Hallo,
wie ist das eigentlich, ist die Wandlung zum Pflanzenesser wirklich Tierschutz?
Denn es ist doch nun mal so, das die Schaffung oder der Erhalt von Agrarflächen den Lebensraum so einiger wilder Tiere bedroht, von Vögeln über Fledermäuse, Hamster, Rehe, Hirsche bis zu kleinsten Insekten. Durch die Düngerei werden die Flüsse und Seen belastet usw.
Mal angenommen, alle Menschen dieses Landes würden sich nur noch vegetarisch ernähren, müssten dann nicht enorme Waldflächen gerodet- oder Naturschutzgebiete zu Agrarflächen umgewandelt werden um den enormen Bedarf zu decken?
Die Folgen wären sicher furchtbar, das Grundwasser wäre belastet, etliche Tierarten würden bei uns aussterben und wehe es gibt eine schlechte Ernte, weil das Wetter nicht mitspielt, was kostet dann
1kg Mehl?
Was meint ihr, liege ich so falsch mit meiner Annahme?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 231
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04.04.2013, 17:40
Ist vegetarische oder vegane Ernährung wirklich Tierschutz?
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04.04.2013, 18:20
AW: Ist vegetarische oder veganische Ernährung wirklich Tierschutz?
Ja, Du liegst falsch.
Die agrarfläche, die für den anbau von futterpflanzen für die tiermast gebraucht wird, ist wesentlich grösser als die, die für direkten verbrauch durch den menschen nötig wäre.
z.b.: http://www.brot-fuer-die-welt.de/fil...Ernaehrung.pdfGeändert von daggy5gram (04.04.2013 um 18:24 Uhr)
nichts ist wie es scheint
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04.04.2013, 18:44
AW: Ist vegetarische oder veganische Ernährung wirklich Tierschutz?
Kuck an, das hätte ich nie im Leben gedacht.
Zwar habe ich auch im Netz gesucht, aber wohl einfach die falschen Schlagworte benutzt und bin zu keinem Ergebnis gekommen.
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04.04.2013, 19:02
AW: Ist vegetarische oder veganische Ernährung wirklich Tierschutz?
Soja ist eine Ölsaat und wird zur Ölgewinnung angebaut. Nach Pressung entsteht ein Ölkuchen bzw. Presskuchen, der Abfallprodukt der Ölgewinnung ist und etwa 80% der Festmasse ausmacht. (Von daher ist der Bericht nicht falsch) Dieser wird als Tierfutter verkauft. Wobei unsere Rindviecher nur teilweise von dem Zeug ernährt werden, da eine 100% Ernährung damit zum Tode führen würde.
Die Fleischproduktion ist also ein Subventionselement für Speiseöl und Biotreibstoff, da diese durch den Verkauf der Restprodukte aus der Ölpressung billiger werden können. Also: Kein Biosprit kein billiges Speiseöl kaufen.
Vieh frisst vor allem Heu und Gras, also Grundstoffe, die der Mensch nicht nahrungstechnisch nutzen kann. Vieh kann so auch auf Flächen gehalten und ernährt werden, die nicht für Ackerbau geeignet sind.
(Zur Sojaproduktion usw. siehe Wikipedia, der Artikel ist sehr gut mit Quellen belegt)Ein Verstand, der einmal
durch eine neue Idee über sich hinaus wuchs,
kehrt niemals
zu seiner ursprünglichen Form zurück.
[Oliver Wendell Holmes]
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04.04.2013, 20:18Inaktiver User
AW: Ist vegetarische oder veganische Ernährung wirklich Tierschutz?
Das stimmt für die extensive Tierhaltung nicht. Gefüttert wird mit Futterpflanzen allen voran Mais, aber auch anderen. Extensive gehaltene Tiere werden wenig bis gar nicht auf Weiden gehalten, sondern in Ställen. Besonders Schweine werden dabei unter extrem kontrollierten Bedinungen gehalten inklusive Klimaanlage und Co.
Und selbst Kühe, die draußen gehalten werden, stehen im Normalfall auf Hochleisungsgräsern, die Mono-Kulturen sind und nicht an die Böden angepasst sind. Diese Gräser wachsen nur auf guten Böden - also genau da, wo auch die meisten anderen ertragreichen Feldfrüchte angebaut werden.
Nicht alle Vegetarier und Veganer nehmen sonderlich viel Soyaprodukte zu sich - es macht also wenig Sinn Tierhalung und Sojaherstellung vergleichen zu wollen.
Wir Menschen beuten die Erde aus - je nach Lebenmodell mehr oder weniger. Auch ein Veganer beutet die Erde aus so er in irgendeiner Form an dem normalen Leben auf dieser Erde teilnehmt. Jeder muss für sich selbst entscheiden wo und wie er sich einschränken kann oder will. Der eine fühlt sich mit Biofleisch wohl, der andere lebt vegan usw.
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04.04.2013, 21:09
AW: Ist vegetarische oder veganische Ernährung wirklich Tierschutz?
extensive bzw. intensive Tierhaltung bezieht sich lediglich auf die Großvieheinheiten pro Hektar Land. Wie dieses Land genutzt wird ist sehr unterschiedlich, es gibt Möglichkeiten zur Beweidung, aber auch zur Futterproduktion. Almen z.B. eignen sich eher nicht zum Ackerbau, werden daher aber als Weideflächen genutzt. Bestimmte Flächen eignen sich nicht zum Ackerbau, werden aber als Grünlandflächen zur Viehfutterproduktion genutzt.
Rinderfutter, insbesondere für die Rindermast, weist tatsächlich einen hohen Maisanteil, Silage und Fasern, einschliesslich Heu (welches teuer ist) u. a. in loser Mischung auf. Heu kann durch Stroh, insbesondere Weizenstroh ersetzt werden. Mais ist allerdings nicht unbedingt nötig, wird aber zu einer höheren Fleischausbeute genutzt. Im Grunde ist eine Weidefütterung sehr gut (auch für das Endprodukt):
http://www.landwirtschaft.sachsen.de...fuetterung.pdfWeidefutter ist auf Grund seiner vielseitigen Zusammensetzung das für Wiederkäuer einzige Alleinfutter, das nur bei hohen Tierleistungen einer Ergänzungsfütterung bedarf.
Die Kuh, die glücklich auf der Weide steht, hat nicht nur ein besseres Leben, sie gibt auch eine bessere Milch. Denn entscheidend für die Qualität der Milch ist, was die Kuh frisst. Eine Kuh, die mit Gras, Heu und Gras-Silage gefüttert wurde, produziert Milch, die mehr gesunde Fettsäuren enthält als die Milch einer Kuh, die mit Mais und viel Kraftfutter gefüttert wurde.
Das Futter macht's: Milch ist nicht gleich Milch - Greenpeace, Artikel zum Thema Gentechnik
Die früher vorhandenen Salzwiesen, von Kühen geweidete Magerrasen, pflanzen- und tierreiche Niedermoorstandorte oder durch die unterschiedlichen Mähzeiten und Mähtechniken ausdifferenzierte Grasländer gibt es leider so kam noch, durch eine Weidewirtschaft wären diese Flächen sicherlich gut, um eine Artenvielfalt zu erhalten. Mittlerweile gibt es staatliche Programme und Auflagen, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. In Schweden ist bereits Weidegang im Sommer gesetzlich vorgeschrieben, in den Niederlanden zahlt die Molkerei Campina Zuschläge an Landwirte, die ihre Kühe weiden lassen. Einige Bundesländer geben finanzielle Zuschüsse an Landwirte, die ihre Kühe wieder auf die Weide lassen.
Soll heißen, Viehaltung und Verzehr von Milch und Fleisch ist nicht per se böse und umweltvernichtend, sondern kann tatsächlich Teile unserer Kulturlandschaft schützen, wenn richtig betrieben.
(Wobei ich durchaus der Meinung bin, dass Fleischverzehr nicht täglich stattfinden muss... mag aber hier niemandem vorschreiben, was für ihn oder sie die beste Ernährung ist)
Ich sprach nicht von Soja = vegane Ernährung, sondern von Soja als Ölsaat, die für diverse Zwecke genutzt wird: Pflanzenölgewinnung für den Lebensmittelbereich (für Omnivore, Vegetarier, Flexitarier und Veganer), Biodiesel, Grundstoff für Druckfarben.... Dabei bleiben Reste, ebenso bei anderen Pflanzenprodukten. Mir wäre es sehr neu, dass wir Stroh direkt als Nahrung verwerten könnten. Damit nehmen wir nur einen Bruchteil der Pflanzenmasse eines Getreidefeldes auf. Der Rest wird weiterverwertet, u.a. in der Fleischproduktion als Einstreu oder auch als Ergänzungsfutter.Ein Verstand, der einmal
durch eine neue Idee über sich hinaus wuchs,
kehrt niemals
zu seiner ursprünglichen Form zurück.
[Oliver Wendell Holmes]
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04.04.2013, 21:10
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04.04.2013, 21:24
AW: Ist vegetarische oder veganische Ernährung wirklich Tierschutz?
Der Link
peta.de :: Fleischessen bedeutet Hunger für die Welt
geht zwar zu den Radikalinskis, aber was sie in diesem Beitrag inhaltlich schreiben, ist korrekt:
Zur Produktion einer tierischen Kalorie werden je nach Tierart fünf bis dreißig pflanzliche Kalorien verfüttert.Also, ein-freier-Name, die Logik müsste Dir flüstern, dass deutlich weniger Wälder gerodet werden müssten, um die gleiche Kalorienmenge für die menschliche Ernährung auf komplett veganer Basis zur Verfügung zu stellen als jetzt mit Mischernährung.Ein durchschnittlicher Erwachsener verbrennt im alltäglichen Leben etwa 2.000 Kalorien pro Tag. Wir verwenden praktisch alle Kalorien, die wir verzehren, nur dafür, uns zu bewegen, zu atmen und den alltäglichen Aufgaben nachzugehen. Dasselbe gilt für gezüchtete Tiere: Von jedem Kilogramm Futter, das an sie verfüttert wird, wird nur ein Bruchteil der Kalorien in Form von essbarem Fleisch umgewandelt. Während die Tiere bis zum Schlachtgewicht gemästet werden, verbrennt der Rest der Kalorien, um den Stoffkreislauf für den Aufbau von Federn, Knochen, Blut und anderen Teilen des Tieres, die nicht vom Menschen verzehrt werden, aufrechtzuhalten. Darum müssen Tiere, die für Nahrung gezüchtet werden, bis zu 16 kg Getreide essen, um sie in nur 1 kg essbares Fleisch umzuwandeln
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04.04.2013, 21:46
AW: Ist vegetarische oder veganische Ernährung wirklich Tierschutz?
Mischernährung hat allerdings eine gute Auswirkung auf die Nutzung der in der Nahrung befindlichen Eiweiße (biologische Wertigkeit), die Aufnahme bestimmter Nährstoffe (Eisen und Vit. B12 z.B). Neben dem reichen Vorkommen der Mineralstoffe Eisen und Zink im Fleisch ist auch deren Bioverfügbarkeit von entscheidender Bedeutung. Bei gesunden Erwachsenen ist z.B. die Aufnahme von Zink aus Rindfleisch in die Darmwand (Absorption) drei- bis vierfach höher als aus Getreide. Denn tierisches Eiweiß fördert die Absorption von Eisen und Zink, während das im Getreide enthaltene Phytat diese verschlechtert.
Ein Verstand, der einmal
durch eine neue Idee über sich hinaus wuchs,
kehrt niemals
zu seiner ursprünglichen Form zurück.
[Oliver Wendell Holmes]
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05.04.2013, 11:13


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