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    AW: Zu dick, zu dünn-Essstörungen aus allen Sichtweisen

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Wenn eine regelmäßige Gewichtskontrolle und ein regelmäßiger bewusster Verzicht auf bestimmte Lebensmittel rein aus Gewichtsgründen die Indikatoren sind, dann sind wohl geschätzte 90% aller Frauen essgestört.
    Eben! Das liest man immer wieder und dann wäre ich auch eindeutig essgestört. So fühle ich mich aber nicht!
    Ein natürliches Essverhalten heißt für mich: essen, wenn man Hunger hat, das essen, worauf man Hunger hat und so viel, bis man satt ist.
    So ist es, und weil dieses instinktive "natürliche" Essen, ohne weiter daüber nachzudenken, bei mir sehr schnell zu Übergewicht führen würde, schalte ich lieber meine kleinen grauen Zellen ein.

    In der Anfangszeit der bricom hatten wir diese Diskussionen hier oft und dann wurde einem immer unterstellt, man sei nicht lebensfroh (die lustige Dicke) und qualvoll verbissen in der Entsagung, wenn man nicht stets und ständig drauflos äße.

    Als ob es nur "Lust" beim Essen gäbe ... !


    LG
    Lalique
    Do what makes your heart sing

  2. Inaktiver User

    AW: Zu dick, zu dünn-Essstörungen aus allen Sichtweisen

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Hallo zusammen,

    die Frage, wann genau eine Frau essgestört ist, stelle ich mir auch immer mal wieder. Wenn eine regelmäßige Gewichtskontrolle und ein regelmäßiger bewusster Verzicht auf bestimmte Lebensmittel rein aus Gewichtsgründen die Indikatoren sind, dann sind wohl geschätzte 90% aller Frauen essgestört.

    Ich kenne so gut wie keine Frau jenseits der 30, die sich keine Gedanken über ihr Gewicht macht. Ein natürliches Essverhalten heißt für mich: essen, wenn man Hunger hat, das essen, worauf man Hunger hat und so viel, bis man satt ist. Und das Ganze bei einem dauerhaft „normalen“ Gewicht (über die erlaubte BMI-Bandbreite könnte man an dieser Stelle natürlich trefflich streiten). Und genau das ist bei einem dauerhaft verfügbaren Überangebot an Nahrung und mit dem Alter immer geringeren Energieverbrauch sehr sehr schwer.
    Deshalb fangen die meisten Frauen irgendwann an, Maßnahmen zu ergreifen. Mehr Sport, eine Diät nach der anderen, dauerhafter Verzicht auf bestimmte Dinge, Ausgleichstage nach besonders üppigen Mahlzeiten etc. Sind das alles schon Essstörungen oder zumindest potenzielle Keime für Essstörungen?
    Macht man eine Essstörung am Über- oder Untergewicht fest?

    Ich finde, das ist ein sehr schwieriges Feld mit großen Grauzonen. Manch eine Frau, die eh schon dünn ist, nimmt bei Stress noch mehr ab. Auf der anderen Seite glaube ich, dass es nur verschwindend wenige sehr dünne Frauen gibt, die nichts dafür können. Die meisten essen doch sehr kontrolliert. Dasselbe gilt für die allermeisten dicken Frauen. Die wissen auch meist, woher ihr Gewicht kommt.

    Sicherlich gibt es auch genetische Faktoren. Zierlicher oder kräftiger Körperbau, schneller oder langsamer Stoffwechsel etc. Aber mit den Jahren fallen diese Faktoren oft nicht mehr so sehr ins Gewicht. Irgendwann bedeutet eine schlanke Figur für fast jede Frau Arbeit. Wie sehr man sich diese Arbeit bewusst macht, wie sehr man sie als Arbeit empfindet, ist wiederum unterschiedlich.

    Ich glaube auch, dass sich das gesellschaftliche Schönheitsbild in den letzten zwanzig, dreißig Jahren gewandelt hat. Dass heutzutage noch mal ein junges Mädchen gehänselt würde, weil es zu dünn ist, halte ich für ziemlich unwahrscheinlich. Im Zweifel würde man eher sagen: Du hast ja eine Model-Figur. Diesen Begriff gab es in meiner Jugend so noch nicht.
    Ich glaube auch, dass der Druck, bis ins hohe Alter schlank, straff und fit zu sein, immer mehr zunimmt. In der letzten „Brigitte“ war ein Dossier zum Thema „Welche Figur haben Sie in zehn Jahren?“. Unter den dort porträtierten Frauen war eine, die ein paar Kilo zu viel hatte (ich meine, sie wog so um die 72 Kilo bei einer Größe von 1,69m). Die Maßnahmen, die ihr empfohlen wurden, ließen mich glauben, dass sie demnächst an Herzverfettung stirbt, wenn sie nicht endlich gegensteuert. Auf der anderen Seite wurden selbst der fittesten und schlanksten Frau noch Verbesserungsvorschläge gemacht. Für mich klang das alles nach: man kann nie fit und schlank genug sein.

    Und da liegt für mich der Keim für jede kleinere oder größere Essstörung!

    Viele Grüße,

    Malina
    Toll geschrieben.

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    AW: Zu dick, zu dünn-Essstörungen aus allen Sichtweisen

    Ich finde es auch schon komisch, wenn jemand ganz genau weiß, was wie viel Kalorien enthält…

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    AW: Zu dick, zu dünn-Essstörungen aus allen Sichtweisen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Eine Madonna eher wohl nicht - denn das ist mühsam erkämpftes Aussehen/Gewicht, wie sie das wohl ein Leben lang halten wird?
    Wirkt künstlich und kommt in meinem Bekanntenkreis (Frauen und Männer) auch nur künstlich rüber - obwohl die Figur ja wirklich noch top ist.
    Ja, die Medien machen halt Meinung - wohl dem oder der Frau, die sich auch noch ihre eigene Meinung bewahren kann und einfach nur lächelnd diese Artikel liest.
    Nicht die Medien.

    Du selbst produzierst Meinung ... nämlich genau dadurch, dass du Madonna eine 'Top-Figur' bescheinigst und dies hier veröffentlichst.

    Du willst dich von 'den Medien' abgrenzen, vertrittst gewissermaßen und kurioserweise genau deren Meinung.

    VanDyck

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    AW: Zu dick, zu dünn-Essstörungen aus allen Sichtweisen

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    In der letzten „Brigitte“ war ein Dossier zum Thema „Welche Figur haben Sie in zehn Jahren?“. Unter den dort porträtierten Frauen war eine, die ein paar Kilo zu viel hatte (ich meine, sie wog so um die 72 Kilo bei einer Größe von 1,69m). Die Maßnahmen, die ihr empfohlen wurden, ließen mich glauben, dass sie demnächst an Herzverfettung stirbt, wenn sie nicht endlich gegensteuert. Auf der anderen Seite wurden selbst der fittesten und schlanksten Frau noch Verbesserungsvorschläge gemacht. Für mich klang das alles nach: man kann nie fit und schlank genug sein.
    Insbesondere anhand deiner letzten beiden Sätze könnte man den Dingen mal etwas mehr auf den Grund gehen ...

    Ja - das ist auch meine Überzeugung: in der Tat entwickelt sich das gesellschaftliche Leitbild immer mehr dahin, dass Frau tatsächlich niemals schlank und fit genug sein kann. Egal was sie tut und wie ihr körperlicher Zustand gerade ist.

    Da frage ich: Was für eine Funktion hat solch ein Leitbild? Wer profitiert in erster Linie davon? Und warum 'verinnerlichen' Frauen selbst immer mehr dieses Postulat?

    VanDyck

  6. Inaktiver User

    AW: Zu dick, zu dünn-Essstörungen aus allen Sichtweisen

    Ich glaube auch nicht das man in einem Internetforum, dieser ganzen Thematik gerecht werden kann.
    Bei Frauen werden zudem besonders kritische Maßstäbe angelegt,
    habe ich selber auch erleben müssen.
    Als ich, nach Entbindung , vor 2 Jahren zeitweise deutlich über 70 Kilo wog, was auch noch normal war, bekam ich ungefragt "Ratschläge", zum dünner werden, habe ein Jahr gestillt und nahm damit von selber ab,
    inzwischen schreien die gleichen Leute: du bist ja viiiiiel zu dünn (51 Kg bei 1,73) unterstellen Magersucht was nicht stimmt, es "stimmt" nie! Ich würde mir wünschen, dass bei den vielen beleibten Männern, die rumlaufen auch jüngere dabei, mal solche strengen "Maßstäbe" gelten würden, oder das das Problem der immer dicker werdenden Kinder endlich mal ernst genommen würde.
    In der Grundschulklasse meines Neffen (gute Wohngegend) gibt es gleich mehrere " moppelige" Kinder, als ich eingeschult wurde 1973, gab es nicht ein Kind, was wirklich dick war, unter uns.
    Weder "Dicke noch Dünne" sollte man über einen Kamm scheren und diskriminieren, alles hat seine Ursachen....

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    AW: Zu dick, zu dünn-Essstörungen aus allen Sichtweisen

    Ich wiege schon ewig und 7 Tage 73kg auf 183cm. Klar kann das auch mal schwanken und auch die Figur hat sich mit dem Älterwerden, 2 Schwangerschaften und durch Jahrzehnte Sport verändert.
    Vor der 1. Entbindung hatte ich 112kg. Ich hatte also fast 40kg zugenommen. Nach 1 Jahr war ich wieder bei 73kg. Mal esse ich mehr mal weniger, mal habe ich mehr, mal weniger hunger, mal komme ich zu mehr Sport, mal mache ich weniger.
    Essen ist wichtig. Aber ich glaube manche räumen ihm einfach zu viel Stellenwert ein. Das richtige Essen ist wichtig. Grade die Leute, die gerne Gemüse essen und Wasser süßen Getränken vorziehen, tun sich leichter, als Nudel und Cola Liebhaber.

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    AW: Zu dick, zu dünn-Essstörungen aus allen Sichtweisen

    Zitat Zitat von Lalique Beitrag anzeigen


    So ist es, und weil dieses instinktive "natürliche" Essen, ohne weiter daüber nachzudenken, bei mir sehr schnell zu Übergewicht führen würde, schalte ich lieber meine kleinen grauen Zellen ein.

    Tu ich auch. Trotzdem werd ich mein Lebtag lang Probleme mit dem Essen haben - ist halt so.
    Ich muss da wirklich sehr aufpassen und oft ist es einfach nur Frust

    Zitat Zitat von Lalique Beitrag anzeigen
    In der Anfangszeit der bricom hatten wir diese Diskussionen hier oft und dann wurde einem immer unterstellt, man sei nicht lebensfroh (die lustige Dicke) und qualvoll verbissen in der Entsagung, wenn man nicht stets und ständig drauflos äße.

    Als ob es nur "Lust" beim Essen gäbe ... !


    LG
    Lalique
    Du vergisst aber auch, das diese Threads meist in dem Tenor begannen:
    Bäh, pfui, igitt, ich habe eine Fette gesehen, die hatte mindestends Kleidergröße 42 -- wie kann man sich so gehenlassen, echt widerlich., das letzte.
    Und viele andere nahmen das zum Anlass, eine regelrechte Treibjagd auf dickere Frauen zu machen.
    Da kann man sich doch eigentlich nur so wehren.
    Alles Liebe, Nellie

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    WEDER HARTZER NOCH ARBEITSLOS. Trotzdem prügel ich nicht auf diese ein

  9. Inaktiver User

    AW: Zu dick, zu dünn-Essstörungen aus allen Sichtweisen

    Ob Cola+Nudeln oder Gemüse+Wasser ist eigentlich egal.

    Es ist eher die Menge, die wir essen. Früher aß man dreimal täglich und die Mahlzeiten waren nicht unbedingt kalorienarm. Kaffee und Kuchen gab es nur am Sonntag.

    Heute essen wir nur einmal täglich und zwar durchgehend von morgens bis abends auf der Straße, beim Arbeiten und beim Fernsehen. Für viele scheint dieses ständige essen ein Ersatz für den Schnuller zu sein.

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    AW: Zu dick, zu dünn-Essstörungen aus allen Sichtweisen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ob Cola+Nudeln oder Gemüse+Wasser ist eigentlich egal.

    Es ist eher die Menge, die wir essen. Früher aß man dreimal täglich und die Mahlzeiten waren nicht unbedingt kalorienarm. Kaffee und Kuchen gab es nur am Sonntag.
    Aber früher war es auch kein Problem, ab einem bestimmten Alter in die Breite zu gehen (Stichwort Wohlstandsbauch). Ich würde mal vermuten, dass Übergewicht früher mehr ein Altersproblem war und heute mehr zum Schichtproblem geworden ist.

    Ich glaube, dass der Zwang zu Schlankheit und Fitness durchaus auch bei den Männern angekommen ist. Wenn ich an die Bilder von Wirtschaftsbossen und hohen Politikern früherer Jahre denke... Heute muss man auch als Konzernvorstand noch in seiner Freizeit einen Marathon laufen.

    Gegen ein gewisses Maß an Fitness und ein durchschnittliches Gewicht ist ja an sich auch nichts zu sagen. Für die Gesundheit ist das allemal förderlich. Aber die Zwanghaftigkeit, einem bestimmten Bild entsprechen zu müssen und der Aufwand, den manche Menschen dafür treiben, finde ich schon bedenklich.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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