+ Antworten
Seite 9 von 9 ErsteErste ... 789
Ergebnis 81 bis 88 von 88

  1. Registriert seit
    15.03.2017
    Beiträge
    949

    AW: Kinderlos bis ans Sterbebett?

    Zitat Zitat von Prima_Vera Beitrag anzeigen
    Insofern kann ich nachvollziehen, was die TE bedrückt. Mein Ratschlag, wie mancher hier schon geschrieben hat: Ich lasse die Trauer zu, es ist meine Trauer. Ich habe aufgehört, darüber zu sprechen. Die gutgemeinte Ratschläge der Freunde haben mir nie richtig weitergeholfen. Freunde, sogar sehr gute, oder die Kínder des Lebensgefährten, oder Haustiere, oder die grosse Freiheit der Kinderlosen...das alles soll die nicht existierenden Kínder ersetzen können, und mir macht es das Leben noch schwerer, feststellen zu müssen, dass sie das bei mir nicht tun könne.
    @Prima_Vera: Dein Post hat mich sehr berührt. Nicht nur weil ich selber auch kinderlos bleiben werde, sondern weil du den Kern sehr gut getroffen hast. Mit der Trauer darüber, muss/kann jeder nur sich alleine aushalten und verarbeiten. Jeder auf seine Art, da helfen Ratschläge von außen eher weniger. Eigene Kinder wollte ich nur in jungen Jahren haben, je älter ich wurde, umso mehr ging der Wunsch in den Hintergrund. Seit ich einen Partner habe, der Kinder hat, kommen die Gedanken, wie du sie beschrieben hast wieder hoch. Was, wenn ich mal alt und pflegebedürftig ist, wer kümmert sich dann?!? Das alleine sollte natürlich kein Grund sein, Kinder in die Welt zu setzen. Bei mir hat es Gründe aus der Herkunftsfamilie, warum ich denke, dass es besser ist, keine eigenen bekommen zu haben.

    Auch wenn ich aktuell mit mir im Reinen bin, so lässt ein dieses Thema wahrscheinlich ein Leben lang nicht los. Durch meine Patenkinder, Kinder der Freunde, Verwandten usw. wird man ja ständig damit "konfrontiert" und fragt sich oft, was wäre gewesen wenn...Kinder können ja auch eine Bereicherung fürs eigene Leben sein, aber eben auch eine sehr große Herausforderung. Habe leider von meiner eigenen Mutter "gelernt", dass Kinder ein Grund sind, sich ständig Sorgen zu machen und Ängste auszutragen....dass wollte ich mir ersparen.

    Nichtsdestotrotz, wird einem leider auch in der heutigen Zeit, immer wieder unterschwellig vermittelt, dass es doch "unnormal" ist, wenn Frauen keine Kinder haben/wollen. Nicht mehr so stark wie vielleicht vor 50 Jahren, evtl. bilde ich es mir auch nur ein. Erst am Wochenende war ich in meinem Heimatdorf zu Besuch. Da wurde ich sofort von früheren Bekannte gefragt, ob ich Kinder hätte
    Was ich dann verneinte, da meinte sie dann, die komme bestimmt noch


  2. Registriert seit
    09.07.2018
    Beiträge
    14

    AW: Kinderlos bis ans Sterbebett?

    Liebe Leute,

    hier mal wieder die TE. Danke an Euch. In vielem von dem, was Ihr geschrieben habt, habe ich mich wiedergefunden.

    Nein, ich glaube leider nicht, dass es einen "Ersatz" für Kinder gibt. Damit meine ich nicht nur mal nur eigene, sondern gegebenenfalls auch Adoptiv- oder Pflegekinder. Für Adoption bin ich aber wohl zu alt (und mein Freund auch). Ob ich gerne ein Pflegekind hätte - hm, so ganz geheuer ist mir die Idee nicht. Und ob mein Freund da mitmachen würde?

    Saily und Beweme, Ihr wart sehr ermutigend.

    - … es ist auch eine existentielle Erfahrung keine Kinder zu bekommen- bei bestehendem Kinderwunsch bewusst erlebt. Aber, ich habe- tatsächlich- meinen Frieden damit gemacht. Auch wenn andere es mir nicht glauben, dass es das gibt... Doch es geht..... und erlaube mir die Vorteile zu leben.

    - Wir haben nur dieses eine Leben, und das versuche ich mir so schön zu gestalten, wie es geht.

    Wenngleich ich mich vor allem bei thirdthought und Primavera wiedererkannt habe:

    - Da hilft kein „dann rette ich halt den Rest der Welt“-Projekt. Mir zumindest nicht!

    - Ich habe aufgehört, darüber zu sprechen. Die gutgemeinten Ratschläge der Freunde haben mir nie richtig weitergeholfen. Freunde, sogar sehr gute, oder die Kínder des Lebensgefährten, oder Haustiere, oder die grosse Freiheit der Kinderlosen...das alles soll die nicht existierenden Kínder ersetzen können, und mir macht es das Leben noch schwerer, feststellen zu müssen, dass sie das bei mir nicht tun könne.

    Und nein, es geht nicht um "Wellnesssterben". Es geht um den Schmerz, der bis zum Tod anhält. Und klar, irgendwann ist jeder tot. Das Totsein ist dann schmerzfrei. Keine Frage. Trösten tut mich das allerdings nicht.

    Ist es letztlich wirklich so, dass jemand, der mit unerfülltem Kinderwunsch dauerhaft unglücklich ist, mit Kind auch nicht glücklich geworden wäre, da Kinder keine Garantie auf Glück seien? Hm. Ich weiß nicht. Als ich noch - ein wirklich sehr unglücklicher - Single war, wusste ich genau, dass mein Leben viel glücklicher und reicher und schöner mit einem Freund wäre. Die Leute, die dazu meinten, dass man erst einmal mit sich selber glücklich sein müsse und das nicht von einem Freund abhängig machen könne, hätte ich am liebsten auf dem Mond geschossen. Zu Recht. Als ich dann einen Freund hatte - was war? Mein Leben war (ist) viel glücklicher und reicher und schöner. Sicher ist ein Kind nicht jeden Tag die reine Freude. Es geht mir aber auch nicht um die reine Freude jeden Tag. Es geht mir um das Leben in und mit einer Familie. Um das Gefühl, ein (mein) Kind groß zu ziehen. Und später auch um das Gefühl, ein (mein) Kind großgezogen zu haben. Wäre das nicht Glück?

    Metaline

  3. Avatar von Ivonne2017
    Registriert seit
    09.08.2017
    Beiträge
    4.980

    AW: Kinderlos bis ans Sterbebett?

    Hallo Metaline,
    kann es sein, dass es ganz allgemein um mehr Lebendigkeit im Leben geht?
    LG Ivi


  4. Registriert seit
    03.01.2019
    Beiträge
    144

    AW: Kinderlos bis ans Sterbebett?

    Zitat Zitat von Metaline Beitrag anzeigen
    Es geht mir aber auch nicht um die reine Freude jeden Tag. Es geht mir um das Leben in und mit einer Familie. Um das Gefühl, ein (mein) Kind groß zu ziehen. Und später auch um das Gefühl, ein (mein) Kind großgezogen zu haben. Wäre das nicht Glück?
    Ich verstehe ganz genau was du meinst. Es geht um ein ganz bestimmtes Bedürfnis, um den konkreten fühlbaren spürbaren Wunsch nach Kindern. Und nicht um den diffusen Wunsch nach "mehr Lebendigkeit".

    Ich habe hier im Forum mal eine Zeitlang zu einem ähnlichen Thema mitgelesen. Da wurde Frauen mit starkem Kinderwunsch dann unterstellt, dass sie sich nur gesellschaftlichen Normen unterwerfen. Aber nein. Es geht um ein starkes tiefes Bedürfnis, das nicht einfach durch etwas anderes ersetzbar ist.

    Vielleicht hilft es dir nicht wirklich, wenn ich das hier schreibe. Denn ich habe inzwischen Kinder. Aber ich kenne das Gefühl. Und bin daher auch jeden Tag so dankbar, Kinder zu haben. Und ich weiß, dass - als der Wunsch einmal da war - er nie wieder verschwinden würde.

    Ich weiß nicht, was ich gemacht hätte, wenn es nicht geklappt hätte. Wahrscheinlich getrauert. Und mir irgendwann "Ersatzprojekte" gesucht. Aber der Schmerz wäre geblieben.

  5. Avatar von Ivonne2017
    Registriert seit
    09.08.2017
    Beiträge
    4.980

    AW: Kinderlos bis ans Sterbebett?

    Ich verstehe Metaline ebenfalls sehr gut. Es nützt trotz allem nichts. Will man nicht in Depressionen versinken/den Schmerz zu groß werden lassen, braucht frau Ersatzprojekte.
    LG Ivi

  6. Inaktiver User

    AW: Kinderlos bis ans Sterbebett?

    Metaline, freut mich dass mein Kommentar ermutigend war.
    Mich hat Dein Strang- und vor allem der Titel - noch sehr beschäftigt und ziemlich runter gezogen.
    Hinzu kamen wohl zwei Ereignisse im echten Leben, die schwierig waren.

    Aber ich für mich könnte mit so einer- für mich- düsteren Weltsicht "kinderlos bis ans Sterbebett" - quasi als Stigma bis ans Lebensende - einfach nicht Leben.
    Und das wäre auch nicht das Weltbild dass ich meinen Kindern vermitteln wollen würde.


  7. Registriert seit
    05.04.2008
    Beiträge
    1.506

    AW: Kinderlos bis ans Sterbebett?

    Zitat Zitat von Metaline Beitrag anzeigen
    Sicher ist ein Kind nicht jeden Tag die reine Freude. Es geht mir aber auch nicht um die reine Freude jeden Tag. Es geht mir um das Leben in und mit einer Familie. Um das Gefühl, ein (mein) Kind groß zu ziehen. Und später auch um das Gefühl, ein (mein) Kind großgezogen zu haben. Wäre das nicht Glück?
    Ich denke schon.

    Es war für mich in der Kinderwunschzeit immer besonders schwer mich erklären zu müssen (ich wurde oft direkt gefragt), weshalb ich denn "unbedingt" ein Kind will. Ob ich nicht wüsste dass....(es kamen dann immer Horrorszenarien, die man wohl mit Kindern sehr oft erlebt). Ob ich womöglich irgendein Defizit, dass ich hätte, mit einem Kind übertünchen wollte usw. Solche und ähnliche Sätze taten fast genauso weh, wie diese unerfüllte Sehnsucht nach einem eigenen Kind.

    Heute weiß ich: so ein Quatsch. Wer käme auf die Idee, eine Schwangere, werdende Eltern oder frischgebackene Eltern (oder überhaupt Eltern) zu fragen: sagt mal, welche Leere in eurem Leben wolltet ihr überdecken. Wieso wolltet ihr überhaupt ein Kind? OK- insgeheim frage ich mich schon hin und wieder, weshalb so manche Menschen Kinder haben.......

    Es tut heute (ich werde 53) sicherlich weniger und seltener weh. Trotzdem hört es schon allein deshalb nicht auf, weil die, die ich früher um ihre Schwangerschaften und Kinder beneidet habe, heute bereits teilweise Enkelkinder haben, die ich natürlich auch nie haben werde.
    Gruß Leni


  8. Registriert seit
    23.01.2017
    Beiträge
    198

    AW: Kinderlos bis ans Sterbebett?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich will sie auch nicht kleinreden und relativieren, denn ich kenne sie und habe sie erlebt.
    Ich habe sie aber überwunden und möchte einfach gern dass akzeptiert wird, dass das gelingen kann.
    Jawoll, das kann ich bestätigen. Auch mir ist dies gelungen!!
    Und zwar vollständig. Ich habe den Kinderwunsch losgelassen und kann mir ganz vergnügt Babys anschauen und auch ungewollt Schwangere tun mir eher leid als dass ich sie beneide.
    Ich wollte nie verbittert sein und das ist mir zum Glück Gelungen!
    Geändert von Tiggi75 (06.02.2019 um 18:00 Uhr)

+ Antworten
Seite 9 von 9 ErsteErste ... 789

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •