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  1. Administrator

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    Wie Ärzte Patienten behandeln: Die größten Ärgernisse

    Liebe Ärztinnen und Ärzte, können Sie und das mal erklären?

    - Warum können wir in der Sprechstunde selten ausreden?

    - Warum sollen wir immer mehr Behandlungen selbst zahlen?

    - Warum sitzen wir trotz Termins so lange im Wartezimmer?

    - Warum werden so viele Untersuchungen doppelt gemacht?

    - Warum denken manche Ärzte, wir stellen uns an wenn wir über Schmerzen sprechen?

    - Warum dauert es manchmal Jahre, bis simple Diagnosen gestellt sind?

    - Warum werden wir oft so behandelt, als könnten wir nicht selbst über uns entscheiden?

    Lesen Sie den Text "Dicke Luft in der Sprechstunde" aus der neuen BRIGITTE (ab 25. Februar am Kiosk) - und diskutieren Sie mit, als Patientin, als Arzt oder Ärztin!

    Viele Grüße
    Ihre BRIGITTE.de-Redaktion
    Geändert von BRIGITTE Community-Team (20.02.2009 um 11:49 Uhr) Grund: Link eingefügt
    Das BRIGITTE Community-Team ist Ihr Ansprechpartner bei Fragen, Wünschen oder Problemen rund um die Community. Schreiben Sie uns gerne eine PN oder eine E-Mail.

  2. Inaktiver User

    AW: Wie Ärzte Patienten behandeln: Die größten Ärgernisse

    Da bin ich aber mal gespannt wie ein Flitzebogen......!

  3. Inaktiver User

    AW: Wie Ärzte Patienten behandeln: Die größten Ärgernisse

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Liebe Ärztinnen und Ärzte, können Sie und das mal erklären?

    - Warum können wir in der Sprechstunde selten ausreden?

    - Warum sollen wir immer mehr Behandlungen selbst zahlen?

    - Warum sitzen wir trotz Termins so lange im Wartezimmer?

    - Warum werden so viele Untersuchungen doppelt gemacht?

    - Warum denken manche Ärzte, wir stellen uns an wenn wir über Schmerzen sprechen?

    - Warum dauert es manchmal Jahre, bis simple Diagnosen gestellt sind?

    - Warum werden wir oft so behandelt, als könnten wir nicht selbst über uns entscheiden?

    Lesen Sie den Text "Dicke Luft in der Sprechstunde" aus der neuen BRIGITTE (ab 25. Februar am Kiosk) - und diskutieren Sie mit, als Patientin, als Arzt oder Ärztin!

    Viele Grüße
    Ihre BRIGITTE.de-Redaktion
    Gegenfrage:
    Warum ist es so schwer, korrektes Deutsch zu schreiben?

  4. User Info Menu

    AW: Wie Ärzte Patienten behandeln: Die größten Ärgernisse

    - Warum können wir in der Sprechstunde selten ausreden?

    Das hängt u. a. damit zusammen, dass aufgrund verschiedener Faktoren immer weniger Zeit für das Wichtigste, das Arzt-Patientengespräch bleibt (auch sehr zum Bedauern der Ärzte).

    Beispiel Bürokratie: in einer 7 Länder Vergleichsstudie aus dem Jahre 2007 wurde festgestellt, dass deutsche Hausärzte pro Woche durchschnittlich 6,8 Stunden mit Bürokratie beschäftigt sind, in Australien nur 1,5 Stunden.

    Beispiel: häufige Arzt-Patientenkontakte:
    Deutschland ist in der Zahl der Arzt-Patientenkontakte weltweit führend: Jeder Deutsche ging 2007 18 mal zum Arzt!! In der Schweiz und in Schweden sind es nur halb so viel Kontakte: Sind die Schweizer oder Schweden deswegen medizinisch schlechter versorgt?? Es gibt manche Patienten, die mit der 10 Euro Eintrittskarte wg. Bagatellen zum Arzt gehen, da fehlt dann manchmal die Zeit für wichtige Gespräche.

    Beispiel: Pseudonotfälle: Leider gibt es einige schwarze Schafe, die sich wg. angeblicher Notfälle ohne Termin unbedingt behandeln lassen wollen. So lassen sich keine Termine halten. Der Arzt ist aber zur Behandlung verpflichtet, wenn er das Gegenteil nicht beweisen kann. (Sicherlich gibt es auch Ärzte, die ein schlechtes Terminmanagement haben).

    - Warum sollen wir immer mehr Behandlungen selbst zahlen?

    Müssen Sie gar nicht. Fragen Sie im Zweifelsfall Ihren Hausarzt ("igeln" sehr viel weniger), welche Untersuchung Sinn macht und welche nicht.

    - Warum sitzen wir trotz Termins so lange im Wartezimmer?

    Siehe oben

    - Warum werden so viele Untersuchungen doppelt gemacht?

    Wenden Sie sich an einen Hausarzt Ihres Vertrauens, der berät Sie, welche Untersuchung Sinn macht und welche nicht ("Lotsen"-Funktion). Besser, als von Facharzt zu Facharzt zu wechseln, die kennen den Patienten meist nicht so gut wie der Hausarzt.

    - Warum denken manche Ärzte, wir stellen uns an wenn wir über Schmerzen sprechen?

    Wenn Sie sich nicht ernst genommen, machen Sie Gebrauch von der freien Arztwahl.

    - Warum dauert es manchmal Jahre, bis simple Diagnosen gestellt sind?

    Manche Diagnosen sind manchmal gar nicht so einfach, wie es scheint. Hinterher ist man meist schlauer.

    - Warum werden wir oft so behandelt, als könnten wir nicht selbst über uns entscheiden?


    Wie gesagt, nutzen Sie die freie Arztwahl.

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    AW: Wie Ärzte Patienten behandeln: Die größten Ärgernisse

    Es scheint mir zwei Gruppen von engagierten Akademikern zu geben, die es den Bürgern kaum recht machen können: Lehrer und Ärzte.
    Hier Antworten auf die Fragen aus der ärztlichen Perspektive:

    1.) Warum können wir in der Sprechstunde selten ausreden?
    Zum einen: ist es wirklich so? Werden die zig Millionen Patienten, die in Deutschland einen Arzt konsultieren, alle grauenhaft schlecht behandelt und im Gespräch abgewürgt?
    Zum anderen: die klassische Anamneseerhebung beginnt mit einer offenen Frage. In dieser ersten Antwort sind meistens schon wichtige Hinweise auf die Hauptsymptome enthalten, daher wird der Arzt/die Ärztin jetzt mit geschlossenen Fragen weitermachen. Das kann man auch als "nicht ausreden lassen" interpretieren.

    2.) Warum sollen wir immer mehr Behandlungen selbst zahlen?
    Siehe den Beitrag von Edewolf.

    3.) Warum sitzen wir trotz Termins so lange im Wartezimmer?
    Man ist zwar als Arzt bemüht, möglichst effektiv zu arbeiten, aber die Patienten können natürlich nicht am Fließband abgearbeitet werden! Jeder möchte ausreden, s. Frage 1; es gibt Untersuchungen, die mal sehr schnell gehen, mal einfach lange dauern, weil die Untersuchungsbedingungen schwierig sind; es gibt "Pappenheimer", die mit Nicht-Notfällen die Planung durcheinanderbringen; und es gibt die echten Notfälle, um die man sich kümmern muß. Die Reihenfolge, in der Patienten aufgerufen werden, richtet sich dann nach der medizinischen Notwendigkeit.

    4.) Warum werden so viele Untersuchungen doppelt gemacht?
    Wir Ärzte sind froh und dankbar, wenn die Patienten komplette Arztberichte dabeihaben! Ist aber leider nicht die Regel.
    Man kann durchaus als Patient auch Bescheid sagen, wenn eine Untersuchung bereits durchgeführt wurde.. Wichtig ist dann eben, daß die Untersuchung noch nicht zu lange her ist und daß der Befund schriftlich vorliegt. Selbst dann kann eine Kontrolluntersuchung erforderlich sein.

    5.) Warum denken manche Ärzte, wir stellen uns an, wenn wir über Schmerzen sprechen?
    Es ist im Gegenteil sogar bekannt, daß Frauen zu wenig über Schmerzen sprechen, das ist ein häufiger Grund dafür, daß Herzinfarkte oder ihre Vorboten bei Frauen zu spät erkannt werden.
    Gerade atypische Beschwerden sind oft nicht leicht zu erfragen!
    Außerdem überwiegt m.E. die Anzahl der Ärzte, die Schmerzen ihrer Patienten ernstnehmen, bei weitem. Ansonsten müßten tagtäglich hunderttausendfach krasse Behandlungsfehler durch Übersehen von Warnsymptomen passieren.

    6.) Warum dauert es manchmal Jahre, bis simple Diagnosen gestellt sind?
    Ganz ehrlich: weil sie nicht simpel sind. Sonst wäre zur Ausübung der Heilkunde auch keine (mindestens) zehnjährige Aus- und Weiterbildung erforderlich.

    7.) Warum werden wir oft so behandelt, als könnten wir nicht selbst über uns entscheiden?
    Auch das halte ich für eine Pauschalisierung. Ein "vernünftiger" Arzt wird einen Therapieplan für eine Erkrankung aufstellen und diesen dem Patienten vorschlagen. Wenn dabei Einwilligungen des Pat. erforderlich sind, wird er ihn aufklären und erklären, warum er das Risiko des Eingriffes im Hinblick auf den zu erwartenden Nutzen für vertretbar hält. Die Einwilligung ist die Entscheidung des Patienten, man kann auch ablehnen! Im Rahmen der Aufklärung sollte auch zur Sprache kommen, daß man einen Eingriff ablehnen kann, und was wahrscheinlich passiert, wenn man den Eingriff nicht macht, therapeutische Alternativen usw. usf.

    Andererseits, liebe Patienten: der Arzt ist wirklich der Profi, und wird Ihnen in aller Regel nach bestem Wissen Therapien anbieten. Wenn Sie in einem anderen Zusammenhang sich z.B. beim Hausbau oder bei einer Autoreparatur beraten lassen würden, würden Sie dann auf Ihrer eigenen Meinung beharren? Ein Beispiel: es regnet herein, weil ein Loch im Dach ist. Der Dachdecker sagt: klar, ist ein kleines Loch, mache ich Ihnen wieder zu, dann hört es auf, hereinzuregnen.
    Würden Sie als mündiger Bürger ernsthaft sagen: nein, nein, das Loch geht von alleine wieder zu, ich möchte nichts machen lassen?

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    AW: Wie Ärzte Patienten behandeln: Die größten Ärgernisse

    Ich habe noch eine schöne Frage: warum werden alte Menschen nicht ernst genommen? Weil sie leicht zu verdummen sind????


    Meine Mutter, 83, geht zum Arzt. Hat einen Hexenschuß. Sie bekommt Diclophenac. Darf sie nicht nehmen, wegen einer Darmsache mit Blutungen. Was sie aber vergessen hatte, da sie sich mit Medikamente nicht so auskennt.

    Wir Kinder sagen, sie soll nochmals hingehen, sich vielleicht auch eine Spritze geben lassen. Und den Arzt bitte darauf hinweisen, dass Diclo. ihr früher schon verboten worden ist.

    Sie kommt heulend zurück, weil der Arzt ihr gesagt hat, dann wären ihre Schmerzen wohl nicht so stark, und sie solle sich nicht so anstellen... Und Spritzen gegen Hexenschuß würden die Krankenkassen längst nicht mehr bezahlen.....

    Und fragt uns Kinder, was sie nun machen soll....


    Solche Ärzte lieben wir doch, oder???
    oooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo


    .... das wird schon.....


    oooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo

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    AW: Wie Ärzte Patienten behandeln: Die größten Ärgernisse

    Zitat Zitat von Atropabelladonna Beitrag anzeigen
    Es scheint mir zwei Gruppen von engagierten Akademikern zu geben, die es den Bürgern kaum recht machen können: Lehrer und Ärzte.
    und Bahnchefs.

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    AW: Wie Ärzte Patienten behandeln: Die größten Ärgernisse

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Liebe Ärztinnen und Ärzte, können Sie und das mal erklären?

    - Warum sollen wir immer mehr Behandlungen selbst zahlen?
    Das sind keine Entscheidungen des einzelnen Arztes, sondern politische Entscheidungen, ausgekungelt zwischen der Politik und den Standesvertretern, sprich Lobbyisten.

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    AW: Wie Ärzte Patienten behandeln: Die größten Ärgernisse

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Liebe Ärztinnen und Ärzte, können Sie und das mal erklären? [...]
    Ich bin weder Ärztin noch Arzt, möchte aber dennoch etwas anmerken:


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    - Warum sitzen wir trotz Termins so lange im Wartezimmer?
    Was die beiden hier mitschreibenden Ärzte angeführt haben, kann ich zwar nachvollziehen, frage mich aber:
    Warum gibt es immer wieder Praxen, in denen Wartezeiten höchstens 15 Minuten betragen? Quer durch alle Facharztrichtungen!

    Wenn ich bei den Ärzten, bei denen man lange warten muss, einen Blick ins Terminbuch werfe, finde ich immer die Termine doppelt bis teilweise dreifach besetzt.
    Gut, vielleicht sagt mal einer ab - aber dennoch sind das genau die Ärzte, bei denen man Lebens-Zeit mit Warterei verbringt.

    Den Hinweis von Edewolf auf die freie Arztwahl finde ich sehr zynisch.
    Man sieht es dem Arztschild nicht an, wie die Organisation und der Mensch Arzt ist.
    So landet man bei vielen Ärzten, über die man klagen kann, bis man den einen findet, er in Ordnung ist.

    Außerdem gibt es oft äußere Umstände die einen "zwingen", zu einem bestimmten Arzt zu gehen, nicht jeder hat die Möglichkeit und Mobilität, weiter entfernte Ärzte aufzusuchen.
    Und oft ist man mit dem Arzt an sich zufrieden und nimmt zähneknirschend 2 und mehr Stunden Warterei trotz Termines auf sich.

    Meiner Ansicht nach wird er kranke Mensch immer noch zu oft als Bittsteller und nicht als zahlender Kunde behandelt.
    Auch wenn es nicht viel Geld/Patient gibt - er ist es, der den Arzt finanziert.

    HexeVersteckse
    "Ich würde mich gern geistig mit dir duellieren, aber ich sehe, du bist unbewaffnet."

  10. User Info Menu

    AW: Wie Ärzte Patienten behandeln: Die größten Ärgernisse

    Warum können wir in der Sprechstunde selten ausreden?
    warum werde ich nicht unterbrochen, höchstens durch gezielte Nachfragen?

    Warum sollen wir immer mehr Behandlungen selbst zahlen?
    Warum weist mich mein Arzt, der eine bestimmte Igel-Leistung anbietet, darauf hin das diese Igel-Leistung für mich keinen Sinn macht?

    Warum sitzen wir trotz Termins so lange im Wartezimmer?
    Weil ich kurzfristig einen Notfalltermin bekommen habe. In allen anderen Fällen ist die Wartezeit maximal 1/2 Stunde.

    Warum werden so viele Untersuchungen doppelt gemacht?
    Warum werde ich nach bisherigen Befunden gefragt? Wenn Untersuchungen doch nochmal gemacht wurden dann weil die ersten auffällig waren oder lückenhaft/mangelhaft.

    Warum denken manche Ärzte, wir stellen uns an wenn wir über Schmerzen sprechen?
    Ich weiss nicht was mein Arzt denkt, aber wenn wurde ich gefragt warum kommen Sie erst jetzt?

    Warum dauert es manchmal Jahre, bis simple Diagnosen gestellt sind?
    Simple Diagnosen wurden gleich gestellt. Alle anderen waren nicht simpel.

    Warum werden wir oft so behandelt, als könnten wir nicht selbst über uns entscheiden?
    Weil ein Arzt eine mehrjährige Ausbildung hat. Trotzdem weiß er das eine Therapie nur dann gemacht wird und damit eine Erfolgschance hat, wenn ich als Patient hinter dieser Entscheidung steht.


    W a r u m gibt es mittlerweile mehr Ärzte zu denen ich n i c h t mehr gehe, als Ärzte zu denen ich noch gehe.
    Weil es Ärzte gibt, die einen ausreden lassen, keine unsinnigen Untersuchungen für teures Geld anbieten, mich nicht lange warten lassen, mich ernst nehmen, auch komplexe/seltene Diagnosen nicht auser Acht lassen und auf meine Gedanken/Wünsche zur Therapie eingehen - die muss man nur finden.

    Und nein ich bin keine Privatpatientin.
    Juhu ich bin übergewichtig!

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