hm
während meiner schwangerschaft hab ich ja oft tatsächlich vergessen, dass ich schwanger bin und wurde nur durch die einschränkungen daran erinnert.
jetzt vergesse ich zwar nicht, dass ich mutter bin, aber irgendwie stellen sich bei mir die üblichen begleiterscheinungen nicht ein. mein kind ist das süßeste der welt, keine frage. aberglücksgefühle? fehlanzeige. manchmal frage ich mich immer noch,warum ich das eigentlich tue, und ob "zur adoption freigeben" gesellschaftlich anerkannt ist (diese frage keimt in schreistunden verstärkt in mir auf).
ansonsten beknuddel, bekuschel und betüttel ich meinen kleinen und es muss sich hier bitte keiner sorgen machenaber ich hatte irgendwie mit einer ausschüttung von glücks- und gluckenhormonen gerechnet. nada.
stattdessen kümmere ich mich um tagesmütter. verd*** bin ich ne schei*** rabenmutter? kaltherzig? unnormal??? wahrscheinlich alles.![]()
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Ergebnis 1 bis 10 von 85
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14.08.2008, 17:38
...mutter sein dagegen sehr...?
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14.08.2008, 17:46Inaktiver User
AW: ...mutter sein dagegen sehr...?
du bist weder kaltherzig noch unfähig noch - was war das noch?
du bist schlicht normal.
ein kind zu bekommen /zu haben ist fürchterlicher stress. und darauf reagiert jeder anders, bei manchen sind die glückshormone am conga-tanzen, andere fallen in eine wochenbett-depression und du stehst eben ein wenig neben dir und fragst dich, was du da eigentlich tust.
die idee: eine frau ist schwanger / ein kind ist da und werdende mutti / mutti (und zwar JEDE und IMMER) schnappt fast über vor glück und sieht nichts mehr außer ihrem kind, ist tag und nacht um es und läßt sich arme und beine ausreißen für den wurm - die idee stammt aus 'aufklärungsbüchern' der fünfziger jahre.
alles gut. mach dir keine sorgen. es ist im gegenteil SEHR gesund, sich auch mal einzugestehen, dass man genervt und gestresst ist.
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14.08.2008, 17:54Inaktiver User
: ...mutter sein dagegen sehr...?
... aber so was von!
Zitat von Inaktiver User
Du gehörst nur zu den wenigen Müttern, die zugeben, daß sie eben nicht himmelhoch jauchzend sind, nur weil da jetzt ein Baby in der Wiege liegt.
Also entspann' Dich und lackier' Dir mal die Nägel. Oder wasch' Dir die Haare mit Shampoo UND Spülung. Wenn das Baby in der Zwischenzeit anfängt zu heulen, wird es ein paar Minuten warten können, bis Du damit fertig bist.
Ehrlich.
Großes Ehrenwort!
Und so lange Du nur darüber schreibst, es zur Adoption freizugeben und es nicht tust, ist alles im grünen Bereich.
Liebe Grüße von der Bunten
(hier zu jammern hilft bestimmt auch...)
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14.08.2008, 18:28Inaktiver User
AW: : ...mutter sein dagegen sehr...?
Entspann dich, siehs locker.....
Jede Mutter hat manchmal Momente, in denen es das baby am liebsten wegzaubern würde, aber glaub mir, nach 5 minuten würdest du es wider zurückzaubern.
Nimm dir freiräume, damit du den alltag mit dem baby genießen kannst.
du schreibst noch von schreistunden, das geht aber nach drei , vier monaten auch vorbei!
du musst nicht die perfekte mutter sein, die lächelnd den ehemann mit dem essen im bilnkenden haus empfängt.
wenn das baby schreit, dann legs in den kinderwagen und fahr eine runde, dann schläft das baby ein und du setzt dich in den garten, trinkst kaffee und liest ein buch.
oder leg dich mit dem baby ins bett, dann schläft es eben mal bei dir im bett, ist doch egal....man kann babys gar nicht verwöhnen
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14.08.2008, 20:59
AW: : ...mutter sein dagegen sehr...?
Kann alles noch kommen, rofl. Ich hatte diese Glücksgefühle auch nicht sofort. Ja, ich fand es waren die süßesten Babys und war am Kucken & Kuscheln - Aber im Krankenhaus habe ich dankbar die Möglichkeit wahrgenommen, sie nachts abzugeben (und nur zum Stillen gebracht zu bekommen). Das allein qualifiziert mich in vielen Augen auch schon als Rabenmutter.
Ich hatte nie Probleme damit, sie anderen auf den Arm zu geben oder auch mal für ein, zwei Stunden abzugeben. Es gibt ja Frauen, die die Kinder niemals jemand anderem auf den Arm geben.
Bei mir war's so, dass ich urplötzlich, aus heiterem Himmel bei einem Spaziergang als die beiden so zwei Monate waren, von einem Megaglücksgefühl überwältigt wurde. Einfach so, ohne Vorwarnung, ich lief über meine übliche Spazierstrecke am Fluß lang und plötzlich traf es mich "Du bist Mama. Von diesen zwei wunderbaren Kinder." Peng! Kann also auch noch bei Dir kommen.
Inzwischen habe ich mich an das Muttersein gewöhnt, und die Glücksgefühle wechseln sich durchaus mit der Suche nach der Rampe zum Aufdenmondschießen ab. Also völlig normal.
Und noch was: Den Übermüttern glaube ich einfach nicht, dass sie wirklich nur und immer 100% glücklich sind, das wäre unmenschlich.
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15.08.2008, 00:00Inaktiver User
AW: ...mutter sein dagegen sehr...?
Ich habe die ersten Tage nur geheult. Wirklich ständig - so locker saßen bei mir die Tränen selten. Nicht umsonst gibt es die Ausdrücke "Heultage" und "Babyblues". Ein Zeitlang ist das normal, dauert es länger, sollte man durchaus auch mal einen Arzt aufsuchen. Eine postpartale Depression ist auch nicht so selten und gut behandelbar.
Ansonsten ist das Leben mit Baby aber nun einmal eine massive Umstellung, da muss man sich auch erst einmal dran gewöhnen. Und der Mensch ist ein Gewohnheitstier und Veränderungen mag der erst einmal gar nicht so sehr.
Du bist nicht unnormal, nicht kaltherzig und du bist bestimmt eine tolle Mutter.
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15.08.2008, 00:27Inaktiver User
AW: ...mutter sein dagegen sehr...?
Liebe rofl,
Du wirst es nicht mehr hören können, nicht mehr lesen wollen und momentan nicht glauben, aber, es wird bald besser.
"Nimm ihn oder ich setz ihn aus!" war nach ein paar Wochen mal ein Satz, mit dem ich meinen Mann begrüßte, als er von der Arbeit nach Hause kam. Ich hatte auch das Gefühl, daß das neue Baby ein außergewöhnlich lautes und unangenehmes Schreigeräusch von sich gibt. Inzwischen hat sich tatsächlich alles gebessert und in Wohl!gefallen! aufgelöst. Davon solltest Du auch ausgehen. Auch wenn einem die Zeit vorkommt, als würde sie gar nicht vergehen und man zäh die ersten Lebenstage zählt, während man sich aber nach der Zeit in ein paar Monaten sehnt.
Beim ersten Kind wars alles auch ganz anders. Sofortige Verzückung, die unfassbare Liebe, totale Hingabe und ständiges blödes Grinsen. Der erste Sohn kam per Spontangeburt.
Diesmal: geplanter Kaiserschnitt wg. Sitzens!
Und eben nur Anstrengung, Nervenaufreibung, alles lief nicht optimal, Stillen nach 2 Wochen geplatzt wg. Nochmal Krankenhaus wg. schlimmer brustentzündung. Also irgendwie so gar keine Romantik oder fette Glücksgefühle.
Man nennt es am End eben ne "Hormonsache".
Du schaffst es da durch, auch ohne Aussetzen
und Adoption
! Echt! Komm halt öfter mal hier rein und kotz Dich aus! Mir hats geholfen!
Und es stimmt tatsächlich, dass es mehr Müttern so geht, als man tagtäglich hört. Nur die meisten spielen lieber "heile Welt" und geben es nicht zu. Schließlich will doch jede den Contest der "holy mum of the world" gewinnen.
Das wird sich allerdings nicht ändern. Diese Muttis wirst Du immer und überall treffen. Das sind immer die perfekt geschminkten, top angezogenen, makellos manikürten und trotzdem pünktlichen, bestausgestattetsten (Windel, Popocreme, Arnika, Dinkelstangen, Sonnenhut) Übermütter. Deren Kinder lädst Du später mal zum Kindergeburtstag ein, stopfst sie voll mit ungesundem Zeug, läßt sie sich die guten Donaldson-Klamöttchen irreparabel beschmutzen und läßt ihnen von irgendeinem älteren Geschwister schmutzige Schimpfwörter (was halt der Kindergarten so hergibt) beibringen.
(jaaaaaaaa, das ist H U M O R, ich lasse keine Kinderchen dafür leiden, dass ihre Mammis einen an der Klatsche haben.!)
Hoffe, ich konnte Dich ein wenig lächeln machen. Bis die Tage,
2
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15.08.2008, 06:28
AW: ...mutter sein dagegen sehr...?
bei uns prägte sich in dieser zeit der spruch 'heute ist ein babyklappentag'.
der sich mittlerweile auf 'heute ist ein kinder- oder auch männerklappentag' erweiterte.
ein freund von uns, der ca. 2 jahre später das erste kind bekam, hat sich extra für diesen spruch bedankt. zu wissen, dass es auch 'andere' gibt, hat es für ihn und seine frau leichter gemacht, zu diesen durchaus negativen gefühlen zu stehen und diese als gegeben hinzunehmen - ohne ein schlechtes gewissen zu haben.
die liebe ist da - doch wenn die zeiten anstrengend sind - dann ist sie einfach nicht so spürbar.
Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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15.08.2008, 10:18
AW: ...mutter sein dagegen sehr...?
ihr lieben, guten morgen und vielen dank für's erste herzhafte lachen des tages!
"babyklappentag" werd ich auf jeden fall adaptieren und im "holy mother contest" sicher nicht mal die vor-vorrunde schaffen *g*
ich muss gestehen, ich fühle mich weniger depressiv als in meinen abläufen gestört, was natürlich dafür spricht, dass ich viiiiel zu verbohrt bin/war/immer sein werde (bin super-ordentlich und mache immer alles am liebsten SOFORT).
well. ordentlich isses immer noch und tendenziell regt's mich auf, renn die wäsche nicht gleich gemacht ist, aber wenn roflchen schreit, bleibt's halt liegen. auch recht.
was ich nicht möchte - geradezu panisches grauen steigt in mir auf - ist, dass ich meinen mann des abends mit "nimm den!" begrüße. vorgstern war's fast so, wobei der kleine gar nix dafür konnte. ich hab im halbschlaf (aufgeschreckt duch gebrüll) nen rotwein über meinen weissen berber teppich geschüttet und danach nen tobsuchtsanfall bekommen. interressanterweise fand klein-rofl das witzig und war ganz entspannt auf papas arm, der wiederum eher erstaunt war ob meiner lautstärke und der art und weise wie ich diverse dinge durch's wohnzimmer pfefferte.
und ich will will will nicht, dass wir beide (mama und papa rofl) zu einer zweckgemeinschaft "kümmern um babyrofl" verkommen. klar kümmer wir uns, aber das muss platz lassen für uns... *seufz*
aber sonst gehts prima, danke
gehe jetzt duschen und dann zu rofls erstem kinderärztinnen termin. bin mal gespannt...Geändert von rofl (15.08.2008 um 10:23 Uhr)
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15.08.2008, 13:33Inaktiver User
AW: ...mutter sein dagegen sehr...?
Natürlich bist du nicht "normal"
Ich war das auch nicht: mir ging es genau so wie dir.
Warum nicht? Du bist doch nicht nur Mutter!was ich nicht möchte - geradezu panisches grauen steigt in mir auf - ist, dass ich meinen mann des abends mit "nimm den!" begrüße.
Eben deswegen:
Ich seh diese Gefahr eher, wenn du rundumdieUhr funktionierst.und ich will will will nicht, dass wir beide (mama und papa rofl) zu einer zweckgemeinschaft "kümmern um babyrofl" verkommen. klar kümmer wir uns, aber das muss platz lassen für uns... *seufz*
Du hast eine ausserordentlich GESUNDE Einstellung zu dem ganzen, behalt das bitte bei.
Pst: nun wirst du auch nicht mehr gefragt, ob du schwanger bist. Ist doch schon viel wert.


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