Hallo liebe Leidensgenossinnen und Helferlein,
Ich bin in einer schier hoffnungslosen Lage und hoffe nun hier, meine durch Austausch mit anderen Betroffenen vielleicht wieder glücklicher zu werden. Zu meiner Situation: Ich bin fast 41 und mittlerweile seit fast 3 Jahren mit meinem "Traummann" zusammen. Wir lieben uns sehr und genießen auch meist die Zeit miteinander..
Vorher war ich in wechselnden Beziehungen immer auf der Suche nach dem richtigen Mann. In dieser Zeit hatte ich mir auch nie wirklich Gedanken über Kinder gemacht. Dies hat wohl an den unpassenden Partnern gelegen. Nun ist mit meinem jetztigen Partner seit Anfang dieser Beziehung in mir der brennende Wunsch nach einem Kind entstanden aber leider hat sich schnell herausgestellt, dass er keine Kinder will. Durch Zufall wurde ich vor gut einem Jahr schwanger, was in ihm so eine Art Krise mit unglaublichen Diskussionen und auch Vorschlägen wie Abtreibung entbrannt hat. Ich wollte das Kind aber unbedingt kriegen und er meinte, das sei meine Entscheidung, er könne mir aber nicht versprechen, dass er das "durchhalte". Leider stellte der Arzt dann im 4. Schwangerschaftsmonat bei einer Chorionzottenbiopsie (nach der Nackenfaltenmessung) fest, dass mein Kind schwer behindert sei und ich musste mich nach reiflicher Überlegung zu einer Abtreibung entscheiden. Für mich die schwerste Zeit meines Lebens aber ich kann doch mit fast 40 (war ich letztes Jahr) kein behindertes Kind zur Welt bringen... Mein Freund hat mich in dieser Zeit sehr lieb unterstützt aber nicht weil ich das Kind hergeben musste sondern weil es mir so schlecht ging. Auf jeden Fall brauchte ich einige Monate, bis ich überhaupt wieder einigermaßen in der Lage war, darüber mit ihm zu sprechen. Die Antwort auf die Frage, ob er sich mir zuliebe doch vielleicht dazu in der Lage sähe, ein Kind zu bekommen war einfach nur "Nein, ich habe keinen Kinderwunsch". Mittlerweile ist fast ein Jahr vergangen, ich bin nun kurz vor meinem 41. Geburtstag und völlig verzweifelt, weil ich nicht weiß, was ich tun soll. Ihn verlassen und nochmal auf die Suche gehen - Blödsinn.. Den Kinderwunsch begraben - unvorstellbar... Einfach abwarten - wie lange noch?? Besonders traurig bin ich besonders dann, wenn Bekannte, Nachbarn oder Kollegen Kinder kriegen und ich das Gefühl habe, es nicht mal zu einem gesunden Kind zu bringen... Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, mein ganzes Leben lang nur von Urlaub zu Urlaub zu leben und irgendwann alleine im Seniorenstift zu hocken... Nach einer neuen Diskussion zu diesem Thema eröffnete mir mein Freund jetzt auch noch, dass er im Januar einen Termin zu einem Beratungsgespräch beim Urologen zwecks Sterilisation hätte. Tolle Aussichten, finde ich...
Ich hoffe, nun ein paar aufmunternde Worte und vielleicht auch Tipps zu bekommen, um endlich wieder zu mir selbst zu finden.
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09.12.2007, 00:23Inaktiver User
Über 40 Kinderwunsch, der Partner nicht
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09.12.2007, 03:14
AW: Über 40 Kinderwunsch, der Partner nicht
Auch wenn Du es wohl nicht hören möchtest: NIEMAND sollte ein Kind nur zu liebe seines Partners bekommen. Das wäre einfach für das Kind zu schade.
Kinder sollte man nur bekommen, weil man es auch will, sich darauf freut/freuen kann.
Das sollte einem das Kind wert sein.
Das er keine Kinder möchte, ist für Dich schade (aber berechtigt). Gibt es dafür eigentlich einen Grund? Also denkt er das er vielleicht kein guter Vater wäre? Sonstige Ängste? Oder einfach nur ein "ich finde ein Leben ohne Kinder schöner"? Was auch zu respektieren wäre, versteh mich nicht falsch.
Es ist nur schwierig Dir etwas zu raten, ohne mehr über die Gründe für seine Einstellung zu wissen.
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09.12.2007, 09:25Inaktiver User
AW: Über 40 Kinderwunsch, der Partner nicht
Seine Einstellung begründet er damit, dass er
1. mit 42 zu alt wäre
2. In Zukunft berufliche Herausforderungen auf ihn zu kämen (hat halt wie die meisten Menschen heutzutage einen Job, bei dem man immer wieder mal was neues lernen muss..)
3. Er denkt, wir würden das finanziell nicht schaffen, müssten uns dann zu sehr einschränken. Lächerlich, wir verdienen beide wirklich gut, haben ein Haus im Grünen (welches ich solide finanziert in die Beziehung mitgebracht habe)
4. Er meint, er könnte so eine Art "Platzangst" kriegen und dann irgendwann die Flucht ergreifen
Na ja, mich trifft halt immer besonders hart, wenn ich sehe, wie er mit den Kindern von Freunden umgeht, da ist er nämlich immer der beliebte "Onkel", den alle lieben.
Ich weiß natürlich, dass es keinen Sinn macht, ihn davon zu überzeugen, mir zuliebe ein Kind zu zeugen. Es ist mir auch klar, dass ich vermutlich nur die zwei Möglichkeiten habe - ihn verlassen oder mich damit abfinden. Möglicherweise muss ich halt doch psychologische Hilfe in Anspruch nehmen um das Trauma der Abtreibung zu verarbeiten.
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09.12.2007, 09:48Inaktiver User
AW: Über 40 Kinderwunsch, der Partner nicht
Er stellt dich vor die Wahl - Kinderwunsch oder Beziehung. Was würde passieren, wenn du den Spieß umdrehst? "Ich verhüte ab heute nicht mehr, und wenn du das nicht akzeptierst, musst du gehen."? Ich seh das nicht als gute Strategie, aber es hilft dir vielleicht, ihm klarzumachen, in welcher Lage du dich befindest. Denkst du, er würde gehen?
Könntest du dir vorstellen, das Kind ggf auch alleine großzuziehen?
@Satyr: Du sagst "NIEMAND sollte ein Kind nur zu liebe seines Partners bekommen. Das wäre einfach für das Kind zu schade." Auch das kann man natürlich umdrehen: "NIEMAND sollte ein Kind nur zu liebe seines Partners verhindern. Das wäre einfach um das Kind zu schade."
Es ist eine verflixt schwere Situation, für die es nie eine Lösung gibt, die beiden völlig gerecht wird.
Grüße, Cariad
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09.12.2007, 13:20Inaktiver User
AW: Über 40 Kinderwunsch, der Partner nicht
Gar nicht nötig, denn er läßt sich doch demnächst sterilisieren. Der Mann will nunmal keine Kinder und damit muss sie sich eben abfinden, auch wenn es schwer ist.
Zitat von Inaktiver User
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09.12.2007, 13:33Inaktiver User
AW: Über 40 Kinderwunsch, der Partner nicht
Ich glaube, er würde gehen, wenn ich darauf bestehen würde, ein Kind zu bekommen. Ich verhüte schon seit Jahren nicht hormonell, und mein Kinderwunsch hat natürlich auch seit damals Auswirkungen auf unser Sexualleben. Er ist einfach "befangen", passt höllisch auf und hat auch irgendwie ein schlechtes Gewissen mir gegenüber. Für ihn ist klar, er zieht im Januar das mit dem Beratungsgespräch beim Urologen durch, lässt sich dann sterilisieren und mein Kinderwunsch muss halt irgendwie "vorbeigehen"... Von daher denke ich, steht sein Entschluss fest - er will nicht. Es ist wirklich eine verflixt schwere Situation...
Ich habe mir auch schon Gedanken gemacht, ob ich ein Kind alleine großziehen könnte oder möchte. Das wäre grundsätzlich schon vorstellbar aber ich glaube nicht, dass das eine glückliche Lösung wäre, zumal ich meinen Freund wirklich sehr liebe. Vermutlich ist das auch das Hauptproblem, früher hatte ich ja solche Gefühle nie. Und leider zieht das in meiner jetzigen Situation auch Zweifel an seiner Liebe zu mir nach sich...
Liebe Grüße
Capricorno
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09.12.2007, 14:20
AW: Über 40 Kinderwunsch, der Partner nicht
Irgendwie irritiert es mich, das manche das eigene Wohlbefinden über das des Kindes stellen. Und ein Kind fühlt sich nunmal maximal wohl mit 2 Eltern, die es lieben und sich gerne um es kümmern.
Da jetzt irgendwelche Machtspielchen zu drehen, finde ich kontraproduktiv. Das muss dann irgendwann nach hinten los gehen.
Seine angeführten Gründe, viell. bis auf das Geld, finde ich eigentlich recht schlüssig. So ungern ich das auch sagen, er scheint seine Entscheidung gut durchdacht zu haben.
Die sollte man dann auch respektieren und daraus eigene Schlüsse ziehen. Wie die aussehen, ist jedem selbst überlassen. Vielleicht kann da eine Psychologische Beratung aber tatsächlich helfen, grade wenn die Abtreibung (verständlicherweise) noch im Kopf rumschwirrt...
Dann kann er Kondome verwenden? Du tust grade so als könnten nur Frauen verhüten und Männer hätten sich dem zu fügen :)
Zitat von Inaktiver User
Ich denke mal die Lage wird er schon sehen. Aber was soll er machen, wenn er nunmal keine Kinder will? Ein Kind sollte man zeugen weil man (mit dieser Frau) ein Kind will. Nicht "nur" weil diese Frau ein Kind will.Ich seh das nicht als gute Strategie, aber es hilft dir vielleicht, ihm klarzumachen, in welcher Lage du dich befindest. Denkst du, er würde gehen?
Das ist dich Unsinn. Da kommt dann nämlich garkein Kind raus, dem es schlecht geht. Das wäre also WENN nur schade um das Spermium um die Eizelle. Aber darüber wollen wir nicht wirklich diskutieren, oder?@Satyr: Du sagst "NIEMAND sollte ein Kind nur zu liebe seines Partners bekommen. Das wäre einfach für das Kind zu schade." Auch das kann man natürlich umdrehen: "NIEMAND sollte ein Kind nur zu liebe seines Partners verhindern. Das wäre einfach um das Kind zu schade."
Ein Kind das nur von einem Elternteil wirklich gewollt wird und das eventuell auch die ersten 20 Jahre seines Lebens mitbekommt, wird mit einer verdammt negativen Prägung aufwachsen.
Und am Ende kann man dann hier in der Bricom den Beitrag lesen "Er hat mich verlassen, jetzt muss ich das Kind alleine groß ziehen. Warum nur?".. oder dergleichen.
Ich verstehe einfach nicht, wieso manche Menschen wirklich ihr eigenes Wohl und ihre Wünsche, über die verantwortungsvolle Entscheidung stellen ob ein Kind (mit dem Partner - hier der Mann der keins möchte) Sinn macht.
Es geht meiner Meinung nach um eine Lösung die dem KIND gerecht wird. DAS sollte im Fordergrund stehen.Es ist eine verflixt schwere Situation, für die es nie eine Lösung gibt, die beiden völlig gerecht wird.
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09.12.2007, 14:32Inaktiver User
AW: Über 40 Kinderwunsch, der Partner nicht
Ich finde, dass man es akzeptieren muss, wenn der Partner keinen Kinderwunsch hat - und ich finde es auch ziemlich ehrlich und gut, wenn dieser Nicht-Wunsch so entschieden formuliert wird.
Natürlich fragt man sich vielleicht, ob er nicht vielleicht doch ... dir zuliebe .. usw. ... aber ich denke, dass ein Kinderwunsch so persönlich und existenziell ist, dass man ihn verändern kann. Manche Menschen können daran vielleicht noch biegen, wenn sie einen Partner kennenlernen, der gern noch ein Kind hätte - aber manche können/wollen das eben nicht und dann ist das eben so.
Ich glaube nicht, dass es zu einer harmonischen Familienbildung kommen kann, wenn man den Partner in Sachen Verhütung irgendwie überrumpelt oder überredet (ich weiß, dass du das nicht machen willst, ich sage es nur mal so).
Was würde denn passieren, wenn du kein Kind mehr bekommst? hast du das Gefühl, dass du das deinem Partner langfristig nicht "verzeihen" könntest?
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09.12.2007, 14:58Inaktiver User
AW: Über 40 Kinderwunsch, der Partner nicht
Das sind aber andere Kinder und was völlig anderes.Na ja, mich trifft halt immer besonders hart, wenn ich sehe, wie er mit den Kindern von Freunden umgeht, da ist er nämlich immer der beliebte "Onkel", den alle lieben.
Da hat er die volle Verantwortung nicht, bei eigenen hätte er die aber schon. Grundlegend und 24 Stunden am Tag.
Du solltest es repektieren, daß er keine Kinder möchte.
Die Welt ist nicht nur von Kinderwilligen bevölkert.
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09.12.2007, 15:02Inaktiver User
AW: Über 40 Kinderwunsch, der Partner nicht
Genau.
Zitat von Inaktiver User
Das Gejammere ist dann ziemlich groß und alle diese Frauen wollen bemitleidet werden. Sie allene tragen eine so große Last.
Warum nur ?
- unter anderem auch wegen verschiedener Ziele.


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