Das IQWIG (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen), das im Auftrag des Gesundheitsministerium Arzneimittel auf Wirksamkeit und Innovation testet, hat zur oft maßlos übertriebenen Panik vor Zecken und Zeckenstichen Stellung genommen.
Hier findet Ihr den lesenswerten Artikel.
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Thema: Borreliose und FSME
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14.04.2012, 11:05Inaktiver User
Borreliose und FSME
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11.05.2012, 18:39
AW: Borreliose und FSME
Na ja, das ist ja so eine Sache. Auf der einen Seite ist das Risiko, sich eine Borreliose oder FSME zuzuziehen, sehr gering. Wenn es denn aber passiert, dann sind die Folgen unter Umständen dramatisch. Borreliose ist ja gut behandelbar, dazu muss sie aber erstmal diagnostiziert werden, woran es wohl öfter mal hapert. Und FSME kann (in seltenen Fällen) auch zum Tod führen.
Aber die Angst vor den Zecken liegt wohl eher darin begründet, dass die so unkontrollierbar sind. Auf einmal hat man eine, weiß nicht, wo die hergekommen ist, und hat nun das Risiko direkt und deutlich vor Augen. Das macht Angst. Und dann ist es wohl auch die Art der Übertragung. Das Vieh sitzt fest in der Haut, das ist auch eine Art Übergriff, gegen den man sich nicht wehren kann.
Aber objektiv betrachtet haben die natürlich recht, der Straßenverkehr ist deutlich gefährlicher und da hat so gut wie niemand Angst.
Dazu auch das hier
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13.05.2012, 21:35Inaktiver User
AW: Borreliose und FSME
Heute war zu diesem Thema ein interessanter Bericht zum Thema Borreliose bei ARTE
Hab ihn leider nicht ganz gesehen, es gibt aber ein Video dazu um 10h55:
Programm | de - ARTE
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15.05.2012, 20:53Inaktiver User
AW: Borreliose und FSME
In dem Artikel heißt es: "Geschätzt wird, dass in Deutschland von 100 Personen, die von einer Zecke gestochen werden, eine an Borreliose erkrankt."
Es ist halt einfach blöd, wenn gerade du die eine Person unter 100 bist.
Ich habe monatelang unter diffusen Beschwerden gelitten, dann den Arzt gewechselt. Der neue tippte auf Borreliose. Er hatte recht. Mittlerweile bin ich wieder gesund. Eine kleine Beeinträchtigung im Knie bleibt. Aber noch mal brauch ich das nicht.
Leider gibt es keinen Schutz gegen Borreliose. Aber die FSME-Impfung - die habe ich mir letzte Woche wieder geholt. Wie gesagt: "Nur" einer unter hundert. Aber blöd, wenn du das selber bist...
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15.05.2012, 21:14Inaktiver User
AW: Borreliose und FSME
Eine Person von 100 gestochenen erkrankt also an Borreliose - es gibt aber Gebiete, in denen die Borreliose verbreiteter ist als in anderen; hält man sich also im "falschen" Gebiet auf, ist das Risiko bei einem Stich höher, in anderen Gegenden niedriger als 1%. Ich werde jedes Jahr mindestens 1x von einer Zecke gestochen, in einem Jahr waren es sogar mehr als 10 Stiche; damals war ich noch Kind und wir lebten am Waldrand. Die letzte Zecke hat mich vergangenes Jahr in meinem eigenen Garten erwischt. Bei uns übertragen überdurchschnittlich viele Zecken Borreliose. Wenn man mich fragt, ist die Warnung vor Zecken und Borreliose schon deshalb keine Panikmache, weil mein ganz persönliches Risiko, irgendwann an Borreliose zu erkranken, recht hoch ist. Ich habe kurz einmal nachgedacht: Ich kann aus dem Stand vier Personen aus meinem Umfeld aufzählen, die bereits an Borreliose erkrankt waren. Eine ging wegen der charakteristischen Wanderröte zum Arzt, der die richtige Diagnose stellte, wurde mit Antibiotika behandelt und gut wars. Die anderen drei sind schwer erkrankt, mit Lähmungserscheinungen und Schmerzen. Bei einem Verwandten wurde die Diagnose so spät gestellt, dass die Lähmung - im Gesicht - nicht vollständig zurückging, trotz monatelanger Physiotherapie. Er hat Schwierigkeiten mit dem Lidschluss und damit bei dem Sehen auf einem Auge. Ist es wirklich Panikmache, vor dieser sehr realen Gefahr zu warnen?
FSME ist seltener - aber auch hier kenne - oder besser kannte - ich eine Frau, die daran erkrankte und verstarb. Sehr wahrscheinlich die Folge eines "harmlosen" Zeckenstichs, zugezogen bei einer Radtour nur wenige km von hier. Ich habe mich letztes Jahr impfen lassen.
"Maßlos übertriebene Panik" mag für Norddeutschland zutreffen, insbesondere für BY und BW würde ich das nicht unterschreiben. Es ist wichtig, die Menschen darüber aufzuklären, wie bei einem Zeckenstich zu verfahren ist und wie sie Anzeichen für Borreliose bei sich erkennen können.
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16.05.2012, 01:09
AW: Borreliose und FSME
eine person von 100 würde bedeuten, dass in meiner umgebung nur 200 borreliose bekämen, zumal es hier eigentlich niemanden gibt, der noch nie gestochen wurde. man zählt eher die tage, an denen man ausnahmsweise ohne zecke bleibt.
das ist doch eine sehr beunruhigende nachricht.lg
legrain
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16.05.2012, 07:41Inaktiver User
AW: Borreliose und FSME
Borreliose ist eine sehr ernstzunehmende Erkrankung und wird oft nicht oder zu spät erkannt. Die "Wanderröte" tritt nicht immer auf. Eine gute Literatur-Zusammenstellung ist u. a. hier zu finden:
Forum der Lyme-Borreliose Selbsthilfegruppen Schweiz
wildcat60
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11.06.2012, 13:51
AW: Borreliose und FSME
Ich muss mich jetzt auch mal in das Gespräch einmischen.
Ich hab die Gefahr durch Zecken eigentlich immer abgetan, bin auch nicht geimpft. Arbeite seit einiger Zeit aber viel draußen und gehe mit unserem Hund spazieren, und da hatte ich dann das erste Mal eine Zecke.
Als meine Mutter mir dann eröffnet hat, dass ihre Tante an einer Hirnhautentzündung durch einen Zeckenbiss erkrankt ist, hatte ich dann doch leicht Panik.
Habe zwar keine Symptome, ich mache mir aber seitdem mehr Sorgen wegen den Zecken. Klar, die Chance ist nicht so groß an Borreliose oder ähnlichen zu erkranken, aber ich wohne in Bayern und komme auch durch den Hund öfters in Kontakt mit Zecken, deswegen finde ich es auch gerecht fertigt, dass im großen Stil davor gewarnt und aufgeklärt wird.
Dazu ein Artikel, der die verschiedenen Stadien und Symptome von FSME und Borreliose übersichtlich zusammenfasst und auch über andere Krankheitserreger, die über Insektenstiche übertragen werden können, aufklärt:
FSME durch Zeckenstich | Ratgeber Insektenstiche
Ich kann nur jedem raten, nach einem Zeckenstich zu beobachten, ob Symptome auftreten und falls ja schnellstmöglich zum Hausarzt zu gehen.
Viele Grüße
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11.06.2012, 14:12
AW: Borreliose und FSME
Gerade diese Gruppe ist aber leider ziemlich umstritten.
Gerät jemand mit den altbekannten "diffusen Beschwerden" an sie, wird der Person wohl gebetsmühlenartig eingetrichtert, sie leide an Borreliose und an nichts anderem. Ohne medizinischen Nachweis natürlich. Beispiel war eine Frau, die dann gegen B. behandelt wurde und deren Beschwerden sich verschlimmerten. Ärzte und Kliniken bescheinigten ihr, sie könne gar nicht an Borreliose leiden, weil keine Erreger im Blut nachzuweisen waren. Es dauerte lange, bis sie den Medizinern und nicht den SH-Leuten glaubte und endlich richtig behandelt werden konnte. Sie ist kein Einzelfall.
Man muss nicht nach jedem Zeckenbiss zum Arzt. Den Körper jeden Abend absuchen, denn es ist wichtig, die Zecke innerhalb von 10 Stunden zu erwischen und zu entfernen. Erst danach gibt sie Borrelien ins Blut ab. (Gilt auch für Haustiere!)
Bleibt doch mal eine unentdeckt, mit den Nägeln von Zeigefinger und Daumen ruckartig mit Kopf herausreißen - oder Pinzette benutzen. Man kann die Zecke in einem Plastikdöschen aufbewahren oder einfrieren. Sollte sich die Bissstelle röten, mit der Zecke zum Arzt gehen. Er wird das weitere Vorgehen übernehmen. - Sofort Blut zu entnehmen, ist sinnlos, weil die Borrelien ein paar Tage brauchen, um im Blutbild zu erscheinen.
Es ist richtig, dass sich nicht immer Wanderröten einstellen. Wer auf Nummer sicher gehen will, weil er viel mit Zecken in Berührung kommt, kann alle paar Monate Bluttests speziell darauf machen lassen.
Allerdings!
Da schließe ich mich an. In Panik muss man aber nicht geraten.Ich kann nur jedem raten, nach einem Zeckenstich zu beobachten, ob Symptome auftreten und falls ja schnellstmöglich zum Hausarzt zu gehen.*
Der Adler fängt keine Mücken.
'Antisemitismus hat in Deutschland keinen Platz' ist Kindergartenniveau. - Igor Levit
Deutsche Tugenden: „Pünktlich wie die Deutsche Bahn, ehrlich wie die Deutsche Bank und sauber wie VW.“
Arnulf Rating
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11.06.2012, 14:32Inaktiver User
AW: Borreliose und FSME
Beunruhigend finde ich jetzt eher, dass Ihr es normal findet, täglich von Zecken gestochen zu werden. Ich bewege mich täglich im Wald, auf Wiesen und Feldern. Ich habe einen Hund.
Ich hatte in nunmehr mehr als 12 Jahren Leben mit eigenen Hunden / täglichem mehrstündigem Aufenthalt im Freien / und zwar querbeet / ausserdem täglicher Sofa-Teilung mit Hunden, die sehr attraktiv für Zecken sind
--> exakt 2 angedockte Zecken <--
Die übrigen habe ich stets bemerkt, bevor sie sich festsetzen konnten.
Ich trage draussen stets festes Schuhwerk, bei feuchtem Wetter eine Regen-Überhose, und ansonsten in den wärmeren Monaten bevorzugt helle Kleidung. Darauf sieht man wandernde Zecken ganz gut - wenn man denn hinschaut. Ich tue das nach jedem Aufenthalt draussen bei mir und meinen Hunden.
Ich verwende ausserdem bei warmem Wetter, wenn ich keine Jacke brauche, ein Repellent (Anti Brumm), und sprühe damit auch meine Hosenbeine ein.
Hunde werden nach jedem Aufenthalt draussen sorgfältig abgesucht. Natürlich bleibt da mal eine Zecke im dichten Fell unentdeckt. Manchmal wandert sie dann in meine Richtung, wird aber normalerweise auch erwischt.
So - und nun frage ich mich, wie jemand es schafft, dass er quasi täglich von Zecken gestochen wird? Dass das bei Kindern häufiger passiert, kann ich nachvollziehen - die achten einfach nicht darauf, und manchmal hat die Zecke eben ihre Wanderschaft schon beendet und angedockt, bevor Eltern dazu kommen, hier ausreichend zu kontrollieren. Aber bei erwachsenen Menschen? Wie geht das?
Axo: Beste Zuckerzange wo gibt ist übrigens eine Pinzette, die leicht gebogen ist. Damit kann man Zecken jeder Grösse korrekt greifen und heraus ziehen.Geändert von Inaktiver User (11.06.2012 um 14:40 Uhr)


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