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  1. Inaktiver User

    AW: Schwerhörigkeit

    Zitat Zitat von Limonetta8222 Beitrag anzeigen
    Hallo sieben,

    mein Grad der Behinderung liegt bei 60.

    ja das ist schon komisch, nur ein blinder trägt diese gelbe binde mit den punkten und ist sichtbar mit dem stock ausgestattet.
    nicht jeder Blinde trägt in einer Gesprächsrunde eine Binde am Arm ..

    Deine Schilderungen machten mir Deine Gefühle klar, aber auch deutlich, dass es sich bei Deinen Problemen mit dem Zwischenmenschlichen durchaus auch etwas um generelle handelt, die nichts mit Deinem "Handicap" zu tun haben :

    Es geht um Kommunikation..nicht nur um Hören.. : sondern darum, anderen klarzumachen was man möchte...was man fühlt..

    Andere Menschen können etwas durch Dich lernen : Du aber auch durch andere : vielleicht z.B., dass sie gar nicht so ignorant sein wollen und "den King" geben wollen..

    bzw es solche Leute eben gibt, die aber doof sind..

    Danke für Deine Schilderungen !

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    AW: Schwerhörigkeit

    Für euch ist das sicher eine doppelte Belastung - ihr hört nicht und fühlt euch durch Hörende diskriminiert.
    Aber es wird euch leider nichts übrig bleiben eure Behinderung anzusprechen oder ein sichtbares Zeichen zu tragen um darauf hinzuweisen.
    Gehörlosigkeit hat nun mal kein sichtbares Merkmal. Sie muß kommuniziert werden.
    Woher sollen wir Hörenden wissen, welche Beeinträchtigung du hast? Deine Behinderung würde ev. jemandem auffallen, der dich sehr aufmerksam beobachtet dabei, wie du dich in Gesellschaft mit anderen bewegst. Die meisten Menschen nehmen sie vermutlich gar nicht wahr.

    Ich biete keinem Schwerbehinderten Fahrgast einen Platz an, wenn die Behinderung nicht sichtbar ist, zeigt er mir den Ausweis, stehe ich prompt auf - eine Selbstverständlichkeit, vielleicht nicht bei jedem vorauszusetzen.

    Es gibt doch Gehörlosenverbände, ev. fragst du einen professionellen Berater um Tipps und Tricks, damit du dich unter Hörenden nicht diskriminiert fühlst. Ich kann mir vorstellen, dass es dort ein Training gibt, so ein Problem halbwegs zu meistern. Du bist ja nicht allein damit.
    Ich gehe davon aus, dass niemand dich nicht ernst nimmt, nur weil du schwer hörst, Benimmdeppen ausgenommen, die gibts leider überall.
    Geändert von rotlilie (15.08.2011 um 15:51 Uhr)

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    AW: Schwerhörigkeit

    Zitat Zitat von Limonetta8222 Beitrag anzeigen
    Ich wollte sehr gerne mit jemanden über das Thema schwerhörigkeit diskutieren, da es mich einfach interessiert wie man als hörender damit umgeht, und nur meine seite kenne.
    Hallo Limonetta, ich habe mal von einer Studie gehört, wonach taube Menschen und Schwerhörige viel mehr Schwierigkeiten im Umgang mit Nichtbehinderten haben wie blinde Menschen oder Rollstuhlfahrer.

    Sehschwäche, so Kant, trenne von den Sachen, Schwerhörigkeit hingegen von den Menschen

    Die meisten von uns haben wohl schon mal die Situation erlebt, dass eine Gruppe fröhlicher Menschen in der Nähe lacht. Automatisch denkt man, die lachen über einen selbst und man fühlt sich unwohl, evtl. klein, lächerlich, ausgegrenzt.

    In einer Diskussion ist es natürlich sehr schwierig, auf ein gehörloses Mitglied einer Runde Rücksicht zu nehmen. Vor allem bei einer lebhaften Diskussion, die von Einwänden, witzigen, schnellen Einwürfen, leisen oder lauten Tönen lebt.

    Ich glaube, da hilft nur, ein gewaltiges Selbstbewußtsein aufzubauen zusammen mit der Erkenntnis, die meisten Menschen freuen sich, wenn sie um Hilfe gebeten werden.
    Gruß dingsda

    Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart.
    Der bedeutendste Mensch ist immer der, der Dir gegenübersteht.

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    AW: Schwerhörigkeit

    Hallo,

    Achtung: verwechsle bitte nicht schwerhörigkeit und gehörlosigkeit!

    schwerhörige haben häufig noch eine hörfähigkeit die aber mit geräten ausgeglichen werden muss, und sind in der lage auch zu sprechen. Manche haben auch mit dem sprechen einiger laute zu kämpfen und/oder lesen von den lippen ab.

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    AW: Schwerhörigkeit

    Hmmm, da muss ich mir wohl wirklich unterstützung suchen...

    Meine schwerhörigkeit fällt eigentlich gar nicht so auf, da ich trotz einschränkungen (nebengeräusche, laute Umgebung ect.) mich lautsprachlich gut artikulieren kann. Viele schwerhörige je nach ausprägung haben auch mit der artikulation probleme was man oft raushören kann, oder lesen von den lippen ab.

    Die meiste Zeit in meinen leben, der schulzeit ausgenommen (schwerhörigenschule), habe ich mich mit hörenden zu tun gehabt, daher bin ich es gewöhnt nur in lautspreche zu sprechen, und kaum jemand denkt an schwerhörigkeit bei mir, bis ich es manchmal doch schaffe es anzusprechen.

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    AW: Schwerhörigkeit

    Ich bin selbst schwerhörig (gewesen), habe jahrelang Hörgeräte getragen, momentaner Stand ist, bin beidseits operiert worden (Stapesplastik), das eine Ohr hört wieder 100%tig, das andere ist leider komplett ertaubt.

    Wie wird man als Schwerhöriger nicht "diskrininiert"?

    Richtig, das fällt erstmal kaum auf, also offen darüber reden. Um Ausschaltung der Nebengeräusche bitten, wenn möglich. Seine Hörgeräte nicht krampfhaft verstecken. Sich über seine Hörprobleme unterhalten. Immer wieder daran erinnern, falls nötig- "du weisst, daß ich da so meine Probleme habe". Ich habe mit dieser Vorgehensweise gute Erfahrungen gemacht.

    Ich bin auch Mitglied in dem Deutschen Schwerhörigen.- Verband, und kann jedem Betroffenen nur raten, sich dem anzuschliessen. Die Tipps, die Ratschläge, ob bei Treffen, ob in der Verbandszeitung, sind unbezahlbar, und manchmal doch so einfach. Und es tut gut, hin und wieder ein persönlicher Austauch, Reden, mit Betroffenen- man fühlt sich nicht so alleine mit seinem Problem. Meine Freunde, Bekannte, die ganze Umgebung, sind normalhörend- und ich ertaubte bereits mit 27 Jahren, das war schon hart.
    Die Seele nährt sich von dem, worüber sie sich freut. Augustinus

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    AW: Schwerhörigkeit

    Hallo,

    bin selbst betroffenen. Bin 37 Jahre und trage seit 3 jahren beidseitig HG. Lebensqualität dadurch um bestimmt 50 % gesteigert. Endlich weiß ich, wieviel die Kassiererin von mir will, kann ich Gesprächsrunden folgen, begreife ich, dass ich keine "lange Leitung" sondern nur ein schlechtes Gehör habe. Mein Hörverlust ist "zufällig" festgestellt worde, begann schleichend, Ursache unbekannt. Mein HNO wollte mir eine Selbsthilfegruppe nahelegen, aber mir war mit meinen HG genug geholfen. Vom 1. Tag an habe ich allen, mit denen ich näher und regelmässig zu tun habe informiert. Ich wechsel die Batterien in Gesellschaft oder benutze meine Fernbedienung. Ich habe gemerkt, je selbtsverständlicher ich damit umgehe, desto "normaler" fürs Umfeld.
    Was ich absolut nicht ab kann: Wenn ich die HG mal vergesse und jemand mit mir wie mit einem Greis oder einem
    der- Deutschen- Sprache- nicht- Mächtigen spricht, oder wenn jemand schlechte Witze über meine Hörschädigung macht. Ich kann über meine Schwäche, und ihr wisst, es kann zu skurrilen Missverständnissen kommen, gut lachen. Das berechtigt andere aber nicht, sich über mich lustig zu machen!
    Negative Erfahrungen habe ich noch keine gemacht und wenn ich mich ausgegrenzt fühle, ja das kommt vor, aber das will ja niemand extra, bitte ich um Rücksicht.

    Trail

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