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    Einkindmamas gefragt

    Liebe Einkindmamas und alle anderen, die sich angesprochen fühlen,

    was liegt mir auf dem Herzen? Vor einem Monat wurde mein Sohn geboren. Davor hatte ich mehrere Fehlgeburten, sodass ich die Hoffnung eigentlich schon aufgegeben hatte, vor allem auch aufgrund meines Alters (jetzt 43). Die Schwangerschaft (spontan entstanden) war dann völlig unkompliziert, wenngleich ich anfänglich auf einmal arge Zweifel hatte, dass ich noch ein Kind haben möchte - plötzlich sah ich nur noch die damit verbundenen Einschränkungen. Die Zweifel wurden dann von Ängsten, die Schwangerschaft könne wieder schief gehen, abgelöst. Jetzt ist der Kleine aber da, gedeiht ganz prächtig, und ich bin HIN UND WEG :-)

    Wo ist das Problem? Naja, "Problem" ist vielleicht nicht das richtige Wort, aber während ich mich die gesamte Schwangerschaft als glückliche Einkindmama sah, hat mich auf einmal der Gedanke an ein zweites Kind gepackt. Keine gute Idee (glaub ich).

    Ein zweites Kind würde ich - neuerdings - nicht nur wollen, weil die Kleinen ach so süß sind, sondern vor allem, weil ich es unglaublich traurig finde, dass mein Sohn als Einzelkind groß werden soll. Ich stelle mir dann immer so einen verregneten Novembersonntag vor, an dem der Kleine mit uns Eltern allein in der Wohnung hockt. Oder einen Urlaub, den der Kleine mit uns allein verbringen muss. Oder was weiß ich. Und da ist nie jemand in seinem Alter zum Spielen und Quatsch machen und Streiten und so weiter. Klar wird der Kleine (hoffentlich) auch Freunde haben, aber Geschwister sind schon etwas anderes. Diese Dreisamkeit mit uns Eltern muss für den Kleinen doch schrecklich einsam sein. Sowohl mein Mann als auch ich kommen außerdem aus ziemlich "zerschossenen" Familien, soll heißen, keine tollen Großeltern oder coole Tanten und Onkels oder Cousins und Cousinen, die die Lücke in gewisser Weise ausgleichen können. Es gibt also nur unseren Sohn und uns. Ganz "toll". Ich weiß, wie sehr ich selber unter meiner quasi nicht vorhandenen Familie leide - was zu meinem Wunsch nach noch einem Kind beitragen mag. Wenig hilfreich sind da Kommentare von Freunden/Bekannten wie: "Erst mit Kind Nummer Zwei fühlte ich, dass wir eine richtige Familie sind." oder "Ich würde meine Geschwister für nichts auf der Welt missen wollen."

    Mal abgesehen davon, dass es natürlich in den Sternen steht, ob ich noch ein Kind bekommen könnte/würde (Kinderwunschbehandlung würde ich nicht machen wollen), spricht allerdings viel gegen ein weiteres Kind. Ich denke zwar, dass ich meinen Mann zu einem zu noch einen Kind breit schlagen könnte, aber mehr als ein Breitschlagen wäre es wohl nicht. Ich kann mir jedoch nicht vorstellen, dass das für unsere Beziehungs- und Familiendynamik gut wäre. Ich müsste mich wahrscheinlich um zwei Kinder ohne die aufrichtige Unterstützung meines Mannes kümmern. Das stelle ich mir wenig erstrebenswert vor. Die Beziehung zu meinem Mann ist mir außerdem auch wichtig. Hinzu kommen natürlich auch praktische Fragen wie das Finanzielle etc.

    Einkindmamas: Kennt Ihr diese Situation? Wie seid Ihr damit umgegangen? Findet Ihr Euer Leben und das Leben Eurer Einzelkinder so, wie es ist, voll in Ordnung oder nicht doch etwas einsam oder anderweitig defizitär? Seid Ihr über Eure (eventuelle) Sehnsucht nach einem weiteren Kind hinweg gekommen?

    Ich bin auf Eure Erfahrungen gespannt!
    Vielen Dank
    Metaline

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    AW: Einkindmamas gefragt

    Ich antworte mal als Einzelkind.

    Ich habe Einzelkind zu sein, zu keiner Zeit (mal von Wünschen immer mal wieder, ich hätte noch gerne ein Geschwister) nie so trist empfunden, wie Du es als mögliches Szenario beschreibst.

    Ich hatte Freunden und habe auch das "Alleinsein" mit meinen Eltern als angenehm empfunden.

    Mein Vater war - einer Familiensituation, ähnlich Deiner, geschuldet - ein Einzelkind, meine Mama hatte noch mehrere Geschwister.

    Mit ihrer Schwester hat sie sich gut verstanden und meine Cousine und ich sind fast gleich alt und haben viel Zeit -trotz Entfernung - miteinander verbracht.

    Einzelkind sein, ist weder eine Krankheit noch ein Schiksal, sondern erst einmal nur ein Zahl.

    Geschwister können klasse sein, oder auch ganz furchtbar.

    Es gab Zeiten, da war ich froh alleine entscheiden zu können, was z.B. mit meiner sehr pflegebedürftigen Mutter wird.

    Habt mit Eurem Kind eine gute Zeit, seid ihm gute Eltern, dann bekommt es eine gute Basis und kann sich im Leben (ob nun mit oder ohne Geschwister) gut zurecht finden,

    Ich habe zu einer Personen in meinen Leben ein sehr tiefe, innige Beziehung knüpfen können, fühlt sich an wie Familienmitglied.
    Ein Zuhause ist, wohin man geht, wenn einem die Orte ausgegangen sind.
    Barbara Stanwyck

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    AW: Einkindmamas gefragt

    Ich habe ein Pflegekind, das ist und bleibt ein Einzelkind.
    Und sie ist mehr als glücklich damit, sie wollte nie Geschwister und hofft, das sie Einzelkind bleibt.
    Ich mache heute was für Bauch, Beine, Po.
    Pfannkuchen mit Nutella.

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    AW: Einkindmamas gefragt

    Was spricht denn gegen "Laufenlassen"?

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    AW: Einkindmamas gefragt

    Ich bin gerade in ähnlicher Situation und denke z.B. über folgende Lebensmodelle nach:

    Haus-WG mit anderem Paar mit Kind, so kann dein Kind mit einem anderen Kind aufwachsen und man kann es sogar gegenseitig betreuuen. Alternativ gingen auch 2 Doppelhaushälften wo jede Familie dann trotzdem ihren Rückzugsort hat. Kinder aus der Nachbarschaft, direkte Nachbarn kann man auch wunderbar am kalten Novembertag besuchen.
    Sucht euch Gleichgesinnte, Ein-Kind-Eltern, die ihr besuchen könnt.

    Es gibt übrigens auch eine Menge Vorteile mit einem Kind, die ich evt gar nicht missen möchte. Z.B. habt ihr viel mehr Freiheiten, einer kann eigentlich immer weg. Später sogar mal Zeit für euch, wenn euer Kind mal bei Freunden übernachtet. Generell sind Besuche und Unternehmungen viel besser zu händeln, zumindest mit Kleinkind.
    ich habe einen Sohn seit November 2019

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    AW: Einkindmamas gefragt

    Ich glaube, du hast da ein unrealistische Bild von der Situation, aufgrund eurer eigenen Vergangenheit.

    Ausserdem müssen Geschwister sich nicht unbedingt mögen ;) habe genug solche Fälle im Umkreis.

    Mein Sohn ist ein gewollte Einzelkind. Die Vorteile?

    Das Kind hat die ungeteilte Aufmerksamkeit. Ich hatte dadurch nie die Probleme von Müttern, die ständig ein schlechtes Gewissen haben, das ein Kind zu kurz kommt.

    Mit nur einem Kind bist du auch nicht so beansprucht, wie mit 2 oder mehr.

    Du bist bereits 43 und wenn das Teenager älter kommt bereits in den 50ern.

    Das solltest du nicht vergessen ;)

    Hast du keine gute ehrliche Freundin mit mehreren Kindern?
    Before you argue with someone, ask yourself, is that person even mentally mature enough to grasp the concept of different perspectives. Because if not, there's absolutely no point.

    Grab nicht zu weit in dem Mist rum, dann stinkt's nur noch mehr. Geh davon weg, und merk dir, wie's gerochen hat, damit du beim nächsten Verlierer früher Lunte riechst. (Zitat Wildwusel)

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    AW: Einkindmamas gefragt

    Metaline,

    ob und wann man/frau wieviele Kinder hat hängt meiner Meinung nach größtenteils von Faktoren ab, die man letztendlich nicht im Griff hat (da kann man planen wie man will), aber das nur am Rande.

    Ich bin ein Einzelkind, meine Tochter ist auch eins .

    Ich habe noch nie drunter gelitten, meine Tochter auch nicht. Ein Kind kennt es ja nicht anders, es "arrangiert" sich mit der Situation so wie sie ist. Eine "Sehnsucht" nach einem zweiten Kind hatte ich nie, es hat sich so ergeben wie es jetzt ist.

    Was mich nervt, ist dieses Geseier von wegen "verwöhntes Einzelkind". Das stimmt meiner Erfahrung nach so nie und nimmer, im Gegenteil. Einzelkinder passen sich gerne an, sie sind quasi drauf angewiesen, dass man sie gerne mag, denn sie brauchen Freunde und Verbündete außerhalb der Familie. Geschwisterkinder haben deutlich mehr Ellenbogen, denn sie müssen sich von klein auf bei den Geschwistern durchsetzen, buhlen mit anderen um die Aufmerksamkeit der Eltern.

    Und dass es Geschwister gegenseitig immer gut miteinander meinen, sich lieben und unterstützen, das ist schlichtweg -in der Verallgemeinerung gesprochen- nur ein Mythos: nicht nur meine eigene Erfahrung bei meinen beiden Elternteilen und bei den Kindern meines Partners.

    Ok, ist jetzt alles pauschal, ich weiss, aber meiner Erfahrung nach ist es genau so.

    Gruß Elli
    Geändert von elli07 (16.06.2020 um 11:04 Uhr)
    Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen (F. de La Rouchefoucauld, 1613-1680)

    Fürchte dich nicht vor einem großen Schritt. Mit zwei kleinen lässt sich keine Schlucht überwinden (David Lloyd George)

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    AW: Einkindmamas gefragt

    Ich bin schon "für Geschwister", möchte meine vielen eigenen keinesfalls missen, und in vielen Situationen (nicht nur Corona) ist es mit zwei Kindern einfacher als mit einem. Und ich selbst sehe "Familie" tatsächlich mit mindestens zwei Kindern (was ich aber selbstverständlich nie jemandem mit einem Kind sagen würde!)
    Ich sehe es gerade bei meinem Enkel - sich mit anderen Familien zusammenzutun, ist gar nicht so einfach.

    Trotzdem plädiere ich für Gelassenheit.
    Kinder werden auf viele Weisen groß, es gibt viele glückliche Einzelkinder, die angenehme Zeitgenossen sind.

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    AW: Einkindmamas gefragt

    Ich bin selbst Mutter eines Einzelkindes. Allerdings hatte ich schon immer den Wunsch, irgendwann einmal zwei Kinder zu haben. Ich habe eine Schwester und fand das als Kind und auch heute immer toll, obwohl meine Schwester und ich sehr unterschiedliche Charaktere haben. Wir haben als Kinder viel zusammen gespielt, aber auch viel gestritten und es gab Phasen, in denen wir uns nicht sonderlich gut verstanden haben. Wir haben einen Cousin, der Einzelkind ist und empfanden ihn als Kind immer als "verwöhntes" Einzelkind und vielleich deshalb Einzelkinddasein als nicht erstrebenswert.

    Leider ist es bei uns bisher bei einem Kind geblieben, da mein Mann und ich beide selbständig sind und daher lange überlegt haben, sollen wir noch ein zweites Kind bekommen oder nicht. Nachdem bei mir der Wunsch nach einem zweiten Kinder immer größer wurde, haben wir uns entschieden, es drauf ankommen zu lassen, leider wurde ich bislang nicht schwanger. Ich denke allerdings, dass unserer Tochter das Einzelkinddasein nichts ausmacht, sie hat noch nie gesagt, dass sie Geschwister will, sie hat auch Freundinnen, die ebenfalls Einzelkind sind. Für sie ist das völlig normal. Ich bin diejenige, die sich schwer damit tut, vor allem wenn ich Familien mit mehr als einem Kind sehe. Ob unsere Tochter jemals Cousins und Cousinen haben wird, steht auch in den Sternen, da die Geschwister meines Mannes vermutlich keine Kinder mehr bekommen werden.

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    AW: Einkindmamas gefragt

    Zitat Zitat von Metaline Beitrag anzeigen
    Ein zweites Kind würde ich - neuerdings - nicht nur wollen, weil die Kleinen ach so süß sind, sondern vor allem, weil ich es unglaublich traurig finde, dass mein Sohn als Einzelkind groß werden soll. Ich stelle mir dann immer so einen verregneten Novembersonntag vor, an dem der Kleine mit uns Eltern allein in der Wohnung hockt. Oder einen Urlaub, den der Kleine mit uns allein verbringen muss. Oder was weiß ich. Und da ist nie jemand in seinem Alter zum Spielen und Quatsch machen und Streiten und so weiter. Klar wird der Kleine (hoffentlich) auch Freunde haben, aber Geschwister sind schon etwas anderes. Diese Dreisamkeit mit uns Eltern muss für den Kleinen doch schrecklich einsam sein.
    Das kommt mir wie ein sehr verkopftes Szenario vor... Ich habe keine Kinder, das vorweg, aber ich habe ich große Schwester, mit der ich mich schon sehr bald nicht gut verstanden habe. Ich erinnere mich auch kaum an Zeiten, in denen wir in Eintracht miteinander gespielt hätten, in Urlauben hat jede so ihr Ding gemacht und ansonsten gibt/gab es da einige Konflikte. Von ihrer Seite her Neid, von meiner Seite her Sich-abgelehnt-fühlen.

    Es ist deswegen ein verkopftes Szenario, weil es davon ausgeht, dass ein Geschwisterkind automatisch glücklicher macht, weil es davon ausgeht, dass man mit einem Geschwisterkind niemals nicht ein Trauma/Knacks wegtragen könnte. Sicher könnte sich dein Kind mal nach einem Geschwister sehnen, genauso gut könnte es sein, dass es ihm völlig egal ist. Sicher könnte dein Kind mit einem Geschwisterkind eine glückliche Eintracht bilden, genauso gut könnte es sein, dass sie sich überhaupt nicht mögen. Das ist eine Menge Konjunktiv.

    Nur weil man Geschwister ist, mag man sich ja nicht automatisch. Ich mag meine Schwester auch nicht besonders, bin aber froh, dass wir mittlerweile ein Verhältnis zueinander haben, dass wir vernünftig reden können. Mehr ist es aber auch nicht.

    Also um es mal klar zu sagen: Eine Schwester hat mich vor einsamen Novemberregentagen nicht geschützt und im Urlaub hatte ich mehr Spaß mit mir selbst als mit ihr. Stattdessen muss ich damit leben, dass ich von meiner Schwester stets abgelehnt worden bin, und sie muss damit leben, dass ihr (scheinbar) ein anderes Kind vorgezogen wurde.

    Was mal wird, kannst du nicht wissen und du kannst dein Kind auch nicht vor dieser Art von Widrigkeiten im Leben beschützen.
    A quiet mind is able to hear intuition over fear

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