Antworten
Seite 2 von 4 ErsteErste 1234 LetzteLetzte
Ergebnis 11 bis 20 von 33
  1. User Info Menu

    AW: Hat euer Kind euer ganzes Leben verändert?

    Kinder haben mein Alltags-Leben stark verändert, weil ich zeitlich und organisatorisch viel durchstrukturierter agieren musste, um halbwegs entspannt und mit Pausen für mich selbst durch die Jahre zu kommen. Ich lebte mit Kindern in festen Routinen. Das Privatleben brauchte viel, viel mehr Planung und Lassez-faire hat sich gerächt. Ich habe mir dreimal überlegt, ob mir eine spontane Unternehmung das Liegenlassen von Arbeiten wert war, die später nachgeholt werden müssen. (Wenn am Wochenende nicht die Wäsche gemacht, vorgekocht oder geputzt wurde, stand man halt unter der Woche spät abends nach der Arbeit und Familienzeit noch am Herd oder Bügelbrett oder hat den Wischlappen geschwungen, und hatte keinen richtigen Feierabend.) Manchmal war es mir das wert, häufiger aber nicht. Ich habe längst nicht alle Einladungen oder Angebote angenommen.

    Das ist mir so richtig bewusst geworden, als ich wieder ohne Kinder im Haushalt lebte. Da lebte ich auf einmal wieder wie zuletzt mit Anfang zwanzig und hatte viel, viel Freizeit und vor allem auch Energie.

    Jede neue Beziehung zu Menschen verändert das Leben natürlich, ein neuer Partner z. B. genauso wie Kinder. Und jede neue Lebensphase ebenfalls. Man bleibt aber natürlich trotzdem immer man selbst, es kommen nur andere Facetten ans Tageslicht.

  2. User Info Menu

    AW: Hat euer Kind euer ganzes Leben verändert?

    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen
    Und klar bin ich jetzt eine Andere als vor der Geburt des ersten Kindes - damals war ich 22, jetzt bin ich 51. Geht meinem Mann wohl auch nicht anders.

    Aber wie groß der Anteil der Kinder an dieser Veränderung ist - keine Ahnung. Ich weiß ja nicht, wie mein kinderloses 51jähriges Ich aussähe...
    Es ist wohl so, dass niemand mit 51 oder später noch so ist wie mit 22, sich die meisten Menschen jedoch als relativ unverändert wahrnehmen. Ich habe mal einen interessanten Bericht über Forschungen zu diesem Thema gesehen, mit der Erkenntnis, dass wir uns sehr viel stärker verändern, als wir selbst glauben. Und natürlich hat es da einen großen Einfluss, ob wir Kinder haben oder nicht, ob wir krank werden oder nicht etc. pp. Insofern verändern sie selbstverständlich das ganze Leben.
    Deine Schritte müssen nicht groß sein, sie müssen dich nur in die richtige Richtung führen. (Agent Simmons)

  3. User Info Menu

    AW: Hat euer Kind euer ganzes Leben verändert?

    Mir fiel noch etwas ein.

    Mit Kindern habe ich mich "moralischer" verhalten, war mir meines Vorbild-Charakters immer sehr bewusst. Hieß, dass ich z. B. sowas wie Notlügen, Aufgaben aufschieben oder sich bei der Arbeit krank melden, wenn man eigentlich nur keine Lust hatte, sein gelassen habe, dafür aber Hilfsbereitschaft und Engagement verstärkt habe. Ich war in der Zeit strenger mit mir selbst.

  4. User Info Menu

    AW: Hat euer Kind euer ganzes Leben verändert?

    Das dass jeder auch anders empfindet und dass es natürlich auch vom Kind abhängt, ist mir ja auch bewusst. Trotzdem find ich das "alles wird anders" viel zu hochtrabend und angsteinflößend und es stimmt in dieser Härte doch einfach auch nicht. Mir ist es in einem anderen Thread im Forum wieder aufgestoßen, da ist eine schwanger, bekommt Panik und beinahe die erste Antwort zu ihr "Nichts ist wie vorher!" und ich denk einfach nur nee man, stimmt so nicht. Schon mal gar nicht für jeden.

    Lea, wahrscheinlich ist Deine Kinderzeit schon länger her, heute würde ich Dich fragen: Wo ist der Vater der Kinder, was macht der? Hier gibt es auch Diskussionen und es muss immer wieder "verhandelt" werden was zu tun ist. Aber ich steh gewiss nicht Abends hier und putze die Bude, nachdem ich nonstop das Kind bespaßt habe.

  5. User Info Menu

    AW: Hat euer Kind euer ganzes Leben verändert?

    Es hängt von einigen Faktoren ab, inwieweit ein Kind das Leben ganz oder nur halb verändert.

    Faktoren wie, war das Kind gewollt, ist das eigene Leben bereits klar strukturiert, gibt es eine Beziehung, die sich gegenseitig in den neuen Rollen unterstützt, wie steht es um den persönlichen Reifegrad dieser Personen und wie bewußt wird sich mit der Elternschaft und den damit verbundenen Veränderungen auseinandergesetzt.

    Wenn ein Kind ein 'ganzes' Leben verändert - lautet die Frage, war es denn zuvor nur ein 'halbes' Leben?






  6. User Info Menu

    AW: Hat euer Kind euer ganzes Leben verändert?

    Zitat Zitat von Copic Beitrag anzeigen
    Trotzdem find ich das "alles wird anders" viel zu hochtrabend und angsteinflößend und es stimmt in dieser Härte doch einfach auch nicht.
    Vielleicht für dich nicht.

    Ich würde dich allerdings bitten nicht für alle zu sprechen ;)

    Denn bei mir war es sehr wohl "alles ist anders"

    Mag vielleicht auch daran liegen, daß ich vor dem Kind sehr spontan und unkonventionell gelebt habe.

    Mein Kind hat mein Leben in eine völlig andere Bahn gelenkt.

    Ja, es war beängstigend und ich musste mich in vielen Punkten einschränken.

    Gleichzeitig hat es mir aber auch eine Welt eröffnet, zu der ich vorher keinen Zugang hatte.

    Diese Einschränkungen fühlen sich aber wenn das Kind da ist, nicht mal negativ an. Man schränkt sich plötzlich gerne ein und was vorher undenkbar war, ist plötzlich ok.

    Und mit der Zeit habe ich die Einschränkungen und Veränderungen sogar total genossen.

    Meine Prioritäten haben sich einfach geändert

  7. User Info Menu

    AW: Hat euer Kind euer ganzes Leben verändert?

    Zitat Zitat von Julifrau Beitrag anzeigen
    .

    Wenn ein Kind ein 'ganzes' Leben verändert - lautet die Frage, war es denn zuvor nur ein 'halbes' Leben?
    Nein, aber ein total anderes ;)
    Betrunken flirten ist wie hungrig Einkaufen gehen.

    Man geht mit Sachen nach Hause, die man eigentlich gar nicht will
    .

  8. Moderation

    User Info Menu

    AW: Hat euer Kind euer ganzes Leben verändert?

    Ich denke, man kann schon sagen: Manche Hobbys, manche Karrieren, manche Lebensstile lassen sich gut mit Kindern verbinden, bei manchen ist es schwieriger. Wandern kann man gut mit Kindern, für Rave-Parties braucht man einen Babysitter. Wer also dreimal im Jahr auf so eine Party will, kann das organisieren - aber wer das gerne jedes Wochenende hätte, wird vermutlich seinen Lebensstil ändern. Camping oder Strandurlaub kann man prima mit Kindern machen, einen Städtetrip mit stundenlangem Shopping eher nicht. Aber da kommt es wohl eher darauf an, wie offen man für neue Erlebnisse ist.
    Always be a little kinder than necessary. – James M. Barrie

    Moderation in den Foren "Rund um den Job", "Rund ums Eigenheim", "Fehlgeburt" und "Wissenschaft und Umweltschutz"

  9. User Info Menu

    AW: Hat euer Kind euer ganzes Leben verändert?

    Ja, meine Zeit mit Kindern ist schon länger her. Unsere Rahmenbedingungen waren sicher auch anders als sie es heute sind.
    Mein Mann hat voll mitgezogen, der war genauso mit der Hausarbeit und Kinderbetreuung befasst wie ich. Jeder hat sich um die alltäglichen Aufgaben gekümmert, da gab es keine Teilung der Aufgabenbereiche. Bei den ersten zwei Kindern begann bei mir nach dem Mutterschutz auch jeweils wieder die Berufstätigkeit, da wäre es gar nicht anders gegangen, weil es keine Kinderbetreuung gab.

    Das ganz, ganz enge Zeitkorsett gab es bei mir aber auch nur im Kleinkindalter (nach dem Säuglingsalter und bevor die Kindergartenzeit begann) und dann wieder ab Schulanfang bis die Kinder selbstständiger waren. Bei drei Kindern zogen sich diese Phasen bei mir halt etwas hin.

    Das Gute ist aber, dass man in die Aufgaben und Änderungen ja auch reinwächst. Beim ersten Kind überwog die Spannung auf die neuen Erfahrungen noch das Gefühl der Belastung und Einschränkungen. Beim zweiten war die Wahrnehmung dann aber schon anders, aber auch die tatsächlichen Anforderungen.

  10. User Info Menu

    AW: Hat euer Kind euer ganzes Leben verändert?

    Hallo,

    spätestens beim zweiten Kind hat sich doch eine Menge verändert. Mein Jüngster ist mehrfachbehindert durch Autismus+geistiger Behinderung und da war es manchmal schwierig dem großen Sohn gerecht zu werden. Beide sind 5 Jahre auseinander. Mein Mann unterstütze mich so gut er konnte. Er war im Vollschichtsystem beschäftigt. Ich sprang neben dem normalen Familienleben zwischen Schulschwierigkeiten des Großen (hat Legasthenie und war auch nicht von Therapien verschont) und den ganzen Therapie- und Arztterminen des Jüngsten hin und her. Ich hatte lange Jahre ein sehr enges Zeitkorsett gehabt. Dazu kam auch noch irgendwann meine pflegebedürftige Muttter dazu, wo es nicht um die Pflege selber ging, sondern um das Kümmern. Ich schaffte es irgendwie noch genügend Zeit für die Kinder zu haben. Ich blieb aber zeitweise auf der Strecke. Zeit für mich gab es kaum. Klar holten wir uns Entlastung über den Familienentlastenden Dienst und haben auch noch einen privatengagierten Betreuer. Es war trotzdem schwierig sich Luft zu verschaffen. Auch machten mir Familienmitglieder (Familie meiner Mutter) das Leben auch nicht immer einfach. Zu diesen habe ich zum Glück seit Jahren keinen Kontakt mehr.
    Seit dem Tod meiner Mutter ist vieles auch einfacher geworden. Ich habe mehr Zeit, auch für mich. Aber solange unser autistisches Kind bei uns wohnt läuft freie Zeit weiterhin auf Sparflamme. Er ist wird in ein paar Monaten 18 Jahre, ist ein liebes Kind, aber teilweise auch sehr anstrengend. Man kann ihn nicht alleine lassen. Wir sind gerade auf der Suche nach einer passenden Einrichtung für ihn.

    Ja so ist das Leben halt.

    LG Jedi

Antworten
Seite 2 von 4 ErsteErste 1234 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •