hallo liebe community,
ich muss es jetz jemanden erzählen (hab erst mal keinen Frisuertermin), sonst platz ich noch. Habe jetzt den 6 Tag Migräne. Genau, es ist der sechste Tag an dem ich morgens aufwache und feststelle: immernoch nicht weg. Ich wunder mich sowieso, wie ich gestern vor Hammerschmerzen überhaupt einschlafen konnte.
Mal abgesehen davon, dass ich über ein Jahr lang Migränetagebuch geführt habe und kein Arzt irgendeine Ursache finden konnte, obwohl ich in der Woche mind. 3 Migräneattacken bekomme (neulich sogar 2 Monate lang Dauerkopfschmerz), frustriert es mich, dass mir normale Schmerzmittel nicht helfen, und ich Triptane nicht vertrage. Die Ärzte schicken mich mit einem: das ist halt so, nachhause.
Leider ist es so, dass mein Umfeld ganz komisch darauf reagiert. Meine beste Freundin beschwert sich jeden Tag über Muskelkater bei mir und wenn ich sage, dass ich seit einer Woche Migräne hab, kommt einfach kein Kommentar, also so als ob ich es grade meiner Wand gesagt hätte. Das ist weiter nicht schlimm. Ich hab bisher angenommen, dass sie es trotzdem zur Kenntnis genommen hat, aber eben nicht gern Mitleid verteilt. Doch gestern musste ich mal wieder feststellen, dass ich einfach nicht ernst genommen werde. Da sag ich ihr doch tatsächlich, dass ich auch heut morgen wieder mit Migräne aufgewacht bin (die hat einfach nur die Seite gewechselt) und ich mir am liebsten den Kopf abschrauben möchte. Dann kommt wieder kein Kommentar. Im nächsten Satz fragt sie dann: und gehen wir heute Sport? Dann antworte ich, dass ich mit meiner Migräne leider nichts machen kann. Darauf hin sagte sie nur total gleichgültig ok.
Fühl mich nicht ernst genommen. Will jetzt nicht alle Einzelbeispiele erzählen (manch ein Migräniker würde sich drüber aufregen) aber ich kann nur sagen, dass selbst meine Familie über mich spottet und mich Hypochonder nennt. Habe ich von einem Familienmitglied erfahren, der mich ebenfalls als einen solchen betitelt hat.
Ehrlich gesagt wünsche ich manchmal Leuten, die über Migräne so spotten, dass sie wenigstens nur einen Tag lang Migräne haben, das Gefühl, dass einem die Augen platzen und der Kopf aufgebohrt wird. Nur einen Tag lang, nur damit sie sehen WAS mit Migräne gemeint ist.
Mal abgsehen von dem Verständnisproblem bei Freunden und Familie: habt Ihr auch 3-4 Tage Migräne auf einer Seite und dann einen Seitenwechsel der lediglich wenige Stunden Pause zulässst. Ich hab das so oft 1-2 Wochen bevor ich meine Tage bekomme, und das ist vernichtend, wenn man sich auf kein Medikament verlassen kann.
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Ergebnis 1 bis 10 von 46
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12.02.2012, 09:42
Heftigste Migräne und kein Verständnis
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12.02.2012, 09:59
AW: Heftigste Migräne und kein Verständnis
Hallo allenamenvergeben,
tut mir wirklich sehr leid, das ist sicherlich sehr unangenehm!
Ich bin davon verschont, kenne Kopfschmerzen nur in Ausnahmesituationen.
Ich denke aber, dass gerade jetzt für Dich Ruhe, schlafen, kein Stress und nicht über
andere ärgern die beste Medizin sind. Kümmere dich nur um dich!
Der Kopf muß im wahrsten Sinne des Wortes frei werden und das wird nicht passieren,
wenn du über die Reaktion von Freunden / Bekannten grübelst.
Gute Besserung
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12.02.2012, 10:04Inaktiver User
AW: Heftigste Migräne und kein Verständnis
Hallo,
bei Dir in der Umgebung scheinen sich die Menschen zu häufen, die da kein VErständnis für haben. Ist bei mir gottseidank anders. Meine ehemalige Chefin war ebenfalls Migränepatientin und konnte das nachvollziehen. Bei Kollegen ist es ähnlich. Da meine Mutter ebenfalls Migräne hatte, kann sie mich sehr gut verstehen. Wie Du damit umgehen solltest, daß es Leute gibt, die das als die alte Variante von 'Schatz heute kein Sex, ich habe Migräne' sehen. Da habe ich im Moment keinen guten Vorschlag. Vielleicht sind sie statistikgläubig. Dann könntest da mal ein paar Zahlen herauskramen. Oder Du stehst drüber und sagst Dir einfach, sie haben sich selber disqualifiziert.
Bezüglich der Seitenwechsel. Ja ich habe auch eine 'Wandermigräne'. Die schaut auch überall mal vorbei und macht sich unbeliebt. Meine ist hormonell bedingt. Also alle vier Wochen ist Doomsday. Bei mir hat geholfen die Pille durchzunehmen ohne Pause. Das reduziert meine Anfälle erheblich.
und natürlich die Erzeugnisse der Pharmaindustrie helfen. Wie Triptane.
Gute Besserung
pitti
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12.02.2012, 10:06
AW: Heftigste Migräne und kein Verständnis
Zur Migräne selbst kann ich dir nicht viel sagen. Was ich allerdings absolut nicht nachvollziehen kann ist, dass deine Familie dich für einen Hypochonder hält. Meine Mutter litt an starker Migräne. Wenn sie Anfälle hatte, war sie krank, das musste man ihr nicht glauben, das hat man ihr angesehen. Von den Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Erbrechen mal ganz abgesehen.
Wer hier den eingebildeten Kranken vermutet, ist in meinen Augen nur ignorant. Freunde sind vielleicht gedankenlos oder auch unsicher. Muskelkater kennt jeder - Migräne kann auch nur ich mir schwer vorstellen. Und bei "normalen" Kopfschmerzen hilft Sport manchmal; vielleicht ist es auch ein ungeschickter Versuch, dir zu helfen. Denn wirklich helfen kann dir niemand.
Ich kann dir nur raten, versuche das Negative nicht so an dich heran zu lassen. Wer aus deiner Familie dir Hypochondrie vorwirft, den würde ich zur Rede stellen. Und ansonsten wünsche ich dir, dass dir geholfen werden kann.
Meine Mutter war mal in einer Psychosomatischen Kur, die auf Migräne spezialisiert war. Vielleicht könnte dir das helfen?
Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
Christian MorgensternIn einer Stunde ruhigen Sitzens verbrennt man 73 Kilokalorien.
- Ich habe meinen Sport gefunden.
Sommer 2021 - mehr als nur nasse Füße... reinklicken und mithelfen!
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12.02.2012, 10:13
AW: Heftigste Migräne und kein Verständnis
Hallo!
Mein Mitgefühl!
Bin auch Migränikerin und kenne auch das Aufwachen mit dem Gedanken "nee, nicht _noch_ ein Tag!".
Auch der Seitenwechsel ist mir bestens bekannt.
Versuche, die Ignoranz der Mitmenschen abperlen zu lassen, aufregen hilft nicht.
Ich gestehe, für manche "Krankheitszustände" meiner Mitmenschen fehlt mir auch das Verständnis, aber ich übe mich in Empathie. Manchmal misslingt die Übung ...
Für dich: Ja, Triptane haben Nebenwirkungen. Ich habe gelernt, mit dem Herzengegefühl etc. zu leben, weil mir die Schmerzen trotzdem genommen/gemildert werden, das war mir wichtiger.
Wenn du v.a. vor deiner Regel Migräne hast, musst du die Pille umstellen, das kann dann gut helfen.
Such hier im Forum mal nach Migräne, da wirst du einige Leidensgenossinnen finden - klage lieber hier, da wird dir mehr Verständnis entgegen gebracht.
HexeVersteckse"Ich würde mich gern geistig mit dir duellieren, aber ich sehe, du bist unbewaffnet."
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12.02.2012, 10:16
AW: Heftigste Migräne und kein Verständnis
Bisher hatte keiner meiner engen Freunde selbst Migräne (vielleicht liegt es daran). Aber selbst mein älterer Bruder hat meine Mutter angeschrien, wenn sie mitten auf einem Familientreffen über Migräne klagte und sich lieber zurückziehen wollte. Ich hab da so ein Bild Erinnerung, wie sie alle feucht fröhlich am Essenstisch saßen, während sie sich mit beiden Händen den Kopf festhielt und sich in die Couch sacken ließ. Ich war noch jung und mein Bruder fauchte sie an, sie solle sich nicht schon wieder so anstellen, sondern einfach noch eine Tablette nehmen. Sie sagte weinerlich, sie hätte schon so viele genommen und er ranzte sie weiter an, dass sie eben genug davon nehmen soll und sich wieder an den Tisch setzen soll. Hypochonder nennen sie mich vielleicht, weil ich bereits mal beim Kardiologen wegen Herzrasen und Herzstolpern war. Werde mit Schilddrüsenhormen behandelt und obwohl ich richtig dosiert bin, hab ich dahingehend immer wieder Probleme. Das reicht eben schon für den Hypochonderstempel.
Das mit der Pille würde ich auch gerne machen, aber ich habe eine Venenschwäche (jaja Hypochonder lässt grüßen
) und ich soll Risikofaktoren wie Pille und Rauchen ja eigentlich vermeiden.
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12.02.2012, 10:19
AW: Heftigste Migräne und kein Verständnis
@hexe: danke!
möchte ja nicht mitleid ernten, aber ich frage mich, warum man über migräne spotten muss als freund oder familienmitglied.
darf ich fragen, was du für triptane nimmst, mit denen es sich am besten leben lässt? selbst maxalt, dass ja so gut verträglich sein soll, macht mich fertig mit den nebenwirkungen. die ärzte sagen auch, wenn ich solche nebenwirkungen habe soll ich das sein lassen.
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12.02.2012, 10:20Inaktiver User
AW: Heftigste Migräne und kein Verständnis
frag mal deinen frauenarzt was es dann für alternativen für dich gibt. und bezüglich deiner familie muss ich im moment echt schlucken. da fehlen mir die worte
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12.02.2012, 10:34Inaktiver User
AW: Heftigste Migräne und kein Verständnis
Ich nehme Sumatriptan und Danke Gott für dieses Mittel.
Ich hab Migräne von meiner Mutter geerbt. Es gibt einige Auslöser die ich kenne, aber oft ist es einfach nur ein Zeichen für "mach mal einen Schritt langsamer"
Im laufe der Jahre, ich werde 50 im Mai, habe ich aber gelernt gerade das was du da mit deinen Freunden erlebst, nicht mehr an mich ran, bzw entsprechend zu kommentieren. Ich trage also quasi mein Herz auf der Zunge und sage wenn mir was nicht paßt!
Seit ich Sumatriptan nehme kann ich einen Tag mit Migräne nach etwa einer Stunde weiter leben wie normal!
Früher lag ich oft drei Tage im Bett und nichts ging mehr!!
Ich wünsche dir das richtige Mittel und dass du anfängst mehr auf deine Bedürfnisse zu achten!!
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12.02.2012, 10:37Inaktiver User
AW: Heftigste Migräne und kein Verständnis
oh noch was: ich verhüte seit 7 Jahren mit der Hormonspirale - dadurch haben sich die Anfälle deutlich reduziert.
Sport mache ich regelmäßig, und ich mache Pausen wenn ich welche brauche, ziehe mich zurück und versuche nicht mehr in allen Dingen perfekt zu sein!!



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