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  1. Avatar von Sortie_Echo
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    AW: Gewalt unter der Geburt

    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen
    So war es dann auch, er kam nach seinem Dienst gegen 9 in Privatkleidung und hat sich gut eine Stunde an mein Bett gesetzt und sich Zeit genommen. Fand ich nicht selbstverständlich und tat mir gut....
    Nee. Selbstverständlich ist das nicht.

  2. Inaktiver User

    AW: Gewalt unter der Geburt

    Gewalt? ...Nie darüber nachgedacht...es war eben so.
    Geburt meiner Tochter in den 80ern in der ehemaligen DDR. Kreisssaal mit 8 Betten, nur mit Paravents getrennt. Ich war 19 Jahre alt, noch jung - im Osten nichts ungewöhnliches

    Ohne alles, keine PDA, nix - ich wusste da muss ich durch.
    Habe mich zwischen den Wehen mit der Nachbarin unterhalten.

    Betreuung war da, zum Schluss war auch ein Arzt der sich sich mit t seinem ganzen Gewicht auf meinen Bauch gelegt hat und das Kind in den Geburtskanal gedrückt hat, es ging dann alles schnell - ich dachte ich muss sterben, aber ich glaube er hat das richtige getan um die Geburt zu beschleunigen.

    geschnitten wurde natürlich auch und ohne Narkose genäht, habe komischerweise nix gemerkt

    Nun, was soll ich sagen - es gab keine Alternative - schön wars nicht


  3. Registriert seit
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    AW: Gewalt unter der Geburt

    Angeblich- ich gebe mal die Aussagen meiner Oma wieder- setzt direkt nach der Geburt ein ordentlicher Hormonschub ein, der oft dafür sorgt, dass das Nähen nicht wirklich bemerkt wird. So wie leichte Nadelstiche.
    Die zu vernähende Stelle zu kühlen macht auch Sinn, das betäubt etwas.

    Dieses "auf den Bauch werfen' nennt man wohl "kristellern", damit wird die Druckwirkung der Wehe nach unten verstärkt, macht man, wenn das Kind nicht richtig "runter kommt". Solche rabiaten Attacken machen aber wohl nur Sinn, wenn es "eilt". Ich kenne das als Druck mit den Händen nach unten, um quasi dem Kind "Halt unter den Füßen" zu geben. Meine Oma entband Frauen, die mehrere Kinder in sehr kurzem Abstand bekommen haben oft bei uns zu Hause, sie blieben oft ein zwei Tage um sich etwas zu erholen. Bei Mehrfachgebärenden ist oft das Gewebe/Muskulatur über-dehnt, so dass keine effektive Wirkung der Presswehen entsteht. Zumal die Frauen, die meine Oma betreute, körperlich arbeiteten und kaum wirklich Erholungszeit nach der Geburt hatten. Oft war nach einer Woche schon wieder der normale Alltag angesagt, das zerrt natürlich auch.

  4. Inaktiver User

    AW: Gewalt unter der Geburt

    ja...ich erinnere mich noch an den Schwimmreifen auf dem wir in der Klinik gesessen haben und die Kamillensitzbäder, der Auffenthalt war immerhin eine Woche.

    Kristellern habe gerade mal gegoogelt, Sasapi, ja das war es...und es war extrem unangenehm, es nahm einem die Luft - aber irgendwie war es doch effektiv

    Die Väter waren noch nicht bei der Geburt dabei und die Kleinen wurden zum stillen gebracht. Das waren noch Zeiten.

  5. Moderation Avatar von maryquitecontrary
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    AW: Gewalt unter der Geburt

    @Sasapi: nach der Geburt ist bei der Mutter das Bindungshormon Oxytocin, das auch die Milchausschüttung ("letdown") bewirkt, ebenso wie das Zusammenziehen der Gebärmutter, in hohen Konzentrationen vorhanden.

    Aber auch die körpereigenen Opiate, die Endorphine - die ein Glücksgefühl vermitteln, aber eben auch Schmerzen dämpfen.


    Die Neugeborenen wiederum sind darauf eingestellt, die Brust zu finden und zu trinken. Dank Ocytocin kommt auch die Milch. Damit kommt auch das Stillen in Gang.


    Es ist eben alles ziemlich gut eingerichtet...Daher ist es auch gut, wenn man Mutter(, Vater) und Kind in Ruhe zusammensein lässt - sofern es nicht medizinisch erforderlich ist.


  6. Registriert seit
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    AW: Gewalt unter der Geburt

    Danke Mary!
    Zur Frage, ob man die Entwicklung zurück drehen kann- ich weiß nicht.

    Ich bin keine Fachfrau, aber ich denke, ob man seine Kinder leicht und schnell entbindet, darauf hat man nur wenig Einfluss. Das ist in aller Regel einfach mal ein Stück weit Glück.
    Irgendwie wird aber in den Frauen die Erwartung erzeugt, man habe eine Bilderbuchgeburt, wenn man sich nur genug vorbereitet, mental und praktisch. Funktioniert aber nicht. Aber die Vorstellung fühlt sich so logisch an, denn bis wir Kinder bekommen haben wir genau diese Erfahrung mehrfach gemacht, schon in der Kindheit- habe ich mich gut vorbereitet, komme ich gut durch die Prüfung.
    Ein Gutteil der Probleme nach der Geburt entsteht wohl durch das Gefühl, irgendwas falsch gemacht zu haben, sonst wäre ja nicht passiert, was eben passiert ist.
    Das ist das Eine- dann darf man nicht vergessen, dass für Krankenhäuser auch eine Geburt, die mit PDA, Wehentropf und Dammschnitt zu Ende geht, eine "natürliche Geburt" ist. Schwangere verstehen darunter etwas anderes...
    Dann kommt auch hinzu- die Eltern werden immer älter, die Kinder immer größer und schwerer. Ich habe die sog. Geburtenbücher meiner Oma, in denen Geschlecht, Grosse und Gewicht der Kinder aufgezeichnet ist. Mitte der 80 ger, kurz vor ihrem Ruhestand, waren die Kinder zwischen 2800 und knapp über 3000 g schwer, zwischen 48 und 52 cm groß.
    Kinder mit 3,5 kg oder noch mehr Gewicht waren die Ausnahme. Ich glaube, das ist heute anders....

    Und - je älter die Mutter, desto größer die Gefahr von Komplikationen unter der Geburt.
    Und es ist keine 20 Jahre her, da galten Mütter über 35 als Risikoschwangere.

    Deshalb können wir aber nun schlecht zu Zeiten zurück kehren, in denen die Mütter knapp 20 waren beim ersten Kind....

    Was so oder so nicht vorkommen darf sind absolute Frechheiten im Kreissaal-maulende Hebammen, die blöde Sprüche klopfen. Oder, wie im Podcast zu hören, den Gebärhocker nicht holen wollen, aber auch keinen Grund nennen. Wenn sie nicht auf dem Boden rumkrauchen wollen, oder es einfach aus gesundheitlichen Gründen nicht können, sollen sie das in vernünftigen Ton sagen.

  7. Inaktiver User

    AW: Gewalt unter der Geburt

    Sasapi, Dein Post kann ich voll unterschreiben. Das geht gar nicht, der Respekt muss immer da sein.

    Aber ich denke auch das heute wie in vielen Bereichen alles optimiert wird, mehr Druck entsteht.
    Ich bin niemand der alles gut findet wie es früher war.

    Aber wir wussten, das wird kein Spaziergang und wir haben keine Erwartungen gehabt, nur an uns selbst das durchzustehen.
    Ich erinnere mich noch das in keinem Buch etwas von "Geburtsschmerz" stand, mit dem Bewusstsein, bin ich in die Sache rein.


  8. Registriert seit
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    AW: Gewalt unter der Geburt

    Ich weiß gar nicht mehr....
    Vielleicht war es bei mir auch anders, Oma hatte zwar ihren eigenen "Arbeitsbereich", wir gingen dort natürlich auch nicht hin, wenn gerade eine Entbindung "lief", aber natürlich bekommt man trotzdem etwas mit.
    Oma war eine Vertreterin von "Angst erzeugt Verspannung erzeugt Schmerz" und hat daher "ihren" Gebärenden immer sehr viel erklärt, hat einen Spiegel am Fussende des Bettes aufgestellt, wenn es mit dem Pressen nicht auf Anhieb klappte...und war eine Verfechterin von "möglichst keine Schmerzmittel', nicht weil man seine Kinder gefälligst unter Schmerzen zu gebären habe, sondern weil sie aus ihrer Erfahrung heraus der Ansicht war, wirksame Schmerzmittel verzögern den Geburtsverlauf- und behindern die Ausschüttung der körpereigenen Hormone.
    Mit viel gutem Zureden, trösten etc bekam sie auch sehr viele Mütter durch die Geburt "gequatscht" , sagte sie Mal :)
    Man darf aber auch nicht vergessen- zu Beginn ihrer Berufslaufbahn waren Hausgeburten normal, die Hebamme komplett auf sich gestellt, Krankenhausgeburten waren damals noch keine allgemeine Kassenleistung, bei Schwierigkeiten wurde der Dorfarzt geholt, der musste auch evtl. Schnitte und Risse nähen ( was nicht alle Ärzte gleich gut konnten, weswegen der Dammschutz das Wichtigste war...). Dann gab es die Zeiten der sog. programmierten Geburt, bei der Mutter und Kind teilweise völlig benebelt und zugedröhnt waren. Als ich Teenager war und mehr vom Entbindungsbetrieb mitbekam hatten wir die frühen 80ger, Hausgeburten kamen wieder auf, auch weil viele Frauen die damals noch übliche Vorgehensweise im Krankenhaus nicht wollten, da war aber klar, dass Schmerzmittel in "starker" Form wie z.b. eine PDA nicht oder nur im äußersten Notfall in Frage kommen.
    Als ich 92 mein erstes Kind bekam hatte sich das Vorgehen im Krankenhaus komplett verändert. Aber damals gab es die PDA z.b. auch nur ganz selten, meist, wenn es gar nicht weiter ging und/oder Eingriffe wie Zange etc drohten.
    Ich war selbst so eine Kandidatin, die bei beiden Kindern ( die spontan geboren wurden) ganz am Anfang nach einer PDA gejammert hat ( da macht das wirklich noch keinen Sinn), dann war es eine ganze Weile gut und dann jammerte ich wieder danach, in dieser Übergangsphase zwischen Eroffnungs- und Presswehen. Da ist es dann auch Quatsch, bis die PDA gesetzt ist und wirkt ist das Kind ja längst da...
    Bei der Zweiten fragte mich die Hebamme dann auch: "Willst du wirklich eine Spritze in den Rücken haben?" "Jaahaa!" "Mit so einer Nadel?"( Langes, spitzes, flexibles Dings vor meine Nase haltend...) "Neihein!" Sie hat sich hinterher bei mir für den barschen Ton entschuldigt, aber das wäre wirklich dummes Zeug gewesen. 10 Minuten nach dieser Situation war unsere Tochter dann schon da, ich war aber so unvernünftig wie das Kind im Eisladen, was kreischend auf dem Boden liegt, weil es nicht von jeder Eissorte eine Kugel haben darf...man ist in diesen Momenten einfach nicht man selbst, glaube ich.
    Und mitunter kann ein etwas resoluter Ton nötig sein- was etwas anderes ist als frech, unverschämt oder gar gemein. Nach der Geburt muss die Frau eh zwei Stunden im Kreissaal bleiben, da wäre Zeit für Erklärungen, warum die Hebamme gehandelt hat, wie sie es eben tat...

    Viel wäre schon gewonnen, wenn normale Entbindungen besser vergütet würden, dann gäbe es dieses "Nun macht die schon 10 Stunden hier rum, wir müssen jetzt echt mal sehen"....
    Es gab in den frühen 90gern mitunter sog. Doulas, Frauen, die mit in den Kreissaal gingen und die Frau einfach so unterstützten- durch ihre Anwesenheit. Trösteten, die Hand hielten, Mit zusprachen, aber auch irgendwelche medizinischen Dinge der Frau nochmal erklärten, während einer Wehe ist man nicht aufnahmefähig.

    Der jeweilige Partner bekommt das auch nicht immer so hin, denke ich ( Gatterich war bei den Geburten nicht dabei), da wäre eine weitere Person vielleicht hilfreich.... Ich weiß nicht, gibt's diese Doulas noch?

  9. Avatar von Paraplumeau
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    03.11.2014
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    10.142

    AW: Gewalt unter der Geburt

    Ich habe eine sehr schlimme lange traumatische Geburt mit meiner ersten Tochter gehabt. Geburtsschäden bei mir und dem Kind.
    Schon die Schwangerschaft war eine 9monatige Tortur.
    In Ermangelung anderer Erfahrungen hielt ich das alles für normal.

    Sehr schnell wurde ich wieder schwanger, wieder ging es mir mies, aber mit Baby kann man sich um die eigenen Befindlichkeiten nicht bekümmern.
    Das Kind kam drei Wochen nach Termin nach Einleitung heftig und sehr schnell auf die Welt zu den Klängen von "Wish you were here"....

    Bei Kind 3, dem Wunschkind und dem Kind, das mich mit allem rund um Schwangerschaft und Geburt versöhnen sollte, entschied ich alles selbst!
    Mir ging es wieder sehr mies, aber ich war endlich stark genug, zu bestimmen, wie ich es mochte.
    Ärztin sagte Kaiserschnitt, ich sagte natürliche Geburt.
    Ärztin empfahl Kaiserschnitt, damit man mich gleich kastrieren könne, ich sagte ihr, dass sie mir nicht vorschreiben könne, wie viele Kinder ich noch bekomme. (Dieses Ansinnen der Ärztin hat mich noch sehr lange sehr bewegt.)
    Hebamme empfahl Ruhe, ich machte Party.
    Auf einer Party zwei Tage nach Termin ging es los.
    Wir verkauften die Kinder und fuhren ins Krankenhaus, mein Mann hatte Geburtstag.
    Hebamme wollte das Kind schnell "holen", ich sagte, es muss nicht schnell gehen, es soll seinen eigenen Geburtstag haben.
    Hebamme sagte hinlegen, ich wollte Marathon laufen und tanzen und ich tanzte.
    Hebamme wollte vor der Geburt schon den Namen des Kindes in die Unterlagen schreiben, ich wollte das Kind erst sehen.
    Kind kam kurz nach Mitternacht (haha...ich bekomme immer was ich will), hatte einen eigenen Geburtstag, die Hebamme erfuhr den Namen.
    Diese glückliche, fröhliche Geburt ohne Geburtsschäden bei mir oder dem Kind war eine tolle Geburt weil ich alles selbst bestimmte.

    Schade, dass man mehrere Anläufe benötigt, bis man das so selbstbestimmt erreicht.
    Wenn ich anderer Leute Innerstes sehen wollte, wäre ich Gerichtsmedizinerin geworden.

  10. Inaktiver User

    AW: Gewalt unter der Geburt

    Zitat Zitat von Paraplumeau Beitrag anzeigen
    Wir verkauften die Kinder
    :schmeißmichweg:

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