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  1. Registriert seit
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    AW: Stop Surrogacy Now - Leihmutterschaft jetzt stoppen!

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Wir haben etwa 100.000 Ehepaare in Deutschland, die auf den Vermittlungslisten der Adoptionsvermittlungen stehen.
    Im Jahr 2013 wurden aber nur 3.793 Kinder adoptiert. Davon etwa die Hälfte von Verwandten (z:B: Lebenspartner eines Elternteils). Es stehen bei uns kaum Kinder und schon gar nicht im bevorzugten Babyalter für Adoptionen zu Verfügung.

    Und ein romantischer Bericht im Fernsehen ist immer eine Ausnahmesituation, sonst würde so etwas nicht über den Bildschirm flimmern.
    Ok zum romantischen Bericht

    Aber warum ist es in D so schwer, Kinder zu adoptieren? Kinder auch aus dem Ausland?

    Dass das Babyalter bevorzugt wird, wundert mich jetzt nicht. Es beweist mir nur, dass es den Eltern in erster Linie nicht um das Kind geht, sondern darum, selbst (evtl auch das Selbstbild unterstützend) von einem Kind zu "profitieren", wodurch auch immer.

    Ich kann aber auch verstehen, wenn Adoptiveltern davor zurückschrecken, ältere Kinder zu adoptieren, da diese höhere Anforderungen stellen, denen sich so manche Erwachsene nicht gewachsen fühlen.

  2. Inaktiver User

    AW: Stop Surrogacy Now - Leihmutterschaft jetzt stoppen!

    @Opelius

    Brünette beschreibt zwei Wege wie man sich aus ungewollter Kinderlosigkeit helfen kann... Adoption oder Pflegekind oder wenn einer der Partner nicht fruchtbar ist, dann über eine dritte Person, die das aber freiwillig tut und Rechte hat.

    Das nicht jeder Kinderwunsch erfüllt wird ist sicher trotzdem so, aber daraus leitet sich meines Erachtens kein Recht ab, Kinder über Leihmutter 'produzieren' zu lassen.
    Diese Frauen werden vertraglich gezwungen alle Rechte abzugeben, sie werden erheblichen Risiken ausgesetzt und haben keinerlei Mitentscheidungsrechte.

    Der drängende Kinderwunsch ist auch nicht das ausschlaggebende Argument für die Anbieter von Leihmutterschaft... das ist allein das Geld was hier entscheidet.
    Das ist Kapitalismus in Reinform und in meinen Augen die brutalste Form der Ausbeutung die es gibt.

    Hinzu kommt die Situation für die Kinder, die niemals ihre leibliche Mutter sehen, in der Regel auch nicht die biologische Mutter, denn meist stammt die Eizelle von einer dritten Person, und sie werden direkt nach der Entbindung von der Mutter getrennt... Schließlich wartet draußen derjenige, der bezahlt hat.

    Ich hoffe, die Gesetze in Deutschland bleiben so und dass sich darüber hinaus die deutsche Regierung international gegen Leihmutterschaft engagiert.

  3. Inaktiver User

    AW: Stop Surrogacy Now - Leihmutterschaft jetzt stoppen!

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Es stehen bei uns kaum Kinder und schon gar nicht im bevorzugten Babyalter für Adoptionen zu Verfügung.
    Und das ist gut so. Für ein Kind ist es ein Trauma, weggegeben zu sein. Je seltener so etwas vorkommt, umso besser.

    Kinderkriegen war noch nie ein Menschenrecht. Vor nicht allzu langer Zeit wurden auch in Europa ledige Mütter umgebracht. Kinder durften lediglich Paare bekommen, die eine wirtschaftliche Basis hatten. Nur etwa die Hälfte aller Leute hatte damals die gesellschaftliche Erlaubnis zum Kinderkriegen. Heute wiederum wird so getan, als wäre es ein Menschenrecht, ungeachtet der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und gesundheitlichen Lage.

    *Petition unterzeichnet*

  4. Avatar von Opelius
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    AW: Stop Surrogacy Now - Leihmutterschaft jetzt stoppen!

    Zitat Zitat von bruennette_2 Beitrag anzeigen

    Aber warum ist es in D so schwer, Kinder zu adoptieren? Kinder auch aus dem Ausland?
    weil die rechtlichen Voraussetzungen für eine Adoption erfüllt sein müssen. Ledige können bis heute kein fremdes Kind adoptieren.

    Auslandsadoptionen werden nach dem Haager Adoptionsübereinkommens abgewickelt, das abgebende Land muss dem zustimmen und unsere Adoptionsstellen auch.
    Zitat Zitat von bruennette_2 Beitrag anzeigen
    Dass das Babyalter bevorzugt wird, wundert mich jetzt nicht. Es beweist mir nur, dass es den Eltern in erster Linie nicht um das Kind geht, sondern darum, selbst (evtl auch das Selbstbild unterstützend) von einem Kind zu "profitieren", wodurch auch immer.

    Ich kann aber auch verstehen, wenn Adoptiveltern davor zurückschrecken, ältere Kinder zu adoptieren, da diese höhere Anforderungen stellen, denen sich so manche Erwachsene nicht gewachsen fühlen.
    Der Wunsch möglichst ein Baby zu adoptieren, ist für mich verständlich. So erhofft man wenigstens durch sehr frühe Formung und Zuwendung ein eigenes Kind zu erziehen. Wer möchte schon ein aufsässiges Kind von 10 Jahren und ebenso vielen Pflegestellen an Kindesstatt annehmen?
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel


  5. Registriert seit
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    AW: Stop Surrogacy Now - Leihmutterschaft jetzt stoppen!

    Zitat Zitat von bruennette_2 Beitrag anzeigen
    Dass das Babyalter bevorzugt wird, wundert mich jetzt nicht. Es beweist mir nur, dass es den Eltern in erster Linie nicht um das Kind geht, sondern darum, selbst (evtl auch das Selbstbild unterstützend) von einem Kind zu "profitieren", wodurch auch immer.
    Ein Baby kommt dem eigenen Kind und dem Erleben des Aufwachsen des Kindes am nächsten. Ein zehnjähriges Kind ist einfach etwas ganz anders.

    Und es geht nicht nur um das Kind, es geht selbstverständlich auch um das eigene Leben.

    Mir gefällt diese Verhaltensvorschrift „Es geht allein um das Kind!“ nicht, ich finde die lebensfremd.

  6. Inaktiver User

    AW: Stop Surrogacy Now - Leihmutterschaft jetzt stoppen!

    Zitat Zitat von Quirin Beitrag anzeigen
    Und es geht nicht nur um das Kind, es geht selbstverständlich auch um das eigene Leben.

    Mir gefällt diese Verhaltensvorschrift „Es geht allein um das Kind!“ nicht, ich finde die lebensfremd.
    Na ja, aber wenn ich ein leibliches Kind bekomme muss ich auch nehmen was ich kriege. Auch da hab ich kein Recht darauf dass das gesund und pflegeleicht ist.

    Ich denke auch, es gibt kein Recht auf ein Kind, wie auf vieles andere im Leben eben auch.

    Und nur um sich den Wunsch erfüllen die grundlegenden Bedürfnisse anderer zu mißachten ist für mich nicht akzeptabel.

    Ich denke, es gibt so was wie ein Seelenleben, und niemand hat das Recht, die Leihmutter, die biologische Mutter oder das Kind vorsätzlich und aus reinem Eigennutz solchen Belastungen auszusetzen, die diese Konstruktionen mit sich bringen.

  7. Avatar von Opelius
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    AW: Stop Surrogacy Now - Leihmutterschaft jetzt stoppen!

    Leihmutterschaft setzt wohl immer voraus, dass die austragende Mutter in extrem armen Verhältnissen lebt. Es muss für sie ein lohnendes Entgelt dabei rausspringen. Laut Biotexcom,Ukraine, werden bis zu 29.000 € für eine Leihmutterschaft gezahlt. In Kalifornien 50.000 $. In Indien irgendwas dazwischen. Das meiste davon bekommen sicherlich die vermittelnden Agenturen.

    Da die annehmende (deutsche) Mutter sich über eine längere Zeit in dem Land der Vermittlung aufhalten muss, um auf das Baby zu warten und einen deutschen Kinderpass bei der Botschaft zu beantragen. Diese Aufenthaltskosten über Wochen dürften den Batzen der Kosten ausmachen, nicht das "Honorar". Es kann nur ein Weg sein für sehr solvente Ehepaare sein.

    Ich sehe kaum Möglichkeiten solche Praktiken von hier aus zu verbieten. Wie man auch kaum den Verkauf einer eigenen Niere verbieten kann. Man müsste in erster Linie Armut verbieten.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  8. Inaktiver User

    AW: Stop Surrogacy Now - Leihmutterschaft jetzt stoppen!

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Ich sehe kaum Möglichkeiten solche Praktiken von hier aus zu verbieten. Wie man auch kaum den Verkauf einer eigenen Niere verbieten kann. Man müsste in erster Linie Armut verbieten.
    Du hast Recht Opelius, das Leihmutterschaft sozusagen an der untersten Stelle der Ausbeutungskette steht.
    Aber ich denke die internationale Gemeinschaft kann und muss handeln und natürlich können die europäischen Regierungen ihren Teil dazu tun.

    Und es gibt immer wieder ein Umdenken. In Thailand beispielsweise wurden nach dem Fall, dass ein Ehepaar (der Mann übrigens des Kindesmissbrauchs vorbestraft.) ein behindertes Zwillingskind bei der Leihmutter ließ, wurde Leihmutterschaft inzwischen zumindest für Ausländer verboten.

    Aber es gibt eine finanzstarke Lobby, die versucht, Leihmutterschaft als moralisch okay unter dem Deckmantel der "Toleranz" zu etablieren.
    Es gibt zunehmend Berichte die über fröhliche Familien berichten, die endlich über Leihmutterschaft zu ihrem Glück kamen. Die Situation der Leihmütter wird dabei meist außen vor gelassen.

    Solche Berichte über Leihmütter sind selten.
    Hier hat eine Leihmutter die für ein homosexuelles Paar ein Kind bekam dieses nach der Geburt sofort bereut und für einen Umgang mit dem Kind gekämpft. Die Geschichte hat sogar ein kleines HappyEnd (?), da es ihr gelungen ist, zumindest einen Umgang mit dem Kind zu bekommen, auch wenn sie keine Sorgerechte hat.

    Ich denke, die Staatengemeinschaft kann sich dafür einsetzen, dass Leihmütter wie andere Mütter auch Rechte haben, und dass es nicht möglich sein darf, Sorgerechte zu "kaufen". Für mich widerspricht das der Würde des Menschen, auch der des Kindes.


  9. Registriert seit
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    AW: Stop Surrogacy Now - Leihmutterschaft jetzt stoppen!

    Mal ungeachtet der Frage, ob Leihmutterschaft ok ist, sollte sie, falls sie ok ist, mit allem Drum und Dran gesetzlich geregelt werden, also insbesondere auch die Thematiken der Bezahlung (und ja, neun Monate plus Gesundheitsrisiko, dass ist einiges wert), des Rechts des Kindes auf Wissen um die Abstammung bzw. Austragung inkl. der Austragenden sowie geg. ein Umgangsrecht für die Austragende.

  10. Inaktiver User

    AW: Stop Surrogacy Now - Leihmutterschaft jetzt stoppen!

    @Quirin
    Das wäre vermutlich schon mal ein große Fortschritt im Vergleich zu dem was heute läuft.

    Ich denke sogar, dass ein solcher Vertrag über einen Menschen rechtswidrig ist und die Leihmutter auch das Recht haben sollte davon zurückzutreten und dann sogar Ansprüche auf Unterhalt haben sollte... wie jede andere Mutter auch.

    Natürlich haben Frauen das Recht Kinder zur Adoption freizugeben oder wenn der Vater sich kümmern will auf das Sorgerecht zu verzichten, aber diese Entscheidung sollte nicht aufgrund eines finanziellen Vertrags zustande kommen.

    Denn es bleibt das ethische Problem:
    Das Kind wird im Grunde zur Ware, vermögende Männer können sich ihren eigenen genetischen Nachwuchs sichern ohne die Rechte einer Frau zu waren.

    Ich habe in den letzten Wochen etwas zu dem Thema recherchiert und es gibt haarsträubende Fälle:
    Ein reicher Japaner, der 15 Kinder von verschiedenen Leihmüttern aus Thailand hat, versorgt werden sie von Krankenschwestern, sein Hauptziel war es, Steuern zu sparen. Den Fall von dem behinderten Kind habe ich schon genannt.

    Bei Adoptionsverfahren gibt es aufwendige Prüfverfahren, aber hier werden die Elternrechte einfach dem zuerkannt der bezahlt.
    Die Mütter sind ja leider oft im Elend und könnten es sich gar nicht leisten sich um ein weiteres Kind zu kümmern oder sind in Ländern, wo die Frauenrechte desaströs sind - es ist wohl kein Zufall, das der größte Markt in Indien ist.

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