Guten Abend!
Ich weiß das Thema "Kinderwunsch ja, nein, vielleicht" ist schon öfter diskutiert worden, trotzdem möchte ich hierzu einen eigenen Thread aufmachen, weil ich gerne euren Rat bzw. eure Einschätzung zu meiner Situation hören möchte.
Zu mir: Ich bin 25 Jahre alt und lebe seit 6 Jahren in einer festen Beziehung. Hätte mein Freund vor 3 Jahren eingewilligt, dass wir ein Baby bekommen, wäre ich sofort schwanger geworden, aber inzwischen habe ich große Angst davor, je mehr ich mich mit dem Thema Kinder beschäftige. Ich mache mir gerade viele Gedanken darüber, vorallem da wir Anfang des Jahres besprochen haben, dass wir im Sommer nicht mehr verhüten werden. Mein Freund ist 33 Jahre alt und wir waren uns beide einig, dass es dann langsam mal Zeit wird. Im letzten Jahr hatte eine Freundin von mir eine Totgeburt und seitdem, bin ich mir nicht sicher, ob ich überhaupt ein Kind möchte. Eigentlich ist es weniger deshalb, dass ich Angst habe das mir dasselbe passiert, eher weiß ich nicht, ob ich wirklich eine gute Mutter wäre bzw. habe ich Angst davor, dass Kind nicht richtig zu lieben. Mal habe ich Momente, da bin ich mir 100%ig sicher, dass ich auf jeden Fall sofort ein Kind möchte, dann kommt wieder die Angst. Ich kann mir nicht vorstellen eine Mutter zu sein. Vielleicht so eine tolle Mutter zu werden, wie es meine Mutter zu mir ist. Ich habe schon viel gelesen über Geburt und die Zeit danach. Wahrscheinlich zu viel! Ich habe gelesen von Depressionen die man bekommen kann, vor denen ich große Angst hätte. Ich weiß zwar nicht, ob ich wirklich schon mal eine Depression gehabt habe, aber vor 10 Jahren habe ich meinen Bruder verloren und in der Zeit ging es mir wirklich schlecht und ich möchte nicht, dass es mir noch mal so schlecht geht. Auf der anderen Seite möchte ich auf jeden Fall in meinem Leben ein Kind bekommen! Nur verschiebe ich den Zeitpunkt immer weiter. Auch habe ich Angst, beruflich weg vom Fenster zu sein, da ich einen wirklich sehr guten Beruf habe. Wenn ich gerade hier meine Gedanken aufschreibe, denke ich mir schon wie lächerlich meine Gedanken sind und muss fast selbst über mich lachen, aber die Gedanken kommen dann doch immer mal wieder. In Momenten wo ich selbst sehr glücklich bin, habe ich auch einen starken Wunsch nach einem Kind und dann kommen mir wieder zweifel. Was ist los mit mir? Kennt jemand eine ähnliche Situation? Sollte ich es einfach wagen schwanger zu werden? Wahrscheinlich würden meine Zweifel nicht eintreten. Ich habe nur große Angst eine Entscheidung für ein Kind zu treffen. Ich habe Angst, dass es nicht im Moment dann doch nicht die richtige Entscheidung ist, nur weil ich mir mal 3 Tage lang nichts sehnlicher gewünscht habe als ein Kind. Ich will mir 100%ig sicher sein, aber ich befürchte, ich werde immer Zweifel haben. Oder ist mein Kinderwunsch noch nicht so ausgereift und ich sollte besser noch warten? Tausend Fragen und Ängste! Ich danke euch, wenn ihr bis hierhin durchgehalten habt mit dem Lesen. Es tut gut sich das alles von der Seele schreiben zu können! Danke!
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23.02.2008, 22:59Inaktiver User
Hin- und Hergerissen zwischen Kinderwunsch
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23.02.2008, 23:31
AW: Hin- und Hergerissen zwischen Kinderwunsch
Entschuldigung, aber so ohne Absätze kann ich Deinen langen Text nicht lesen, da wird man ja schwummrig...;-)
Eines aber zu Deiner Frage, ohne jetzt Deine Details zu kennen:
Wenn man in einer wichtigen Lebensentscheidungen Zweifel hat, dann sollte man es lassen.
Gerade ein Baby...das hat kein Kind verdient, daß es nicht ganz und gar und voll bewußt gewünscht ist. Du könntest in der Schwangerschaft noch weiter zweifeln theoretisch. All das bekommen die Kleinen schon mit...wäre traurig.
LG KarlaThe original Karla
est. 2006











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24.02.2008, 01:23
AW: Hin- und Hergerissen zwischen Kinderwunsch
Liebe kamala,
WAGE ES!
Du wirst zutiefst beglückt sein über diese Erfahrung!
Liebe Karla,
Dein Einwand ist es ja gerade, was uns Frauen von heute immer wieder zögern lässt!
Ich habe mich erst kurz vor Toresschluss FÜR meinen Wunsch entschieden, immer noch unsicher, ob es richtig sei.
Darüber musste ich meine Ehe aufgeben und mein ganzes bis dahin sehr bequemes Leben völlig umkrempeln.
Es war eine schwierige Zeit, aber ich bereue es nicht, im Gegenteil!
Hab meine Kinder von einem neuen Kerl unehelich geboren und war und bin von Anfang an alleinerziehende Mutter.
Hab meinen Beruf nie aufgegeben, hatte kein Babyjahr oder sowas. Klar ist es hart.
Aber die Kids entschädigen für alles!!!
Gestern las ich in einem Magazin die Beiträge von Frauen, die sich ein Kind verkniffen hatten. Eine von ihnen sagte: Die schlimmste Vorstellung für mich ist, dass an meinem Grab kein Kind von mir stehen und um mich weinen wird.
Tu Dir das mal rein!
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24.02.2008, 08:57
AW: Hin- und Hergerissen zwischen Kinderwunsch
Es gibt aber Frauen, die sich nicht einfach nur von irgendeinem "Kerl" (finde ich übrigens reizend, wie du vom Vater deiner Kinder sprichst
Zitat von melli55
) schwängern lassen wollen, sondern die sich eine Familie mit ihrem Partner wünschen.
Wenn ich tot bin, kann es mir ziemlich egal sein, wer an meinem Grab steht oder auch nicht, das bekomme ich dann nämlich nicht mehr mit.
Zitat von melli55
Heisst das ins Deutsche übersetzt soviel wie "Denk darüber mal nach"?
Zitat von melli55
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24.02.2008, 09:39
AW: Hin- und Hergerissen zwischen Kinderwunsch
Dass es "Zeit wird" ist kein gutes Argument. Mensch, DU bist 25. Da kannst Du doch locker noch 2-5 Jahre warten.
Zitat von Inaktiver User
Ich glaube, Du machst Dir selbst viel zu großen Druck. Mir scheint, Du hast richtig Angst vor dem kommenden Sommer. Hast Du Sorge davor, dass Du jetzt keinen Rückzieher mehr machen kannst?
Vielen Frauen geht es so wir Dir, mich eingeschlossen. Ich finde mein Leben prima und möchte eigentlich auch nicht, dass sich was ändert.... Aber ich habe trotzdem so ein Gefühl "warum nicht?" Mir reicht das, um in ein, zwei Monaten nochmal genauer in mich hineinzuhorchen und dann ggfs. loszulegen
Kinder zu haben ist eine große Verantwortung und vielleicht ist es gerade so, dass diejenigen, die sehr viel Verantwortungsgefühl haben, sich die meisten Gedanken machen... Paradox eigentlich... Aber Kinder zu haben ist eigentlich auch "ganz normal", oder? Ich glaube, es ist schon gut, sich der Verantwortung bewusst zu sein, sich aber "in der Theorie" nicht bis zum Exzess damit zu beschäftigen. Dann würde man eh nur Argumente dagegen finden.
Also, was ich Dir vorschlage würde: nimm Dir den Druck raus. Vereinbare mit Deinem Freund, dass ihr im Sommer Euren Kinderwunsch überprüft. Falls Du immer noch so große Angst hast, na, dann wartet ihr halt noch ein halbes Jahr. Und schaut dann wieder... Du bist doch noch so jung und hast noch Zeit genug.
Mir hat das Druck rausnehmen geholfen. Mein Freund ist aber auch sehr verständnisvoll. Er möchte sehr gerne ein Kind, sagt aber auch, wir nehmen das dann in Angriff, wenn ich mich bereit dazu fühle. Er würde jederzeit
Das hat meine Panik sehr reduziert, dass ich die Zeit habe, genau in mich hineinzuhorchen.
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24.02.2008, 09:45
AW: Hin- und Hergerissen zwischen Kinderwunsch
Ach das glaube ich eigentlich nicht. Ich denke vielmehr, daß die Gründe zu zweifeln, so individuell sind wie die Frauen selber auch.
Zitat von melli55
All Deine Argumente beziehen sich lediglich auf Dich.
Meine Argumente beziehen sich auf das Kind.
Merkst Du was?
Ich bin übrigens sehr, sehr froh, nicht ein Kind gewesen zu sein mit einer alleinstehenden Mutter, sondern daß ich eine komplette Familie hatte mit allem drum und dran.
So macht jeder seine Erfahrungen, und die guten, die möchte man jedem anderen auch wünschen.
Streiten möchte ich nicht wegen so etwas, denn jede Frau ist für sich und für ihr Kind verantwortlich. Das muß jede selber wissen,
aber bei Zweifeln gegen das Bauchgefühl zu handeln halte ich für fatal. Nicht nur beim Babythema, sondern generell.
Im übrigen kommt es in echt dann doch oft anders, als geplant. Entweder ein Kind will nicht kommen, oder aber es kommt plötzlich doch eines...das vergessen viele. Das läßt sich doch nur bedingt planen, keine Verhütung ist 100 % sicher, und wie viele sich mit unerfülltem Kinderwunsch herumplagen, wissen wir auch.
Es gab doch mal diese Babypuppen, die versorgt werden müssen wie ein echtes Kind.
Sowas sollte vielleicht jede Frau mal ausprobieren, bevor sie sagt "ja genau das ist es, was ich möchte und ich kann das auch"? Wäre doch auch noch eine Idee. Ok, da fehlt der Gefühlsaspekt, aber der fehlt der echten Mutter auch oft, wenn ich da an meine abgenervten Freundinnen mit Schreibabies denke...die tun sich auch oft schwer, vor Liebe zu platzen. ;-)
LG KarlaThe original Karla
est. 2006











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24.02.2008, 11:06
AW: Hin- und Hergerissen zwischen Kinderwunsch
Hallo,
so jetzt bekommst du von mir auch noch eine Antwort.
ICh denke, zunächst einmal hast du wirklich noch ZEit, wenn du dir nicht sicher bist, spricht doch nichts dagegen noch ein paar Jahre zu warten, 25 finde ich noch sehr jung, da läuft dir noch nichts davon. Ich bin jetzt MAma einer 1,5 jährigen Tochter und ich finde, es ist einfach so, dass man dieses Muttersein, dieses GEfühl für das eigene Kind nicht vorhersagen kann.
Ich empfinde das als eine Bindung - wie - wow - fast noch stärker als damals die Verliebtheit zu meinem Mann - so absolut bedingungslos, da reicht nichts heran.
Von einer Sekunde zur anderen ist sie plötzlich NUmmer 1.
Ich finde sie so niedlich kann mich gar nicht an ihr sattsehen.
Sie hat es uns aucheinfach gemacht. ICh hatte so viel Probleme erwartet, und es kam alles anders. Zuviel Theorie kann daher nur schaden denke ich, man kann ja dann, wenn man Fragen hat oder PRobleme sich immer noch an alle möglichen Personen wenden: Frauenärzte, Hebammen usw.
Dennoch hatte ich auch eine schwere Anfangszeit, die ersten drei MOnate waren kein Zuckerschlecken, ich hatte starke Depressionen, aber wenn ich mir jetzt mein Leben ansehe, ich kann mir keinen einzigen Tag mehr ohne sie vorstellen.
Pascale
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27.02.2008, 10:56
AW: Hin- und Hergerissen zwischen Kinderwunsch
Hallo Kamala
Ich kann deine Ängste sehr gut nachvollziehen, diese hatte ich vor einige Monaten auch noch.
Kann es sein, dass du perfektionistisch veranlagt bist? Dies ist bei mir der Fall. Dass man als Mutter niemals alles perfekt machen kann löste bei mir Panik aus.
Aber wenn ich ganz tief in mich hinein horchte, spührte ich, die Zeit ist reif für unser Baby.
Ich habe dann meinen Muttergefühlen viel Platz gegeben, stand im zukünftigen Babyzimmer, stellte mir mich mit Baby vor. Und ich merkte, dass ich viel Liebe zu geben habe - wohl die allerbeste Voraussetzung fürs Mutterwerden.
Es braucht nicht den perfekten Kinderwagen, sondern MICH, ICH habe alles zu bieten was es braucht.
Und das Erstaunliche: Als ich die Pille absetzte wurden die Gefühle für ein Baby noch stärker. Und als ich dann (ziemlich schnell) schwanger wurde, waren jegliche Zweifel weg! Ich fühlte eine innere Zufriedenheit und eine Gewissheit "alles ist gut".
Ich denke, einfach zu sagen "ich bin ja noch jung" und immerwieder das Baby-Thema zu verschieben macht es nicht leichter. Ich bin überzeugt, auch in 5 Jahren ist die Wahrscheinlichkeit, dass du vor den gleichen Zweifeln stehst, gross.
Ich glaube, jeder Mensch hat seinen Lebenszyklus/ seinen Lebensablauf. Wenn die Zeit reif ist für etwas, ist es schwierig sich dem zu entziehen. Es lässt einen nicht mehr in Ruhe. Ich habe gefühlt "jetzt ist es soweit" - und das gab mir Zufriedenheit.
Ich hoffe, ihr findet heraus, ob eure Zeit gekommen ist.
Céline - schon lange haben wir dich ins Herz geschlossen, am 20.09.08 endlich auch in die Arme
26J, seit Sept. 05 verheiratet
meine Binomette ist Anlina


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