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    AW: Ist es für Frauen heute schwierig, den richtigen Zeitpunkt zur Kinderplanung zu t

    Ich habe ja eine Schwester, die 15 Jahre jünger ist als ich. Von ihr gibt es die folgende Geschichte:

    In einer Gruppe von Studenten wurde darüber gesprochen, wer mal Kinder will etc. Sie sagte gar nichts. Als sie angesprochen wurde "Caroline, wie ist es denn bei dir?" sagte sie nur leise "wenn's klappt". Sie hatte halt mitbekommen, wie sich mein Kinderwunsch nicht erfüllte und nur in schiefgehenden Schwangerschaften endete. Und sie fand auffallend, dass das keiner auf dem Schirm hatte, dass die Kinder nicht wie bei amazon bestellt kommen (damals sagte man noch "Quelle" in diesem Spruch).

    Aber sie hat inzwischen 6 - also alles ok.

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    AW: Ist es für Frauen heute schwierig, den richtigen Zeitpunkt zur Kinderplanung zu t

    Ich finde es auch sehr selbstgefällig, wenn man Gründe anderer für oder wider Kinder (egal ob generell oder zu einem bestimmten Zeitpunkt) diskreditiert. Was für die eine unwichtig ist, ist für die andere ein wichtiger Punkt.

    Jeder hat auch ein anderes Umfeld. Hat man z.B. eine Großfamilie um sich und Vorbilder, wie trotz früher Mutterschaft die ganze Familie zusammen hilft, um der Mutter/jungen Familie Beruf und Elternschaft zu ermöglichen, mag die Entscheidung anders aussehen, als wenn man niemanden auf weiter Flur hat.

    Beispiel bei mir:
    Meine Eltern sind während meiner Kleinkinderzeit ans andere Ende der Republik aus beruflichen Gründen gezogen. Sprich - in meiner jetzigen Heimat haben wir absolut keine Verwandschaft. Keine Großeltern, Tanten, Onkel, Cousinen. Nichts.

    Meine Mutter ist gerade mal 22 Jahre älter als ich und hat bis zur Rente Vollzeit gearbeitet.

    Als ich ein Teenager war, hatten wir das klassische Mutter-Tochter-Gespräch, daß bei uns unter anderem so verlief: Meine Mutter: "ich rede Dir mit Sicherheit nicht in die Familienplanung hinein - aber eins sage ich Dir - ich werde nicht meinen Beruf aufgeben, um Deine Kinder zu hüten, damit Du arbeiten kannst. Deine Kinder - Deine Verantwortung."
    Und nein - das war nicht herzlos. Aber das war Klartext.

    Flächendeckende Kinderbetreuung war damals nicht vorhanden, Kinderkrippen ein komplett nicht vorhandenes Konzept im Bayern der frühen 80er Jahre. Als ich ein Teenager bzw. eine junge berufstätige Frau war, war meine Mutter gerade mal Ende Dreißig bzw. Anfang 40.
    Wer glaubt, daß Abteilungsleiter Abteilungen leiten, glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten..

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    AW: Ist es für Frauen heute schwierig, den richtigen Zeitpunkt zur Kinderplanung zu t

    Antje, nur aus Neugier, weil du gerade schreibst, dass es keine Kinderbetreuung gab. Wir haben ja - mit Großmüttern - auch zu einer Zeit doppelte Berufstätigkeit gelebt, als die Kinderbetreuung das noch nicht hergab.

    Wie alt warst du, als deine Mutter angefangen hat, Vollzeit zu arbeiten? Und wo warst du dann?

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    AW: Ist es für Frauen heute schwierig, den richtigen Zeitpunkt zur Kinderplanung zu t

    Meine Mutter hat im Dezember 1975 wieder begonnen, Vollzeit zu arbeiten. Für meinen kleinen Bruder hatte sie einen Kita-Platz ergattert - für mich gab es keine Betreuung. Ich war damals 8.

    Es gab Kindergärten - aber wenige Plätze, keine lange Betreuungszeit. Das ganze System war auf "Stay at home-Mom" ausgerichtet - nicht auf Vollzeit arbeitende Frauen.

    Hortplätze waren noch seltener.

    Ich war dann das klassische Schlüsselkind, das zudem den kleinen Bruder von der Kita abholen mußte - denn die schloß um 16 Uhr - und die Kinder wurden gnadenlos vor die Tür gestellt. Egal, ob jemand da war oder nicht.
    Der Job meiner Mutter endete um 16:15 Uhr und der Arbeitsweg kam ja noch dazu (und das war schon ein früher Büroschluß damals).

    Es gab noch ein paar Dinge, die man heute nicht mehr akzeptieren könnte. Wir hatten z.B. Ofenheizung - wenn ich es warm haben wollte, mußte ich also den Ofen anheizen. Mit 8 konnte ich das perfekt..... Asche auskehren, Zeitung knüllen, Holzspelzen, Holzstücke, dann erst Kohle.... Braunkohle und erst wenns läuft Brikett....
    Wer glaubt, daß Abteilungsleiter Abteilungen leiten, glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten..

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    AW: Ist es für Frauen heute schwierig, den richtigen Zeitpunkt zur Kinderplanung zu t

    Den perfekten Zeitpunkt gab es für uns auch nicht. Mir wurde prognostiziert, dass ich keine Kinder bekommen könnte - damit hatten wir das Thema gar nicht mehr auf dem Schirm.

    Mit 26 habe ich die Pille abgesetzt, da ich keine Hormone mehr nehmen wollte. Zwei Jahre später wurde ich dann doch "ungeplant" schwanger. Mit 29 kam mein Sohn auf die Welt.

    Abitur mit 19, Ausbildung bis 21, anschließend Vollzeit gearbeitet + nebenberufliches Studium bis 29 und dann Mama geworden. Eine Woche vor dem Entbindungstermin habe ich mein Studium abgeschlossen, das war ziemlich knapp.
    So hatte ich keine wirkliche Verschnaufspause zwischen Studium und Kind, das hätte mir echt gut getan. Ich hätte noch bis 30/31 warten können, aber wer will da schon jammern :-)

    Mal schauen ob es mit einem zweiten Kind auch klappt, wir wollen es jedenfalls darauf anlegen wenn der Erstgeborene 2,5 ist.

    Mein Fazit: Durch die Ausbildung war ich schnell auf dem Arbeitsmarkt, konnte genug Berufserfahrung sammeln und stand sicher auf eigenen Beinen. Das würde ich jederzeit wieder so machen.

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    AW: Ist es für Frauen heute schwierig, den richtigen Zeitpunkt zur Kinderplanung zu t

    Ich staune hier gerade etwas, dass es für fast alle hier völlig klar zu sein scheint, dass man oder frau in ihren 20ern genau wissen, ob sie Kinder haben wollen.

    Bis ich etwa 27 war, konnte ich mir ganz und gar nicht vorstellen, überhaupt mal Kind(er) zu bekommen. Dann lernte ich meinen Mann kennen. Langsam wurde der Gedanke an einen möglichen "Unfall" weniger schlimm. Es dauerte dann etwa 2 oder 3 Jahre bis sich bei uns in Bezug auf Wohnsituation und Job alles eingependelt hatte. Dann haben wir erst einmal unser Leben so genossen, wie es gerade war. Als ich etwa 32 war, begann bei mir ein kleines Umdenken, das musste ich jedoch zunächst mir selber eingestehen, bevor ich überhaupt mit meinem Mann darüber reden konnte (er wollte eigentlich immer Kinder haben). Als ich dann die Pille abgesetzt habe, muss ich schon 33 gewesen sein. Da wir es nicht wirklich drauf angelegt, sondern es einfach haben laufen lassen, war ich 35, als ich dann tatsächlich schwanger wurde. Bei dem Kind wurde eine Trisomie 18 festgestellt, so dass wir uns für einen Abbruch entschieden haben. Wenn das Kind (ohne Gendefekte), mit dem ich nun schwanger bin auf die Welt kommt, werde ich 37 Jahre alt sein.

    Wobei ich niemals gehadert hätte, wenn wir auf Grund unseres "hohen" Alters keine Kinder mehr gehabt hätten. So finde ich es besser, aber Kinder waren nie ein "Must Have" für mich. Hätte es auf natürlichem Weg nicht geklappt, wären wir eben weiter zu zweit glücklich gewesen.

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    AW: Ist es für Frauen heute schwierig, den richtigen Zeitpunkt zur Kinderplanung zu t

    Ich habe den Eindruck, dass heutzutage viele Menschen den Anspruch haben, ihr Leben so weit wie möglich zu optimieren und auch glauben, sie hätten so vieles „im Griff“, sich also mit Unsicherheit sehr schwer tun. Darüber vergessen sie oft, dass trotz größtem Bemühen nicht immer alles aufgeht. Dann kann man das Hadern und „hätte ich nicht doch anders entscheiden sollen“ beobachten. Ich denke, wir sollten uns selber immer wieder ins Bewusstsein rufen, dass wir uns zwar bemühen können, einen groben Lebensplan zu verfolgen, dass es aber keine Garantie gibt.

    Ich beobachte in meinem Umfeld gerade, zu welcher Enttäuschung das führen kann (gerade bei rational vorgehenden, sehr auf Leistung, Unabhängigkeit und Kontrolle fokussierten Personen). Da hat man viele Jahre lang alles der Schaffung perfekter Rahmenbedingungen untergeordnet, super Job, entsprechendes Einkommen, Eigentum und dann zerbricht die langjährige Partnerschaft (über 15 Jahre). Ähnliche Situation und die entsprechende Person „realisiert“, dass sie mit Mitte 40 irgendwie doch nicht mehr voller jugendlichem Elan ist und eigentlich zu alt für Kinder ist... und dann beginnt das Hadern.

    Ich sehe, wie stark die familiäre Prägung und auch das Umfeld die Erwartungen beeinflusst, was geht und was „sich gehört“ (auch wenn viele gerade das letztere weit von sich schieben würden, da sie meinen, so unabhängig zu sein).

    Ich selber komme aus einer Familie, in der die Überzeugung stark ist, auch wenn etwas Unerwartetes im Leben auf einen zukommt, bekommt man das hin.

    Zu meinem einen „Wunschkind“ während des Studiums kamen ungeplant auch noch Zwillinge dazu. Studium dauerte länger, aber Kinder sind inzwischen groß und ich in meinem Job etabliert. Meine Beziehung hat nicht ewig gehalten, wir sind heute nur noch Freunde. Ist aber auch ok. Eine meiner Töchter, die - für uns Außenstehende ganz offensichtlich - ein falsches Fach studierte, wurde letztes Jahr mit Anfang 20 schwanger. Nicht ideal, aber inzwischen habe ich ein wahnsinnig süßes Enkelkind, das ich gerne gelegentlich betreue und meine Tochter hat durch den Perspektivenwechsel ein Praktikum in einem ganz anderen Bereich gemacht (klar, mit Unterstützung der ganzen „Großfamilie“ und vieler Freunde, die sich drum reißen, mal eine Runde mit der kleinen Maus zu drehen oder sie zu bespaßen) und fängt dort eine Ausbildung an.

    Ich habe mir die „Zukunft“, die jetzt die Gegenwart ist, auch anders vorgestellt. Aber im Grunde ist das egal, denn ich muss mit dem zurechtkommen, was tatsächlich ist. Das fällt umso leichter, je weniger verbissen man an seinen „Plänen“ festhält.

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    AW: Ist es für Frauen heute schwierig, den richtigen Zeitpunkt zur Kinderplanung zu t

    Gekürzt von mir

    Zitat Zitat von daisymiller2 Beitrag anzeigen
    Ich habe den Eindruck, dass heutzutage viele Menschen den Anspruch haben, ihr Leben so weit wie möglich zu optimieren und auch glauben, sie hätten so vieles „im Griff“, sich also mit Unsicherheit sehr schwer tun. Darüber vergessen sie oft, dass trotz größtem Bemühen nicht immer alles aufgeht. Dann kann man das Hadern und „hätte ich nicht doch anders entscheiden sollen“ beobachten. Ich denke, wir sollten uns selber immer wieder ins Bewusstsein rufen, dass wir uns zwar bemühen können, einen groben Lebensplan zu verfolgen, dass es aber keine Garantie gibt.

    ...

    Ich habe mir die „Zukunft“, die jetzt die Gegenwart ist, auch anders vorgestellt. Aber im Grunde ist das egal, denn ich muss mit dem zurechtkommen, was tatsächlich ist. Das fällt umso leichter, je weniger verbissen man an seinen „Plänen“ festhält.
    Für dein ganzes Post.
    Auch ein Hamster-Rad sieht von innen wie eine Karriere-Leiter aus.

    Es reicht, was du siehst und empfindest. Das Kind muss keinen Namen haben.
    Zitat von Rezeptfrei September 2014

    LG Milk_

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    AW: Ist es für Frauen heute schwierig, den richtigen Zeitpunkt zur Kinderplanung zu t

    Zitat Zitat von Ghrian Beitrag anzeigen
    Ich staune hier gerade etwas, dass es für fast alle hier völlig klar zu sein scheint, dass man oder frau in ihren 20ern genau wissen, ob sie Kinder haben wollen.

    Bis ich etwa 27 war, konnte ich mir ganz und gar nicht vorstellen, überhaupt mal Kind(er) zu bekommen. Dann lernte ich meinen Mann kennen. Langsam wurde der Gedanke an einen möglichen "Unfall" weniger schlimm. Es dauerte dann etwa 2 oder 3 Jahre bis sich bei uns in Bezug auf Wohnsituation und Job alles eingependelt hatte. Dann haben wir erst einmal unser Leben so genossen, wie es gerade war. Als ich etwa 32 war, begann bei mir ein kleines Umdenken, das musste ich jedoch zunächst mir selber eingestehen, bevor ich überhaupt mit meinem Mann darüber reden konnte (er wollte eigentlich immer Kinder haben). Als ich dann die Pille abgesetzt habe, muss ich schon 33 gewesen sein. Da wir es nicht wirklich drauf angelegt, sondern es einfach haben laufen lassen, war ich 35, als ich dann tatsächlich schwanger wurde. Bei dem Kind wurde eine Trisomie 18 festgestellt, so dass wir uns für einen Abbruch entschieden haben. Wenn das Kind (ohne Gendefekte), mit dem ich nun schwanger bin auf die Welt kommt, werde ich 37 Jahre alt sein.

    Wobei ich niemals gehadert hätte, wenn wir auf Grund unseres "hohen" Alters keine Kinder mehr gehabt hätten. So finde ich es besser, aber Kinder waren nie ein "Must Have" für mich. Hätte es auf natürlichem Weg nicht geklappt, wären wir eben weiter zu zweit glücklich gewesen.
    Danke für Deine Geschichte.

    Ich schliesse mich Dir in vielem an - auch ich bin eher erstaunt darüber, dass hier so viele schreiben, frau müsse in den 20er schon alles genau wissen und planen. Ich wusste zwar immer diffus, dass ich lieber Kinder hätte als keine Kinder, aber wie wann und ob dann wirklich, das konnte und wollte ich mit anfangs/Mitte 20 nicht planen.

    Ich bin auch eher spät, gegen Ende 30, zum ersten Mal Mutter geworden. Hat für mich genau so gestimmt, mit Ende 20/anfangs 30 hätte ich mich noch zu jung gefühlt.

    Ich denke, für so etwas gibt es keine Regel. Jede Frau weiss, dass die Uhr irgendwann abläuft, und wenn sie das in Kauf nimmt, um nicht zu früh Kinder zu haben, dann ist das eben so.

    Der richtige Partner für mich hat sich erst Mitte 30 gezeigt. Ich bin froh, hatte ich nicht mit einem Mann davor Kinder, das wäre nicht gut gewesen, weder für die Kinder noch für mich.

    So unterschiedlich sind die Wege, die Partnerfindung, die Kinderplanung und ja, auch die Zeitpunkte des Kinderkriegens.

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