Ganda, genau der gleichen Meinung bin ich auch.Ob die Burka immer eine freie Entscheidung der Trägerinnen ist, bezweifle ich bei den Konsequenzen, die eine Verweigerung nach sich zieht.
So gut können die Gründe pro Burka gar nicht sein, dass sie es nur Frauen verbietet, im öffentlichen Raum das Gesicht zu zeigen, egal, in welchem Land das ist. Seltsam, dass auch Frauen gut finden, dass es nur sie betrifft.
Was soll ich da tolerieren? Einseitigkeit?
Außerdem, wenn ich z.B. eine Kultur-/Besichtigungsreise im Iran machen möchte, wird mir zugemutet, Achtung vor religiös-moralischen Gefühlen zu zeigen, indem ich die islamischen Bekleidungsvorschriften als Frau einzuhalten habe, auch wenn ich keine Muslima bin. Für mich ein Grund, nicht dorthin zu reisen, geschweige denn dort leben zu wollen.
Vice versa kommen Muslime nach Europa, wollen hier leben und sehen keinen Grund, sich unseren Sitten und Gebräuchen anzupassen. Außerdem bezweifle ich stark, dass diese Verhüllung vom Koran vorgeschrieben wird und sehe es nur als vorgeschobene Ausrede. Demnächst wird noch die Scharia aus religiösen Gründen eingeführt und man beruft sich hier auch auf die in Europa herrschende Religionsfreiheit. Irgendwie finde ich, dass gerade in D die Toleranz zu weit geht.
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22.11.2014, 18:40Inaktiver User
AW: Burka Verbot Jetzt - Oder etwa nicht?
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22.11.2014, 19:03
AW: Burka Verbot Jetzt - Oder etwa nicht?
Vice versa geht nicht ... die Muslime kommen aus einer Kultur, in der Anpassung an westliche Sitten und Gebräuche weder erwünscht noch für erforderlich gehalten werden. SIE leben nach ihren Regeln. Es sind (soweit ich weiß) die gebildeteren, moderneren - eben aufgeschlosseneren Menschen, die sich hier integrieren und häufig aus der 2. oder 3. Generation.
In westlichen Ländern dagegen ist Offenheit nicht schädlich oder störend für's Seelenheil - für uns klingt "aufgeschlossen" einfach schick.
Die Scharia ist auch in Deutschland schon angekommen - jedenfalls in der eigentlich Form. Sie regelt das religiöse und somit auch kulturelle Leben der Moslems. Was daraus geworden ist, wie unterschiedlich interpretiert wird, was sie zu einem Schreckgespenst der westlichen Welt gemacht hat, hat mit dem eigentlichen Sinn nichts mehr zu tun (dies alles jedenfalls nach dem, was mein Halbwissen kennt)
@ganda
danke für die Erklärung zum Zitieren.
Ansonsten ... na, dann ist ja alles in Ordnung ;-)
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22.11.2014, 19:23*
Der Adler fängt keine Mücken.
'Antisemitismus hat in Deutschland keinen Platz' ist Kindergartenniveau. - Igor Levit
Deutsche Tugenden: „Pünktlich wie die Deutsche Bahn, ehrlich wie die Deutsche Bank und sauber wie VW.“
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22.11.2014, 19:24Inaktiver User
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22.11.2014, 19:32Inaktiver User
AW: Burka Verbot Jetzt - Oder etwa nicht?
Die Scharia ist eine bindende religiöse Gesetzgebung. Also braucht hier niemand Angst haben, dass sie offiziell eingeführt wird. Hat auch nichts mit Religionsfreiheit zu tun.
Den Koran kenne ich zu schlecht, um das zu interpretieren. Im Islam gibt es aber genauso viele religiöse Splittergruppen wie im Christentum.
Vor ein paar Jahren wurde eine große mittelständische deutsche Firma mit einem renomierten internationalen Preis für Computerspiele ausgezeichnet. Die Gründer sind Türken und die Teams sind international. Solche Erfolgsstories gibt's viele, aber ebenso auch die anderen. Nur generell lässt sich nichts über moslemische Mitbürger sagen.
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22.11.2014, 19:45
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22.11.2014, 19:52
AW: Burka Verbot Jetzt - Oder etwa nicht?
Liebe(r) durutti ... irgendwie hast Du mich da oben wohl gewaltig missverstanden. Denn nichts anderes habe ich im Beitrag davor auch geschrieben. Sie regelt das religiöse Leben ... das ist nichts anderes als eine religiös bindende Gesetzgebung
und jeder religiöse moslem in deutschland hält sich an diese gesetze. es wäre schön, wenn wir uns einfach nur missverstanden haben...
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22.11.2014, 19:59Inaktiver User
AW: Burka Verbot Jetzt - Oder etwa nicht?
Das Problem ist u.a. die einseitige (geforderte ) Toleranz.Schon von Grund auf.
Es kann keine " unendliche" Toleranz allem Gegenüber in einer Gesellschaft bzw. einem Land geben.
Weil es eben Rahmenbedingungen, Gesetze, Grundgesetze gibt, die das Zusammenleben in bestimmten Grundzügen regeln, einen bestimmten Konsens darstellen.
Also stellt sich tatsächlich irgendwann die Frage, wo geht es nicht mehr (nur) um Toleranz, sondern bei mancher Thematik um damit ganz anders verknüpfte und sich daraus ergebende Probleme.
Das Thema Burka ist da schon ein echter Grenzbereich, da eben jene Menschen eine ganz bestimmten Sichtweise auf das Leben ( es ist ja nicht "nur" die Burka ansich, sonder die gesamte Betrachtungsweise auf bestimmte Werte, Gesetze, Normen ausdrückt, welche hinter solch "konservativen" Muslimischen Überzeugungen stehen)
damit ausdrücken.
Ich kann das tolerieren und akzeptieren, das es Menschen gibt, für die jene die richtige und passende ist.Ob und inwieweit diese Lebensweise aber für alle sinnvoll und vor allem sinnvoll integrierbar ist in einem Land, das bleibt die Frage.
Das Problem der "Parallelgesellschaften" innerhalb eines Landes ist unterdessen weitgehend bekannt.Bzw. die sich daraus ergebenden Problematiken, welche trotz mancherlei Bemühungen absolut hartnäckig bestehen bleiben und manchmal (leider) nur schwer bis kaum lösbar sind.
Schon dafür braucht es einiges an Toleranz und jene sehe ich (zum Glück) hier in D doch in grossen Teilen gegeben.
Und dabei handelt es sich noch um Bevölkerungsgruppen, welche eben noch nicht einmal so erzkonservative religiöse Überzeugungen inklusive Gesetze, welche sie gemäss ihrer Überzeugung und Ausrichtung vertreten, haben.
Burkaträgerinnen bzw auch die entsprechenden Ehepartner und Familien schaffen von vornherein eine deutlich gekennzeichnete Parallelgesellschaft, aus welcher sie sich auch kaum herausbewegen.
Wie soll da eine halbwegs sinnvolle Integration stattfinden, wenn ich in einem Land lebe, welches schon ein Grundgesetz hat, dessen Werte und Ansichten ich gar nicht vertrete ?
Wie sinnvoll kann es sein, kann man sich auch unter diesen Aspekten fragen, eine womöglich "falsche" Toleranz an den Tag zu legen ? Wem ist denn mit welcher Toleranz wirklich gedient ?
Und zwar in Wirklichkeit allen Beteiligten.
Nützt doch dir grösste (angebliche) Toleranz nichts, wenn es bei wirklich unüberbrückbaren Differenzen bleiben dürfte.
Dann finde ich es in der Konsequenz ansich richtiger, von vornherein festzulegen: Hier ist dabei eine Toleranzgrenze erreicht.
Und ich tue mich mit dem Ausspruch eines Verbotes auch schwer.
Da ich es zBsp nicht auf "Touristen" entsprechender Kultur beziehen wollte, aber auf Menschen, welche hier langfristig leben, da finde ich das Ganze überdenkenswert.
Nina
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22.11.2014, 20:09
AW: Burka Verbot Jetzt - Oder etwa nicht?
Bei uns arbeitet seit einigen Wochen eine Burka-Trägerin. Ist etwa in meinem Alter, Mitte 40, Wissenschaftlerin. Stammt aus dem Iran.
Sie hat- wie alle Mitarbeiter- einen Ausweis mit Lichtbild. Und auf dem sieht man ihr Gesicht. Wenn sie zur Arbeit kommt, muß sie wie alle Mitarbeiter am Wachpersonal vorbei- was stets zu zweit ist, einmal männlich, einmal weiblich- und geht mit der Mitarbeiterin des Wachdienstes ins Wachbüro, zeigt dort ihr Gesicht - fertig.
Das ist nämlich Burka Trägerinnen durchaus erlaubt.
Wenn sie in Bereichen arbeitet, in denen Sicherheitskleidung Vorschrift ist- dann wid das Unterteil der Burka, was eine Hose ist, in die Sicherheitsstiefel gesteckt, das Ober-Mittelteil wird mittels Gürtel gerafft, das gesichtsverdeckende, flatternde Oberteil kommt runter, dafür eine Sturmhaube auf- sieht seltsam aus, reicht aber der Arbeitssicherheit aus.
Im Übrigen kann man im Gespräch mit ihr durchaus erkennen, wo ihre Augen sind- vor diesen hat sie nämlich nur einen dünnen Schleier. Man erkennt, ob sie lächelt, ob sie besorgt oder eher traurig wirkt....
Ich habe keine Ahnung, warum sie Burka trägt. Ich habe sie nicht gefragt, sie fragt mich ja auch nicht, warum ich mich kleide, frisiere...wie ich es eben tue.
Aber da sie eine gewisse Bildung hat- sonst würde sie nicht tun, was sie beruflich tut- halte ich sie nicht für ein rückständiges, bedauernswertes Pusselchen, was von westlichen Gutmenschen zwangsweise befreit werden muss.
Die Regel ist sie sicher nicht. Aber sie ist ein gutes Beispiel dafür, dass eine Burka nicht immer das sein muß, was reininterpretiert wird....
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22.11.2014, 20:11Inaktiver User
AW: Burka Verbot Jetzt - Oder etwa nicht?
Wirklich, ich lebe in einer Stadt mit vielen Moslems, aus allen möglichen Ländern. Ich kenne einige privat. Manche ein bisschen, manche näher. Es stimmt einfach nicht. Die Scharia spielt bei vielen keine Rolle.
Es ist so, als ob du alle gläubige Christen als fundamentale Evangelikale bezeichnen würdest, und die gehen mit Frauen auch nicht sonderlich tolerant um.


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