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  1. Avatar von Mediterraneee
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    AW: Ungeteilter Kinderwunsch... was tun?

    Zitat Zitat von Sugarnova Beitrag anzeigen
    Da wird ein Menschlein in die Welt gesetzt, da gruselts mich bei statistischen Erwägungen wie - "mit Kind ist man immer noch wahrscheinlicher glücklich als ohne".
    Falls Du mein letztes Posting meinst: so hatte ich das nicht geschrieben, sondern dass ich glaube, dass die Chance, mit einem Kind glücklich zu sein, größer ist, als dass man im Nachhinein bereut, es bekommen zu haben.

    Mich irritieren die Aussagen einiger hier, der TE müsse doch auf seine Frau sauer sein. Wieso das? Kann man denn im Laufe der Jahre seine Meinung nicht ändern? Das tut die Frau ja nicht, um ihn zu ärgern.

    Ich sehe hier als Baustelle vor allem anderen die Frage, wie groß und wie "echt" der Kinderwunsch der Frau ist. Offenbar flammte dieser ja auf, als eine Freundin schwanger wurde. Da würde ich als Frau erst mal hinterfragen, ob ich denn wirklich einen Wunsch nach Mutterschaft verspüre, der aus mir selbst heraus kommt, oder ob die Schwangerschaft der Freundin nicht eher wie das Schokotörtchen im Schaufenster der Bäckerei ist, an der man vorbei geht, und sobald man um die Ecke ist, hat man´s wieder vergessen.
    Manche Menschen leben so vorsichtig, die sterben wie neu.


  2. Avatar von carassia
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    AW: Ungeteilter Kinderwunsch... was tun?

    Zitat Zitat von Copic Beitrag anzeigen
    Ich frag mich wo in so einer Beziehung die Schnittpunkte sind. Hinter diesem Modell wird es irgendeine Absicht geben, aber Liebe gewiss nicht.
    Wieso "gewiss nicht"? Liebe gibt es schon in mehr Ausprägungen als Vater, Mutter, Kind.


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    AW: Ungeteilter Kinderwunsch... was tun?

    Zitat Zitat von carassia Beitrag anzeigen
    Wieso "gewiss nicht"? Liebe gibt es schon in mehr Ausprägungen als Vater, Mutter, Kind.
    Darum nicht 🙄

  4. Avatar von carassia
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    AW: Ungeteilter Kinderwunsch... was tun?

    Ah ja, das ist natürlich überzeugend.

  5. Avatar von Himiko
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    AW: Ungeteilter Kinderwunsch... was tun?

    Lieber Sphx,
    ich schliesse mich den anderen hier an, die es wichtig finden, nochmal genauer zu schauen, was hinter dem - ja sehr plötzlichen - Kinderwunsch Deiner Frau steht. Nach dem, was Du berichtest, würde ich zögern, den einfach "der Natur" (oder so) zuzuschreiben. Mir ist im Kopf geblieben, dass die Mutter Deiner Frau bei ihrer Geburt gestorben ist, und ich könnte mir vorstellen, dass es da einen emotionalen Zusammenhang gibt mit ihrer - so liest es sich für mich - sehr ausgeprägten Ambivalenz, was eigene Kinder anbelangt. Der so frühe Verlust der Mutter wird oft als sehr schmerzhaft und traumatisierend erfahren, aber da er eben nicht bewusst erlebt werden kann, kann es schwierig werden, die dazugehörigen Gefühle "zuzuordnen".

    Ich halte es für denkbar, dass das frühere klare Nein zu Kindern bei Deiner Frau unbewusst ein Nein zu dem unerträglichen Verlustschmerz war, der bei der Geburt eines eigenen Kindes vermutlich wieder "näher gekommen" wäre und vielleicht hätte gefühlt werden müssen. Möglicherweise verändert die Nähe der Wechseljahre, die nahende Unwiderruflichkeit der Entscheidung gegen ein Kind aber etwas an dieser Abwehr, weil andererseits ein eigenes Kind auch als Chance geträumt wird, die früh und brutal verlorene Einheit mit der Mutter wieder zu erlangen.
    Falls das so sein sollte, dass nämlich der Kinderwunsch Deiner Frau emotional vermischt ist mit dem Verlust ihrer Mutter, dann wäre es vielleicht sinnvoll, dass sie sich dieser frühen Wunde fühlend annähert (möglicherweise mit professioneller Unterstützung), um besser entscheiden zu können, ob es bei dieser Entscheidung für oder gegen ein Kind wirklich um das Kind geht oder doch eigentlich eher um ihre emotionale Bindung zu ihrer Mutter.

    Ich finde es auch sehr auffällig, dass sie sich einen Mann ausgesucht hat (und als absolut ideal und passend empfindet!), der so entschieden gegen eigene Kinder ist. Ich halte das für keinen Zufall. Möglicherweise kann sie es so gefühlsmäßig riskieren, sich nach der verlorenen Symbiose zu sehnen und den ganzen ungefühlten Schmerz zu fühlen, ohne dass sie Gefahr läuft, ein Kind in die Welt zu setzen, das eigentlich ihre Mutter sein soll. Ich halte es für möglich, dass Dein mangelnder Kinderwunsch insofern für sie gar kein Nachteil ist, sondern ein Schutz, den sie sich - unbewusst, aber absichtlich - gesucht hat.

    Es dürfte natürlich schwer sein, das aufzudröseln und mit Sicherheit zu sagen. Aber es scheint mir, angesichts Eurer ganz individuellen Geschichte ist das Thema einen zweiten, dritten oder vierten Blick durchaus wert, und Verallgemeinerungen sind eher nicht hilfreich.

    Und nachdem ich das gesagt habe, kommt auch von mir trotzdem noch eine Verallgemeinerung : Wenn Ihr kein Kind bekommt, können maximal 2 Menschen unglücklich werden. Wenn Ihr eins bekommt, dann wären das drei...
    Du hast am Anfang gesagt:
    Zitat Zitat von sphx Beitrag anzeigen
    bei Überlegungen, die Kinder betreffen, macht man keine Experimente.
    Ich finde, da hast Du völlig Recht.

    Das Leben ist voller Risiken und ist selbst ein Risiko. Der beste Grund (und möglicherweise der einzig gute Grund), um dieses Risiko einzugehen, ist Liebe. Hinter einem Kinderwunsch kann eine solche Liebe stehen. Aus Deiner Beschreibung - und ich kann mich offensichtlich täuschen - spüre ich aber diese Liebe bei Deiner Frau nicht bzw. habe den Eindruck, ihre Sehnsucht ist eher auf die Vergangenheit gerichtet. Das ist sehr, sehr verständlich. Doch aus mangelnder Klarheit und Bewusstheit kann viel Unglück entstehen, auch und gerade bei den besten Absichten.

    Eine letzte Idee dazu, was Du anschauen könntest, wenn Du magst (denn Du bist es ja, der hier schreibt). Mir ist diese Überlegung von Dir aufgefallen:
    Zitat Zitat von sphx Beitrag anzeigen
    angesichts der leider eher tragischen Historie meiner Familie denke ich so selten es nur geht daran, wie es mir selbst wohl im fortgeschrittenen Alter ergehen wird. Und der Gedanke, eine viel zu lange Liste an Krankheiten und Problemen an meinen Nachkommen weiterzugeben, lässt mich erschaudern.
    Du sagst, dass das möglicherweise absurd klingt, aber das tut es ja gar nicht. Es ist ein durchaus logischer und verantwortungsvoller Gedanke. Dennoch halte ich es - ganz unabhängig von der Kinderfrage - für möglich, dass es Deine eigene Lebensqualität mittel- und langfristig nicht vermindern, sondern erhöhen würde, wenn Du dem mit diesem Thema offensichtlich verbundenen Leid, der Angst, dem Schmerz, der Bitterkeit... und was da noch so an unerwünschten Gefühlen sein mag freiwillig und bewusst einen Platz in Deinem Leben einräumen würdest.

    Vielleicht habt Ihr beide Euch gefunden, weil Ihr beide Schmerz und Dunkelheit in Eurer Geschichte habt und das nicht nur überlebt, sondern sogar geschafft habt, etwas Gutes, ein gutes Leben daraus zu machen. Allerdings um den Preis, dass Ihr ein paar Dinge in den Keller oder auf den Dachboden verbannt habt, erst mal verbannen musstet...
    Ihr werdet älter. Irgendwann werden diese Dinge ziemlich lebendig werden und keine Ruhe mehr geben, denn das ist es, was beim Älterwerden passiert. Wenn Ihr weiter gut leben wollt, werdet Ihr eine neue Art von Frieden damit finden müssen. Vielleicht könnt Ihr dabei einander sogar helfen.

    Alles Gute Euch beiden!
    We are born to be happy, not perfect.
    Geändert von Himiko (12.01.2020 um 23:07 Uhr) Grund: überflüssiges Wort entfernt


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    AW: Ungeteilter Kinderwunsch... was tun?

    Ich finde die ambivalenten Gefühle Deiner Partnerin völlig normal.
    Auch wenn es hier oft geleugnet wird, aber der Fortpflanzungsdrang eines Menschen ist biologisch vorgegeben. Da kämpfen einfach zwei Bedürfnisse miteinander. Allerdings scheint ihr Kinderwunsch nach Deiner Schilderung nicht sooo übermächtig zu sein. Wenn Du auf Deiner Position beharrst, wird sie sich dem daher vermutlich fügen und später ab und an ein leises Bedauern empfinden. Vielleicht kann sie ja ein "Herzenskind" finden, bei dem sie ihre mütterlichen Gefühle austoben kann.


  7. Registriert seit
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    AW: Ungeteilter Kinderwunsch... was tun?

    Mit 40 hat sie die Wahl "neuer Partner der Vater werden will" vermutlich sowieso nicht mehr, allenfalls käme eine Samenspende in Betracht.

    Mich irritiert allerdings, dass laut TE vor der Hochzeit das Thema mehrfach diskutiert wurde - warum redet man darüber so oft, wenn man sich eigentlich einig ist?


  8. Registriert seit
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    AW: Ungeteilter Kinderwunsch... was tun?

    Himiko 🌷🌷🌷

  9. Avatar von Sugarnova
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    AW: Ungeteilter Kinderwunsch... was tun?

    Zitat Zitat von Mediterraneee Beitrag anzeigen
    Falls Du mein letztes Posting meinst: so hatte ich das nicht geschrieben, sondern dass ich glaube, dass die Chance, mit einem Kind glücklich zu sein, größer ist, als dass man im Nachhinein bereut, es bekommen zu haben.

    Mich irritieren die Aussagen einiger hier, der TE müsse doch auf seine Frau sauer sein. Wieso das? Kann man denn im Laufe der Jahre seine Meinung nicht ändern? Das tut die Frau ja nicht, um ihn zu ärgern.

    Ich sehe hier als Baustelle vor allem anderen die Frage, wie groß und wie "echt" der Kinderwunsch der Frau ist. Offenbar flammte dieser ja auf, als eine Freundin schwanger wurde. Da würde ich als Frau erst mal hinterfragen, ob ich denn wirklich einen Wunsch nach Mutterschaft verspüre, der aus mir selbst heraus kommt, oder ob die Schwangerschaft der Freundin nicht eher wie das Schokotörtchen im Schaufenster der Bäckerei ist, an der man vorbei geht, und sobald man um die Ecke ist, hat man´s wieder vergessen.
    Ja, dein Posting ist mir aufgefallen.

    Ein Kind ist ja eine sehr weitreichende, irreversible Entscheidung, wahrscheinlich, neben der Partnerwahl bzw. ob man Single bleibt, die weitreichendste im Leben.

    Ich sehs eher anders - da wird bestimmt bei den Kinderlosen bzw. Kinderfreien ab und an mal Wehmut sein. Ein Kind ist aber immer da.
    Geändert von Sugarnova (12.01.2020 um 16:20 Uhr)

  10. Avatar von Himiko
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    AW: Ungeteilter Kinderwunsch... was tun?

    Danke Dir, Mayali!
    We are born to be happy, not perfect.

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