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    Bewusster Konsum Ohne Verzicht?

    Liebe Community,

    seit ein paar Wochen bin hier "stiller Mitleser" im Forum und habe mich jetzt endlich selber angemeldet.

    Seit einiger Zeit treibt mich das Thema "bewusster Konsum" um. Ich habe das Gefühl, dass viele Menschen sich gar keine Gedanken machen, was sie zu sich nehmen und welche Auswirkungen es auf sich und die Umwelt hat.

    Klar, in den Städten ist dieses Bewusstsein schon da, aber gerade auf dem Land, wo meine Eltern wohnen, wird sich um Zutaten und Inhaltsstoffe wenig geschert.

    Privat verzichte ich seit längerem schon auf Fleisch. Auch beim Thema Koffein und Zucker passe ich immer mehr auf.

    Wie ist das denn bei Euch so? Gibt es Punkte in eurem Leben, bei denen Ihr genau auf Euren Konsum achtet? Es muss ja gar nicht die Ernährung sein - auch beim Medienkonsum oder beim Reisen kann man achtsamer konsumieren.

    Ich freue mich auf den Austausch!

    Viele Grüße,

    Bohne13

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    AW: Bewusster Konsum Ohne Verzicht?

    Liebe Bohne,

    das Thema treibt mich auch um und macht das Leben zunehmend kompliziert. Ich achte auf Nullverpackung, klappt aber oft nicht, denn ich lebe und konsumiere oft in der CH, und hier ist Bio immer in Plastik verpackt...
    Aber ich fahr dann halt über die Grenze zum Bioladen, zum hiesigen Unverpackt-Laden, der immens teuer ist, oder ich kann halt mal nicht auf meine heissgeliebten Bio-Weintrauben in Plastik verzichten.

    Dann versuche ich, (mit wechselndem Erfolg), Produkte von der Kuh immer mehr einzuschränken und immer veganer zu werden. Ich sehe schon ein, dass Kuhmilchprodukte schlecht fürs Klima sind und fürs Tierwohl, denn wenn die Produkte "Bio" sind, heisst das noch lange nicht, dass die Tiere gut gehalten werden...

    Was schwierig ist, denn ich habe auch Histaminintoleranz, andere Unverträglichkeiten und Lebensmittelallergien. Hülsenfrüchte, Nüsse etc gehen nur sehr begrenzt (Hülsenfrüchte eigentlich garnicht, ausser mit Daosin...)

    Ach so, Sachen vom toten Tier esse ich sowieso nicht. Ich mag das schon gerne, aber das geht einfach für mich nicht.

    Zunehmend mache ich, je nach Zeit, immer mehr selbst, gestern Abend der erste Versuch mit selbst fermentierter Hafermilch, sehr vielversprechend! Fermentieren wollte ich sie deshalb, weil ich keine Lust habe auf dickflüssigem Porridge im Kaffee, der entsteht, wenn man Haferflüssigkeit einfach so in den heissen Kaffee hineingibt...

    ich wünsche angeregte Diskussionen!

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    AW: Bewusster Konsum Ohne Verzicht?

    Hey free_spirit,

    danke Dir für die schnelle Antwort und die spannenden Infos.
    Ja, das mit dem BIO-Siegel ist schon ein großes Problem, da gerade im Discounter die Produkte ja nur minimal teurer sind als die "normalen" und wenn man dort mal hinter die Kulissen schaut, kann da eigentlich etwas nicht stimmen.

    In meiner Heimat schaffen es auch immer mehr "unverpackt"-Läden einen Kundenstamm aufzubauen, das finde ich natürlich klasse - hoffentlich schaffen es diese Geschäfte durch die zweite Welle,

    Wie ist denn die Hafermilch gelungen? Gibts bei Dir zu so später Stunde noch Kaffee, oder lieber immer ein wenig "im Kühlschrank" haben? :-)

    Liebe Grüße!

  4. Moderation

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    AW: Bewusster Konsum Ohne Verzicht?

    Ich kaufe bevorzugt auf dem (Bauern)Markt, im Hofladen, in Bioläden, beim Jäger, und im Fair-Trade-Laden. Das läßt sich noch über eine Mitgliedschaft in solidarischer Landwirtschaft, oder das Abonieren von Lebensmittelkisten verbessern, was ich derzeit noch nicht tue, weil ich nicht sicher bin, mit der Orga klarzukommen.

    Ich sehe zu, daß ich in der Kantine esse, die sich stark um Regionalität und Nachhaltigkeit bemüht, und nicht am Dönerstand, wo es weniger kostet.

    Aber ich folge dem Pareo-Prinzip: Ich ernte die niedrig hängenden Früchte, statt viel Aufwand auf die hoch hängenden zu verwenden. Und Verzicht, der mein Leben wirklich ärmer machen würde, ist eine hoch hängende Frucht. Also gehe ich zu meinem Lieblingsitaliener und nicht ins Bio-Lokal wo die Pasta vage an Grießbrei erinnern, esse französische Käses statt heimischer, und greife zur Dosensuppe, bevor ich hungrig zu Bett gehe.

    Ich habe den Vorteil, daß ich das Geld habe, und es in meiner Stadt die Läden und die Lebensmittelhandwerker und die Märkte und all das gibt. Wenn ich noch auf dem Land leben würde, wo einmal die Woche mit dem Auto für den Wocheneinkauf zum Supermarkt in der Kreisstadt gefahren wird, sähe das ganz anders aus.

    An anderen Stellen ist das mit dem bedächtigen Konsum einfacher, weil es a) Einkaufsaufwand und b) viel Geld spart, lange nachzudenken, bevor man etwas (neu) kauft, und es im Zweifelsfall eher nicht zu kaufen. Aber Essen muß man jeden Tag...
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Bewusster Konsum Ohne Verzicht?

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Wenn ich noch auf dem Land leben würde, wo einmal die Woche mit dem Auto für den Wocheneinkauf zum Supermarkt in der Kreisstadt gefahren wird, sähe das ganz anders aus.

    .
    Land, mit Supermarkt. ich fahr einmal in der Woche in die Stadt, um vom Bauern vom Land zu kaufen, was gut und teuer ist. Aber es ist preis-wert, Karotten und Radieschen und Tomaten sind nicht Wasser in Gemüseform. Weil ich selbst Gemüse ziehe, weiß ich, wieviel Arbeit drin steckt. Auch wenn nicht alles zertifiziert bio ist, ist es das de facto. ansonsten wie das wusel, bewusstes Einkaufen kostet definitiv mehr Zeit als Supermarkt. Warum ich das mache? Weil ich es mir wert bin. weniger ist mehr, also auch keine Billigklamotten. Nur ist teuer nicht automatisch gut und bei allem Bemühen der Hersteller kann man Müesli-Outfit meist auch nachts bei Stromausfall erkennen
    wir müssen nicht hundertpro gewissensrein handeln, aber den Kompass habe ich danach ausgerichtet, das läuft weitgehend automatisiert.

    auch dem W-Fazit stimme ich zu: so mancher Konsumwunsch wartet so ungern wie ich. dauerts ihm zu lange, verschwindet er

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    AW: Bewusster Konsum Ohne Verzicht?

    Vor vielen Jahren waren ich eine Umwelt sau.... Nicht weil mir alles egal war, sondern weil ich die Zusammenhänge nicht verstanden habe.

    Heute? 100% bin ich immer noch weit entfernt.

    Die Sneaker/Handy hergestellt in china und den weiten Weg hierher gemacht.... Trotzdem will ich nicht darauf verzichten.

    Ja, ist so. Mach ich immer noch ohne schlechtes Gewissen.

    Lebensmittel? Puh.... Sehr durchwachsen.

    Einen Teil fleisch/wurst/Gemüse (wenn nicht vom eigenen Garten) wird bei verschiedenen Bauern gekauft.

    Basics (mehl/zucker/Kaffee) kauf ich weiterhin im normalen Supermarkt.

    Für Milchprodukte direkt zum milchbauern, der einen hofladen hat. Dort gibt es auch Eier und Nudeln....

    Und dann fahr ich zwischendurch doch wieder zum Lidl für den Rest.

    Oder esse Obst aus weiter Ferne..... Im onstladen meines vertrauens.

    Ich muss aber auch zugeben, daß die Änderung wegen dem Geschmack begonnen hat. Umweltfaktoren sind ein willkommener Bonus.

    Ich fahre immer noch viel zu viel mit dem Auto... Was ich eigentlich auch mit dem Fahrrad machen könnte.

    Ich habe noch viel Raum zu Verbesserung.


    Ich war und bin ein Fleisch Esser. Aber mittlerweile muss nicht mehr täglich Fleisch auf dem Teller sein. Heute gehe ich auch gerne mal in ein vegetarisches Lokal, das wäre früher undenkbar gewesen ;)
    Before you argue with someone, ask yourself, is that person even mentally mature enough to grasp the concept of different perspectives. Because if not, there's absolutely no point.

    Grab nicht zu weit in dem Mist rum, dann stinkt's nur noch mehr. Geh davon weg, und merk dir, wie's gerochen hat, damit du beim nächsten Verlierer früher Lunte riechst. (Zitat Wildwusel)

  7. User Info Menu

    AW: Bewusster Konsum Ohne Verzicht?

    Das Bewusstsein bezüglich des eigenen Konsums wurde in den letzten Jahren schon stark geschärft. Früher hab ich mir auch um nichts Gedanken gemacht, was vielleicht auch der Jugend und einfach Unwissenheit geschuldet war, da dachte ( meine Generation ) noch nicht so tief über die Dinge nach, wie es die jetzige Jugend macht.

    Heute denke ich schon stärker darüber nach was ich esse, kaufe, wohin ich fahre usw. und in vielen kleinen Dingen habe ich mein Verhalten auch geändert im Gegensatz zu früher. Trotzdem muss man auch etwas die Kirche im Dorf lassen und darf nicht dazu übergehen, sich für jede Handlung schuldig zu fühlen, die vielleicht für irgendetwas/-jemanden nachteilig oder potentiell schädlich sein könnte. Dann kann man nämlich gar nichts mehr tun und müsste die eigene Existenz in Frage stellen, wenn man wirklich JEDEN Punkt bis zuende denken würde...

    Manchmal kommt mir diese ganze Debatte vor, als würde man versuchen einen Teppichboden zu verlegen. An irgendeiner Stelle verschiebt sich immer etwas, wirft Falten, wird schief oder ungerade. Und am Ende muss man einen Kompromiss eingehen.

  8. User Info Menu

    AW: Bewusster Konsum Ohne Verzicht?

    Zitat Zitat von bohne13 Beitrag anzeigen
    Wie ist das denn bei Euch so? Gibt es Punkte in eurem Leben, bei denen Ihr genau auf Euren Konsum achtet? Es muss ja gar nicht die Ernährung sein - auch beim Medienkonsum oder beim Reisen kann man achtsamer konsumieren.
    Schöner Strang.

    Kein Auto, keine Flugreisen, das Smartphone ist immer Second-Hand.

    Ich bemühe mich, bei Kleiung und Schuhen auf Impulskäufe zu verzichten. (Das klappt leider nicht immer.) Kaputte Absätze lasse ich richten, statt das nächste Paar Schuhe zu kaufen.

    Ich würde gerne Verpackungsmüll sparen, aber da komme ich an meine Grenzen. Ich muss die Einkäufe irgendwie nach Hause schleppen, da ist der Unverpacktladen in der nächsten Stadt keine sinnvolle Option.

  9. VIP

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    AW: Bewusster Konsum Ohne Verzicht?

    Ich lebe auf dem Land, arbeite aber in der Stadt.

    Mein Fehler: Ich fahre täglich mit dem Auto, habe dort aber einmal in der Woche einen Wochenmarkt, den ich in der Mittagspause besuche. Zu unserem Unverpacktladen fahre ich auf dem Rückweg nach Hause. Ich kaufe seit vielen Jahren weder bei Aldi oder Lidl, auf das, was ich weder im Unverpackt noch auf dem Markt bekomme, versuche ich zu verzichten.

    Klappt auch nicht immer, gelegentlich fahre ich doch zu DM oder zu Rewe, das ist aber die Ausnahme.

    Mir geht es gut damit, ich habe dann kein so schlechtes Gewissen mehr, dass ich das Auto werktäglich benutze.

    Fleisch gibt es bei uns auch seit vielen Jahren nicht mehr, Plastik ebenso. Also ist das für uns der beste Weg.

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    AW: Bewusster Konsum Ohne Verzicht?

    Naja, ich stelle immer mehr fest, dass man eigentlich eher auf Konsum verzichten müsste. Ich weiß nur nicht wie. Es wäre schön, wenn diesbezüglich bei mir der Knoten platzen könnte.

    Ich zum Beispiel möchte nun nicht mehr in meinem bisherigen Lieblingsversandhaus bestellen. Ich habe das jetzt auch schon zwei Monate durchziehen können. Kann ich ja schon stolz sein. Denn seit Jahren bestelle ich dort regelmäßig meine Kleidung. Ich war so entsetzt, weil auch dieses Versandhaus Gewinner der Coronakrise ist und trotzdem Stellen abbaut im Inland, um diese günstig ins Ausland auszulagern und damit zusätzliche Transportwege erzeugt - also auch noch die Umwelt weiter belastet.

    Ich habe schon vor Jahren damit begonnen, Produkte von gewissen Konzernen, die Raubbau an Mensch und Natur vornehmen, ganz zu meiden. Da wird ja immer mal was aufgedeckt von mutigen Journalisten. Die setzen ja ihr Leben dafür aufs Spiel, um an heikle Informationen und Beweise heran kommen zu können. Ich finde, darüber wird viel zu wenig berichtet.

    Dieses Thema hier ist so vielschichtig, dass man gar nicht weiß, womit man anfangen soll. Da geht es nicht nur darum, unverpackt oder Bio zu kaufen. Und genau deswegen habe ich schon darüber nachgedacht, meinen Konsum einmal grundlegend zu überdenken und so stark wie es nur geht abzubauen.
    Wir kommen zum Mond, aber nicht mehr an die Tür des Nachbarn.

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