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04.02.2019, 08:51
AW: Tabuthema unerfüllter Kinderwunsch und Fehlgeburten
Be a voice not an echo.
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04.02.2019, 09:03
AW: Tabuthema unerfüllter Kinderwunsch und Fehlgeburten
Ich denke, dass die Entscheidung "alles getan zu haben" eine sehr persönliche ist, das bedeutet ja nicht immer "alles medizinisch mögliche" sondern "alles, was wir tragen können".
Ich denke mir, dass sich eine KiWu Behandlung auf Dauer wie jede andere belastende Situation auch auf die Beziehung auswirkt.
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04.02.2019, 09:13
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04.02.2019, 09:14
AW: Tabuthema unerfüllter Kinderwunsch und Fehlgeburten
Eine Freundin von mir hatte 4 Fehlgeburten. Sie hat dann mit Globulis angefangen, Frauenmanteltee getrunken, ein Rutengänger hat ihr gesagt, das Bett steht ungünstig, sie hat dann, weil sie die Möglichkeit hatte, das Schlafzimmer mit einem anderen Zimmer getauscht.
Sie hat inzwischen 2 Kinder, ist wieder schwanger....
Ich habe gelesen, dass bei Männern oft die unmittelbare Umgebung schädlich sein kann. Laptop dauernd auf dem Schoß, Handy ebenfalls, Elektrosmog. Radfahren mit einem ungünstigen Sattel. Selbst im Haarshampoo können Stoffe drin sein, die die Spermien unlustig werden lassen.
Und vielleicht liegt er ja ebenfalls auf einem gestörten Platz zum Schlafen. Ich höre sie hier schon wieder alle schreien, so ein verdammter Blödsinn, aber ich kenne einige Leute, denen es gesundheitlich schlecht ging, denen es nach Umzug in den eigenen Räumen besser ging,
Eine weitere Freundin wurde und wurde nicht schwanger, ihre Schwester hatte auch keine Kinder.. Mit 41 hat die erste gesagt, ich tue mir das nicht mehr an. Schluß jetzt. Weg mit dem Stress, dem Krampf. Und mit 41 ist der Zug eh abgefahren. Mit 42 wurde sie schwanger, das "Kind" ist heute 17. Ihre Schwester war 47, als ihre Regel ausblieb, na ja, die Wechseljahre.... Das Mädchen ist heute 11.
Eine weitere Bekannte hat mit ihrem Mann schließlich ein Kind adoptiert, nachdem sie auch über 10 Jahre kinderlos blieb. Das Kind war gerade mal 4 Monate bei ihnen, als sie schwanger wurde. Auch dort hat wohl eine seelische Befreiung eine entspannte Befruchtung möglich gemacht.
Ich persönlich arbeite immer mit bildlichen Vorstellungen, in denen ich dann gefühlt lebe. Thema ist eigentlich egal. Hier in diesem Fall würde ich tief visualisieren, dass man zurückblickt. Menno, das war damals ne blöde Zeit, und nun feiern wir das Abitur von xxx. Wir sind so glücklich. Wer hätte das gedacht....
Drin leben in so einer Vorstellung, sie als bereits wahr empfinden, das ist wichtig, nicht nur so ein oberflächliches Geplapper. Die sich selbst erfüllende Prophezeiung machen. Für diese Vorstellung: alles geben, aber niemals auf.Mein Himmel bleibt magisch, wie meine Träume, meine Bilder, mein Leben....
Ich bin die, die ich bin.
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04.02.2019, 15:29Inaktiver User
AW: Tabuthema unerfüllter Kinderwunsch und Fehlgeburten
Entschuldige, dann dürfte im Umkehrschluss niemals eine vergewaltigte Frau schwanger werden, oder?
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04.02.2019, 15:42Inaktiver User
AW: Tabuthema unerfüllter Kinderwunsch und Fehlgeburten
Das mit der seelischen Befreiung ist einfach nur Käse. Fakt ist: je länger man es probiert, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es irgendwann klappt. Ob man in der Zwischenzeit die Betten umdreht, ist egal - was zählt, ist die Anzahl der Versuche.
Falls es noch mehr Beispiele braucht: ich habe mein erstes Kind mit 38 nach vier Fehlgeburten bekommen, ohne Globuli und definitiv auch ohne entspannter zu sein als bei der ersten Schwangerschaft. Da war ich nämlich noch total entspannt - die extreme Anspannung kam erst nach der zweiten und dritten Fehlgeburt. Unentspanntheit war definitiv kein Grund, warum meine ersten Schwangerschaften schief gingen.
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05.02.2019, 08:56Inaktiver User
AW: Tabuthema unerfüllter Kinderwunsch und Fehlgeburten
Dieses "Entspann dich mal" haben wir auch schon sooooo oft gehört
Das ist doch auch nichts anderes als Schuldzuweisung. "Du hast dich nicht genug entspannt, deswegen bleibst du kinderlos!"
Abgesehen davon, dass es wissenschaftlich Unfug ist.
Und ja, Globuli habe ich auch schon probiert
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05.02.2019, 10:28
AW: Tabuthema unerfüllter Kinderwunsch und Fehlgeburten
An sowas hab ich nicht mal gedacht!
Mein Bogen an Lulu war eher so gedacht: Da ihre Ursprungsfamilie da so ein "Du bist keine Frau, wenn du nicht...." abfährt und tot schweigt, da auch die medizinischen Eingriffe grenzwertig traumatisch waren - ob nicht doch eine "Pause" möglich wäre. Nur wäre. Für wenige Wochen.
Gut, viele sehen das so, dass diese Wochen dann "ungetan" quasi "verschwendet" wären...Okay, verstehe ich.
Ich sehe eure faktischen Einwände bzgl. Kostenübernahmen etc. auch ein.
Ich fände es trotzdem schön, Lulu auch in ihrem eigenen Gefühl bestärkt zu wissen: Ja, obwohl es einen gewissen Zeitdruck gibt, hast du das Recht, alles so zu tun, wie es für dich geht.Be a voice not an echo.
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05.02.2019, 10:36
AW: Tabuthema unerfüllter Kinderwunsch und Fehlgeburten
Ich bin nicht Lulimita, aber... das sagt sich immer so einfach.
Wir machen mit unserem Kinderwunsch jetzt seit Anfang 30 rum (jaja *blabla* selber schuld, hättet ihr mal früher *blabla* deine fruchtbarsten Zeiten sind vorbei *blabla*). Wir waren schon mehrfach an dem "Ach weißte, lass es uns einfach lassen" Punkt. Der, an dem man Sex nicht mehr alle zwei Tage nach Plan hat, an dem man Wasser wieder aus Plastikflaschen trinkt, an dem man den Morgen nicht mit Temperaturmessen beginnt, an dem man wieder Tee trinkt der einem schmeckt und keinen, der fruchtbar(er) machen soll, an einem Punkt ohne Globuli, ohne Meditation, ohne positive Affirmation, an einem Punkt, an dem du dich um dich kümmerst... und trotzdem kommst du irgendwann wieder an dem Punkt, an dem du dich ärgerst, dass auch das Loslassen nichts gebracht hast (wobei das doch immer der Tipp bei Kinderwunsch ist - entspann dich mal) und fängst wieder mit dem Gedankenwälzen an. Du kannst es nicht ruhen lassen. Du kannst nicht in den Frieden kommen. DAS ist ja das Problem.
Du kreiselst irgendwann halt nur noch um die Panik - ich werde immer älter, was wenn es jetzt nicht klappt, was wenn es nächsten Zyklus nicht klappt, was wenn es nie klappt, was wenn es klappt und nicht bleibt. Du haust dir Hormone rein - und merkst jeden Zyklus wieder, wie sinnlos das offensichtlich ist, während du dich aufgebläht fühlst, dein Unterleib ziept, die Medikamente ihre Nebenwirkungen mitbringen. Du hüpfst von einem Termin zum anderen - Blutabnehmen zum Zyklusbeginn, Schall zur Follikelkontrolle, mehr Blutabnehmen, dann VZO/IUI/IVF/ICSI, mehr Blutabnehmen. Jeder Zyklus kommt mit einer Hand voll Arztterminen, die erstmal in den (Arbeits)Alltag integriert werden müssen. Dazu die Termine die du machst, weil du meinst, dass es was bringt (Yoga, Osteopathie, Akkupunktur...), die aber doch jeden Zyklus wieder völlig unsinnig sind, weil sie nicht zum gewünschten Ergebnis führen.
Das setzt doch in der Grundannahme schon voraus, dass der Kinderwunsch lediglich aus sozialem Druck heraus besteht und nicht aus eigenem, immanenten innerlichen Drang. Das ist schön. Das funktioniert aber so nicht unbedingt. Um an dem Punkt anzukommen, musst du innerlich mit dem Kinderwunsch abschließen.
Aber wie schließt du mit einem bestehenden Kinderwunsch ab?
Klar ist das einerseits eine rationale Entscheidung. Ich kann mich hinstellen (und ich habe mich mehrfach hingestellt in den letzten sieben Jahren) und sagen "Jupp, hab ich jetzt entschieden, machen wir nicht mehr. Alles scheiße, deine Anna." Und dann? Was macht man mit dem Nagen im Hinterkopf? Der Frage "Was wäre, wenn ich noch einen Zyklus gemacht hätte. Was, wenn der nächste Versuch der eine gewesen wäre." Was machst du mit deinem Unterbewusstsein? (Und ich schwöre, Yoga und zum eigenen Atem kommen bringen da... nichts, gar nichts)
Der Kinderwunsch ist halt da. Der Partner ist da. Die passenden Umstände sind da. Man ist noch fruchtbar (meine Follikelreserve ist 10 Jahre jünger als ich, mein AMH lag letzten Sommer bei 9, meine Hormonwerte sind inzwischen gut). Es ist keine Entscheidung, die die Umstände (oder die Wechseljahre) für einen treffen. Da ist immer noch der kleine Funken Hoffnung. Und den "Stress" aufzugeben, heißt im Zweifel eben, genau den kleinen Funken umzubringen. Das ist nicht so einfach.
Die Ausgangsfrage war ja auch nicht, wie werde ich den Kinderwunsch los. Die Ausgangsfrage war, wie gehe ich mit dem Kinderwunsch um, ohne dass er mich kaputt macht. Oder vielleicht noch, wie gehe ich mit der Angst um, nicht schwanger zu werden (oder nicht schwanger zu bleiben). Die Antwort "Lass es doch einfach. Dann bist du entspannter. Dann klappt das auch." - ist da ganz, ganz wenig hilfreich.
Dies!
Wenn ich jetzt nicht "alles" tue, was in meinen Möglichkeiten liegt, wie kann ich dann mit 50 oder 60 oder 70 irgendwann mit mir im Reinen sein? Nicht mit meiner Umwelt... einfach nur mit mir selbst? Ich habe den Kinderwunsch ja nicht für andere Menschen. Ich tue mir den ganzen Stress nicht an, um mein soziales Umfeld zufrieden zu stellen (meine Mutter hat sich von dem Gedanken Oma zu werden schon vor Jahren verabschiedet, mein Arbeitgeber ist froh, dass ich auf meinem Job Stabilität biete, meine Schwiegermutter hat zwei Enkel im Haus, die braucht keine zusätzlichen Enkel 200 km weit weg). Ich mache den ganzen Mist ja für mich (okay, uns... in meinem Fall ist mein Mann der mit dem stärkeren Kinderwunsch, wenn der den nicht hätte, hätten wir von mir aus mit der ganzen Behandlung eher nicht angefangen).
JETZT kümmer ich mich wo ich kann um mein Wohlbefinden.
Bei mir hat das damit angefangen, meine Arbeitszeit zu reduzieren. Gut, auf 90% als Kompromisslösung. Aber auch das ist ja schon fast ne Stunde am Tag weniger. Eine Stunde am Tag, die ich "für mich" fülle - mit Yoga (hilf übrigens nicht beim Schwangerwerden), mit Pilates (hilft auch nicht), mit Gumminastik (hilft auch nicht), mit Meditation (hilf genau so wenig), mit Massagen (hilft auch nicht), mit Osteopathie (auch nicht)... mit Dingen, die statt mir beim Schwangerwerden zu helfen, mir helfen den Weg dahin zu gehen und psychisch möglichst stabil durchzustehen.
Aber ich muss mich in ZUKUNFT vor mir selber für alle meine Entscheidungen rechtfertigen. Und für mich ist das halt die Entscheidung, den Weg zu gehen solange er begehbar ist.
Aber nur weil das eine rationale Entscheidung ist, heißt es ja nicht, dass sie einen nicht belasten darf.
Und wenn man fruchtbar ist wie eine Rigipsplatte für Nassräume, dann dauert das länger eben manchmal... noch länger.
Victimblaming *schulterzuck*
Du bist ja selbst schuld, dass du nicht schwanger wirst. Schließlich hast du dich nicht genug entspannt, dein Bett nicht richtig aufgestellt, zuviel am Handy telefoniert, bei der Arbeit die Bons auf Thermopapier gedruckt, aus Plastikflaschen getrunken, dich nicht vegan ernährt, dich vegan ernährt, zu viel Zucker gegessen, dich nicht nach den Grundregeln des Ayurveda ernährt (oder vielleicht doch und eben drum), warst nicht bei der Akkupunktur, hast dir mit Akkupunktur und Osteopathie zu viel Stress gemacht, du hast zu lange gewartet, nicht richtig meditiert, nicht genug visualisiert, nicht genug gebetet, nicht fest genug daran geglaubt, dich nicht genug entspannt, zu wenig geschlafen, zu viel geschlafen, dir die Haare gefärbt, warst nicht genug im Urlaub, bist nicht schwimmen gegangen, hast in der Pubertät immer gesagt du wolltest keine Kinder, hast die falschen Globuli genommen, warst bei der falschen Heilpraktikerin, hast die falsche Kinderwunschklinik ausgewählt, hast den Spiegel falsch hängen, hast nicht genug Kerzen angezündet, den Storchentee von der falschen Firma getrunken, nicht den magischen Ovulationstest benutzt, hast mit 12 mal einen Mitschüler gemobbt, kein QiGong gemacht, dein Schlafzimmer in der falschen Farbe gestrichen, du fluchst zu viel, benutzt das falsche Deo und das falsche Shampoo. Du wirst schon aus irgendeinem Grund daran schuld sein, dass dein Kinderwunsch nicht klappt.
Es ist viel einfacher, dem kinderlosen Paar die Schuld zuzuweisen, dass ihre Kinderlosigkeit an ihnen liegt, als sich hinzustellen und zu sagen "Manchmal ist das Leben einfach unfair zu guten Menschen."
"Victim blaming is not just about avoiding culpability—it's also about avoiding vulnerability. The more innocent a victim, the more threatening they are. Victims threaten our sense that the world is a safe and moral place, where good things happen to good people and bad things happen to bad people. When bad things happen to good people, it implies that no one is safe, that no matter how good we are, we too could be vulnerable. The idea that misfortune can be random, striking anyone at any time, is a terrifying thought, and yet we are faced every day with evidence that it may be true."
https://www.psychologytoday.com/us/blog/in-love-and-war/201311/why-do-we-blame-victims
Und das ist der Punkt, an dem ich wirklich niemanden mehr schätze als (lather, rinse, repeat) meine Physio. Vor der ich schon im letzten Juni mit Tränchen im Auge saß und sagte "Wir wussten ja vorher schon, dass ich schuld bin" und die mich nur anranzte "Ich will nicht, dass du sagst, dass du schuld bist. Du bist nicht schuld. Niemand ist schuld." Und das ist etwas, mit dem ich seitdem versucht zu leben. Ich. bin. nicht. schuld. Es mag medizinisch an mir liegen. Daran arbeiten wir. Aber ich bin nicht schuld. Es liegt nicht am falschen Kopfkissen, an der falschen Grundeinstellung oder am falschen Obst. Es liegt daran, dass das Leben manchmal einfach scheiße unfair ist.
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05.02.2019, 11:55
AW: Tabuthema unerfüllter Kinderwunsch und Fehlgeburten
Vielen Dank für die Einblicke in deine Gefühls und Gedankenwelt, Pinguine - haben - Knie



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