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  1. Moderation

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    Bundesweiter Aktionstag § 218 am 15.5.

    Guten Tag,

    nein, "gefeiert" wird dieser Tag nicht; aber es gibt bundesweite Aktionen, die zu dem Thema unterrichten und Änderungen im Sinne betroffener Frauen fordern.

    Heute habe ich diesen Artikel bei brigitte.de entdeckt:
    "Abtreibungsarztin" Kristina Hanel: "Ich muss eine Wahnsinnsbedrohung aushalten" | BRIGITTE.de
    Der Paragraph 219a - ein "Werbeverbot von Schwangerschaftsabbrüchen steht in einem direkten Zusammenhang damit, dass die Regelungen von Schwangerschaftsabbrüchen im Strafrecht festgelegt sind.

    Am 15.5. finden bundesweit viele Aktionen zu "150 Jahre §218" statt. Es gibt eine Initiative, die gerade eine Presse-Mitteilung veröffentlicht hat: https://www.sexuelle-selbstbestimmun...PM-15.-Mai.pdf
    und einen Aufruf: 120 Organisationen unterstutzen Aufruf – Weg mit SS 218!

    In Flensburg zeigt sich die besondere Situation, dass nach einer Krankenhausfusion und einem Neubau künftig keine Schwangerschaftsabbrüche mehr "nach Beratungsschein" durchgeführt werden, wie es bisher in dem einen (evangelischen) Krankenhaus der Fall war; denn der zweite Fusionspartner ist eine katholische Einrichtung.
    Auch hier wird es einige Aktionen geben, die sich allgemein mit dem Thema beschäftigen, aber auch auf unsere besondere Situation eingehen


    Herzliche Grüße
    cpeg
    Geändert von cpeg (07.05.2021 um 15:40 Uhr)
    Wir sind die, vor denen unsere Eltern uns immer gewarnt haben!

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    AW: Bundesweiter Aktionstag § 218 am 15.5.

    Danke @cpeg für diesen Hinweis.
    Das Thema finde ich schon wichtig, vor allem, dass wir nicht auch noch hinter das zurück fallen was die jetzige Regelung ist, auch nicht einfach dadurch, dass es den Frauen schwerer gemacht wird.
    Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)

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    AW: Bundesweiter Aktionstag § 218 am 15.5.

    Danke für den Hinweis auf dieses wichtige Thema!

    Was es alles gibt, das ich nicht brauche!
    (Aristoteles)

  4. VIP

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    AW: Bundesweiter Aktionstag § 218 am 15.5.

    Zitat Zitat von cpeg Beitrag anzeigen
    In Flensburg zeigt sich die besondere Situation, dass nach einer Krankenhausfusion und einem Neubau künftig keine Schwangerschaftsabbrüche mehr "nach Beratungsschein" durchgeführt werden, wie es bisher in dem einen (evangelischen) Krankenhaus der Fall war; denn der zweite Fusionspartner ist eine katholische Einrichtung.
    Auch hier wird es einige Aktionen geben, die sich allgemein mit dem Thema beschäftigen, aber auch auf unsere besondere Situation eingehen.
    Das war und ist ein unhaltbarer Zustand. Ich begreife bis heute nicht, warum die Diako das nicht in das Fördeklinik-Konzept übernehmen konnte.
    Es gab bei der Fusion vermutlich wenige die sich dafür stark gemacht haben und letztlich hat die kath.Meinung dazu mehr gegolten als die ev. Wobei das kath. KH kleiner als die Diako ist.
    Grüßlis
    mkr

    ________________________________

  5. Moderation

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    AW: Bundesweiter Aktionstag § 218 am 15.5.

    Moin - und guten Tag,

    die Diako, das evangelische Krankenhaus, führt zur Zeit Abbrüche durch. Das ist auch in einem Vertrag mit der Stadt Flensburg so festgelegt.
    Erst mit der Fusion ist das Thema für das neue Zentralkrankenhaus in Flensburg erledigt.

    Das - und nicht nur das haben wir zum Anlass genommen, uns an den bundesweiten Aktionen zu beteiligen, d.h. unseren Beitrag zu leisten:
    Um 13 Uhr startet ein "Politischer Spaziergang" am Malteser Krankenhaus St. Franziskus.
    Die Route führt uns zur Diako und anschließend zum ZOB, wo ab 14 Uhr eine Aktion des Frauenforums stattfindet.
    Anschließend - ab 15 Uhr - ist die Feministischen Aktion Flensburg mit ihrem Stand auf dem Südermarkt anzutreffen.

    Gruß
    cpeg
    Wir sind die, vor denen unsere Eltern uns immer gewarnt haben!

  6. Moderation

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    AW: Bundesweiter Aktionstag § 218 am 15.5.

    Die Zustände sind wirklich unhaltbar.
    ... In ganz Niederbayern und der Oberpfalz gibt es keinen Arzt mehr, der auf Wunsch der Frau Abbrüche bis zur zwölften Woche durchführt.

    Frauen müssen nach München oder Nürnberg fahren. Eine unzumutbare Belastung, findet Thoralf Fricke, Landesgeschäftsführer von Pro Familia. Zweimal mehrere hundert Kilometer zu fahren sei organisatorisch und finanziell eine Belastung. Aber auch medizinische Komplikationen könnten auftreten. Das müssten Frauen erst einmal hinkriegen, sagt Fricke.

    ... Nur für Frauen, die ihre Schwangerschaft früh bemerken, gibt es bei Landshut und in Regensburg die Möglichkeit, mit Medikamenten abzubrechen. Aber das reicht nicht, findet Fricke.

    „Es kann nicht sein, dass in ganz Niederbayern/Oberpfalz kein einziges Krankenhaus, also keine einzige stationäre Versorgung sichergestellt ist. Und dann stellt sich der Freistaat Bayern hin und sagt, er kommt seiner gesetzlichen Verpflichtung nach. Also sorry. Aber wo denn dann?“

    ... Ein Bundesgesetz verpflichtet die Länder, ein ausreichendes ambulantes und stationäres Angebot für Schwangerschaftsabbrüche sicherzustellen. Das Angebot sei da, argumentiert das bayerische Gesundheitsministerium und verweist auf eine Liste, auf der alle Ärztinnen und Ärzte, die eine Weiterbildung für Abbrüche gemacht haben, aufgeführt sind.

    ... Solche Ärzte arbeiten auch am städtischen Klinikum Passau. Doch was nicht berücksichtigt wird: Hier dürfen Mediziner gar keine Abbrüche durchführen – ein Stadtratsbeschluss verbietet es ihnen....
    Quelle (gefettet von mir)

    In Bayern benötigen Ärzte eine Erlaubnis des zuständigen Regierungsbezirks, um Abbrüche anbieten zu dürfen. Dafür müssen sie vorweisen, dass sie über Personal und die nötige Ausstattung verfügen. Schließlich müssen sie einen Nachweis über eine Fortbildung bei der bayerischen Landesärztekammer vorlegen. Bei dieser geht es aber nicht darum, wie Schwangerschaftsabbrüche praktisch durchgeführt werden. Inhalte der Fortbildung sind die juristischen, ethischen und medizinischen Aspekte.
    Quelle

    Auch schlimm, dass der gesamte Themenbereich Schwangerschaftskonfliktberatung und Schwangerschaftsabbruch in der Ausbildung der Ärzte so gut wie nicht vorkommt. Es gibt auch keine Leitlinien. Unsere zukünftigen Ärzte "erlernen" das in Eigeninitiative und bekommen die Techniken auch demonstriert - an Papayas!!!
    A reader lives a thousand lives before he dies... The man who never reads lives only one.
    (George R. R. Martin)

    Moderation von:
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    AW: Bundesweiter Aktionstag § 218 am 15.5.

    Dass es in Bayern so schlecht aussieht, hatte ich nicht erwartet.
    Was es alles gibt, das ich nicht brauche!
    (Aristoteles)

  8. VIP

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    AW: Bundesweiter Aktionstag § 218 am 15.5.

    Doch, das war eigentlich klar. Die katholische Kirche hat in Bayern noch extrem viel Einfluss.
    Grüßlis
    mkr

    ________________________________

  9. Moderation

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    AW: Bundesweiter Aktionstag § 218 am 15.5.

    Guten Tag,

    es sieht leider in vielen Bundesländern schlecht aus; auch hier im hohen Norden.

    Der Hauptgrund wird sein, dass Schwangerschaftsabbrüche im Strafgesetzbuch festgeschrieben sind (deshalb auch die Aktionen). Das spielt auch bei der Ausbildung neuer Ärztinnen und Ärzte eine Rolle.

    Es sind nicht nur konfessionelle Krankenäuser, die Abbrüche verweigern; sondern auch andere von freien Trägern- und viele Ärztinnen und Ärzte mit eigener Praxis haben Angst vor Repressalien , wie auch das Gespräch mit Frau Hänel zeigt.

    Dabei: eine sichere Versorgung von Frauen wird nicht bedeuten, dass es mehr Abbrüche geben wird!
    Eine weitere Verschlechterung der Versorgungssituation wird eher dafür sorgen, dass es bei den bisherigen Zahlen bleibt,
    aber die Frauen noch mehr in Zwangslagen kommen.


    Gruß
    cpeg
    Wir sind die, vor denen unsere Eltern uns immer gewarnt haben!

  10. User Info Menu

    AW: Bundesweiter Aktionstag § 218 am 15.5.

    Ich finde das schrecklich. Vor allem weil der § 218 in demselben Unterabschnitt im Strafgesetzbuch aufgeführt ist wie Mord und Totschlag, minder schwerer Totschlag und Tötung auf Verlangen.

    In diese Schublade werden Frauen gesteckt. Mit der Begründung, es geht um Schutz von Leben.

    Wenn ich mit Schutz von Leben begründe, dann müsste ich eigentlich auch Gesetze schaffen, dass ich Menschen mit seltener Blutgruppe zu Blutspende zwingen darf und prinzipiell jeden Menschen zur Organspende, egal ob tot oder lebendig.
    Du sollst die Pylone umfahren, nicht umfahren.
    Modern wird manchmal auf der ersten Silbe betont.

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