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  1. Registriert seit
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    Abtreibung ja oder nein?

    Liebe Leute,

    langsam bin ich in diesem Forum eine alte "Bekannte", glaub ich. Gingen meine ersten Titel noch in die Richtung "Ich bleibe kinderlos und bin so unglücklich", gab ich in meinem jüngsten Titel "Zwiespältige Kinderlosigkeit" diesen Sommer erstmals auch den negativen Seiten, die mit Kinderhaben verbunden sind, Raum. Ich hatte begonnen, mich von meinem Kinderwunsch zu verabschieden. (Kurz zu mir und meiner Vorgeschichte: ich bin 42 Jahre und hatte bereits vier Fehlgeburten, die letzte diesen April.)

    Nach und nach schien es mir immer weniger attraktiv, mich die nächsten 18 Jahre(!!!) tagaus tagein um ein Kind zu kümmern: jeden Tag von der Arbeit zu hetzen, um das Kind aus dem Kindergarten zu holen und dann noch "Programm" mit ihm zu machen, in der Schulzeit Vokabeln abzuhören und auf die Schulnoten zu achten, es immer und immer wieder zu seinem Geigenunterricht/Fußball/Ballett/... zu bringen, selber ständig übermüdet zu sein, Geldsorgen zu haben usw. usf. Der "Durchbruch" war dann zu meiner Hochzeit vor einer Woche :-)))))), bei der mir eine Freundin erzählte, wie toll das war, als ihr Neunjähriger diesen Sommer zum ersten Mal im Ferienlager war und das gleich zwei Wochen. Endlich konnte sie mal machen, was SIE wollte, wenn sie von der Arbeit nach Hause kam. War ich auf einmal froh, dass ich IMMER machen kann, was ich will.

    Auf einmal komme ich mir ohne Kind nicht mehr "unvollständig" vor und denke, dass es doch soviel cooler ist, eine schöne "erwachsene" und "ungestörte" Zweierbeziehung mit meinem wunderbaren Mann zu führen, am Wochenende lange ausschlafen zu können, in den Urlaub fahren zu können, wann und wohin ich es will, nach der Arbeit "frei" zu sein usw. usf. Das Modell Kinderlos schreckt mich auf einmal nicht mehr, sondern stellt sich mir sogar als das begehrenswertere dar, jedenfalls jetzt in meinem Alter. Mit meiner neu gewonnenen Einstellung würde ich außerdem weder einem Kind noch mir gerecht werden.

    Und wo ist das Problem? Ganz einfach: Diese Woche hielt ich einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen (irgendetwas geahnt hatte ich langsam). Für mich auf einmal kein, auch kein klitzekleiner Grund zur Freude mehr. Ich beruhigte mich erstmal damit, dass die "Chancen" einer weiteren Fehlgeburt bei meinem Alter und meiner Vorgeschichte nicht schlecht sind (ein Gedanke, für den mich mancher hier vielleicht am liebsten vierteilen würde :-/ ). Im Ultraschall war dann aber alles bester Ordnung. Ich bin in der achten Woche, und das ist weiter, als ich in meinen vorangegangenen Schwangerschaften je gekommen war. Hatte ich sonst vor dem Ultraschall immer Angst, dass die Schwangerschaft wieder beendet sein könnte (was sie dann ja auch immer war), hatte ich dieses Mal Angst, sie wäre es nicht (und sie war es nicht). Wobei ich aus den kritischen ersten zwölf Wochen ja auch noch nicht raus bin.

    Und jetzt? Angenommen, die Schwangerschaft hält? Da taucht natürlich unweigerlich der Gedanke an eine Abtreibung auf.

    Allerdings ist das für mich etwas fundamental anderes als eine Fehlgeburt, auch wenn es im Ergebnis auf Dasselbe hinausläuft. Das hätte ICH dann entschieden und nicht Mutter Natur. Würde ich daher mit einer Abtreibung wirklich auf Dauer klar kommen? Ich bin nicht religiös, aber trotzdem wäre das ja eine enorme Entscheidung, erst recht in meinem Fall, wo das wohl die letzte "Chance" auf ein Kind ist. Was ist, wenn ich ab dem Moment der Abtreibung die Entscheidung bereue? Aber ist es nicht noch schlimmer, sein Kind sein Leben lang zu bereuen? (Stichwort: Regretting motherhood.) Mein Mann steht absolut zu mir und trägt meine Entscheidung mit, egal, wie sie ausfällt. Er wäre auch ein toller Papa, wobei er schon ein Kind (zum Großteil alleinerziehend) großgezogen hat und sich sein weiteres Leben daher auch gut (besser?) ohne Kind vorstellen kann, erst recht in seinem Alter (48 J.). Unsere finanzielle Freiheit wäre mit Kind wohl hinüber, möglicherweise würden wir gerade so hinkommen.

    Momentan kann ich mir kein bisschen vorstellen, dass ich ein - mein Kind lieben kann. Aber wie soll es gehen - ohne Liebe?

    Wart Ihr auch schon in einer solchen Situation? Wie seid Ihr damit umgegangen?

    Für Eure Rückmeldungen bin ich dankbar!
    Verzweifelt
    Metaline


  2. Registriert seit
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    73

    AW: Abtreibung ja oder nein?

    Liebe Metaline,

    wie soll Dir hier jmd Rat geben... dies ist eine Entscheidung, die Du für dich selber treffen musst.
    Selbst, wenn andere erzählen, wie es bei ihnen war, so weißt Du nicht, wie Du fühlen wirst.

  3. Avatar von Brombeerkatze1
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    AW: Abtreibung ja oder nein?

    Hallo Metaline,

    ja, ich war in einer ähnlichen Situation.... ich hatte den Wunsch mit 40 eigentlich begraben, mein Mann und ich sind in die Karibik geflogen, haben uns zugeprostet und gesagt "wer weiß wofür es gut ist, wir sind auch kinderlos glücklich"...
    Als ich dann mit 41 plötzlich schwanger war war es (vorallem für mich) erstmal ein Schock.
    Ich habe darüber nachgedacht und mir wurde klar dass ich dieses Kind, von dem Mann den ich sehr liebe auf keinen Fall abtreiben werde.
    Unser Sohn ist mittlerweile 9 Jahre alt und wir sind beide sehr glücklich ihn zu haben - klingt kitschig aber wir beide empfinden eine große Freude und Dankbarkeit - es ist ein Geschenk.
    Es ist dann eben nicht "irgendein Kind" das Mühe macht und Geld kostet - es ist euer Kind - ein einmaliges Kind.
    Nur Mut!
    Alles Gute
    Brombeerkatze


  4. Registriert seit
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    269

    AW: Abtreibung ja oder nein?

    Ach ja. Ganz ehrlich, wenn du dir sicher bist, dann ist es auch wirklich kein Problem das Kind nicht zu bekommen. Dann ist das in Ordnung und du wirst es vermutlich auch nicht bereuen.

    Ich habe mich auch schon einmal für einen Abbruch entschieden, weil es einfach zu dem damaligen Zeitpunkt aus vielen Gründen absolut für mich nicht ging. Und ich bereue es kein Bisschen, so hart das jetzt klingt. Mit allem, was ich jetzt weiß und erlebt habe, hätte ich es vermutlich nicht noch mal so gemacht; aber ich verstehe mich zu dem Zeitpunkt halt auch sehr gut.

    Übrigens- ich bin super gerne Mutter und liebe mein Kind, bekomme auch Nr. 2 demnächst. Aber ich „kann“ das jetzt auch und erkenne auch einfach an, dass Elternschaft halt auch nicht für jeden gemacht sein muss.

    LG!

  5. Avatar von Wolkenschaf3
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    AW: Abtreibung ja oder nein?

    Ich bin absolut keine Abtreibungsgegnerin.
    Aber gerade weil du dir so lange ein Kind gewünscht hast würde ich es nicht machen.
    Du bist jetzt in einer Phase gewesen wo du dachtest , doch gut kein Kimd zu haben.
    Aber vorher hast du lange für ein Kind gekämpft.
    Abtreibung heißt aben nicht zurück in den Zustand vor der Schwangerschaft, sondern, das muss man hinterher doch rigendwie verarbeiten. Du kannst dir nicht sicher sein, dass der Teil in dir der lange ein Kind wollte auch zum Vorschein kommt.

    Ich selbst habe mit 38 ein Kind aus einer Kinderwunschbahndlung bekommen und dann mit 40 noch eines „ uups was ich bin schwanger“ nachdem und eigentlich klar war dass es bei einem Kind bleiben wird. Das hat uns damals ganz schön aus der Bahn geworfen und unsere Beziehung in die größte Krise ihrer damals 18 jährigen Existenz gebracht.
    Inzwischen sind meine Mädels 5 und 3 Jahre alt und langsam kommen wir in die Komfortzone. Es ist gut dass sie da sind, sie sind tolle kleine Persönchen. Regretting Motherhood kann ich trotzdem bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen. Es gibt immer wieder Zeiten, wo ich denke, jetz hätte ich gern ein paar Tage für mich. Aber das heißt nicht das man seine Kinder ablehnt. Da gibt es so viele Nuancen zwischen schwarz und weiß.

    Und finanziell muss es gar nicht so wild sein. Wir arbeiten fast im selben Umfang wie vor den Kindern


  6. Registriert seit
    09.01.2016
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    AW: Abtreibung ja oder nein?

    Zitat Zitat von Colour Beitrag anzeigen
    Ich habe mich auch schon einmal für einen Abbruch entschieden, weil es einfach zu dem damaligen Zeitpunkt aus vielen Gründen absolut für mich nicht ging. Und ich bereue es kein Bisschen, so hart das jetzt klingt. Mit allem, was ich jetzt weiß und erlebt habe, hätte ich es vermutlich nicht noch mal so gemacht; aber ich verstehe mich zu dem Zeitpunkt halt auch sehr gut.
    LG!
    Nicht jede Frau bereut eine Abtreibung. Es wird nur von vielen Leuten gerne so dargestellt, dass Frauen den Abbruch grundsätzlich bereuen.


  7. Registriert seit
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    AW: Abtreibung ja oder nein?

    @Killeshandra
    Ja, ist mir klar. Und ganz ehrlich, bereuen tue ich ganz andere Sachen.


  8. Registriert seit
    09.01.2016
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    AW: Abtreibung ja oder nein?

    Zitat Zitat von Colour Beitrag anzeigen
    @Killeshandra
    Ja, ist mir klar. Und ganz ehrlich, bereuen tue ich ganz andere Sachen.
    Ja, genau, das ist dann einfach so.

    Und mir ist auch klar, dass bei Metaline niemand voraussagen kann, wie sich fühlen wird.

    Metaline, mir ist klar, dass du nicht mehr viel Zeit für eine Entscheidung hast. Kannst du dir vielleicht noch ein paar Tage Bedenkzeit einräumen?

  9. Avatar von 2believe
    Registriert seit
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    AW: Abtreibung ja oder nein?

    Hallo Metaline,

    ich war noch nicht in dieser Situation. Eventuell können dir meine Erfahrung dennoch helfen.
    Ich hatte nie einen ausgeprägten Kinderwunsch. Ich war eher neutral bis ablehnend. Mein Man wollte gerne ein Kind. Ich habe mich einfach mal darauf eingelassen.
    Jetzt ist meine Tochter 5 Jahre und ich muss sagen, ich kann immer noch beide Seiten verstehen. Mit Kind ist das Leben anders, aber nicht schlechter. Vieles spielt sich ein. Der Schlafmangel ist eher nur in der ersten Zeit ein Problem. Job und Kind gehen eigentlich heutzutage auch recht gut zusammen, zumal ich mir viel mit meinem Mann aufteile. Mit einem Kind hat man meist auch eine überschaubare Anzahl an Hol- und Bringdiensten. Viele Momente mit Kind machen auch einfach riesig Spaß.

    Ich wünsche mir manchmal auch ein Leben ohne Kind zurück. Aber es ist kein quälender Wunsch. Ich versuche mir dann Inseln zu schaffen. Ich persönlich könnte vermutlich mit einer Abtreibung schlechter umgehen. Aber jeder Mensch ist anders.

    Ich denke wie Wolkenschaf, dass der Teil in dir, der unbedingt ein Kind wollte, noch in dir schlummern könnte und sich nach einer Abtreibung zurückmelden könnte.

    Ich wünsche dir alles gute, und das du gut mit deiner Entscheidung leben wirst.

  10. AW: Abtreibung ja oder nein?

    Hm, April - das ist ein halbes Jahr her.

    Und bis dahin wolltest Du ein Kind?

    Ist das eine 180 Grad Wende?
    Wie siehst Du es selbst?
    Now, bring me that horizon.

    Mein Avatar zeigt Euch Smashie. - Sie wurde nur 3 Jahre alt.

    Sie kam als Streuner mit einem Trichter um die Beine, den sie sich dann selbständig ausgezogen hat.
    NYC's ACC platzierte sie auf der berüchtigten **Kill List**
    Kein Foster - keine Rettung.
    Smashie starb am 17.09.2016.
    Ihre grünen Funkelaugen gibt's nicht mehr.
    Sie war eine sehr liebe, menschenliebende zarte Fee.

    Es ist ein Privileg die tägliche **Kill List** zu bekommen.

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