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  1. Inaktiver User

    AW: "Stolpersteine"

    Dieses Jahr wird das jüdische Lichterfest (Chanuka) vom 22. bis 29. Dezember gefeiert; begonnen werden die Feste immer schon am Vorabend mit dem Einbrechen der Dunkelheit.

    Chanukka erinnert an die Wiedereinweihung des zweiten jüdischen Tempels in Jerusalem im jüdischen Jahr 3597 (164 v. Chr.) nach dem erfolgreichen Makkabäeraufstand der Juden Judäas gegen hellenisierte Juden und makedonische Syrer, wie er im Ersten Buch der Makkabäer und auch im Talmud überliefert ist. Die Makkabäer beendeten die Herrschaft des Seleukidenreiches über Judäa, beseitigten den im jüdischen Tempel von Griechen errichteten Zeus-Altar, und führten den jüdischen Tempeldienst wieder ein.

    Die Menora war ein Leuchter, welcher im Tempel niemals erlöschen sollte. Nach der Überlieferung war aufgrund der Eroberung der Syrer nur noch ein Krug geweihtes Öl vorzufinden. Dieses Öl reichte für gerade mal einen Tag. Für die Herstellung neuen geweihten Öls werden aber acht Tage benötigt. Durch ein Wunder hat das Licht jedoch acht Tage gebrannt, bis neues geweihtes Öl hergestellt worden war. Daran erinnern die acht Lichter des Chanukka-Leuchters. Jeden Tag wird ein Licht mehr angezündet, bis am Ende alle acht brennen.

    Tatsächlich hat der Leuchter oft neun Arme oder Lichterhalter, das neunte Licht ist der Diener (hebr. Schamasch). Nur mit diesem dürfen die anderen angezündet werden, nachdem die notwendigen Segen (hebr. Brachot) gesprochen wurden. Als Lichter werden Kerzen oder Öllämpchen benutzt. Oft wird Olivenöl verwendet, wie bei der Menora im ehemaligen Tempel.

    Nach der Entweihung des Zweiten Tempels wurde das Chanukkawunder zur Wiedereinweihung gefeiert (eine Zeitangabe im Neuen Testament (Joh 10,22 EU) datiert nach dem Fest der Tempelweihe), bis im Jahre 3830 jüdischer Zeitrechnung (70 n. Chr.) der Tempel durch die Römer endgültig zerstört wurde. Die jüdische Bevölkerung wurde danach zu zahlreichen Auswanderungswellen genötigt (Jüdische Diaspora). Damit begannen erste häusliche Chanukkafeiern.
    Dieses Jahr fällt Chanuka zufällig mit dem Weihnachtsfest zusammen.

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    AW: "Stolpersteine"

    tom, du gehörst meines Wissens nicht zur Zielgruppe der "Hörzu", aber in der Ausgabe vom 09.01. (Gültig 17.-23.Jan.) ist ein Artikel über Gunter Demnig.
    Evtl. ab nächste Woche online, keine Ahnung, nach welchen Kriterien die ihre Printausgabe anschließend digitalisieren.
    Was ich zu sagen hätte, lässt sich durch Schweigen viel besser ausdrücken!

  3. Inaktiver User

    AW: "Stolpersteine"

    Neues zum Thema aus Köln

  4. Inaktiver User

    AW: "Stolpersteine"

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Neues zum Thema aus Köln
    Damit die Namen nicht vergessen werden, wenn der Artikel über den link nicht mehr erreichbar ist:

    Olga Kaufmann:

    Einen davon in der Hansemannstraße.

    Dort lebte bis zu ihrer Deportation in das polnische Getto Litzmannstadt am 23. Oktober 1941 die im Jahre 1883 in Ehrenfeld geborene Jüdin Olga Kaufmann im Haus Nummer 44. An ihren Tod am 5. oder 7. April 1942 erinnert fortan ein Stein, für den der Kölner Frauennotruf für vergewaltigte Frauen anlässlich seines 30. Bestehens die Patenschaft übernommen hat.
    Rosa Gottlieb:

    Eine Stelle ist nahe Hansaring in der Gereonsmühlengasse 1, wo die 1884 geborene Rosa Gottlieb wohnte, bevor sie nach Benschen (Zbaszyn) deportiert und ermordet wurde.
    Emma Schnitzler:

    Zur Verlegung des Stolpersteins für Emma Schnitzler, Jahrgang 1878, reisen auch deren Enkel aus Israel an. Emma Schnitzler, die 1942 nach Theresienstadt deportiert und zwei Jahre später in Auschwitz ermordet wurde, lebte in der Kyffhäuser Straße 26. Ihr vor mehr als zehn Jahren verstorbener Sohn Heinz, der heute 99 Jahre wäre, war in einer deutsch-jüdischen Jugendorganisation in Köln aktiv und hat durch sein Engagement 200 bis 250 jungen Juden zwischen den Jahren 1934 und 1936 zur Einreise nach Palästina verholfen.
    Baselitz, Danke!

  5. Inaktiver User

    AW: "Stolpersteine"

    Damit es nicht untergeht:

    Holocaust-Gedenktag
    Erinnern, Aufklären, Mahnen - gegen das Vergessen
    Am 27. Januar des Jahres 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee das Konzentrationslager Auschwitz, 2005 erklärten die Vereinten Nationen jenen Tag zum internationalen Holocaust-Gedenktag.
    Quelle: FAZ

  6. Inaktiver User

    AW: "Stolpersteine"

    Israels Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Gabriela Shalev, hat am Dienstag anlässlich des internationalen Holocaustgedenktages eine Rede vor der UN-Vollversammlung gehalten.

    „Als lebende Relikte der Holocaust-Opfer müssen wir ihre Geschichten erzählen – Geschichte für Geschichte. Es ist das Mindeste, was wir für sie und so viele andere, deren Geschichten nie erzählt worden sind, tun können.

    Mein Großvater Siegfried Mannheim war ein erfolgreicher Rechtsanwalt in Berlin und Autor einer Rechtskolumne in einer der größten Zeitungen Berlins. Wie er waren auch seine beiden Söhne – mein Onkel Kurt, ein junger Richter, und mein Vater Bernhard, ein Medizinstudent – Deutsche und Juden, stolz sowohl auf ihr Land als auch auf ihr kulturelles Erbe.

    1933 wurden ihre Träume zerschlagen, ihre Welt brach zusammen. Der Aufstieg Hitlers bedeutete, dass meinem Großvater verboten wurde, als Anwalt zu praktizieren. Aus seinem Beruf verjagt flüchtete er gemeinsam mit seiner Familie aus seinem Heimatland Deutschland.

    Die Familie ließ sich in Palästina/Eretz Israel nieder, damals unter britischem Mandat, und ließ all ihr Hab und Gut zurück, um einen Neuanfang zu machen, auf welche Weise auch immer sie konnten. Der Richter wurde zum Bauern, der Medizinstudent zum Koch.

    Sie betrachteten sich damals als alles andere als glücklich. Aber wir wissen, was für ein Glück sie gehabt haben. Andere in meiner Familie – meine Großeltern mütterlicherseits – flohen nicht.

    Mein Großvater Shimon Peterseil war Rabbiner in Kiel, einer Stadt in Norddeutschland. Aufgrund seines Alters vermochte er Deutschland nicht zu verlassen – er war 70. Aber meine Großmutter, Hadas, hatte die Weitsicht, all ihre Kinder zum Aufbau Eretz Israels zu schicken, während sie mit ihrem Ehemann zurückblieb.

    Viele Jahre wussten wir nicht, was mit ihnen geschah. Nach dem Krieg suchte meine Familie unablässig nach jedem Stück Information über meine Großeltern. Ich erinnere mich, wie ich als Kind auf den Treppen unseres Hauses in Tel Aviv gesessen und auf die Ankunft meiner Großeltern gewartet habe.

    Ich habe sie nie gesehen.

    Sehr viel später erführen wir, dass sie nach Theresienstadt und von dort nach Auschwitz deportiert worden waren, zu ihrem grauenvollen Ende.

    60 Jahre später besuchte meine älteste Tochter von 17 Jahren Auschwitz. Sie reiste von Israel nach dort, wo meine Familie, ihre Familie, gemeinsam mit so vielen Millionen, ermordet worden sind.

    Sie sah die Hinrichtungsmauer, die Gaskammern und die Krematorien. Sie sah die Räume mit den Stapeln von verknäuelten Schuhen, Brillen, Haaren und Koffern. Sie erlebte den Horror und die Qual der Opfer – unsichtbar ihrem Auge, doch sichtbar ihrer Seele.

    Das Schicksal meiner Familie – wie das Schicksal von Millionen – bleibt eine schmerzliche Erinnerung des Völkermords gegen sie allein aufgrund dessen, was sie waren: Juden.

    Die jüdische Tragödie des Holocaust war einzigartig; um Elie Wiesel zu zitieren, „Nicht alle Opfer waren Juden, aber alle Juden waren Opfer“. Allerdings hat der Holocaust eine weit reichende universale Bedeutung, und er erlegt uns allen eine Verantwortung auf.

    Wir haben die Verantwortung, keinen Volkermord an dem jüdischen Volk zuzulassen, an keinem Volk.

    Wir haben die Verantwortung, die Lehren aus dem Holocaust zu lernen und zu lehren, um dafür zu sorgen, dass er nie wieder passiert.

    Wir haben die Verantwortung, nicht zu schweigen. Denn zu schweigen und den Schrecken des Holocaust gegenüber indifferent zu bleiben, ist die größte Sünde von allen, von der Leugnung abgesehen.

    Wir haben die Verantwortung, gegen die Kräfte des Antisemitismus vorzugehen, gegen religiösen Eifer und Rassismus in jeglicher Form.

    Wir haben die Verantwortung, jene zu verurteilen, die Kinder zum Morden und Töten im Namen Gottes erziehen.

    Wir haben die Verantwortung, jeglichen Mitgliedsstaat der Vereinten Nationen zu verurteilen, der zur Vernichtung eines anderen Mitgliedsstaates aufruft und sich für die Holocaust-Leugnung stark macht.“

  7. Inaktiver User

    AW: "Stolpersteine"

    Yad Vashem (gelegentlich auch in der Schreibweise Jad Waschem oder Yad Washem), offiziell: „Gedenkstätte der Märtyrer und Helden des Staates Israel im Holocaust“, ist die bedeutendste Gedenkstätte an die nationalsozialistische Judenvernichtung.

    Das weitläufige Gelände umfasst eine Vielzahl von Skulpturen und einzelnen Gedenkstätten. Dazu gehört auch die „Allee der Gerechten unter den Völkern“:

    Die „Allee der Gerechten unter den Völkern“ ist gesäumt von Bäumen, die für die „Gerechten“ gepflanzt wurden. Mit den Gerechten unter den Völkern sind nichtjüdische Personen und Organisationen gemeint, die sich dem Nazi-Regime widersetzten, um Juden zu retten. Ihre Namen und ihre Herkunftsländer sind neben den Bäumen auf Tafeln vermerkt. Beispiele hierfür sind Oskar Schindler, Chiune Sugihara, Berthold Beitz oder Giorgio Perlasca. Das Projekt wurde 1963 begonnen.
    Der Name Berthold Beitz fällt mir auf:

    Berthold Beitz (* 26. September 1913 in Zemmin) ist ein einflussreicher deutscher Unternehmer in der Montanindustrie des Ruhrgebiets.

    Während des Zweiten Weltkriegs rettete er im von Deutschen besetzten Galizien mehreren Hundert jüdischer Zwangsarbeiter das Leben, indem er sie als unentbehrlich für die Industrie einstufte und in den von ihm verwalteten Fabriken beschäftigte.

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    AW: "Stolpersteine"

    Aachen

    Es sind noch wenige.

    I knit, so I don´t kill people

  9. Inaktiver User

    AW: "Stolpersteine"

    Mit einer guten Freundin, die selbst jüdisches Blut in ihren Adern hat, unterhielt ich mich über das Stolperstein-Projekt in Heidelberg. Und ich nahm das zum Anlass, wieder ein wenig zu recherchieren:

    Oberbürgermeister Ude, München:

    ...
    Ich fürchte die Banalisierung. Die Haltung der Kultusgemeinde nehme ich ernst. Bei der Form des Gedenkens ist es selbstverständlich wichtig, über Assoziationen nachzudenken, die man auslöst. Sie meinten, ein dummer Spruch wie in der verbreiteten Version - ich glaube sogar, nicht nur in der Nazi-Zeit, sondern schon viel früher: „Wenn man stolpert, sagt man, da muss ein Jud begraben sein." ... Eine solche Assoziation muss man selbstverständlich ernst nehmen. ...
    Stadtrat Offman, CSU und im Vorstand der israelit. Kultusgemeinde, München:

    ... Ich hätte sie fragen müssen, ob, wenn jemand über diese „Stolpersteine" stolpert, sie gewollt halten, dass dieser dann gesagt hätte, „hier könnte ein Jude begraben sein" -, so wie es in der Nazizeit in München war, wenn einer stolperte. Da sagte man: „Hier ist ein Jude begraben." ...
    Quelle: Stolpersteine für München

    Am Dienstag, den 12. August 2008, verlegte der Kölner Künstler Gunter Demnig um 10 Uhr "Stolpersteine" für vier Opfer des Naziregimes in der Schwabinger Viktor-Scheffel-Straße 14 und 16. (auf Privatgrund, wir sind in München!)
    In München gibt es bereits 140 STOLPERSTEINE für Opfer der NAZI-Diktatur. Sie liegen nicht im Gehsteig eingelassen, wie die über 15.000 STOLPERSTEINE in mehr als 300 Orten Deutschlands, sondern warten darauf, dass die Stadt München das Verbot ihrer Verlegung im öffentlichen Raum aufhebt. Ein paar STOLPERSTEINE sind auch in München verlegt - auf Privatgrund (Viktor-Scheffel-Straße).
    Die "Initiative Stolpersteine für München e.V." lädt zu einer 2. Mitgliederversammlung am Montag, den 16. Feburar 2009 um 18.30 h im Unionsbräu Haidhausen ein und freut sich, wenn auch Sympathisanten der Idee der Stolpersteine daran teilnehmen, weil die Initiative sehr auf die Mitarbeit vieler Münchnerinnen und Münchner angewiesen ist.
    Geändert von Inaktiver User (03.02.2009 um 21:52 Uhr)

  10. Inaktiver User

    AW: "Stolpersteine"

    Die Ansichten Williamson sind unfassbar; jetzt will er historisch unstrittige Tatsachen nochmals prüfen; das würde dauern. Dabei haben ja die Nazi-Schergen selbst pennibel Buch geführt:

    Totenbuch des KZ Mittelbau-Dora in Paris gefunden

    Verzeichnis enthält Daten von 8007 Häftlingen, die zwischen 1943 und 1945 ums Leben kamen


    Nordhausen/Paris/dpa. Ein Verzeichnis der Toten des Nordthüringer Konzentrationslagers Mittelbau-Dora ist in Frankreich aufgefunden worden. Darin sind Namen und Daten von 8007 Häftlingen notiert, die zwischen dem 3. Oktober 1943 und 8. April 1945 durch Zwangsarbeit unter unmenschlichen Bedingungen ums Leben kamen. Das Buch soll an diesem Dienstag im Pariser Museum der Befreiung dem Leiter der Gedenkstätte in Nordhausen, Jens-Christian Wagner, übergeben werden. «Damit kehrt eine wertvolle Quelle und ein einzigartiges Zeugnis aus der KZ-Zeit an den Entstehungsort zurück», teilte Wagner am Montag in Nordhausen mit.

    Das Verzeichnis galt als verschollen. «Bislang stand uns lediglich eine qualitativ unzureichende, in Teilen kaum lesbare Reproduktion des Totenbuchs zur Verfügung», sagte Wagner. Die Kopie sei Ende der 1960er Jahre als Beweismittel im Prozess gegen drei SS-Angehörige aufgetaucht.

    Nach den jetzt vorliegenden Erkenntnissen hat der Häftling Georges Greffier das Totenbuch nach der Befreiung des Konzentrationslagers im April 1945 an sich genommen. Als er starb, reichte es seine Witwe weiter an den ehemaligen Widerstandskämpfer René Jossrés, der es dem Pariser Rathaus übergab. Die Gedenkstätte Mittelbau-Dora will das Buch der Forschung zur Verfügung stellen. Außerdem werden die Angaben ins Gedenkbuch des Lagers aufgenommen, das zum 65. Jahrestag der Befreiung im Jahr 2010 vorgelegt werden soll.

    Das KZ Mittelbau-Dora wurde nach der Bombardierung der Heeresanstalt Peenemünde auf der Insel Usedom eingerichtet, um den Bau der dort entwickelten Rakete V2 sicherzustellen. In mehreren Außenlagern waren zeitweise mehr als 10 000 Zwangsarbeiter beschäftigt. Die Zahl der Opfer wird auf rund 20 000 geschätzt. Damit überlebte etwa jeder dritte Häftling die Strapazen nicht.
    Quelle: Mitteldeusche Zeitung vom 9.2.2009, Totenbuch des KZ Mittelbau-Dora in Paris gefunden
    Geändert von Inaktiver User (09.02.2009 um 19:47 Uhr)

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