Eigentlich ist das im "hohen Alter" von Mitte 30 ja fast peinlich immer noch nicht zu wissen was man will.
Aber so wie ich das sehe geht es einigen so.
Möglicherweise ist es wie bei mir - dass das "geplante Leben" eben nicht so geplant lief.
Meine 1. Beziehung ging 7 Jahre lang. Damals war ich sehr jung und Kinder waren eigentlich (noch) kein Thema. "Später, na klar" hieß es.
Aus der 2. Beziehung wurde eine Ehe. Logisch hat man nach Hochzeit und Umzug erstmal den Kopf voll...
Dann fing ich an mit Sport und wurde ehrgeiziger und mochte lange Zeit nix an der Situation ändern. Ich war glücklich und zufrieden.
Irgendwann kam der Zeitpunkt wo ich über ein Kind nachdachte.
Damals reagierte mein Mann etwas ensetzt und erzählte mir dass sämtliche Frauen seines Freundeskreises erst mir 36/38 Mütter geworden sind und das dies ja völlig ausreiche...
Naja so lange wollte ich nicht warten, aber ich dachte dann wieder "okay später...".
Dann kam der Zeitpunkt als mein Mann von einem Tag auf den anderen ging... und ich hockte mit Haus und Hof alleine.
Fast 2 Jahre habe ich gebraucht um mich aus der "Trauerphase" rauszuholen.
Klar habe ich den Kopf nicht hängen lassen, hab fleißig gearbeitet, einen neuen Freundeskreis aufgebaut (da der alte weg war...), aber ich hing gefühlsmäßig lange in den Seilen.
Nun habe ich eine neue Beziehung und es ist Zeit drüber nachzudenken ob ich es versuche oder doch gar nicht.
Noch habe ich (laut Arzt) 1-2 Jahre Zeit, aber dann wird es schon eng.
Finanziell sieht es eher nicht gut aus, da ich selbständig bin und so ziemlich von der Hand in den Mund lebe.
Ausgelastet mit Haus und Hof + Arbeit -und noch immer ab und zu mit meinem Sporthobby bin ich auch.
Als gebranntes Kind hat man natürlich auch Schiß dass es wieder schiefgeht... aber ein Pessimist bin ich natürlich trotzdem nicht.
Wie seid ihr an die Sache rangegangen?
Gibt es da ein Gefühl was einem "Ja" oder "Nein" sagt?
Herz oder Verstand?
Bin mal gespannt was ihr dazu sagt.
Liebe Grüße
Magimaus
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 23
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01.10.2008, 23:16
Wie weiß ich eigentlich was ich will?
-Was mich nicht umbringt macht mich stärker!-
Neugierig und immer auf der Suche -
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02.10.2008, 00:23Inaktiver User
AW: Wie weiß ich eigentlich was ich will?
Fast nur Herz.
Zitat von Magimaus
Mit ein ganz bißchen "Gott geb' Dir Zähne mehr, mein Kind - und immer was dafür zu beißen!" gemischt.
Ich mag nicht mehr aufdröseln, das ist aber nicht unhöflich gemeint.
T.
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02.10.2008, 08:12Inaktiver User
AW: Wie weiß ich eigentlich was ich will?
Die Fragen, die ich mir selbst gestellt habe:
Wenn ich mir meine Zukunft vorstelle, sehe ich mich dann mit oder ohne Familie?
Und vor allem: Bringe ich es fertig, mich endgültig gegen Kinder zu entscheiden?
Mein Kinderwunsch war auch nicht so überwältigend und ich schmelze nicht beim Anblick von Babys dahin. Aber die Beantwortung dieser beiden Fragen hat mich dazu bewogen, es zu wagen.
Alles Gute
marguerite
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02.10.2008, 11:11
AW: Wie weiß ich eigentlich was ich will?
Bei mir war es eindeutig das Herz, das "Ja" sagt. Ich hatte seit Ende 20 einen Kinderwunsch, leider nie den passenden Mann und nun ist es zu spät.
Zitat von Magimaus
Ich würde mich bei der Beschreibung Deines Lebens aber wirklich sehr genau fragen, ob Du den Wunsch nach Kindern hast, oder nur das Gefühl hast, daß es halt dazugehört. Ich kenne genug Frauen, bei denen der Wunsch nach einem Kind nie da oder nur wenig ausgeprägt war, und die ohne Kinder sehr glücklich sind.
Und auf jeden Fall würde ich bald anfangen, falls Du ein Kind möchtest. Und vielleicht den Arzt wechseln. Jemand, der Mitte 30 für spätgebärend hält, lebt weit hinter der Zeit. Es gibt genug Ärzte, die Schwangerschaften mit Ende 30, Anfang 40 völlig normal finden. Und glaub mir, wenn Du schwanger bist, ist ein positiv eingestellter Arzt so viel schöner! Oder möchtest Du Dir dann anhören, daß Du ein Risikofall bist?
Einen wichtigen Aspekt hast Du aber ausgelassen: möchte Dein neuer Partner ein Kind? Ist ja nicht so ganz nebensächlich...
Alles Gute
Polarstern
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02.10.2008, 11:47
AW: Wie weiß ich eigentlich was ich will?
@maguertite: das ist sehr interessant, diese Fragen habe ich mir auch schon gestellt und bei der Zukunft habe ich mich eigentlich immer mit Kind gesehen -eben als wäre das eben die KOMPLETTE Familie.
Allerdings dachte ich immer: später... so wie man halt mit 15 denkt, aber das bin ich ja nun schon lange nicht mehr, fragt sich warum man immer noch so denkt...?
@Polarstern: mein Partner würde schon gern ein Kind, würde aber wenn es mich glücklicher macht auch ohne leben können. Meint er zumindest jetzt.
Ich bin halt momentan überglücklich wieder einen sooo lieben Menschen gefunden zu haben, dachte ja das passiert nie mehr. So denkt man halt nach einer Trennung die für mich damals ne Katasstrophe war.
Ich kann es mir schon vorstellen, aber irgendwie denke ich immer es ist zu früh. Warum bloß?
Möglicherweise weil ich lange Zeit mit mir selber nicht fertig war.
Oft hatte ich gesundheitliche Hindernisse und konnte nicht trainieren wie ich gerne wollte, dann die privaten Probleme... und der Kampf im Job... irgendwie war immer etwas zu bewältigen.
Frage mich aber ob es nicht Zeit wird den Focus mal zu wechseln und sich selbst aus dem Mittelpunkt zu nehmen...
Danke Euch für Eure Tipps und freue mich auf weitere.
Eine Diskussion die mir sehr gut beim Nachdenken hilft.
Liebe Grüße
Magimaus-Was mich nicht umbringt macht mich stärker!-
Neugierig und immer auf der Suche -
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02.10.2008, 12:10
AW: Wie weiß ich eigentlich was ich will?
Dazu hilft Dir vielleicht ein Beispiel aus meinem Freundeskreis: eine eingefleischte Leistungssportlerin aus meinem Freundeskreis hat ungefähr in Deinem Alter ihre beiden Töchter bekommen. Sie mußte ihr Pensum stark reduzieren, aber sagt, daß sie es nie mehr anders haben möchte.
Zitat von Magimaus

Laß Deinem Herz noch Zeit und genieß die Zeit mit Deinem Partner. Ich bin ganz sicher, daß Dein Herz (und nicht Dein Verstand) Dir irgendwann mitteilen wird, was DU möchtest.
Lg
Polarstern
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02.10.2008, 12:43
AW: Wie weiß ich eigentlich was ich will?
das sehe ich auch so, Dein Herz wird Dir schon verraten was Dir gut tut.
leben und leben lassen
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02.10.2008, 13:38Inaktiver User
AW: Wie weiß ich eigentlich was ich will?
Also ich bin keine Anhängerin von passivem Abwarten bis das Herz die richtige Antwort von selbst kennt. Das Herz lässt sich oft allzu leicht von Angst blockieren, und da kann der Verstand dann rettend einspringen. Es wäre doch sehr schade, seine Chancen nicht genutzt zu haben.
Ich bin auf keinen Fall dafür, ein schlechtes Bauchgefühl zu übergehen, schon gar nicht bei so einer wichtigen Entscheidung. Aber ich finde es unbedingt nötig, die konkreten Ursachen für dieses Gefühl zu ergründen - und zwar mit dem Verstand. Dann widersprechen sich nämlich Herz und Verstand nicht mehr!
Liebe magimaus, wenn ich es richtig verstanden habe, sagt Dein Gefühl zu Kindern "Ja, aber später...". An diesem "aber später" würde ich ganz konkret ansetzen. Du könntest Dich zum Beispiel fragen:
- Worauf möchte ich eigentlich warten?
- Was möchte ich "vorher" noch erreichen?
- Was möchte ich "vorher" noch erleben?
- ...
Wenn Du grundsätzlich Kinder möchtest und nichts Konkretes finden kannst, das im Moment dagegen spricht, könntest Du ja genausogut sofort ins kalte Wasser springen, statt auf irgendwas diffuses zu warten, das später eintreffen könnte oder auch nicht...
Ich hatte wie gesagt auch nie diesen ausgeprägten Herzenswunsch nach Kindern, auf den viele hier zu warten scheinen. Wie auch, in meinem näheren Umfeld gibt es keine Kinder, die diesen Wunsch in mir hätten wecken können.
Ich hatte aber die Gewissheit, dass ich mich nicht endgültig GEGEN ein Kind entscheiden kann. In Verbindung mit der Tatsache, dass es für mich nichts mehr abzuwarten gab, war der "Angstnebel" weg die Antwort für mich klar! Da hat quasi mein Verstand meinem Herzen einen Ruck in die richtige Richtung gegeben.
Alles Gute bei Deiner Entscheidung
marguerite
P.S: Davon abgesehen würde es mich auch mal interessieren, wie Dein Arzt auf besagte 1-2 Jahre kommt??? Meiner fand mich mit 32 noch sehr jung
Geändert von Inaktiver User (02.10.2008 um 13:54 Uhr)
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03.10.2008, 20:55
AW: Wie weiß ich eigentlich was ich will?
mach dir sehr klar, dss ein kind dein leben verändert, unweigerlich und für immer. das ist keine frage des geldes (ok, "mit" ist's vielleicht entspannter...), sondern die frage, ob du dich darauf einlassen kannst.
ja, du wirst evtl weniger sport machen. manche frauen können schon sehr früh in der schwangerschaft nicht mehr sporteln, andere joggen bis kurz vor'n kreißsaal. aber : expect the worst.
und wenn der wurm da ist, ist er naturgemäß der mittelpunkt. einfach, weil er dich braucht.
die fragem die du mE beantworten musst, ist: bin ich bereit, einen teil meines lebens/meiner freiheiten aufzugeben. und das bestenfalls lächelnd.
ansonsten fand ich die fragen von marguerite sehr gut. zB: wenn du unbedingt noch ne weltreise machen willst und das gefühl hast, diesem traum ewig hinterher zu trauern, dann tu's jetzt oder verschieb es um 15 jahre... oder krieg kein kind.
p.s.: die entscheidung ist schwer und ich kann dir sagen: auch wenn man sie getroffen hat, weiss man nie 100% ob's richtig war
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13.10.2008, 22:23
AW: Wie weiß ich eigentlich was ich will?
ich glaube, es ist eine herzensentscheidung. mein herz z.b. funkt einfach nicht, dass es ein kind will. wenn ich ein warmes, gutes gefühl hätte bei der vorstellung, würde ich es wohl tun.
ich würde alle vernunftgründe bzw. erwägungen auf der metaebene (man macht das so, einsamkeit im alter, etwas weitergeben, vermeintlich stabilere beziehung etc.) rausnehmen und mich fragen, ob ich grundsätzlich lust dazu habe, ob es für mich eine positive vorstellung ist, 24 stunden am tag ein eigenes kind zu haben. wenn das so ist, würde ich es einfach tun.
die erwägung, dass man den fokus mal etwas von sich selbst wegnehmen sollte, kann ich gut nachvollziehen. dieser aspekt des sich-kümmerns um andere ist ein wichtger teil von uns allen. er kann aber auf die unterschiedlichsten arten ausgelebt werden. an freunden, am partner, an anderen kindern, im ehrenamt....
grundsätzlich habe ich bei solchen weggabelungen gute erfahrungen damit gemacht, mich für ein paar tage ganz mit mir zurückzuziehen, z.b. am meer.
für mich ist klar, dass der bauch und das herz uns tatsächlich sagen, was wir wirklich wollen - wir müssen aber genau hinhören."That life exists/
And identity/
That the powerful play goes on/
And you may contribute a verse."
Walt Whitman
“Eine Gesellschaft, die ihre Freiheit zugunsten ihrer Sicherheit opfert, hat beides nicht verdient.”
Benjamin Franklin


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