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    AW: Besser "im Kleinen" Gutes tun oder an Hilfsorganisationen spenden?

    Zitat Zitat von Cariad Beitrag anzeigen
    Man könnte den Kindern eine Mitgliedschaft in einem Verein zahlen oder so etwas
    Das würde ich besonders gern tun. Wie viele Kinder stehen daneben, wenn andere von ihrem Ballett-, Musik- oder Voltigierunterricht schwärmen, und können nicht mitreden, weil ihre Eltern ihnen so etwas nicht ermöglichen können. Ich gehörte als Kind selbst eher zu denjenigen, die auf so manches verzichten mussten, und weiß, wie man sich dabei fühlt. Es stärkt nicht gerade das Selbstwertgefühl.

    Aber um da helfen zu können, müsste ich die Familie persönlich kennen und habe eben auch die Sorge, dass das Angebot als herablassend empfunden werden könnte. Sieht man ja schon daran, wie hier zum Teil auf meinen Thread reagiert wird.

    Wir hatten damals eine (angeheiratete) Großtante, die kinderlos und verwitwet war und selber auf vieles verzichtete, nur um unsere Familie finanziell unterstützen zu können. Sie hat uns Kinder quasi komplett eingekleidet. Das war auch nicht selbstverständlich; denn sie hatte selber keine so große Rente. Ich bin ihr bis heute dankbar dafür. Aber als herablassend jabe ich es nicht empfunden, da man ja miteinander quasi verwandt war.

    Vielleicht möchte ich anderen auch helfen, um etwas von der Hilfe, die ich damals selbst erfahren habe, zurückgeben zu können.
    Geändert von Erzwespe (01.12.2017 um 09:39 Uhr)

  2. Moderation
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    AW: Besser "im Kleinen" Gutes tun oder an Hilfsorganisationen spenden?

    Zitat Zitat von guerteltier Beitrag anzeigen
    Wenn man eine Familie kennt könnte man vielleicht einen kleinen Beitrag mit einer netten Weihnachtskarte einwerfen, aber sicher keine größeren Summen anonym spenden.
    Das kann man gut machen, finde ich! Anstatt z.B. einer Familie 200 Euro zu geben, gibt man z.B. vier Familien 50 Euro, jeweils mit einer kleinen Karte, dass man ihnen gerne zu Weihnachten eine Freude machen wollte. Wenn diese Leute wissen, dass 50 Euro (oder zehn oder zwanzig) für euch nicht so viel Geld sind, wird es ihnen auch nicht so unangenehm sein. Und wer knapp bei Kasse ist, freut sich auch über einen kleinen Betrag.
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  3. Moderation
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    AW: Besser "im Kleinen" Gutes tun oder an Hilfsorganisationen spenden?

    Zitat Zitat von Erzwespe Beitrag anzeigen
    Auch das würde ich gern tun. Wie viele Kinder stehen daneben, wenn andere von ihrem Ballett-, Musik- oder Voltigierunterricht schwärmen. Ich gehört als Kind selbst eher zu denjenigen, die auf vieles verzichten mussten, und weiß, wie man sich dabei fühlt.
    Hier in der Region gibt es die "Aktion Sahnehäubchen", die macht genau das.
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  4. Avatar von guerteltier
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    AW: Besser "im Kleinen" Gutes tun oder an Hilfsorganisationen spenden?

    Zitat Zitat von Erzwespe Beitrag anzeigen
    Aber um da helfen zu können, müsste ich die Famile persönlich kennen und habe eben auch die Sorge, dass das Angebot als herablassend empfunden werden könnte.
    Du könntest aber auch mal bei Sportvereinen fragen, ob es nicht Unterstützungsmodelle gibt, wo du direkt an den Verein spendest und die davon eine Mitgliedschaft finanzieren.

  5. Moderation Avatar von ganda55
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    AW: Besser "im Kleinen" Gutes tun oder an Hilfsorganisationen spenden?

    Zitat Zitat von Erzwespe Beitrag anzeigen
    ... Aber um da helfen zu können, müsste ich die Familie persönlich kennen ...
    Musst du nicht. Es gibt auch in Deutschland Spenden nach dem italienischen Caffè-Sospeso-Prinzip.
    Eine Person zahlt anonym eine Sache/eine Dienstleistung für eine (un)bekannte andere bedürftige Person. Die Verkäufer/Dienstleister können sie weitergeben.
    Caffè sospeso
    Der Caffè sospeso [kafˈfɛ soˈspeːzo] (dt. schwebender Kaffee oder aufgeschobener Kaffee) ist eine lokale Besonderheit der neapolitanischen Kultur. Seit der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert etablierte sich in vielen Bars der Stadt der Brauch, außer dem eigenen Kaffee auch einen weiteren Kaffee zu bezahlen. Dieser Kaffee wird vom Barista notiert und auf Nachfrage an einen Bedürftigen ausgeschenkt.
    [...]
    Gegenwärtige Situation
    In Neapel lebt die Tradition bis heute fort. Allerdings ist sie meist nur in der Altstadt zu finden und erfüllt nur noch begrenzt eine soziale Funktion. Besonders um die Weihnachtszeit wird sie lebhaft praktiziert.
    Die Euro- und Finanzkrise führte dazu, dass sich ab 2008 auch in anderen europäischen Ländern Initiativen entwickelten, diese Tradition auch in anderen Städten zu übernehmen. In Bulgarien wurden 150 Cafés dafür gewonnen. In Spanien verbreitete sich diese Aktion unter dem Namen „Café pendiente“. Viele andere europäische Länder folgten. Inzwischen bieten auch Cafés in Nord- und Südamerika und Australien die Kaffeegeschenke an. Im Internet entstanden verschiedene Seiten, die diese Cafés verzeichnen.
    In Deutschland gibt es seit 2013 das Projekt Suspended Coffees Germany. Mithilfe eines Webauftritts und einer Facebook-Seite sollen Cafés für das Konzept gewonnen werden. Derzeit nehmen über 200 Teilnehmer in ganz Deutschland an der Aktion teil.
    Seit Juli 2017 hat sich Suspended Coffees Germany strukturell verändert. Es ist dem Verein TiMMi ToHelp e.V. beigetreten. Suspended Coffees Germany veranstaltet als Aktion zwei Projekte: „Spendiert“ und „Care Bags“.
    „Spendiert“ steht in der Tradition des caffè sospeso. Allerdings wurde es erweitert: Es können jegliche Produkte und auch Dienstleistungen für andere spendiert werden.

    {Hervorhebung von mir} Quelle: Wikipedia


    Die Praxis gibt's seit längerem in ganz Italien und nicht nur für Kaffee wie. Das Prinzip ist auch in Deutschland angekommen. Nach diesem Muster könnte man in einem Verein, einer Ballett-Schule etc. eine Mitgliedschaft für ein Kind abschließen und die Info an die örtlichen Schulen weitergeben. Die Lehrer dort wissen, welche Kinder betroffen sind und für die Übernahme der Spende geeignet sind. Ich finde Vor-Ort-Spenden immer noch am sinnvollsten.
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  6. Avatar von BlueVelvet06
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    AW: Besser "im Kleinen" Gutes tun oder an Hilfsorganisationen spenden?

    Die Süddeutsche Zeitung hat einen sogenannten Adventskalender, bei dem sie alle anfallenden Sach- und Verwaltungskosten selber trägt und somit dafür sorgt, dass hundert Prozent des gespendeten Geldes bei den Bedürftigen ankommt. In der Zeitung werden dann immer Artikel veröffentlicht, in denen Beispiele aufgezeigt werden, wie das Geld eingesetzt wurde.

    Also, wenn es euch um die Verwaltungskosten geht, dann macht halt sowas. Ich finde Verwaltungskosten nicht so schlimm, solange sie sich in Grenzen halten. Niemand kann eine größere, effiziente Organisation ohne Verwaltung betreiben. Die Mitarbeiter müssen anständig bezahlt werden, Kopierer und Räume gemietet, eben alles, was so anfällt. Dafür sorgen die halt auch dafür, dass die Spenden sinnvoll eingesetzt werden. Ich habe unter anderem eine Plan-Mitgliedschaft für ein Kind in Sri Lanka, dem dadurch der Schulbesuch und ärztliche Hilfe ermöglicht wird und kaufe auch darüber schon mal einer Familie in Südamerika eine Ziege oder ein paar Hühner. Das geht nicht ohne Verwaltung aber damit komme ich gut klar.

    Sich willkürlich eine Familie auszusuchen, davon halte ich nichts. Meiner Meinung nach ist das in einem Land wie Deutschland, in dem für die Grundbedürfnisse gesorgt ist, nicht sinnvoll. Du steckst Familie A was zu, die kaufen dafür die dritte PlayStation oder eine Stange Zigaretten, du möchtest aber vielleicht Bildung fördern. Davon abgesehen, dass du nicht weißt, wie das ankommt. Von einer Organisation nimmt man doch eher etwas an, von wildfremden Menschen so bedürftig gehalten zu werden, dass man einen Betrag in den Briefkasten geschenkt bekommt, ist für viele schlimm und bewirkt eher das Gegenteil.

    Deine / Eure Motive einer Spende in den Briefkasten klingen ein bisschen nach Sozialromantik und Disneyfilm, sorry, wenn ich das so deutlich sage. Wenn du das Geld mit Freude gibst, solltest du kein Problem damit haben, wenn andere für dich entscheiden, wer genau gefördert wird und du nur weißt, dass sich jemand über eine kostenlose Teilnahme am Ballettunterricht freut. Bei einem größeren Betrag kannst du sicher ein Sport- oder Musikstipendium einrichten, wenn es „nur“ um 150 Euro geht, solltest du dir vielleicht besser eine Organisation aussuchen, die über den genauen Verwendungszweck selbst entscheidet.

    Ich weiß von Freunden, die teilweise ehrenamtlich, teilweise bezahlt bei Organisationen arbeiten, dass manche Spender mit ihrer Kleinspende so viel Arbeit verursachen, dass es eigentlich effizienter wäre, sie behielten es. Kann man natürlich nicht sagen, aber als potentieller Spender kann man das schon im Hinterkopf behalten.
    Geändert von BlueVelvet06 (01.12.2017 um 10:36 Uhr)

  7. Moderation
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    AW: Besser "im Kleinen" Gutes tun oder an Hilfsorganisationen spenden?

    Zitat Zitat von Erzwespe Beitrag anzeigen
    Ich wäre dankbar für Ideen anderer User/innen, die ebenfalls notleidende Menschen oder Menschen, bei denen das Geld sehr knapp ist, unterstützen, wie sie das machen und ob sie vielleicht noch andere gute Ideen haben, was man tun könnte.
    Klein und Groß bzw. Geld, Sache und Tat schließt sich doch nicht aus.

    Ich helfe wo ich bin, wenn ich kann, spende an (und unterstütze anderweitig) lokale Projekte, die gut zu beobachten sind, und mache als Mitglied Masse in Weltverbesserervereinen, die ihren Einfluß aus der Anzahl ihrer (zahlenden) Mitglieder gewinnen. Ich überlasse den Veranstaltern die Auswahl über die Verwendung des Geldes, damit nicht nur die "fotogenen" Notlagen gelindert werden, sondern auch die häßlichen, peinlichen, haarsträubenden, uncoolen, wo ich es nicht schaffe, Verständnis für die Betroffenen aufzubringen.

    Allerdings habe ich ein paar Richtlinien für mich, um zu verhindern, daß ich mich verzettele (oder zu viel Verwaltungskosten verursache).

    Bei persönlicher Hilfe vor Ort, wo keine Organisation und kein Vermittler zwischengeschaltet ist, ist die Herausforderung eine andere: Nämlich die Leute respektieren, ihnen die Art von Hilfe geben, die sie annehmen können, ihr Leben nicht schwieriger machen.

    Ich weiß wie befremdend unerklärt aufgetauchtes Geld, Güter, und anonyme Briefe sind, deswegen mache ich so etwas nicht. Ich biete Hilfe auf eine Art an, die dem Empfänger die Möglichkeit gibt, abzulehnen, und sehe zu, daß ich in einem emotionalen Modus bin, wo ich eine Ablehnung in guter Form akzeptieren kann.

    Der Fluch der Armut ist ja nicht (nur) die Armut, sondern daß jeder glaubt, einen bevormunden, be- und verurteilen, messen und zu leicht befinden, herablassend behandeln, ausgrenzen, vor sich selbst retten zu müssen. Armut macht zum Objekt. Klar, jeder, der Gutes tut, tut es, weil es ihm auf irgendeine Weise gut tut. Trotzdem darf der Empfänger des Guten, so es ein Mensch ist, nicht zum bloßen Statisten im Film des Wohltäters werden.

    Die größte Stärke des unpersönlichen Gebens ist, die Last von Beziehungen, die nicht auf Augenhöhe sind, zu vermeiden.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  8. Moderation Avatar von Marie-Madeleine
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    AW: Besser "im Kleinen" Gutes tun oder an Hilfsorganisationen spenden?

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Der Fluch der Armut ist ja nicht (nur) die Armut, sondern daß jeder glaubt, einen bevormunden, be- und verurteilen, messen und zu leicht befinden, herablassend behandeln, ausgrenzen, vor sich selbst retten zu müssen. Armut macht zum Objekt. Klar, jeder, der Gutes tut, tut es, weil es ihm auf irgendeine Weise gut tut. Trotzdem darf der Empfänger des Guten, so es ein Mensch ist, nicht zum bloßen Statisten im Film des Wohltäters werden.

    Die größte Stärke des unpersönlichen Gebens ist, die Last von Beziehungen, die nicht auf Augenhöhe sind, zu vermeiden.
    Du bringst mal wieder perfekt auf den Punkt, was ich denke, aber nicht so gut ausdrücken konnte
    May you be surrounded by friends and family,
    and if this is not your lot, may the blessings find you in your solitude.

    Leonard Cohen


    Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
    Erich Kästner


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    AW: Besser "im Kleinen" Gutes tun oder an Hilfsorganisationen spenden?

    Das ist in der Tat eine nicht ganz einfache Geschichte. Meine Mutter hat das auch schon mal gemacht, dass sie einfach 100 Euro in einen Umschlag gemacht hat, eine Karte dazu "Es kommt von Herzen" oder "Für die Kinder zu Weihnachten" und diese in den Briefkasten des Entsprechenden getan hat. Wir leben ländlich und man kennt sich hier, also weiß man auch, wo gerade Not am Mann ist, z. B. durch Krankheit oder Todesfall.

    Es ist natürlich eine heikle Angelegenheit. Freuen sich die Beschenkten? Oder kommen sie sich wie Allmosenempfänger vor?
    Schwierig! Aber wie sonst ist es möglich, jemanden ganz persönlich etwas zukommen zu lassen, ohne dass derjenige denkt, er müsse etwas zurück geben.

    Ansonsten gibt es bei uns am Ort ein alte Frau (sie ist schon 88!), die hat so eine Patenschaft für ein Kinderheim in der Nähe. Die Kinder können immer so Ende November ihre Wünsche aufschreiben, es darf so um die 30 - 40 Euro kosten, diese Wunschzettel kann man dann bei ihr abholen und für das entsprechende Kind ein Päckchen zu Weihnachten richten. Das gibt man dann bei der Frau wieder ab und sie leitet es ans Heim weiter.

    Habe ich schon ein paarmal gemacht, man bekommt dann ein paar Wochen danach eine Dankeskarte des entsprechenden Kindes. Finde ich eine nette Idee und man weiß garantiert, dass es beim richtigen ankommt.
    Es gibt keinen Weg zum Frieden, der Frieden ist der Weg (Mahatma Gandhi)

  10. Avatar von jofi2
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    AW: Besser "im Kleinen" Gutes tun oder an Hilfsorganisationen spenden?

    Für mich ist bei Spenden wichtig, dass der, der davon profitiert, nicth weiß, dass es von mir kommt.

    Ich finde es megapeinlich, die Lady Bountiful zu spielen.
    Ich red halt auch oft nur so dahin und hoffe, dass ein Gedankengang Schritt hält. Und wenn nicht, hat er halt Pech gehabt, der Gedanke.

    (Gerhard Polt)

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