Hallo an alle mit Dialyse-Erfahrung:
Der Vater (75) meines Freundes wurde im April in ein Pflegeheim eingewiesen, da seine Muskeln nicht mehr mitgemacht haben. Er ist mehrfach nachts aus dem Bett gefallen und seine Frau hat ihn nicht mehr "zurueckpacken" koennen wegen mangelnder Koerperkraft ihrerseits und keiner Mithilfe seinerseits. Also hat seine Frau ihn schweren Herzens in das Heim eingewiesen. Geistig war er fit.
Im Pflegeheim lag er den ganzen Tag teilnahmslos im Bett, bekam aber taeglich Besuch von Frau und anderer Familie, auf die er auch reagierte. Nach wie vor geistig fit. Koerperlich schien er nachzulassen, auch hatte er zwei leichte Lungenentzuendungen. Auf Beschwerde der Familie, dass er den ganzen Tag teilnahms- und beschaeftigungslos im Bett laege (noch nicht mal Fernseher oder Radio lief), wurde versprochen, dass er in einen anderen Teil verlegt wuerde, wo es mehr Aktitivitaet gaebe.
Jetzt vor ein paar Tagen ueberraschend die Einweisung ins Krankenhaus wegen Nierenversagen. Am Freitag wurde der Familie erstmals telefonisch mitgeteilt, dass seine Nieren im April bereits nur zu 50% arbeiteten und jetzt auf 20% runter seien. Weiterhin sollte man sich ueberlegen, ob man denn eine Dialyse-Behandlung dem armen Mann wirklich zumuten wolle. Die Familie fiel aus allen Wolken, schien der Mann am Tag zuvor doch noch fit (fuer seine Verhaeltnisse) und von Nierenversagen wusste auch keiner was. Alles stuermte ins Krankenhaus mit dem Gedanken, den Mann zum letzten Mal zu sehen. Er lag froehlich in seinem Bett, erkundigte sich nach dem Urlaub, wollte Fotos sehen und sagte "ich dachte schon, es waere vorbei mit mir, noch mal Glueck gehabt". Die Familie war verwirrt, der Familienrat tagte und einigte sich auf einen Termin mit den Aerzten am Mittwoch - um denen gehoerig die Meinung zu sagen. Der Vater wollte leben und war geistig fit, also ist es wohl kaum an der Familie, die Dialyse zu verweigern.
Eben war mein Freund wieder da. Vater war geistig verwirrt und hat ihn nicht erkannt (ist noch nie vorgekommen, haengt aber mit dem Nierenversagen und der daraus resultierenden Vergiftung zusammen, nehmen wir an). Dialyse hat bislang nicht stattgefunden.
Hier die Fragen:
Gibt es Aussicht auf Besserung durch die Dialyse (so dass der Vater meines Freundes wieder geistig fit ist wie vorher?)? Ist Dialyse wirklich so grausam, dass man es ihm nicht antun will und ihn lieber sterben laesst? Kann das KH die Dialyse verweigern?
Zur Info: keiner will den Mann unnoetig quaelen oder sein Leben unter Qual um eine Woche verlaengern. Aber noch am Samstag machte er nicht den Eindruck auf uns, wie jemand, der "bereit" ist zu sterben.
Bitte um schnelle Antworten, da wir morgen das Gespraech mit den Aerzten haben...
Vielen Dank,
Mokey
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 16
Thema: Dialyse-Erfahrung
-
24.07.2012, 18:33
Dialyse-Erfahrung
-
24.07.2012, 18:40Inaktiver User
AW: Dialyse-Erfahrung
ich verstehe da etwas nicht: wo ist der vater zur zeit? ist er wieder im pflegeheim?
wenn die nieren nicht mehr richtig funktionieren steigt der kreatinin-wert im blut an. kann massiv ansteigen. und das führt zur vergiftung.
wie oft war der vater jetzt wieder an der dialyse und wurde im krankenhaus geklärt wo das nierenversagen herkommt? zwischen tumor und sonstwas kann da vieles passieren.
wenn die nieren auch weiterhin in der funktion eingeschränkt bleiben- muss der mann alle zwei bis drei tage zur dialyse.
-
24.07.2012, 18:42Inaktiver User
AW: Dialyse-Erfahrung
war er jetzt schon einmal an der dialyse?
-
24.07.2012, 18:44
AW: Dialyse-Erfahrung
Er ist im Krankenhaus und war noch nicht an der Dialyse, da die Aerzte das fuer Zeit- und Geldverschwendung halten. Sie haben angeblich ein paar Tests gemacht, wissen aber nicht (oder sagen es nicht), wo es herkommt...
Sind nicht in Deutschland, wohl aber in einem Land, in dem das Gesundheitssystem aehnlich ist.
-
24.07.2012, 18:46Inaktiver User
AW: Dialyse-Erfahrung
mit andern worten: die schlechten nierenwerte könnten auch einen anderen grund haben und dann würde die dialyse selbst nichts oder nur wenig bringen.
das liest sich nicht gut.
-
24.07.2012, 18:49
AW: Dialyse-Erfahrung
Angeblich funktionieren seine Nieren seit April nur halb (was man uns aber erst am vergangenen Freitag mitgeteilt hat) und jetzt noch weniger. Warum weiss man nicht. Die Aerzte nehmen an, dass er regelmaessig an die Dialyse muss.
Ist die Behandlung so schlimm? Lieber sterben lassen? Geistig war er soweit fit, bis gestern
-
24.07.2012, 18:54Inaktiver User
AW: Dialyse-Erfahrung
die dialyse selbst ist nicht das problem, das ist durchaus machbar. wenn der patient relativ fit ist- sogar ambulant mit anschliessend nach hause gehen bzw. fahren.
aber ich verstehe das so: dass die ärzte durchaus andere gründe für das nierenproblem sehen, dass durch eine dialyse nicht verbessert werden würde. denn körperlich anstrengend ist eine dialyse. der patient braucht dann etwas ruhe.
-
24.07.2012, 19:01
AW: Dialyse-Erfahrung
Du meinst also, dass das Nierenversagen Symptom eines uebergeordneten Problems sein koennte? Moeglich, dafuer wissen wir zu wenig. Werden morgen gezielt nachfragen.
Das Problem ist uns er als "Geld sparen wollen" erschienen, vor allem wie die ganze Sache gelaufen ist. Warum hat im April keiner erwaehnt, dass die Nieren nicht mehr mitmachen? Seine Frau hat eine Patientenverfuegung und auch regelmaessig seine Krankenakte (am Bett gelesen), da wurden Nieren mit keinem Wort erwaehnt. Seine Frau ist geistig voellig fit und nicht im Verdraengungsmodus.... sehr bodenstaendig.
Ausserdem gab es auch noch einen mysterioesen Brief (keiner wusste, wo der nun herkam, angeblich auf Veranlassung der Familie und einer anschliessend stattgefundenen Untersuchung), der ihm die baldige Einlieferung in eine Institution fuer Demenzkranke bestaetigte. Demenz hat er ganz bestimmt nicht (meine Oma ist dement, und die ist ganz anders drauf). Es sieht fuer uns mehr nach Loswerden wollen aus.
Aber vielleicht steckt wirklich etwas Uebergeordnetes dahinter....
-
25.07.2012, 16:54
AW: Dialyse-Erfahrung
Und es wird immer mysterioeser. Bei dem Gespraech wurde gesagt, dass es keinen uebergeordneten Grund fuer das Nierenversagen gaebe und dass eine Dialyse helfen wuerde. ABER, der Mann sei ja sowieso dement und haette keine Lebensqualitaet mehr, deswegen braucht er auch keine Dialyse.
Die Familie hat versucht, den Aerzten klarzumachen, dass er nicht dement ist. Man hat einen Test mit 30 Fragen gemacht, von denen er nur 13 beantworten konnte. So wusste er nicht, auf welchem Stockwerk er sich befindet oder welcher Wochentag ist. Dass der Mann bettlaegerig ist und dass weder Stockwerk noch Wochentag eine Relevanz fuer ihn haben, wurde nicht gelten gelassen.
Man will jetzt noch mal pruefen, wie es mit seiner Demenz steht. Durch die ausbleibende Behandlung/Dialyse ist er aber mittlerweile echt verwirrt und erkennt seine Familie nicht mehr.
Langsam glaube ich, diese Aerzte wollen einen fuer dumm verkaufen. Familie hat gedroht, rechtliche Schritte einzuleiten, woraufhin die Aerzte eingelenkt haben und am Freitag (!) noch mal ueber eine Dialyse nachdenken will. Wenn es dann nicht zu spaet ist.
-
25.07.2012, 16:56Inaktiver User
AW: Dialyse-Erfahrung
und in ein anderes krankenhaus verlegen lassen?


Zitieren
