Für das Fassungslos-Forum ist die Sache eigentlich zu schwerwiegend, deshalb hier:
ein Ehepaar in Baden-Württemberg hat Klage gegen zwei Stolpersteine vor ihrem Haus eingereicht.
Die Steine würden den Wert des Hauses mindern und ausserdem bestünde Rutschgefahr.
Sind wir schon wieder soweit, dass jegliches Mitgefühl verlorengeht ? Sind Sachwerte das Allerwichtigste ? Oder haben sie Recht ?
In Bayern sind Stolpersteine noch gar nicht erlaubt. Aber da wird wohl eher ein Aufstand passieren, wenn die Maß 10 cent teurer wird, als wegen einem Stolperstein.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 27
Thema: Klage gegen Stolpersteine
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21.02.2011, 17:10
Klage gegen Stolpersteine
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21.02.2011, 17:13
AW: Klage gegen Stolpersteine
Es gibt ja auch Menschen, die gegen Stolpersteine sind, weil sie nicht wollen, dass die Toten "mit Füßen getreten werden".
Aber das:ist schon grob...Die Steine würden den Wert des Hauses mindernBis auf Weiteres a.D.
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21.02.2011, 20:08
AW: Klage gegen Stolpersteine
Ja, in meinen Augen sehen die Stolpersteine wertvoll und "richtig" aus. Es ist eine wunderbare Idee.
Dein Einwand, dass man die toten "mit Füßen treten" könnte, ist auch plausibel und bedenkenswert. Was sagen denn betroffene Menschen dazu ?
Vertreter der Initiative meinen (bzw. der Rechtsanwalt der Stadt, deren Gehweg betroffen ist): die Stolpersteine seien ein Kunstwerk und insofern vom Grundgesetz geschützt.
In Köln wurde jedenfalls schon einmal eine Klage wegen Wertminderung des betroffenen Gebäudes abgewiesen.
Im aktuellen Fall wird die Richterin nun am 17. März ein Urteil verkünden.
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21.02.2011, 20:17Inaktiver User
AW: Klage gegen Stolpersteine
hier in diesem Strang "Stolpersteine"Was sagen denn betroffene Menschen dazu ?
gibt es ja schon einige Antworten diese Frage betreffend
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21.02.2011, 20:29
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21.02.2011, 20:32
AW: Klage gegen Stolpersteine
Wer sagt, dass die in Bayern nicht erlaubt sind? Es gibt doch ganz viele, zumindest in meiner Heimatstadt!
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21.02.2011, 20:38Inaktiver User
AW: Klage gegen Stolpersteine
Hab es gesehen und gegooglelt.
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21.02.2011, 20:39
AW: Klage gegen Stolpersteine
Habe ich gelesen zum Beispiel hier (auf die schnelle gegoogelt):
Münchner Streit um Stolpersteine: Wer gedenkt am besten? - taz.de
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21.02.2011, 20:57Inaktiver User
AW: Klage gegen Stolpersteine
Ich glaube auch, dass das ein Irrtum ist. In München wurden allerdings Steine verlegt und später - unter Berufung auf die sehr heftige Kritik der damaligen Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, an den Steinen wieder entfernt (Knobloch ist ja selbst Münchnerin). Ergo müssen sie erlaubt (gewesen) sein. Außerdem wäre die Erlaubnis kaum Ländersache, sondern wohl kommunale Angelegenheit.
Zum eigentlichen Strangthema: Zu den Stolpersteinen kann man sicher unterschiedlicher Ansicht sein, wie Charlotte Knoblochs Kritik zeigt - die übrigens für problematisch hält, dass Passanten auf den Namen der Toten herumtrampeln. Ich finde die Idee an sich gut, wenn sich aber in der Sache sicher Berufenere so dezidiert dagegen aussprechen, sollte man darüber zweimal nachdenken. Wenn dann die Stadtväter - wie eben in München oder anderswo - sich dagegen aussprechen, ist das o.k. für mich und hat mit rechtsradikaler Denke nichts zu tun.
Das Argument der Hauseigentümer mit dem Wert des Hauses kommt wohl öfter, ich halte es aber für vorgeschoben. Mit der Rutschgefahr auf diesen Steinen kenne ich mich nicht aus. Allein die geringe Größe der Steine und die Tatsache, dass sie für Fußwege konzipiert wurden, sagt darüber nichts aus. Hier in der Stadt wurden in einen Fußweg Leuchten zur Illumination eines Brunnens eingelassen - die schweineteuren Dinger sind bei Regenwetter glatt wie Eisplatten und extrem gefährlich. Da allerdings schon in der Vergangenheit ähnliche Klagen abgewiesen wurden, dürfte auch an dem Argument nicht viel dran sein. Und daher wäre ich doch eher überrascht, wenn die Kläger in diesem doch eher ausgelutschten Verfahren Erfolg hätten.
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21.02.2011, 21:00Inaktiver User
AW: Klage gegen Stolpersteine
Oh, überschnitten, was München angeht.



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