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    Besser "im Kleinen" Gutes tun oder an Hilfsorganisationen spenden?

    Wie im Forum "Alle Jahre wieder" schon geschrieben, ist es einigen Menschen, u.a. auch mir, ein Bedürfnis, zu Weihnachten und auch das Jahr über nicht nur für die engsten Angehörigen da zu sein, sondern bewusst auch anderen, ggf. fremden Menschen Gutes zu tun, vor allem denjenigen, die es viel nötiger haben. Wir haben ja alles, was wir brauchen.

    Nur: Wie macht man das am besten, damit die Hilfe auch ankommt?

    Es gibt viele Hilfsorganisationen, bei denen man spenden kann. Haben wir schon öfters gemacht, nicht nur zu Weihnachten. Teils regelmäßig (z.B. SOS-Kinderdorf-Patenschaft, Spenden für Malawi und im Bereich Tier- und Umweltschutz), teils sporadisch (z.B. bei Naturkatasprophen). Leider kann man sich bei Organisationen, selbst bei bekannten, nie 100%ig sicher sein, dass die Hilfe auch dort ankommt, wo sie gebraucht wird.

    2015 rief eine Kirchengemeinde vor Ort zu Sachspenden für die Flüchtlinge im Ort auf, warme Anziehsachen und Kinderspielzeug. Daran haben wir uns auch beteiligt, gut erhaltene, kaum getragene warme Sachen gespendet und Spielzeug aus den Vorschlägen auf der Liste der Kirchengemeide gekauft. Dort konnte man die Sachen unmittelbar abgeben, was mir gefallen hat. Auch viele andere Leute haben dort Kleider- und Sachspenden abgegeben.

    Mein Partner meinte, als wir uns vor wenigen Tagen wieder über das Thema unterhielten, dass er es besser fände, in dieser Art Gutes zu tun, als an eine anonyme Organisation zu spenden, wo vielleicht nur die Hälfte des Geldes ankommt. Ihm gefällt die Idee, sich zu erkundigen, wo hier im (größeren) Ort eine arme Familie lebt und denen dann im Dunkeln, wenn keiner es mitbekommt, einen Umschlag mit Geld in den Briefkasten zu werfen.

    Ich bin von dieser Idee noch nicht so ganz überzeugt. Was ist, wenn die Familie sich nicht traut, das Geld anzunehmen, und es beim Fundbüro abliefert? Okay, man könnte ja einen freundlichen Brief schreiben, dass man ihnen gern eine Freude machen möchte, aber anonym bleiben will, und alles seine Richtigkeit hat. Dann wüsste man, dass die Hilfe auch angekommen ist, und beschämt niemanden, weil er ja nicht weiß, von wem es kommt. Allerdings erreicht man damit ausschließlich hilfsbedürftige Menschen im Lande, nicht aber im Ausland. Vielleicht wäre es besser, wir würden teils an Hilfsorganisationen spenden, teils auf die von meinem Partner beschriebene Weise. Auch würde ich z.B. gern alleinerziehende Frauen mit Kindern unterstützen, die sich oft nur wenig leisten können.

    Wenn ich schon in Rente wäre, könnte ich auch kostenlose "Leihoma" spielen, geht aber frühestens in 10 Jahren. Zeit ist bei mir bis dahin noch ein sehr kanppes Gut, da ich Vollzeit arbeite, zwar recht spät anfange, aber dafür oft erst nach 19:00 Uhr, mitunter sogar erst gegen 20:30 Uhr, nach Hause komme.

    Ich wäre dankbar für Ideen anderer User/innen, die ebenfalls notleidende Menschen oder Menschen, bei denen das Geld sehr knapp ist, unterstützen, wie sie das machen und ob sie vielleicht noch andere gute Ideen haben, was man tun könnte.
    Geändert von Erzwespe (01.12.2017 um 09:08 Uhr)

  2. Avatar von Kleinfeld
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    AW: Besser "im Kleinen" Gutes tun oder an Hilfsorganisationen spenden?

    Zitat Zitat von Erzwespe Beitrag anzeigen
    Ort eine arme Familie lebt und denen dann im Dunkeln, wenn keiner es mitbekommt, einen Umschlag mit Geld in den Briefkasten zu werfen.
    [editiert]
    Aber das....warum denkst du eigentlich, das DU darüber zu urteilen hast, andere als "arm" zu bezeichnen?
    Oder meinst, ihnen Hilfe zukommen lassen zu müssen? Gibt dir das irgendetwas?
    Klar wäre ich gerne die, die vor dem Frühstück Yoga macht oder joggt.
    Ich bin aber die, die halb bewußtlos Kaffee macht und atmet.
    Geändert von ganda55 (01.12.2017 um 09:55 Uhr) Grund: Bitte AGB 13.1 beachten und sachlich bleiben.

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    AW: Besser "im Kleinen" Gutes tun oder an Hilfsorganisationen spenden?

    Zitat Zitat von Kleinfeld Beitrag anzeigen
    [editiert]
    Aber das....warum denkst du eigentlich, das DU darüber zu urteilen hast, andere als "arm" zu bezeichnen?
    Oder meinst, ihnen Hilfe zukommen lassen zu müssen? Gibt dir das irgendetwas?
    Es gibt bestimmte Festlegungen darüber, wann jemand als arm gilt. Du kannst auch sagen, dass er ein weit unterdurchschnittliches Einkommen hat, sozial schwach ist oder unterhalb der Armutsgrenze lebt. Das gibt es auch in Deutschland und erst recht in vielen Ländern im Ausland. Diese Begriffe werden z.B. auch in den öffentlichen Medien verwendet. Mittelschicht als Illusion: Wann ist man offiziell arm? | STERN.de Rufst du dann dort an und regst dich darüber auf, wie die Journalisten dazu kommen, solche Begriffe zu verwenden?

    Was hat das mit einem "Urteil" zu tun? Soll ich die Situation von Menschen, die sich sehr einschränken müssen, schönreden, aufgrund einer merkwürdigen "political correctness" andere Begriffe verwenden, oder was ist dein Anliegen? Oder soll ich so tun, als ob es keine hilfsbedürftigen Menschen gäbe, damit ich mich meiner gesellschaftlichen Verantwortung entziehen kann?

    Was du schreibst, ist außerdem nicht Thema meines Threads.

    Wenn du keine Ideen zum eigentlichen Thema beisteuern kannst oder willst, dann halte dich bitte heraus. Provokationen und Stänkereien statt konstruktiver Vorschläge brauche ich hier nicht. Ich möchte hier mit Menschen diskutieren, die ebenfalls das Bedürfnis haben, hilfsbedürftige Mitmenschen zu unterstützen, und Ideen dafür sammeln.
    Geändert von ganda55 (01.12.2017 um 17:09 Uhr) Grund: Zitat vorheriger Editierung angepasst.

  4. Avatar von guerteltier
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    AW: Besser "im Kleinen" Gutes tun oder an Hilfsorganisationen spenden?

    Zitat Zitat von Erzwespe Beitrag anzeigen
    Leider kann man sich bei Organisationen, selbst bei bekannten, nie 100%ig sicher sein, dass die Hilfe auch dort ankommt, wo sie gebraucht wird.
    Es gibt ja Spendensiegel, wo eben solche Kriterien in die Beurteilung mit einfließen. Und kleine Hilfsprojekte sind soweit ich weiß nicht unbedingt effizienter als die großen Organisationen. Ich denke mir, dass erfahrene Organisationen sich in der Regel gut auskennen und auch wissen, was wo wirklich an Hilfe gebraucht wird.

    Aber es gibt doch auch genug regionale Projekte, für die man spenden kann. Ich spende z.B. unter anderem für ein regionales Hilfswerk, das hier in der Stadt tätig ist und psychisch erkrankte Menschen unterstützt.
    Und bei uns in der Zeitung gibt es jährlich eine Spendenaktion für lokal ansässige bedürftige Familien.
    Manche Organisationen nehmen auch gerne Sachspenden, z.B. bei uns das Familienzentrum freut sich über Kinderbekleidung u.ä..

    Einfach bei jemandem Geld einwerfen finde ich etwas schräg, auch wenn es gut gemeint ist. Wenn man eine Familie kennt könnte man vielleicht einen kleinen Beitrag mit einer netten Weihnachtskarte einwerfen, aber sicher keine größeren Summen anonym spenden.

    Wenn man jemanden eine Freude machen möchte vielleicht lieber ein paar selbstgebackene Kekse bei der älteren Nachbarin vorbeibringen.

  5. Avatar von Kleinfeld
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    AW: Besser "im Kleinen" Gutes tun oder an Hilfsorganisationen spenden?

    Es geht dich schlicht und einfach nichts an! Jemanden Geld in den Briefkasten zu werfen, nur weil DU denkst die Familie braucht es, ist absolut daneben.

    Und zum Strangthema...ich spende das ganze Jahr über an verschiedene Einrichtungen in meiner Umgebung, das weiß niemand, das hänge ich nicht an die große Glocke und lasse mich dafür feiern.
    Ich mache es einfach.
    Klar wäre ich gerne die, die vor dem Frühstück Yoga macht oder joggt.
    Ich bin aber die, die halb bewußtlos Kaffee macht und atmet.

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    AW: Besser "im Kleinen" Gutes tun oder an Hilfsorganisationen spenden?

    Zitat Zitat von guerteltier Beitrag anzeigen
    Aber es gibt doch auch genug regionale Projekte, für die man spenden kann. Ich spende z.B. unter anderem für ein regionales Hilfswerk, das hier in der Stadt tätig ist und psychisch erkrankte Menschen unterstützt.
    Und bei uns in der Zeitung gibt es jährlich eine Spendenaktion für lokal ansässige bedürftige Familien.
    Manche Organisationen nehmen auch gerne Sachspenden, z.B. bei uns das Familienzentrum freut sich über Kinderbekleidung u.ä..
    Wie hast du von solchen Aktionen erfahren? Durch die Zeitung? Oder bei einer Kirchengemeinde oder der Stadtverwaltung angerufen?

  7. Moderation
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    AW: Besser "im Kleinen" Gutes tun oder an Hilfsorganisationen spenden?

    Ich glaube, um einem Menschen direkt (abseits der großen Spendenaktionen) zu helfen, braucht man sehr viel Fingerspitzengefühl. Manchen Leuten ist es ganz arg, Geld anzunehmen. Wenn die einen Briefumschlag finden, wird es ihnen eher unangenehm sein - zumal man sich bei anonymen Aktionen automatisch immer fragt, wer es wohl war.

    Wenn man die Menschen kennt, ist ein direktes persönliches Geschenk sicher besser, Man könnte den Kindern eine Mitgliedschaft in einem Verein zahlen oder so etwas - oder man fragt, ob man einfach ein großes Weihnachtsessen spendieren darf, und dafür dann ganz banal einen Gutschein für den Supermarkt geben.

    Wenn man die Menschen nicht kennt, wirkt "Hilfe" schnell herablassend. Dann spende ich wirklich lieber eine größere Summe an eine regionale Hilfsorganisation. Bei uns vor Ort gibt es zb einen Verein alleinerziehender Eltern. Die freuen sich auch über Spenden.
    Always be a little kinder than necessary. – James M. Barrie

    Moderation in den Foren "Rund um den Job", "Rund ums Eigenheim", "Fehlgeburt" und "Wissenschaft und Umweltschutz"

  8. Avatar von Opelius
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    AW: Besser "im Kleinen" Gutes tun oder an Hilfsorganisationen spenden?

    Es gibt z.B. hier in NRW die Aktion "Lichtblicke". "Seit 1998 unterstützen wir in ganz NRW Kinder, Jugendliche und ihre Familien, die materiell, finanziell oder seelisch in Not geraten sind."

    Es ist eine Aktion der 45 Lokalradios und sie erhalten die Informationen über familiäre Notlagen von der Caritas und der Diakonie.

    Ich halte das anonyme Spenden für sinnvoller als sich selbst auf die Suche nach Not zu machen.

    Es ist bekannt und natürlich, dass große Organisationen relativ viel Geld für Werbung ausgeben, Adressen kaufen, um Spendenbriefe zu versenden und auch die Verwaltung Geld kostet. Dafür gibt es aber das Gütesiegel des DZI – Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen. Das garantiert dass zumindest 3/4 der Spendengelder tatsächlich bei Notleidenden ankommt.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

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    AW: Besser "im Kleinen" Gutes tun oder an Hilfsorganisationen spenden?

    Zitat Zitat von Cariad Beitrag anzeigen
    Ich glaube, um einem Menschen direkt (abseits der großen Spendenaktionen) zu helfen, braucht man sehr viel Fingerspitzengefühl. Manchen Leuten ist es ganz arg, Geld anzunehmen. Wenn die einen Briefumschlag finden, wird es ihnen eher unangenehm sein - zumal man sich bei anonymen Aktionen automatisch immer fragt, wer es wohl war.

    Wenn man die Menschen nicht kennt, wirkt "Hilfe" schnell herablassend. Dann spende ich wirklich lieber eine größere Summe an eine regionale Hilfsorganisation. Bei uns vor Ort gibt es zb einen Verein alleinerziehender Eltern. Die freuen sich auch über Spenden.
    Genau das ist auch aus meiner Sicht das Problem. Ich möchte gar nicht, dass die Familie erfährt, von wem die Zuwendung kommt. Du meinst also, ich sollte verstärkt nach regionalen Hilfsorganisationen Ausschau halten und mich dort mal erkundigen?

  10. Avatar von guerteltier
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    AW: Besser "im Kleinen" Gutes tun oder an Hilfsorganisationen spenden?

    Zitat Zitat von Erzwespe Beitrag anzeigen
    Wie hast du von solchen Aktionen erfahren? Durch die Zeitung? Oder bei einer Kirchengemeinde oder der Stadtverwaltung angerufen?
    In der Zeitung sind bei uns regelmäßig Berichte über bestimmte Hilfsaktionen oder auch über regional tätige Organisationen. Ansonsten findet man auch häufig Flyer zu solchen Organisationen, z.B. im Bürgerbüro, bei dm...

    Die Kirchengemeinden sind aber sicher auch ein guter Ansprechpartner, oder direkt Caritas und Diakonie (sind natürlich wieder große Organisationen, aber die haben ja überall lokale Projekte).

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