Dazu koch kurz: Das wird oft falsch zitiert, das Kind bereuen die Frauen dieser Studie nicht, wohl aber die Mutterschaft:
WikiAlle befragten Frauen teilen nach eigenen Angaben das ausgeprägte Gefühl, in ihrer Rolle als Mutter gefangen zu sein. Die Frauen gaben an, dass sie ihre Kinder liebten, es aber gleichzeitig hassten, Mütter zu sein. Einige der Frauen sagten aus, dass sie die Mutterschaft bereits in der Schwangerschaft bereut hätten, das Empfinden der Reue wird von ihnen insofern nicht auf die Entwicklung der Kindespersönlichkeit zurückgeführt.
Es ist vielleicht ein Detail, aber ich finde das nicht irrelevant.
Die Frage ist dann, ist der Wunsch nach einem KInd ausreichend groß um das evtl. (zeitweise) in Kauf zu nehmen.
Ich glaube da liegt auch ein Knackpunkt: Die Abtreibung wäre jetzt eine definitive Entscheidung. Das Kind zu bekommen bedeutet dagegen, keine Gewissheit zu haben, was wird - weder wie die Schwangerschaft und Geburt verläuft, noch ob das Kind gesund ist, wie es sich entwickelt, was sein Charakter ist. Ebenso wenig ist jetzt gesagt, wie du damit umgehen wirst und welche Konsequenzen es letztlich hat für dich, deine Beziehung, dein Leben. Es ist völlig ergebnisoffen - und das macht die Entscheidung nicht einfach![]()
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Ergebnis 21 bis 30 von 48
Thema: Abtreibung ja oder nein?
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30.09.2019, 12:34
AW: Abtreibung ja oder nein?
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30.09.2019, 13:56
AW: Abtreibung ja oder nein?
Es ist hier zwar OT, aber natürlich erzählt keine Mutter ihrem Frauenarzt, dass sie ihr Kind nicht leiden kann und es regelmäßig misshandelt oder den Misshandlungen durch den Vater/Lebensgefährten in Ruhe zuschaut. Und natürlich kennen wir keine dieser Mütter persönlich.
Aber ich glaube der Statistik und den Polizeiberichten und leider auch den Berichten von Freunden und Freundinnen, die genau das erlebt haben - und ja teilweise kenne ich auch deren Eltern und würde es nicht glauben, wenn ich nur die Eltern kennen würde.Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
.... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/
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30.09.2019, 14:28
AW: Abtreibung ja oder nein?
Dass es Misshandlungen an Kindern durch die Eltern (in der Regel sind ja nahe Verwandte die Täter) gibt, ist leider eine Tatsache. Kenne ich auch, auch im persönlichen Umfeld. Aber da als Ursache jeweils einen Schwangerschaftskonflikt zugrunde zu legen, geht, denke ich, nicht auf, wahrscheinlich auch nicht, dass diese Eltern ihre Kinder generell nicht lieben (oder zumindest selbst nicht finden, dass sie sie nicht lieben).
Es gibt wahrscheinlich eine Menge Abstufungen wie ein Eltern-Kind-Verhältnis problematisch sein kann oder letztlich gänzlich scheitern kann. Damit es so weit kommt, würde ich vermuten, dass mehrere Faktoren zusammen kommen müssen.Geändert von lunete (30.09.2019 um 14:43 Uhr)
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01.10.2019, 08:50
AW: Abtreibung ja oder nein?
Bekomme es.
Das Kind ist gekommen, nachdem Du Deine Einstellung geändert hast. Vielleicht will das Kind keine Mutter, die es für sich selbst will, sondern eine, die auch ohne es glücklich und zufrieden ist, und es sein eigenes Ding machen läßt.
Viele Grüße,
s12
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01.10.2019, 10:51
AW: Abtreibung ja oder nein?
Liebe Leute,
besten Dank für Eure aufmerksamen und einfühlsamen Antworten.
Ich hatte gestern ein interessantes Gespräch mit einer Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie/Psychotherapie (ich bin/war dort sporadisch in Behandlung, den Termin gestern hatte ich schon seit Monaten, war also Zufall). Die hat mich auf einen interessanten Aspekt hingewiesen. Zum ersten beglückwünschte sie mich, dass ich in meiner Lebenseinstellung offenbar flexibler geworden bin: Ein Leben kann auch ohne Kind schön und lebenswert sein. Hurra! Zum zweiten meinte sie aber, dass ich jetzt spiegelbildlich genau das Gleiche wie vorher tue: Zuerst halte ich es für das größte Unglück, kein Kind zu haben. Plötzlich erscheint es mir als das größte Unglück, ein Kind zu haben. Ich sollte mich doch insgesamt mit mehr Flexibilität neuen Situation stellen und Dinge annehmen, wie sie kommen. Das hat mir sehr geholfen.
@Silvia12: Vielleicht will das Kind keine Mutter, die es für sich selbst will, sondern eine, die auch ohne es glücklich und zufrieden ist, ...
So ähnlich hat die Ärztin das auch formuliert. Wenn ich mich jetzt vollständig fühle, wäre ein Kind doch eine zusätzliche Bereicherung, sagte sie.
@lunete: Ganz wichtig, finde ich in diesem Zusammenhang, dass man mit dieser "Mutterliebe"-Erwartung aufräumt.
@Wolkenschaf3: Es gibt immer wieder Zeiten, wo ich denke, jetzt hätte ich gern ein paar Tage für mich.
@2believe: Jetzt ist meine Tochter 5 Jahre und ich muss sagen, ich kann immer noch beide Seiten verstehen.
Da sagt Ihr etwas …
@Brombeerkatze1: Unser Sohn ist mittlerweile 9 Jahre alt und wir sind beide sehr glücklich ihn zu haben.
Herzlichen Glückwunsch!
@Carcasonne: Insgesamt rate ich dir nur zur Vorsicht, was das Posten dieser Thematik in Foren angeht. [...]
Ich hatte schon manchmal meine Zweifel, ob mir diese Foren hier wirklich guttun. Dabei meine ich weniger das „Missionarische“ als das ständige Kreisen um die eigenen Probleme. Insofern wäre ich, glaub ich, auch nicht der Kandidat für Selbsthilfegruppen. Das würde mich wahrscheinlich nur noch mehr herunterziehen.
Insgesamt sehe ich dem nächsten Ultraschall jetzt halbwegs entspannt entgegen. Das Thema Abtreibung ist auf alle Fälle vom Tisch. Wahrscheinlich werde ich mich jetzt "sogar" auch freuen, wenn die Schwangerschaft hält - auch wenn meine Ängste keineswegs weggeblasen sind -, und mit einer erneuten Fehlgeburt hoffentlich gut umgehen. Oh Mann, was für ein Psychochaos.
Danke nochmal an alle!
MetalineGeändert von Metaline (01.10.2019 um 10:58 Uhr)
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01.10.2019, 11:17
AW: Abtreibung ja oder nein?
Alles Gute Dir! :)
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01.10.2019, 11:23
AW: Abtreibung ja oder nein?
Ich wünsch dir auch alles Gute.
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01.10.2019, 11:58
AW: Abtreibung ja oder nein?
Hallo Metaline,
ich hab hier grad bei dir reingelesen und deinen letzten Beitrag gesehen. Was für ein Glück, dass der Termin bei deiner Ärztin zufällig genau passend vereinbart wurde.
Es klingt ja so, wie wenn du dich bei ihr wirklich gut aufgehoben gefühlt hast und sie dich gut kennt. Daher konnte sie genau an dem Punkt ansetzen, der dir jetzt wichtig ist: die Flexibilität, Dinge anzunehmen, wie sie kommen.
Echt schön, dass du mit ihren Worten viel anfangen kannst und du dich jetzt auf die neue Reise der Schwangerschaft einlassen kannst.
Es braucht sicher Zeit, dich wieder umzustellen. Die Freude darf langsam wieder wachsen.
Vielleicht geht es dir so wie mir: Ich fühl mich auch oft eher wie ein großes Schiff, wenn ich plötzlich wieder in eine andere Richtung lenken soll. Ich bin da nicht so spontan und windschnittig und brauch einfach meine Zeit, um umzulenken.
Die Zeit darfst du dir auch geben und Schritt für Schritt gehen.
Der Mama-Teil in dir hat bestimmt auch noch Bedenken, dass er wieder enttäuscht wird und traut sich vielleicht noch gar nicht, sich zu freuen.
Das wird dann hoffentlich nach der 12. SSW anders.
Ich wünsch dir ganz viel Geduld bis zum nächsten Ultraschall. Wann hast du denn da den nächsten Termin?
Und dass du die Zeit bis dahin noch gut aushältst, mit all den unterschiedlichen Gefühlen, Hoffnungen und Ängsten.
Es ist auf jeden Fall gerade sehr bunt, dein Leben
!
Wenn du magst, dann halte uns auf dem Laufenden, ja?
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01.10.2019, 13:14Inaktiver User
AW: Abtreibung ja oder nein?
Hallo Metaline,
also ich sag Dir jetzt mal meinen Gedanken als Mutter und als Kind einer Frau, die besser kein Kind hätte bekommen sollen.
Auf jeden Fall stimme ich Silvia zu, dass es für ein Kind ganz erheblich angenehmer ist, wenn die Mutter es nicht "für sich" unbedingt bekommen will. Gerade dann kann es nämlich schnell dazu kommen, dass die Mutter mehr oder weniger enttäuscht /entsetzt/ u.ä. ist, was es tatsächlich bedeutet, ein Kind zu kriegen, und dann zu haben. Halt eben nix mit" die Familie aus der Rama-Werbung."
Was es bedeutet, das von klein auf ausbaden zu müssen, mit aller Gewalt, beschreibe ich hier jetzt sicherlich nicht.
Aber genau die Gefahr sehe ich bei Dir, so wie du schreibst, eben nicht.
Denn die Frau die mich auf die Welt gebracht hat, hatte sicherlich nicht auch nur eine Sekunde Gedanken, wie du sie dir machst, und war anschließend wohl echt entsetzt, wie weit das von ihren "alles easy" Vorstelllungen doch abweicht.
Was jetzt aber nicht heißen soll, dass alles so schwierig ist.
Aber eben Flexibilität erfordert und auch erfordert, dass man noch für jemand anderen als sich selbst Mitgefühl hat, ums mal so pauschal zu sagen.
Als Mutter kann ich Dir sagen, dass es wirklich, wie hier schon einige schrieben , wichtig ist, sich nicht unter diesen Mutterliebe Druck zu setzen, denn die kommt auch nicht auf Knopfdruck, sondern entwickelt sich normalerweise im Lauf der Zeit.
Die Befürchtungen, die du wohl zum Teil hast wegen Freiheit einschränken und so, natürlich hat man da erstmal weniger Zeit und ganz andere Belastungen, wobei es auch da so ist, dass manche Kinder praktisch ab der Geburt durchschlafen von 6 abends bis 6 früh, dazwischen noch Mittagsschlaf, oder die halbe Nacht vor Bauchweh weinen. Was man zum Teil auch mit den besten Tips von Gott und der Welt nicht maßgeblich ändern kann. Aber man überlebt es, vor allen Dingen wenn man es nicht auf sich bezieht, also weder dem Baby noch sich die Schuld gibt.
Ganz wichtig aber ist, so finde ich, sich von vornherein nach wie vor Freiräume zu nehmen, d.h. weiterhin Sport oder sonstige Hobbys machen, mindestens einmal die Woche ein paar Stunden außer Haus und ohne schlechtes Gewissen was unternehmen (zusätzlich zu Hobbies und Co) etc. pp.
Das lässt sich alles organisieren, selbst unter problematischen Umständen.
Wichtig ist nur, dass du dabei zu dir stehst, denn die Umwelt wird dich sehr wahrscheinlich mit Rabenmutter-Schmähungen eindecken, die aber, meiner Erfahrung nach, ausschließlich von Frauen kommen (von wegen Frauensolidarität) nach dem Motto: das macht man doch nicht, die liebt ihre Kinder wohl nicht etc. pp.
Und das ist meiner Erfahrung nach das Anstrengendste aber auch Wichtigste: Immer mal wieder neben sich treten und möglichst außenstehend alles betrachten.
Ich war mal auf ner Tagung, das Thema war tatsächlich so in Richtung: Mütter die ihre Kinder in Ganztagsbetreuung geben, sind Rabenmütter, wozu kriegen die überhaupt Kinder etc.
Da ist tatsächlich eine ca. 18jährige aufgestanden und hat gesagt, wie superfroh sie ist, von Klein auf die Möglichkeit gehabt zu haben, soziales Verhalten in größeren Gruppen zu lernen usw. und dass sie es sicherlich wesentlich langweiliger gefunden hätte, rund um die Uhr daheim bei Muttern entertained zu werden und so aber auch ständig im Erwartungsmittelpunkt der Mutter zu stehen.
Daher also, lass es auf dich zu kommen, wird schon gut werden :-)
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01.10.2019, 13:32
AW: Abtreibung ja oder nein?
ich wuensche dir alles gute fuer die bevorstehende zeit und zur entscheidung dieses kind zu bekommen



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