Antworten
Ergebnis 1 bis 4 von 4
  1. User Info Menu

    Ambivalenz zweites Kind

    Hallo zusammen.

    Ich hatte vor ein paar Jahren eine Fehlgeburt in der neunten Woche.
    Es war mein zweites Kind.
    Mein erstes Kind war ein totales Wunschkind.
    Ich habe mir ein Geschwisterkind als Gefährten gewünscht, habe auch selbst Geschwister.
    Leider habe ich meine zweite Schwangerschaft als sehr schwierig empfunden. Ich hatte damals viel Stress mit meinem Partner und existenzielle Sorgen, weil er zu der Zeit selbstgewählt arbeitslos war. Das hatte er aufgrund von Burnout so gewählt. Er hat es auch im Nachgang nicht als existenziell bedrohlich empfunden, im Gegensatz zu mir.
    Dazu kam, dass meine Mutter während meiner ersten Schwangerschaft an einer sehr schweren Krankheit verstorben ist.

    Ich war nach der Fehlgeburt sehr traurig und habe mich, trotz der schwierigen Gefühle, genauso verhalten wie in der ersten SS: Vitamine, Selbstfürsorge etc.
    Darüber hinaus habe ich auch meine negativen Gefühle mit meiner damaligen Therapeutin reflektiert. Ich war zwar in Sorge, wollte aber reinwachsen.
    Dann die Fehlgeburt.
    Ich war einerseits erleichtert, aus den schwierigen und sorgenvollen Gedanken zu sein.
    Andererseits war ich (und bin es eben bis heute) sehr traurig über diesen Verlust.

    Danach habe ich jeden Mut und jede Energie verloren, nochmal schwanger zu werden.
    Heute kann ich es auch körperlich nicht mehr.

    Obwohl mir das alles klar ist und ich mit meinem Kind sehr glücklich bin und meine Ehe, trotz Schwierigkeiten, auch weiter besteht und wir eine kleine Familie sind, vergeht wenig Zeit, in der ich nicht an den fehlenden Gefährten für mein Kind bzw. an unser mögliches zweites Kind denke. Das ist immer wieder ein Trigger für mich.

    Was mir zu schaffen macht, ist meine Ambivalenz:
    ich vermisse mein zweites Kind - hatte aber eben damals keine Kraft mehr (oder wie auch immer man das nennen möchte) für eine neue Schwangerschaft. Und es wäre mittlerweile auch körperlich nicht mehr machbar.

    Ein Pflege- oder Adoptivkind kommt für uns nicht in Betracht. Mein Mann lehnt das ab und ich stehe dort auch nicht genügend hinter.

    Gibt es vielleicht jemanden, der mich versteht oder der es ähnlich ging/geht?

    Viele Grüße,

    Else

  2. User Info Menu

    AW: Ambivalenz zweites Kind

    Hallo Else,

    hier ein erster lieber Gruß!
    Ich verstehe dich, morgen vielleicht mehr, jetzt muss ich erstmal schlafen.

    Gute Nacht
    Auch ein Hamster-Rad sieht von innen wie eine Karriere-Leiter aus.

    Es reicht, was du siehst und empfindest. Das Kind muss keinen Namen haben.
    Zitat von Rezeptfrei September 2014

    LG Milk_

  3. User Info Menu

    AW: Ambivalenz zweites Kind

    Liebe Else,
    auch ich kann Dich verstehen, ich habe auch mein 2. Kind verloren

    Konnte es aber im Laufe der Zeit akzeptieren als "tja, es sollte wohl so sein..."

    Liebe Grüße Dir!

  4. User Info Menu

    AW: Ambivalenz zweites Kind

    Hallo Ihr beide,

    vielen Dank für Eure Worte.

    Liebe Grüße,

    Else

Antworten

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •