Hallo!
Ich weiß nicht, ob das in dem Gesundheits-Forum richtig ist.... aber da es ja um Gesundheit geht, stelle ich es einfach mal hier herein....
zu den Fakten:
Mein Partner ist 30 Jahre alt. Wir sind seit knapp 9 Monaten zusammen. Vor ca. einem Jahr hatte er Magenkrebs und ist erfolgreich dagegen behandelt worden.... Kurze Zeit später ist bei ihm auch noch Darmkrebs festgestellt worden (wir waren noch nicht zusammen zu dem Zeitpunkt)... Der Tumor war damals noch unter 1 cm groß... Er kam in Behandlung (Tabletten)... Diese hat er allerdings nicht vertragen und hat sie dann einfach abgebrochen....
Er ist auch seitdem nicht mehr zum Arzt... Nun hat er seit einiger Zeit lt. seiner Aussage wieder Blut im Stuhl und auch öfter einmal Schmerzen.... Was das genau für Schmerzen sind, sagt er mir nicht.... Ich weiß nur, dass es wohl Krämpfe im Bauchbereich sein müssen, seinem Verhalten in dem Moment nach zu deuten....
Ich sage ihm öfter, er soll doch bitte einmal zum Arzt gehen... er verspricht es mir dann immer auch.... nur passiert ist bisher noch nichts...
Ich weiß von ihm, dass er damals beim Magenkrebs auch gewartet hat, bis es nicht mehr ging.....
Aber das muss ja nicht sein!! Für meine Begriffe hat er eh schon viel zu lange gewartet!! (Meine Mutter hatte Brustkrebs, insofern bin ich in dem Bezug nicht ganz unbelastet)
Ich kann verstehen, dass er Angst hat!! Er hat das ganze ja schonmal mitgemacht.... Ich habe ihm auch angeboten, dass ich ihn begleite.... aber das will er nicht...
Hinzukommt noch, dass er einen neuen Arbeitgeber hat und es da natürlich auch blöd aussieht, wenn er so früh gleich für eine längere Zeit ausfällt....
Aber das bringt ja auch nix.... davon geht der Krebs ja auch nicht weg....
Ich weiß bald nicht mehr was ich machen soll.... Ich kann ihn ja nicht hinprügeln...... Er sagt, er findet es gut, dass ich ihn immer wieder drauf hinweise.... aber passiert ist bisher trotzdem noch nichts....
Ich habe Angst um ihn!!! Das weiß er auch.... aber seine Angst vor der Behandlung scheint noch wesentlich größer zu sein....
Was kann ich tun?? Einfach nebendran sitzen und zuschauen??
Das macht mich wahnsinnig......
LG, eine recht verzweifelte Leia...
Antworten
Ergebnis 1 bis 6 von 6
Thema: Wie kann ich ihm helfen?
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23.11.2006, 13:17
Wie kann ich ihm helfen?
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23.11.2006, 14:03Inaktiver User
AW: Wie kann ich ihm helfen?
Hallo Leia,
ich weiß nicht, wieviel Direktheit dein Freund verträgt, aber in solchen Fällen kann es manchmal helfen, wirklich sehr deutlich zu werden. Krebs ist eine Krankheit, die Angst macht, ja. Meine Mutter hatte Krebs - sie scheint Glück gehabt zu haben, die derzeit regelmäßig durchgeführten Untersuchungen verlaufen alle zufriedenstellend. Mein Vater hatte Krebs und ist auch wieder gesund. Wichtig ist, sofort zu handeln. Warten kann tödlich sein, Warten aus Angst auch.
Wenn der Arbeitgeber deines Freundes Pech hat, wird er - wenn dein Freund nicht schnell umdenkt und sich rührt, auf deinen Freund evtl. irgendwann ganz verzichten müssen. Du verstehst?
Ich weiß, das klingt heftig, aber das ist eine Konsequenz, die man bei einer Krebserkrankung in Erwägung ziehen muss. Und manchmal hilft, wenn alle Argumente versagen, doch die Keule. Dein Freund verhält sich unvernünftig, mehr als unvernünftig. Von der Vogel-Strauss-Taktik ist noch niemand gesund geworden, der wirklich krank ist. Tret den Kerl mal ein bisschen kräftiger.
LG,
Zuza
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23.11.2006, 15:10
AW: Wie kann ich ihm helfen?
Hallo Zuza!
Danke für Deine Antwort!!
Mir ist durchaus bewusst zu was Krebs führen kann....... in unserer Familie ist Krebs kein Einzelfall... Meine Oma und meine Mutter haben es überlebt..... andere leider nicht....
Angeblich ist das meinem Freund auch bewußt, zumindest erzählte er mir, dass er sich damals bei seinem Magentumor mit dem Tod auseinandergesetzt hat und ihn seine damalige Freundin sehr genervt hat, weil sie Krebs immer so abgetan hätte, als wäre es ein Schnupfen....
insofern verstehe ich sein Handlungsweise ja noch viel weniger..... Er hat einen kleinen Sohn (nicht mit mir)!! Ich habe ihn auch schon gefragt, ob er will, dass sein Sohn ohne Vater aufwächst......
Auch wenns jetzt blöd klingt.... ich habe ihn auch schon gefragt, ob er wirklich mit einem künstlichen Darmausgang rumlaufen will.... mit 30.... (auch wenn das ja noch ne relativ harmlose Folge ist...)
Also dann..... werde ich wohl versuchen, ihn damit noch öfter zu konfrontieren.... Ich hab oft das Gefühl, dass er seine Krankheit noch mehr verharmlost als seine damalige Freundin über die er sich damals aufgeregt hat............
LG Leia
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23.11.2006, 17:11Inaktiver User
AW: Wie kann ich ihm helfen?
Ich weiß nicht, ob er das verharmlost, Leia. Ein nicht gerade debiler Mensch verharmlost eine Krebsdiagnose wohl nicht. Ich kann mir eher vorstellen, dass er wirklich den Kopf in den Sand steckt, so nach dem Motto: Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen; was ich nicht wahrnehmen will, ist auch nicht da. Aber ich denke, die Angst ist doch in ihm.
Aber sag mal, muss er wegen seiner Magenkrebserkrankung nicht eh regelmäßig zur Kontrolle? Oder verschlunzt er das auch? Bei meiner Mutter stehen die Untersuchungen und Kontrollen im Vierteljahresturnus an, ihre erfolgreiche Krebstherapie ist erst knappe 1-1,5 Jahre her. Ihr Arzt würde sie in den Hintern treten, wenn sie da schlampen würde (wir übrigens auch).
Wenn aber alles Reden doch nicht helfen sollte, wird dir wohl nichts anderes übrig bleiben, als ihn als das zu behandeln, was er ist: ein erwachsener Mensch, der die Verantwortung für sich und seine Gesundheit alleine trägt. Ich drück dir aber die Daumen, dass er Einsicht zeigt. :-)
Alles Gute wünscht
Zuza
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24.11.2006, 08:04
AW: Wie kann ich ihm helfen?
Hallo Zuza!
Ich denke schon, dass er es auf der einen Seite verharmlost, aber auf der anderen eben auch Angst hat..... er läßt mich in dem Bezug nicht so wirklich an sich ran......
Ob er zu Kontrollen muss..... keine Ahnung.... ich gehe aber eigentlich davon aus.... da auch meine Mutter nach erfolgreicher Therapie vor 10 Jahren auch immernoch regelmäßig ihre kontrollen hat.... Wie gesagt, ich bin ja froh, dass ich das mit der Krankheit überhaupt weiß.... erzählen tut er mir da nichts drüber.... ausser dass da was war.... Da das alles vor meiner Zeit war, habe ich also nich wirklich was mitbekommen....
Zum Arzt gehen tut er jedenfalls nicht...
Naja.... halt weiter versuchen, zu reden......... und hoffen..... dass er sich dann doch irgendwann wie ein erwachsener Mensch und vor allem Vater verhält.... Er macht halt jedesmal zu, wenn ich davon anfange... ansonsten können wir nämlich wirklich über alles total offen reden... bis auf das Thema...
Dann warte ich mal weiter auf Einsicht und hoffe, dass sie nicht zu spät kommt.....
LG Leia
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24.11.2006, 08:30
AW: Wie kann ich ihm helfen?
Frag ihn mal, ob wenn sein Auto eine rote Warnleuchte anzeigt, er dann auch abwarten bevorzugt, bis alles kaputt ist?
Ab zum Arzt! Darmspiegelung machen. vielleicht isses was harmloses, dann kann man sich zurücklehnen. Aber wenn nicht, wird der Krebs jeden Tag schwerer zu behandeln.
Gruß NM



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