie Adalat etc. für BD Krisen bekommen? Xarelto senkt ja nicht den BD ab. Und wichtig wäre eben die Ursache dafür zu ergründen.
    Eigentlich sind Betablocker auch zur BD Senkung nicht mehr state of the art, hat Dein Arzt mal an ein Sartan gedacht, wie z.B. Candesartan?
    Diese Medikamente wirken im allgemeinen sehr gut und werden auch gut vertragen.

    Betablocker haben Vorteile, vor allem bei Herzrhytmusstörungen, hattest Du solche?


  6. Registriert seit
    24.05.2006
    Beiträge
    7

    AW: wann hören die nebenwirkungen nach absetzen auf? (xarelto, bisoprolol)

    Guten Morgen,

    nun bin ich wieder online und möchte wie versprochen Eure Fragen beantworten.

    Elixia, ich bin Anfang 40. Nach der Embolie wurde im KHS direkt ein Tumorausschluss gemacht, ich war also in sämtlichen Röhren, und nach der BD-Krise wurde auch neben Langzeitmessung (125/80 im Schnitt) auch ein MRT der Nebenniere gemacht. Zudem Hormonspiegel bestimmt und Schilddrüse, inkl Sono der Schilddrüse. Zudem spricht eine gute Nachtabsenkung um Langzeit-RR laut meines Arztes gegen hormonaktive Nebennierentumore.

    Die Betablocker habe ich auf eigenen Wunsch ausgeschlichen. Nach der BD-Krise normalisierte sich der Blutdruck von selber und die Ausreißer danach (alle paar Wochen, weswegen ich u.a. auch eine Zyklusabhängigkeit in Betracht zog) waren nie mehr so schlimm. Der höchste von mir selber gemessene Ausreißer lag bei 170/110. Da ich den Schwindel als Nebenwirkung vermutete, wollte ich mich schlicht nicht jeden Tag krank fühlen für einen Ausreißer alle vier bis sechs Wochen. Während des vierwöchigen Ausschleichens hatte ich keine Blutdruckspitze und habe dreimal täglich selber gemessen. Mittelwert wie bei der Langzeitmessung.

    Mein Arzt hat direkt gesagt, das ein Betablocker - vor allem in meinem Alter - nicht erste Wahl ist, aber da ich nach der ersten Krise wirklich Angst hatte, haben wir uns auf einen Versuch damit geeinigt. Auf die Psychoschiene will er mich gar nicht schieben, da bin ich es eher selber, die das als Option mitdenkt.

    Ravina, beim HNO war ich nicht, da ich keinerlei Dreh- oder Lagerungsschwindel habe. Ich kann prima balancieren, in den Schulterstand gehen, mich nach vorne beugen, da ne Weile verharren und mich wieder aufrichten. Es ist eher so, als zögen mich Gewichte zu Boden. Und ich habe ein diffuses Gefühl von Druck in Armen und Beinen (auch dann, wenn der Blutdruck prima ist). Und regelmäßig spüre ich den Pulsschlag im ganzen Körper. Insgesamt bin ich echt erschöpft.

    Einen Termin beim Kardiologen habe ich Ende August zur Nachsorge ein Jahr nach Embolie mit eben damals aufgetretener Rechtsherzbelastung. Aber da ich, wie gesagt, keinerlei Luftnot bei irgendwas habe, rechne ich nicht mit schlimmen Nachrichten.

    In den drei Wochen seit endgültigem Absetzen habe ich an zwei Abenden einen Betablocker genommen und das subjektive Empfinden, als ginge es mir damit anderntags besser. Da ich in einer Woche in Urlaub fahre, werde ich mir damit vielleicht noch mal helfen und nach Rückkehr dann wieder zum Arzt. Der Neurologe ist natürlich auch noch eine Option. Ich komme mir nur so blöd vor, damit mehrere Ärzte zu beschäftigen. Aber ich mag mich auch gerne mal wieder gesund fühlen.

    Seit Ostern habe ich zehn Kilo abgenommen, ich ernähre mich wirklich gesund und bewege mich auch, versuche, mit Yoga zu entspannen, bin die Medikamente fast ganz quitt und nichts hilft wirklich. Daher ist es im Moment für mich schwierig, optimistisch zu bleiben und nicht zu sehr auf die Beschwerden zu fokussieren.

    Falls ich Fragen übersehen habe, bitte nachkarten!

    Schönes Wochenende für Euch und lieben Gruß!

  7. gesperrt
    Registriert seit
    24.05.2013
    Beiträge
    4.388

    AW: wann hören die nebenwirkungen nach absetzen auf? (xarelto, bisoprolol)

    mein ständiger begleiter: starke benommenheit, schwindel, missempfindungen in armen und beinen.

    Ravina, beim HNO war ich nicht, da ich keinerlei Dreh- oder Lagerungsschwindel habe. Ich kann prima balancieren, in den Schulterstand gehen, mich nach vorne beugen, da ne Weile verharren und mich wieder aufrichten. Es ist eher so, als zögen mich Gewichte zu Boden. Und ich habe ein diffuses Gefühl von Druck in Armen und Beinen (auch dann, wenn der Blutdruck prima ist). Und regelmäßig spüre ich den Pulsschlag im ganzen Körper. Insgesamt bin ich echt erschöpft.

    Seit Ostern habe ich zehn Kilo abgenommen, ich ernähre mich wirklich gesund und bewege mich auch, versuche, mit Yoga zu entspannen, bin die Medikamente fast ganz quitt und nichts hilft wirklich. Daher ist es im Moment für mich schwierig, optimistisch zu bleiben und nicht zu sehr auf die Beschwerden zu fokussieren.
    Das alles zusammen genommen läßt mich an Depression und/oder Angststörung denken, zumal körperlich nichts gefunden wurde, was die Symptome erklären könnte.

    2 Mal in kurzer Zeit dem Tod von der Schüppe gesprungen zu sein, ist durchaus ein Grund eine Depression/Angststörung zu entwickeln, vor allem, wenn man bis dato sich mit dem eigenen Tod noch nicht beschäftigt hatte.

    Mein Rat, laß die Psychische Seite von einem Neurologen oder Psychiater abklären.

    Grüße
    Luftpost


  8. Registriert seit
    13.12.2014
    Beiträge
    1.230

    AW: wann hören die nebenwirkungen nach absetzen auf? (xarelto, bisoprolol)

    Ich musste zwar ein anderes Medikament nehmen, aber meine Nebenwirkungen, ähnlich deinen sind tatsächlich erst ein halbes Jahr nach Absetzen des Medikaments langsam verschwunden.

    Im Großen und Ganzen kann ich sagen, dass es mir erst ein Dreivierteljahr nach Absetzen körperlich, und somit auch psychisch, wieder einigermaßen gut geht...
    Es nutzt nichts, dass man sich beeilt, wenn man auf der Stelle tritt.

  9. gesperrt
    Registriert seit
    24.05.2013
    Beiträge
    4.388

    AW: wann hören die nebenwirkungen nach absetzen auf? (xarelto, bisoprolol)

    Ich habe den Betablocker Metroprolol 95 mg (= hohe Dosis) innerhalb 2 Tage abgesetzt/ausgeschlichen und hatte danach 2 Tage Absetzsymptome und dann nichts mehr.

    Grüße
    Luftpost


  10. Registriert seit
    13.12.2014
    Beiträge
    1.230

    AW: wann hören die nebenwirkungen nach absetzen auf? (xarelto, bisoprolol)

    Zitat Zitat von Luftpost Beitrag anzeigen
    Ich habe den Betablocker Metroprolol 95 mg (= hohe Dosis) innerhalb 2 Tage abgesetzt/ausgeschlichen und hatte danach 2 Tage Absetzsymptome und dann nichts mehr.

    Grüße
    Luftpost
    Leider gibt es da sehr große Unterschiede!

    Das Medikament das ich nehmen musste, braucht mindestens ein halbes Jahr nach Absetzen, bis es den Körper vollständig verlassen hat...mindestens, und genauso lange wirken auch die "Nebenwirkungen".

    In dieser Zeit, egal ob Mann oder Frau, darf auch kein Kind gezeugt werden...wie gesagt, es gibt gravierende Unterschiede!
    Es nutzt nichts, dass man sich beeilt, wenn man auf der Stelle tritt.

+ Antworten
Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •