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    AW: Hat euer Kind euer ganzes Leben verändert?

    Zitat Zitat von Copic Beitrag anzeigen
    Aber mein ganzes Leben soll plötzlich ein ganz anderes sein? Das stimmt doch überhaupt nicht.

    Warum wird da so übertrieben? Oder geht es den meisten *wirklich* so anders als Eltern??
    Naja, es ist ja immer eine Frage, wie genau das Familienleben aussieht. Hat man ein Kind und Kinderbetreuung und kann weiter arbeiten? Oder zieht man nach jahrelanger Fernbeziehung zusammen, evt. an einen fremden Ort, muss wegen mangelnder Kinderbetreuung den Job aufgeben oder massiv zurückfahren? Vielleicht kann man einen familienfeindlichen Job mit Kind auch gar nicht mehr sinnvoll ausführen, oder wird vom Arbeitgeber herausgemobbt. Zwei oder drei Kinder sind auch noch mal etwas anderes als eines.

    Ich mag mein Leben mit Kindern sehr, aber für mich war der Wandel auch massiv: Die Verantwortung für ein anderes Wesen, die jobbedingte Existenzangst hatte noch mal eine andere Qualität. Mit 1,5 Jahren wurde unser erstes Kind krank mit endlosen Asthmaanfällen (vorrangig nachts) und schwersten Bronchitiden - es dauerte 2 Jahre, bis Grund und Behandlung gefunden wurden. Neben VZ-Job und Kinderbetreuung hatte ich meist nicht mehr viel Zeit und Kraft für Freunde, Hobbys, Interessen. Als es mit dem ersten Kind deutlich leichter wurde, kamen die zweiten.

    Der Tagesablauf mit 3 Kindern ist komplett anders als allein, da ist so eine Taktung im Alltag, jede Minute ist mit irgendetwas gefüllt, bis man um 21 Uhr auf Bett oder Couch zusammensinkt. Allein mal schnell etwas einkaufen, weil plötzlich Milch, Eier oder Brot fehlen, ist eine andere Hausnummer, wenn man drei Kinder zu Hause hat und die dafür alle erst mal anziehen und rausbugsieren darf - das sollte also nicht passieren.

    Flug- und Städtereisen mache ich mit drei (kleinen) Kindern nicht, Essen gehen ist mit einem Kind entspannt, mit dreien, von denen zwei Kleinkinder sind, eher nicht mehr. Ausflüge richten sich viel mehr nach den Möglichkeiten und Bedürfnissen der Kinder, seit sie in der Übermacht sind.

    Auch große Kinder (in unserem Fall die 10jährige) haben Ansprüche aller Art: Unterstützung in der Schule, Rat bei persönlichen Probleme und Streitereien, Auseinandersetzung über Politik, Gesellschaft, Klimawandel. All das ist hochspannend und ich würde es nicht anders wollen, aber kostet Zeit, Nerven und Kraft, die für anderes zurzeit eben nicht da ist. Ich frage mich schon manchmal, was ich mit meiner ganzen Zeit früher gemacht habe.

    Ich habe übrigens nicht das Gefühl, mich aufzuopfern und mache das, was ich für meine Kinder tue, wirklich gern. Aber mein Leben hat mit dem von vor 11 Jahren relativ wenig zu tun und ich denke schon, dass die Kinder da definitiv den Hauptanteil dran haben.

  2. Inaktiver User

    AW: Hat euer Kind euer ganzes Leben verändert?

    Klar verändern Kinder das ganze Leben:
    wer oder was sonst hat die Macht, dir mit einem einzigen Blick das Herz zu rauben und es im Laufe deines Lebens abwechselnd zum Jubeln zu bringen oder zu brechen?

    Das Alltagsleben geht mehr oder weniger gleich oder ähnlich weiter wie zuvor, halt mit 3 /4 oder noch mehr Personen -
    man kann sich räumlich trennen, eine Auszeit nehmen, gemeinsam was unternehmen oder getrennt - alles wie gehabt,
    Aber Kinder schnappen sich von Anfang an einen Zipfel deines Herzens und den lassen sie nie wieder los.
    Und dafür bin ich dankbar.

    Ob mein Leben so erfüllter ist oder nicht, kann ich nicht beurteilen, weil ich kein Vergleichsleben führen kann.
    Ohne Kinder wäre es sicher auch sehr interessant - aber anders.
    Und mit Sicherheit wesentlich unabhängiger, aber auch einsamer.

    „Home is the place where, when you have to go there, They have to take you in.“ — Robert Lee Frost

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    AW: Hat euer Kind euer ganzes Leben verändert?

    Ganz pauschal kann man das nicht beantworten, die Familie wird halt größer und das neue Mitglied hat vielleicht andere Ansprüche ans Leben. Vielleicht passt es zufällig zusammen, vielleicht muss man manches neu aushandeln.


    Mein Kind bzw. meine Kinder haben mich verändert, teilweise hat das Auswirkung auf mein Leben, teilweise nicht.


    Ich bin vor dem ersten Kind mit folgendem Anspruch angetreten:

    Das Kind kann sich ja auch nach uns richten, wir nehmen es einfach mit wenn wir wandern/campen/reisen/Ausflüge machen, mein Mann und ich machen alles paritätisch, ich werde meine Berufstätigkeit weiter verfolgen, meine "Projekte" (Weiterbildungen, Selbstständigkeit nebenberuflich, Wunsch nach Weiterentwicklung) + meine Interessen werde ich weiter verfolgen, wir werden weiter unseren "reisenden" Lebensstil (verstreuter Freundeskreis + Familie) pflegen, ...

    Nun, dann kam meine erste Tochter:

    Sie schrie, viel und lange, schlief nur auf MIR oder direkt an der Brust, wenn überhaupt. Die hormonelle Umstellung + mein Schlafmangel + der permanente Dauerstress haben meine Gehirn monatelang in Matsch verwandelt. Ich musste lernen, dass das Haus zu verlassen stundenlange Vorbereitung benötigt (muss nicht so sein, lag halt an unseren Gegebenheiten). Meine Tochter hält bis heute (4 Jahre) Stress, Zeitmangel, Veränderung nur ganz schwer aus und funktioniert am besten in ihren gewohnten Bahnen. Und sie HASST Autofahren. Und ich musste lernen, dass auch mein Tag nur 24 Stunden hat.

    Ja.

    Und irgendwo zwischen unseren Ansprüchen und den Bedürfnissen des neuen Familienmitglieds haben wir ein neues normales Leben gefunden. Inzwischen gehört da auch noch ein zweiten Würmchen dazu, wieder mit neuen Vorstellungen vom Leben.

    Manches mussten wir aufgeben, anderes haben wir dazu bekommen.
    Es ist dumm sich über die Welt zu ärgern. Es kümmert sie nicht

    Gegen das Altern hilft nur jung sterben

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