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  1. Registriert seit
    08.08.2016
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    AW: Richtig oder falsch - es ist schwierig

    Muss man ein Kind planen? Wozu? Diese ganze Nachdenkerei über die Lebensplanung macht einen verrückt. Wenn man genau hinguckt, würde rein theoretisch nie ein Kind ins Leben passen. Geh es doch einfach locker an, vielleicht kannst Du/Dein Mann gar keine Kinder bekommen oder es klappt. Es wäre im Grunde dann alles schwierig.
    Ich habe mein Kind völlig ungeplant bekommen und das war gut so. Denn ich hatte gar keinen Kinderwunsch, konnte mir das nicht mal vorstellen. Und dann war ich schwanger und es war/ist eine bedingungslose Liebe...


  2. Registriert seit
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    AW: Richtig oder falsch - es ist schwierig

    Ich möchte noch einmal einen ganz anderen Aspekt in die Debatte werfen.

    Manchmal wünscht man sich irgendwas ganz besonders, weil man es nicht haben kann. Wie Du Kinder in Deiner alten Beziehung. Und dann, wenn man es plötzlich haben kann (jetzt wäre es möglich), merkt man, dass man es eigentlich gar nicht wollte.

    Ich habe das bei einer ganz anderen Sache bei meiner Mutter erlebt. Was hat sie immer gejammert, dass mein Vater nicht in Urlaub fahren will, nicht weit weg etc. - viele Dinge, an denen sie mein Vater angeblich gehindert hat. Und alleine wollte sie nicht. Als ich erwachsen war, habe ich ihr dann angeboten, manche Reisen mit ihr zu machen - und da kam dann plötzlich "ach, eigentlich will ich da doch nicht hin".

    Manchmal erträumt man sich Dinge in seiner Phantasie, und will sie unbedingt haben, und genau deshalb sehen sie so toll und rosig aus. Und wenn man es dann haben könnte, sieht man die Realität und sieht, dass das doch alles nicht so glänzend ist.

    Versteh mich nicht falsch - ich habe Kinder, und ich bin sehr glücklich mit der Entscheidung (bei uns war es altersmäßig ähnlich, wobei ich meinen Mann mit 33 kennengelernt habe und wir mit 35 zusammengezogen sind - Kind 1 kam mit 37, Kind 2 mit fast 40). Aber ich war mir auch sehr sicher, dass ich das will, dass das irgendwie zum Leben mit dazugehört, und dass ich das Gefühl hätte, was verpasst zu haben, wenn ich keine bekäme.
    Ich gebe zu, ich hätte viel Spaß verpasst, aber auch viel Kummer, tiefe Gefühle in alle Richtungen, Einblicke in die menschliche Seele, die ich sonst wohl nicht gehabt hätte. Auf manches hätte ich wirklich verzichten können, auf manches hätte ich auf keinen Fall verzichten wollen.
    Es ist eine Entscheidung, die Du für Dich selbst triffst. Dein Leben wird danach anders sein, und Kinder hat man das ganze Leben, auch wenn sie erwachsen sind (und auch dann können sie einem durchaus Sorgen machen). Aber die Entscheidung kann Dir (Euch, aber Dein Partner scheint sie ja in jede Richtung tragen zu wollen, das wäre bei meinem auch so gewesen) niemand abnehmen.


  3. Registriert seit
    27.04.2005
    Beiträge
    6.375

    AW: Richtig oder falsch - es ist schwierig

    Zitat Zitat von Millamilia Beitrag anzeigen
    Gestern erzählten uns Freunde, dass sie ein Kind erwarten. Überglücklich. Und ich freue mich ehrlich.
    Und komme heim und musste mich schwer zusammen nehmen um nicht loszuheulen.
    Hier wollte ich mal nachhaken. Kannst Du rausfinden, warum Dir zum Heulen war? Weil Dir klar ist, dass das doch nicht Dein Weg ist? Weil Du verzweifelt bist, weil diese Freunde sich entschieden haben, und Du Dich nicht entscheiden kannst? Weil Du, egal wie Du Dich entscheidest, Angst hast, es später zu bereuen? Weil Du es eigentlich doch willst? Oder irgendein anderer Grund?

    Eines wollte ich nochmal nachschieben: die Entscheidung, ein Kind zu bekommen oder nicht, scheint so folgenschwer und nicht korrigierbar. Aber hat man erstmal ein Kind, muss man ständig wieder folgenschwere Entscheidungen treffen, die auch schwer korrigierbar sind bzw. weitreichende Konsequenzen haben. Man muss in der Lage sein, damit zu leben. Wenn man sich da jedes Mal, wenn man merkt, das war jetzt nicht so optimal, selbst zerfleischt, wird es schwer (und ich weiß, wovon ich spreche, ich neige nämlich manchmal dazu, habe aber gerade auch durch die Kinder gelernt, dass man eben nicht alles im Leben kontrollieren kann, egal wie gerne man das täte).

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