Hallo !
Ich habe eine Frage.
Wie ist es eigentlich, wenn jemand keine Patientenverfügung hat, im künstlichen Koma liegt; die Angehörigen aber aus seinem Mund gehört haben, dass er nicht künstlich am Leben gehalten werden möchte ?
Es geht um ein Familienmitglied.
Es wird künstlich beatmet, sediert, damit die Beatmung toleriert wird (lag im künstlichen Koma, ist aber nicht wirklich wach) und mit der Situation sehr unglücklich.
Eigentlich hatte ein anderes Familienmitglied angeregt, ihn in ein Fachkrankenhaus für die Lunge zu verlegen, aber die Ärzte sperren sich.
Was tun ??
Bin für jede Antwort dankbar
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 11
Thema: Patientenverfügung
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31.12.2011, 16:06
Patientenverfügung
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31.12.2011, 16:16
AW: Patientenverfügung
lies mal das buch "sterben dürfen" von wolfgang putz und elke gloor. da geht es auch um mündliche willenserklärungen und deren durchsetzung, an einem konkreten fall.
Der Charakter eines Menschen läßt sich daran erkennen, wie er mit Leuten umgeht, die nichts für ihn tun können. by courtesy of ravina
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31.12.2011, 18:21
AW: Patientenverfügung
sehr schwierige Situation für die behandelnden Ärzte.
Sollen sie den Ausagen der Familienmitglieder trauen?
In unserem Krankenhaus war einmal der fall (ist allerdings auch schon lange her), dass drei Töchter den Willen der Mutter; nicht unnötig behandelt zu werden, bekundet hatten und das auch schriuftlich bestätigten. Also wurde die Intensivversorgung eingestellt und die Mutter verstarb am nächsten Tag.
Der Ärger kam von einem Sohn, der etwa 1000 km weit entfernt wohnte, sich nie den Teufel um seine Mutter gekümmert hatte, aber auf der Beerdigung beklagte, dass er gerne noch einmal seine Mutter hätte lebend sehen wollen. Der schaltete einen Rechtsanwalt ein und der Arzt, der die Behandlungsmaschinen vom Netz geholt hatte, wurde verklagt. Es ging selbstverständlich nicht um das Lebendsehen, sondern da war ein Haus zu erben.
Für den Arzt wurde das richtig unangenehm. Er hätte fast die Approbation verloren.
Ihr habt nur eine Chance das Anliegen Eures Angehörigen wasserdicht zu machen, indem alle beim Notar eine gleichlautende Erklärung abgeben.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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31.12.2011, 18:26
AW: Patientenverfügung
Danke für die Antworten.
Das Problem ist, dass seine Eltern da nicht mitspielen würden (insbesondere seine Mutter). Das könnte einen ernsten Familienstreit nach sich ziehen.
Aber die Eltern hatten gar nicht denselben Kontakt wie ich und der Sohn.
Was ist in dem Fall, wenn es zwei (möglicherweise der Bruder auch, also drei mündlich hätten) ?
Zählen direkte Verwandte nicht mehr, als Stiefkinder ?
Ich bin nur das Stiefkind.
Oh je ...
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31.12.2011, 19:01
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02.01.2012, 13:11
AW: Patientenverfügung
Kein Arzt wird sich darauf einlassen, wenn gerade die Mutter nein sagt.Wenn, dann müssen alle sagen, das hätte er so gewollt.
Dann ist es aber auch nicht sicher ob der Arzt das macht.
Ich wünsche euch viel Kraft.Grüßlis
mkr
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03.01.2012, 16:14Inaktiver User
AW: Patientenverfügung
Gibt es eine Ehefrau oder einen Lebenspartner, der in den letzten Jahren mit dem Betroffenen zusammengelebt hat? Deren/ dessen Wort hätte eventuell noch einiges an Gewicht.
Ansonsten sind nun einmal die Eltern die nächsten leiblichen Verwandten und damit (sofern Ehepartner nicht existieren) hat deren Wort das ausschlaggebende Gewicht.
Was mir noch einfällt: War dieser Zustand der Beatmung in irgendeiner Weise zu erwarten oder befürchten und besteht die Möglichkeit, daß er vor einem behandelnden (Haus-) Arzt einmal seinen Wunsch , nicht künstlich am Leben gehalten zu werden geäußert hat?
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03.01.2012, 20:18
AW: Patientenverfügung
Ernsthaft Leute! Macht rechtzeitig in jungen Jahren eine Patientenverfügung, besprecht das mit dem Ehepartner oder den Verwandten - und Ihr bekommt Euren Wunsch erfüllt. Und erneuert sie mit aktuellen Datum so etwa 1 x mal Imjahr. Der Partner sollte mit unterschreiben.
Nein das Wort eines Ehepartners wird nicht sonderlich bevorzugt behandelt ( kann ja sein, dass der seinen Partner/in endlich loswerden will) Woher soll das ein Arzt wissen?Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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03.01.2012, 20:57Inaktiver User
AW: Patientenverfügung
Das Wort eines Ehepartners kann allerdings durchaus ausschlaggebend sein- das habe ich in 20 Jahren Berufserfahrung mehrfach so erlebt in ähnlichen Situationen mit sterbenden/ komatösen/ beatmeten Patienten.Nein das Wort eines Ehepartners wird nicht sonderlich bevorzugt behandelt ( kann ja sein, dass der seinen Partner/in endlich loswerden will)
Grundsätzlich sollte jeder mündige Bürger ein Testament geschrieben haben und zumindest eine Vorsorgevollmacht ausgestellt haben, um für den Fall gerüstet zu sein- da gebe ich Dir recht, Opelius.
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04.01.2012, 11:55
AW: Patientenverfügung
In so einem Fall würde doch eine Betreuung eingerichtet? Ist das geschehen? Ich könnte mir vorstellen, dass dann sowieso der Betreuer das Sagen hat.



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