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  1. Registriert seit
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    AW: Neid auf Schwangere und Menschen mit Kindern

    Zitat Zitat von Convallaria Beitrag anzeigen
    @luciernago, das war ein Missverständnis, sorry, so war das wirklich nicht gemeint. Tut mir leid.

    Abgesehen davon habe ich viele Jahre erfolglose Behandlung hinter mir und erlaube mir damit, die Neidgefühle sehr gut zu kennen. Die verfliegen ja nicht plötzlich rückwirkend...
    dir braucht nix leid zu tun. ich glaube, das Thema ist einfach ein ganz sensibles, aber das weisst du ja selbst auch.

    ich habe, als wir selbst kinder wollten, im Umfeld einige "erfolglose" kiwu-behndlungen erlebt und das hat mich davon abgehalten, dieses Thema selbst anzugehen. schön, dass du auf diesem weg zu nachwuchs gekommen bist!

    mich triggert das Thema hier nicht wegen mir, sondern weil ich mich in die jüngeren unter euch ganz gut reinversetzen kann. irgendwie fühlich mcih da wie eine löwenmama, die ihre jungen verteifigt . .

    und falls ich da etwas grob bin, bitte ich um Entschuldigung!

    lg luci
    LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH


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    AW: Neid auf Schwangere und Menschen mit Kindern

    Zitat Zitat von lunete Beitrag anzeigen
    Ah, die eigene Betroffenheit. Bei diesem Thema eine Fangfrage.
    nix Fangfrage. mich hat es nur interessiert, ob du weisst, wie frau sich FÜHLT. man kann sich sicher reinfühlen, aber es ist schon noch mal eine andere Nummer, wenn man Monat für Monat (und das jahrelang) hofft und bangt.

    im übrigen finde ich den strang zum austausch sehr wohltuend und so soll es auch bleiben.

    allseits schönen nachmittag. ich geh jetzt zu meiner "herzenstochter" zum puzzeln. als tante bin ich unschlagbar, da nervlich völlig unverbraucht mangels eigener Kids.

    lg luci
    LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH

  3. Moderation Avatar von lunete
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    AW: Neid auf Schwangere und Menschen mit Kindern

    Zitat Zitat von luciernago Beitrag anzeigen
    nix Fangfrage. mich hat es nur interessiert, ob du weisst, wie frau sich FÜHLT. man kann sich sicher reinfühlen, aber es ist schon noch mal eine andere Nummer, wenn man Monat für Monat (und das jahrelang) hofft und bangt.
    Genau deswegen ist es eine Fangfrage, das habe ich ja versucht auszuführen. Oft schwingt da dieses "Wer es nicht durchgemacht hat, darf sich nicht äußern" mit. Ich finde, dieser Strang zeigt: Es gibt verschiedene Stufen der Betroffenheit, manche ganz direkt (unerfüllter Kinderwunsch), manche direkt, aber nicht mehr akut (Kinderwunsch, der sich nach langer Zeit oder Behandlung erfüllt hat - Bsp. Convallaria, deren Input hier schon missverstanden wurde), manche indirekt (ich als Kinderwunsch-Kind)...


  4. Registriert seit
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    AW: Neid auf Schwangere und Menschen mit Kindern

    Lunete,

    okay, so habe ich das noch gar nicht gesehen . .vertragen wir uns wieder? Spass beiseite, wir sind hier, um uns gegenseitig zu helfen und vielleciht auch zu inspirieren. So wird es hoffentlich auch bleiben!

    lg luci
    LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH


  5. Registriert seit
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    AW: Neid auf Schwangere und Menschen mit Kindern

    Neid ist ein sehr schlechtes Gefühl, aber leider kann man es so wenig beeinflussen, gerade bei einem solch emotionalen und sensiblen Thema. Nun bin ich selbst kein besonders neidischer Mensch, auch nicht hinsichtlich Schwangerschaften anderer. Natürlich verunsichert es einen, wenn immer mehr Frauen im Umkreis schwanger werden und man vergleicht sich und findet es vielleicht sogar ungerecht, dass es bei anderen scheinbar so einfach ist. Aber man weiß ja oft gar nicht, ob es wirklich einfach war, ob die anderen nicht auch lange probiert haben oder Fehlgeburten hatten. Darüber redet ja kaum einer. Von außen sieht es immer einfach aus und man denkt, bei den anderen läuft alles perfekt. Aber bei kaum jemanden läuft alles perfekt, im Gegenteil, ich kenne kaum ein Paar, bei dem immer alles rosarot ist. Und auch die, die Kinder haben, machen nicht permanent den Eindruck überglücklich zu sein. Elternschaft bringt viele Veränderungen und Einschränkungen mit. Was ich damit sagen will, es hilft manchmal sich das ganze Bild anzusehen, wenn man jemanden konkret beneidet. Das ändert erstmal nichts an dem Schmerz, den man gerade empfindet, aber es hilft vielleicht gegen den Neid. Denn wenn, müsste man komplett tauschen, also nicht nur das gute nehmen, sondern alles.
    Das Thema ist emotional sehr aufgeladen. Es geht ja auch wirklich um viel. Wenn es einem hilft, andere zu meiden, deren Glück man nicht ertragen kann, dann sollte man das tun. Es ist wichtig, auf sich selbst zu achten und es sich nicht schwerer zu machen als nötig. Aber wenn man merkt, dass man unter dem Neid leidet und ein schlechtes Gewissen deswegen hat und beginnt, Freunde zu verlieren, kann es vielleicht helfen, sich der Situation zu stellen. Sich anzusehen und mitzuerleben, wie das Leben der anderen mit Kindern ist und versuchen, ihnen ihr Glück zu gönnen. Gerade bei Menschen, die man mag. Oft ist es ja auch die Angst vor der Konfrontation, die schlimmer ist als die Konfrontation selbst.


  6. Registriert seit
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    AW: Neid auf Schwangere und Menschen mit Kindern

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Fühl also diesen Neid und fühle den Schmerz und die Angst (ich schätze mal, der Neid kaschiert auch diese Emotionen ein bisschen). Nicht wegschieben, nicht verdrängen oder wegreden und denken. Das macht es nicht leichter. Aber es kann leichter werden wenn man das Gefühl mal wirklich spürt und ihm Raum gib:
    das ist ja ein kluger gedanke, rokeby, mit dem überdecken!


    Zitat Zitat von Cara123 Beitrag anzeigen
    Gegen Neid hilft nur, es auszusprechen. Als diese Frau dir von ihrer Schwangerschaft erzählt hat, hättest du doch sagen können: "Toll, dass es für dich geklappt hat, ich beneide dich. Alles Gute."
    .
    meinst du?

    ich würde mir das nicht trauen, "ich beneide dich" kann so einen beigeschmack haben.

    ich überlege auch gerade, wie ich reagieren würde, wenn jemand so einen satz zu mir sagt (über eine andere sache, ein glück oder so).
    "ich freu mich mit", könnte ich gut annehmen,
    bei "ich beneide dich" würde ich kurz nachdenklich werden.

    der satz sagt ja doch viel über den, der es ausspricht. man müsste auch zum neidischsein stehen...so weit schon mal sein.

    man bräuchte also mut (und den willen dazu), so viel über sich sagen zu wollen in einem moment, der eher einem glückwunsch vorbehalten ist.


    Zitat Zitat von Margat Beitrag anzeigen
    Ich kann dich sehr gut verstehen.
    Bis jetzt habe ich leider keinen Weg gefunden mit diesem Gefühlen sinnvoll umzugehen.
    same here...


    Anderen zu gratulieren und zu sagen, dass man neidisch sei bringt bei mir persönlich nichts.
    gratulieren ist immer bissl puh, auch wenn man sich für die frau mitfreut und damit manchmal kurz so eine art "ausknopf" in sich drücken kann.

    Für viele Lösungsvorschläge bin ich auch zu rational.
    Was ändern die denn an meiner Situation? Nichts!
    Ich lenke mich dann mit anderen Sachen ab.
    das ablenken ist meiner meinung nach das einzige, was funktioniert. und nebenher zu anderen erlebnissen und damit auch positiv in die realität führt.

    Patenkinder oder ähnliches mag ich auch nicht leiden. Die Kinder meiner Freunde nerven mich doch eher.


    (ändern ja auch nichts am kummer über die nicht-erlebte mutterschaft, der auch ne große rolle spielt)


    Zitat Zitat von luciernago Beitrag anzeigen
    knutschfussel
    margat,

    mannomann, am liebsten würde ich euch mal zu mir heim einladen und ne kinderlos-Party feiern mit Schampus und allem was so dazugehört.

    ...
    ich denke, eure Gefühle sind völlig normal.
    ich sehe ja - bin gestern 58 geworden - das thema aus der Distanz, kann mich aber noch gut an diverse neidanfälle erinnern. ich glaube, ihr müsst euch einfach zeit geben.
    ich wär dabei...
    danke für dein mut machen!

    Zitat Zitat von Metaline Beitrag anzeigen
    ... Ehrlich gesagt, habe ich Angst, dass ich noch mit 80 hadere, auch wenn ich dann die "Distanz" langsam haben sollte. Für mich hat ein Kind vor allem etwas mit Familie, Geborgenheit, Zugehörigkeit zu tun, also etwas, das auch mit 80 noch eine Rolle spielt....
    so geht es mir auch.
    das setzt sich ja fort in "enkelosigkeit" usw.

    ein anderes konzept, als das, mit dem man aufgewachsen war.
    das ist so ein riesen ding...
    Das Leben ist schön.


  7. Registriert seit
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    AW: Neid auf Schwangere und Menschen mit Kindern

    Zitat Zitat von Lucienne2 Beitrag anzeigen
    Hallo TE, ich verstehe deinen Neid, denke aber, dass dich dieser langfristig zerfressen wird. Hast du aus eigener Entscheidung erst spät mit dem Versuch, ein Kind zu bekommen, angefangen? Oder hat es trotz Versuchens Jahre lang nicht geklappt? Ich habe eine Freundin, die erst mit 39 bereit war für ein Kind und nun hadert, weil es nicht klappt. Hier würde ich mir sagen, dass es meine eigene Entscheidung und damit ein Risiko war, es erst so spät zu versuchen. Das würde bei mir den Neid auf andere abkühlen weil es sich nicht um ein ungerechtes Schicksal handelt, sondern um eine Folge eigenen Handelns. Solltest du es hingegen viele Jahre lang erfolglos probiert haben, finde ich es tatsächlich sehr schwer, nicht neidisch auf die zu schauen, bei denen es problemlos klappt. Hier könnte ich mir vorstellen, dass es einfacher wird, wenn es keine neuen "Schwangeren-Meldungen" mehr gibt, weil die Bekannten alle aus dem Alter raus sind, in dem man ein Baby bekommt.
    wirklich?
    so bin ich nicht:

    ob ich objektiv etwas hätte besser machen können (und das mit abstand auch sehen kann) oder nicht, ändert bei mir überhaupt nichts am ausmaß des kummers und dem (damit verbundenen) neid auf diejenigen, die das feiern, was ich so vermisse.

    moralische (damit meine ich hier wertfrei: erklärende) betrachtungen helfen mir zwar zu verstehen, aber verändern nicht die tiefen gefühle (wie kummer, angst).

    ich halte diese überlegung mit dem spät begonnen haben = selbst verbockt auch für müßig, da man ja nie, nie, nie weiß, warum man nicht zu denjenigen prozent gehört hatte, bei denen es auch spät auf anhieb geklappt hätte.

    darüber kann man ja trotzdem und genau so traurig sein wie jemand, der schon zehn jahre vorher begann und auch erfolglos blieb.

    das mit dem ".....nicht um ein ungerechtes Schicksal handelt, sondern um eine Folge eigenen Handelns...." ist statistisch zwar relevant, aber im einzelfall sagt es nichts aus.
    Das Leben ist schön.

  8. Avatar von Pinguine-haben-Knie
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    AW: Neid auf Schwangere und Menschen mit Kindern

    Zitat Zitat von kaffeewasser1 Beitrag anzeigen
    ich halte diese überlegung mit dem spät begonnen haben = selbst verbockt auch für müßig, da man ja nie, nie, nie weiß, warum man nicht zu denjenigen prozent gehört hatte, bei denen es auch spät auf anhieb geklappt hätte.
    Ich falle ja nun genau in diese "spät begonnen = selbst verbockt" Gruppe... Ich kann mir nicht vorstellen, dass das subjektiv irgendwas am Neid (und der dahinterliegenden eigenen Entäuschung, dem Frust, der Trauer, den Selbstvorwürfen, dem Hätte/Sollte/Könnte) ändert. Eine "Schuldzuweisung" statt Verständnis halte ich was das angeht für absolut daneben. Okay, wenn jemand nach den Wechseljahren drauf kommt, dass er doch einen Kinderwunsch hat... aber mit 30? 33? 35? 40?
    Himmel... Abitur, zwei Auslandsaufenthalte, Studium, Studiengangswechsel, Jobsuche... das hat halt nicht alles bis 25 geklappt. Dazu bin ich halt extrem sicherheitsbewusst (ich komme aus dem, was man heute so schön "prekäre Verhältnisse" nennt - Einzelkind, ein Vater der Kindesunterhalt immer als Druckmittel nutzte, alleinerziehende Mutter, Mutter vollzeit berufstätig auf Jahresverträgen - für mich wäre ein Kinder außerhalb einer stabilen Beziehung und einem stabilen finanziellen/beruflichen Hintergrund nie eine Option gewesen - ich finde es großartig, wenn Menschen das anders können! Für mich persönlich war das aber nie eine Option). Und es brauchte ja irgendwie auch einen Partner zum Fortpflanzen, dem bin ich halt auch erst mit Mitte 20 in die Arme gelaufen, ich konnte ja schlecht mit Anfang 20 jemandem in der nächsten Kneipe eins überziehen, weil es meine angeblich fruchtbarsten Jahre sind...

    Studienabschluss und Hochzeit mit 28. Dann Jahresvertrag, dann ein Jahr arbeitslos. Meine erste feste Stelle habe ich mit fast 31 angetreten, da war mein Mann prekär beschäftigt, also erstmal Probezeit überstehen, als das durch war, wechselte mein Mann die Stelle, bis ich (psychisch, rein für mich) anfangen konnte, mich mit dem Thema "Kinder" überhaupt zu beschäftigen, war ich 33. Und dann passierte... nichts.

    Als erstes sind wir an die Schilddrüse (ich habe seit ich 21 bin Hashimoto). Neu/besser eingestellt. Nichts.
    Dann haben wir es ein bisschen homöopatisch / naturheilkundlich probiert (hätte vielleicht geholfen, wenn ich dran geglaubt hätte, ich weiß es nicht). Mehr dies, weniger das - weniger Zucker, kein Weißmehl, weniger Kohlenhydrate. Alles was das gebracht hat, war schlechte Laune. Mehr Sex, weniger Sex. Hamster opfern. You name it, I tried it.

    Nach zwei/drei Jahren haben wir dann mal über Kinderwunschbehandlung nachgedacht und ich habe das mit Hinsicht auf meine zarte schwarze Seele damals abgelehnt (und vielleicht auch ein bisschen, weil es mir sooo wichtig nicht war). Hätte das damals was gebracht? Keine Ahnung. Aber sicherlich hätte ich früher die PCOS Diagnose erhalten, meine Gyn fand immer alles "hübsch" (die 86 Tage Zyklen haben sie irgendwie nie näher interessiert). Die Diagnose hat mir wenigstens ein bisschen Last genommen. Ich hatte noch nie einen regelmäßigen Zyklus (dafür ist meine Eizellreserve halt auch erst 30, hat auch was). Mein Reproduktionsmediziner meint, ich sei vermutlich mit Anfang 20 ähnlich fruchtbar gewesen wie jetzt.

    Inzwischen machen wir die doch. Warum? So genau weiß ich das auch nicht. Weil ich mir mit 50 nicht vorwerfen wollte, es nicht versucht zu haben. Weil ich mir die Kraft dafür von außen abziehen konnte, statt sie in mir zu suchen. Weil ich zum Zeitpunkt des Erstgesprächs die (psychische) Unterstützung hatte, die ich brauchte, an einem Ort, wo ich sie nie zu finden erwartet hatte.

    Schaue ich neidisch auf jeden Babybauch und auf jeden Kinderwagen? Oh ja. Vor allem bei ganz jungen Müttern - weil ich neidisch darauf bin, dass die sich mit 20 keine Sorgen gemacht haben, wie das alles klappen soll. Und im Bekanntenkreis bei den Vorzeigefällen - meine Schwägerin (die ich dummerweise vorher auch nicht leiden konnte), hat beide Kinder wie bestellt bekommen (Pille abgesetzt, erster Übungszyklus, schwanger, Kind zum Wunschtermin entbunden, ein Jahr später, erster Übrungszyklus, schwanger, Mädchen gewünscht, damit das Pärchen perfekt ist und sie kein drittes bekommen muss, Mädchen bekommen, Familienplanung abgeschlossen - Mitte 30) - ja, da bin ich auch neidisch. Oder bei der (rauchenden) Bekannten, die mit 41 upsala schwanger wurde, weil sie zur Pille ein Antibiotikum genommen hat. Ich war sogar auf meine beste Freundin neidisch, als sie (vor der Geburt des Großen) eine Fehlgeburt hatte - weil die wenigstens schwanger werden konnte (ja, ich weiß, wie krank das ist).
    Bei meinen engsten Freundinnen geht es. Zum einen weiß ich bei einigen, dass das schwanger werden auch kein Zuckerschlecken war (eine Freundin arbeitet gerade am zweiten und hatte dieses Jahr schon drei Abgänge... eine andere Freundin hat 10 (!) IVFs hinter sich - die hat sich damals bei Facebook abgemeldet, weil sie die ganzen glücklichen Babybilder nicht ertragen hat), zum anderen fällt es mir bei Menschen die ich lieb habe schlicht einfacher.

    Ja. Ja, ich bin ganz viel neidisch. Und ja, manchmal finde ich Menschen mit Kindern wirklich, wirklich scheiße. Am allerschlimmsten finde ich die "guten Ratschläge" a la "Mach dir nicht so einen Stress, dann klappt das. Hat es bei der Cousine der Kollegin der Nachbarin auch". Was ich auch hassen kann ist "Dann werde doch die tollste Patentante der Welt" - nee. Will ich nicht. Ich will mein eigenes Kind. Ich will keins auf dem Spielplatz ausleihen. Wenn das jetzt alles nicht klappt, was wir probieren, dann kann ich mit 60 gerne mal Leihoma werden, aber im Moment, wo ich durchaus noch in einem Alter bin, in dem man durchaus auf natürlichem Wege noch Kinder bekommen kann (wenn man denn kann), da will ich mein eigenes Kind verkorksen, nicht das von anderen verziehen. Und ich finde es ganz großartig, wenn es Menschen gibt, denen das hilft (und die das können). Ich... nicht. Das ist nicht mein Weg. Ganz oder gar nicht. Wenn es nicht klappt, dann nutze ich halt die Vorteile, die die Kinderlosigkeit hat - aber das heißt ja nicht, dass ich nicht neidisch sein darf. Oder es nicht weh tun darf.

    Wenn ich das Thema irgendwann mal abgehakt habe. Weil ich in einem Alter bin, in dem man das Kinderkriegen eben endgültig abhakt / abhaken muss. Vielleicht ändert sich dann was in mir. Im Moment hadere ich mit meinem Schicksal und das Letzte was ich dabei hören will, ist "selbst Schuld, hättest dich ja mit 25 schwängern lassen können, wäre schon irgendwie gegangen, geht immer irgendwie". Das ist nämlich ähnlich hilfreich wie ein Kropf. Victim blaming ist schlicht und einfach daneben. Egal wann der Kinderwunsch eingesetzt hat.

  9. Moderation Avatar von Charlotte03
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    AW: Neid auf Schwangere und Menschen mit Kindern

    Aufgrund meines Studiums habe ich den Kinderwunsch mehrere Jahre vor mich hergeschoben...und ja, ich war neidisch auf die Frauen, die schwanger waren, die ein Baby hatten, eben, weil es zu diesem Zeitpunkt mir nicht möglich erschien.

    Also, das Kind konnte nicht kommen, weil wir es aus für uns gute Gründe nicht versuchten, aber.... neidisch war ich dennoch....
    Genieße deine Zeit.
    Denn du lebst nur jetzt & heute.
    Morgen kannst du gestern nicht nachholen und später kommt früher, als du denkst.
    Moderatorin in "Schule, Uni, Studium und Ausbildung" "Gehören Kinder zu einem erfüllten Leben dazu?" und...Userin

  10. Avatar von Vivi23
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    AW: Neid auf Schwangere und Menschen mit Kindern

    Neid wird häufig negativ gesehen, weil er verwechselt wird mit Missgunst. Aber das geht nicht immer Hand in Hand, man kann Neid empfinden, ohne dabei dem/der anderen irgendetwas zu missgönnen. Und dann ist der Neid erst einmal ein Gradmesser für den Schmerz, der mit dem ‚Nichthaben‘ verbunden ist.

    Und gerade bei unerfülltem Kinderwunsch sitzt der tief, einfach, weil der Kinderwunsch so archaisch brutal in einem steckt und so wenig der Vernunft zugänglich ist. Das lernt man auszuhalten mit der Zeit, aber ich muss gestehen, zuweilen verspüre ich diesen Neid noch immer.
    Solitär - ohne Binome, Zweitnick oder andere Reinkarnationen!

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