Hallo liebe BriCom,
seit Wochen plagt mich ständiger Schwindel und Gleichgewichtsstörungen. Angefangen hat es mit Ohrgeräuschen und einem fast 1wöchigen Knock-Out. Ich habe mich davon nicht mehr erholt. Ich kann zwar mein Leben mit den Kindern, Hund, Haus und Job "einigermaßen" meistern, aber die Situation ist belastend. Autofahren, Arbeiten, Laufen etc. fallen mir schwer.
Eine Kernspin des Kopfes und der HWS haben keinen Befund ergeben.
Könnte es seelische Ursachen haben? Manchmal denke ich, es hat etwas mit meiner Trennung (vor 4 Monaten) und mit der fast gleichzeitigen Anschaffung unseres Hundes (ist schon eine Umstellung und Zusatzbelastung, aber wir lieben das Tier sehr) zu tun.
Hatte jemand schon einmal Schwindel? Und was kann man tun?
Liebe Grüße
Gartenzwergin
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15.08.2006, 10:55
Schwindel - Das Leben ist ein Eiertanz
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15.08.2006, 11:17Inaktiver User
AW: Schwindel - Das Leben ist ein Eiertanz
Hallo Gartenzwergin,
die Exfrau meines Exfreundes hatte das mal in einer derart starken Ausprägung, dass sie echt nichts mehr machen konnte. Das ging jahrelang. Bei ihr war es wirklich "seelisch" bedingt und hörte auf mit dem Tag als sie einen Liebhaber hatte und die Ehe dann beendet war.
Vorher war sie ständig beim Arzt, es wurde nichts festgestellt, sie wurde am Innenohr noch operiert, danach gabs keine nennenswerte Besserung. Erst nach o.g. Ereignissen (als sie endlich Dinge leben konnte, die sie wollte) war sie wieder beschwerdefrei, konnte wieder arbeiten und ihr Leben meistern.
Wahrscheinlich hilft es dir nicht viel weiter.
Im Übrigen habe ich mal von einem Bekannten gehört, der einen Hörsturz hatte - verursacht durch VIREN.
Jedenfalls wünsche ich dir ganz dolle gute Besserung!! Und versuche, dir nicht ZU viel zuzumuten!
Sevi
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15.08.2006, 11:26
AW: Schwindel - Das Leben ist ein Eiertanz
Danke Sevi für deine Antwort
Ein Hörsturz wurde ausgeschlossen. War schon beim HNO. Angeblich geht der immer mit dem Verlust der Hörfähigkeit einher - und die ist in Ordnung. Ich will mich davon nicht "klein" kriegen lassen, aber selbst "gutes Zureden" hilft nichts. Alles in allem finde ich mein Leben eigentlich okay - natürlich gibt es Punkte, die besser sein könnten.
Aber hat die nicht jeder?
Ich habe große Angst davor, dass mich dieser Schwindel so sehr einschränkt, dass ich Probleme im Alltag und auf der Arbeit bekomme.
Liebe Grüße
Gartenzwergin
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15.08.2006, 17:04
AW: Schwindel - Das Leben ist ein Eiertanz
Hallo Gartenzwergin,
vielleicht muß Du noch etwas mehr abklären lassen. Schau doch mal unter Wikipedia "Drehschwindel" nach.
Gute Besserung!
LG
Margali
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15.08.2006, 18:58Inaktiver User
AW: Schwindel - Das Leben ist ein Eiertanz
Hallo Gartenzwergin,
ja, ich hatte auch schon mal solche Schwindelgefühle. Vermutlich waren sie seelisch bedingt, denn sie haben sich über Jahre hingezogen und kein Arzt jeglicher Fachrichtung hat etwas Körperliches gefunden. Vor lauter Angst, umzukippen, habe ich dann permanent Kreislauftropfen genommen (damit ja der Kreislauf nicht zusammenbricht), herzstärkende Tropfen (falls es doch vom Herz kommt) und gegen die Magenschmerzen, die sich vor lauter Aufregung einstellten, jeden Abend eine Wärmflasche - auch im Sommer.
Das ist allerdings schon fast 20 Jahre her und damals waren die Ärzte auch noch nicht so aufgeschlossen, was Psychosomatik betrifft.
Das einzige, was ich Dir raten kann, ist - nachdem alle körperlichen Ursachen ausgeschlossen sind - es z.B. mit autogenem Training oder Entspannungskassetten zu versuchen und Dich ausführlich mit dem Thema Schwindel zu beschäftigen. Von Deiner Situation her würde ich persönlich schon sagen, daß es durchaus seelische Probleme sein könnten, die Dich belasten und der Auslöser für den Schwindel sein könnten. Im übertragenen Sinne bedeutet Schwindel auch "den Boden unter den Füßen verlieren" bzw. "nicht mit beiden Beinen im Leben stehen". D.h. Du bist verunsichert und mußt wieder zu Dir/in Dein Leben/Deinen Weg finden. Frage Dich genau, was Du willst und setz das konsequent um. Hab Selbstvertrauen und Mut und überzeuge Dich selbst, daß Du es schaffst.
Ach so, meine Schwindelgefühle verschwanden übrigens "über Nacht". Ich weiß bis heute nicht, woher sie kamen und wohin sie gingen. Nur, daß sie a) äußerst lästig waren, aber b) mir irgendetwas sagen wollten. Heute kann ich nur vermuten, was das war.
Ich wünsche Dir jedenfalls gute Besserung !!! Wenn Du noch Fragen hast, schreib mir eine PN.
LG
Piggy
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15.08.2006, 23:01
AW: Schwindel - Das Leben ist ein Eiertanz
Hallo ihr Lieben, hallo Piggy,
danke für eure Antworten. Heute war der Schwindel besonders schlimm und ich hatte große Angst, dass es wieder soweit kommt wie vor 7 Wochen (da ging es los) - ich konnte nur noch liegen und schlafen. Seitdem ist es mal besser und mal schlechter... aber nie mehr so wie vorher.
Ich habe heute (soweit es meine Konzentration zuläßt) schon etwas gegoogled. Es gibt wohl einige Leidensgenossen, die seit Jahren darunter leiden. Das macht mir Angst.
@ Piggy,
ich denke eigentlich immer von mir, dass ich sehr stabil bin und mich "nichts umhaut". Die Anschaffung des Hundes und die Trennung davor, haben es wohl geschafft. Ich habe durch den Hund diffuse Ängste entwickelt, die ich liebend gerne wieder abstellen würde. z.B. habe ich Angst, dass die nächsten 15 Jahre (solange lebt eine Hund) total eingeschränkt leben muss und mich komplett nach dem Hund richten muss. Dass ich nie mehr einen Ganztagsjob annehmen kann, nie mehr spontan in den Urlaub fahren kann, nie mehr ausschlafen kann, nie mehr einen Mann finde, nie mehr... Natürlich habe ich mir vor der Anschaffung Gedanken gemacht, aber was es bedeutet, wurde mir erst jetzt bewußt. Wahrscheinlich der totale Schwachsinn, aber ein wenig stimmt es natürlich.
Wir lieben unseren Hund und würden ihn nie mehr hergeben. Aber mich beschleicht oft das Gefühl, dass er das Tüpfelchen auf dem i ist, und ich mich dadurch noch mehr belastet (Kinder, 2 Katzen, Job etc.) habe.
Wie diese bescheuerten Ängste abstellen? Doch den Hund wieder weggeben? Wird es dann besser? Und wenn nicht...
Weiterhin durch das Leben schwanken wie ein besoffener Cowboy? Immer Angst vor dem "Zusammenbruch"? Oder doch therapeutische Hilfe suchen?
Heute habe ich mich gezwungen, zum Geburtstag meiner Oma zu fahren. Zuerst hatte ich abgesagt. Am Freitag wollte ich mit den Kids für ein paar Tage nach Sylt fahren. Auto fahren geht einigermaßen, vielleicht bläßt mir der Wind ja mal ordentlich durchs Hirn
Ich weiß auch nicht...
Liebe Grüße
Gartenzwergin
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16.08.2006, 00:08Inaktiver User
AW: Schwindel - Das Leben ist ein Eiertanz
liebe gartenzwergin,
ich leide seit vielen vielen jahren unter schwindel. bei mir ist es psychosomatisch. seit ein paar jahren bekomme ich tabletten, die einigermaßen helfen. es ist mal besser, mal schlechter.
es muss nicht immer vom jetzigen leben her kommen, du kannst auch altlasten aus deiner kindheit mit dir rumtragen, von denen du nichts weißt. aber um gottes willen muss das bei dir nicht so sein. ich würde mal paar therapeutische stunden nehmen. das was du über deinen derzeitigen zustand bezüglich des hundes schreibst, hat mich auch aufhorchen lassen. bleib auf jeden fall dran bis was gefunden ist.
liebe grüße
graumiss
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16.08.2006, 09:00Inaktiver User
AW: Schwindel - Das Leben ist ein Eiertanz
Hallo Gartenzwergin,
das ist interessant, was Du über den Hund schreibst. Ich persönlich würde zwei Kinder von der Verantwortung und allem, was "dazu gehört", viel belastender empfinden als einen Hund, der ja "nur" max. 15 Jahre da sein wird.
Wie alt sind denn Deine Kinder ? Können sie Dich irgendwie entlasten, gerade auch in Bezug auf die Tiere (füttern, ausführen, Katzenklo sauber machen) ? Vielleicht können sie auch schon im Haushalt helfen oder kochen ?
Mich persönlich hat der Schwindel übrigens niemals im Auto ereilt, wahrscheinlich weil ich unbedingt immer Auto fahren wollte. Es ist auch ganz wichtig, daß Du möglichst mobil bleibst und Dich unter keinen Umständen aus Angst nur noch zuhause vergräbst.
@graumiss:
Mich würde interessieren, ob Du jemals wirklich umgekippt bist oder immer "nur" Schwindelgefühle hattest ? Und was sind das für Tabletten, die Du bekommst ?
LG
Piggy
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16.08.2006, 13:01
AW: Schwindel - Das Leben ist ein Eiertanz
Na ja Piggy,
Kinder werden irgendwann größer, brauchen keine Windeln mehr und gehen alleine aufs Klo;-) Man kann mit ihnen "reden" und sie schlafen am WE auch schon mal gerne bis 10/11 Uhr... Ein Hund bleibt ein ewig "kleines Kind" und 15 Jahre können eine verdammt lange Zeit sein. Ich fühle mich durch den Hund (komischerweise) "fremdgesteuerter" als durch die Kinder.
Die Kinder helfen mir schon mit dem Hund. Außerdem habe ich auch liebe Mopssitter;-) Bevor ich an ein "Abgeben" denke, werde ich versuchen, mir mehr Freiräume zu schaffen. Leider hat sich da was in meinem Kopf manifestiert, was ich schwer rauskriege.
Autofahren ist wichtig, wobei manchmal grenzwertig. Aber es geht. Ich habe auch Angst davor, mich "einzugraben". Aber nach Party/Urlaub ist mir in dieser Verfassung natürlich nicht zumute.
@ Liebe Graumiss,
mich würde auch interessieren, welche Tabletten du bekommen hast.
Liebe Grüße
Gartenzwergin
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16.08.2006, 13:50
AW: Schwindel - Das Leben ist ein Eiertanz
Im Klinikum Großhadern in München gibt es eine Schwindelsprechstunde (dort sind auch die besten Ärzte Deutschlands auf diesem Gebiet), da wurde mir sehr geholfen.
Ich hatte vor einigen (5?) Jahren ähnliche Beschwerden wie Du, eine psychische Komponente war möglicherweise dabei. Ich hatte ein paar Mal solche Störungen, dass ich (fast) umgefallen bin, Drehschwindel und andere Schwindelarten mehr.
Laut des behandelnden Arztes kamen bei mir mehrere Ursachen zusammen, einmal ein "entlaufenes" Steinchen aus dem Gleichgewichtsorgan, das durch bestimmtes Drehen des Kopfes wieder "eingefangen" wurde. Dass Du dieses hast, merkst du daran, dass Dir bei Bewegungen wie hinlegen, aufstehen, bücken etc. schlecht und schwindlig wird. Das andere (was war das eigentlich?) wurde mit Beta-Blockern behandelt.
Und es hat geholfen!!!!!!
Vor langer Zeit ( 21 J.) hatte ich das ganze noch viel schlimmer, sodass ein vorsichtiges Wenden des Kopfes zum Erbrechen führt und ein selbständiges Stehen oder gehen nicht möglich ist. Damals tippte ein Neurologe auf eine Virusenzephalitis. Bei den neueren Schwindelattacken wurde ein Zusammenhang mit den damaligen vermutet. Ist im Prinzip auch egal, Hauptsache es ist weg.
alles Gute wünscht Dir
Ida


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