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  1. Registriert seit
    05.12.2008
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    AW: Neid auf Schwangere und Menschen mit Kindern

    Liebe ladies,

    wir können uns gerne mal treffen . . Sozusagen eine selbsthilfegruppe der kinderlosen. Why not?

    ich möchte noch etwas zum thema kiwu sagen: mein damaliger mann und ich waren uns einig, dass wir nicht nachhelfen. Das problem ist doch: was ist, wenn man weiss, an wem es liegt . . Da schwingt doch "wer ist schuld" mit. Und was dann? Wir hatten keinen plan b, deshalb sind wir der antwort nicht nachgegangen. Das empfinde ich auch heute noch als wohltuend. Die ehe ging aus anderen gründen in die Brüche.

    ich hatte eine komilitonin, die unbedingt Kinder wollte. Sie hat mit ihrem mann jahrelang in-vitro versucht, ohne dass ein kind kam. Das muss eine absolute Tortr gewesen sein.

    dann entschlossen sie sich zur Adoption. Da ging es nicht voran. Das juendamt trat dann auf die beiden zu mit Pflegekindern. Um es kurz zu machen: die beiden mädels kamen aus einer verkorksten familie, die mutter war immer existent.
    jahre später hat mir der mann mal gestanden, dass sie auch ohne kinder ein schönes leben gehabt hätten.

    inzwischen ist eine der pflegetöchter mutter und lebt vom vater des kindes getrennt. Er beantragt gerade das alleinige sorgerecht.
    ein Alptraum!

    ich hatte damals, bevor wir kinder wwollten, einen tollen Roadster. Es war vereinbart, den gegen einen KInderwagen einzutauschen. Inzwschen habe ich ihn immer noch, bin im Roadsterclub und schraube begeistert an der Kiste rum. Hätte ich mir nie träumen lassen!

    durch zufall bin ich irgendwann - ich hatte ja zeit! - beim sport gelandet, habe marathons gemacht und bin - wiederum durch einen zufall - beim triathlon gelandet. Ich habe mich mit 44 den Anforderungen eines ironman gestellt und bin in einer saumiesen zeit, aber überglücklich, ins ziel gestolpert.

    Wass ich damit ausdrücken will und ehrlich gesagt auch nie für möglich und sinnerfüllend gehalten hätte: es gibt ein leben neben Kindern.

    lg luci
    LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH


  2. Registriert seit
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    AW: Neid auf Schwangere und Menschen mit Kindern

    Hallo TE, ich verstehe deinen Neid, denke aber, dass dich dieser langfristig zerfressen wird. Hast du aus eigener Entscheidung erst spät mit dem Versuch, ein Kind zu bekommen, angefangen? Oder hat es trotz Versuchens Jahre lang nicht geklappt? Ich habe eine Freundin, die erst mit 39 bereit war für ein Kind und nun hadert, weil es nicht klappt. Hier würde ich mir sagen, dass es meine eigene Entscheidung und damit ein Risiko war, es erst so spät zu versuchen. Das würde bei mir den Neid auf andere abkühlen weil es sich nicht um ein ungerechtes Schicksal handelt, sondern um eine Folge eigenen Handelns. Solltest du es hingegen viele Jahre lang erfolglos probiert haben, finde ich es tatsächlich sehr schwer, nicht neidisch auf die zu schauen, bei denen es problemlos klappt. Hier könnte ich mir vorstellen, dass es einfacher wird, wenn es keine neuen "Schwangeren-Meldungen" mehr gibt, weil die Bekannten alle aus dem Alter raus sind, in dem man ein Baby bekommt.

  3. Avatar von knutschfussel
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    AW: Neid auf Schwangere und Menschen mit Kindern

    @luciernago, vom Rheinland isses für ein Glas Schampus dann doch zu weit

    @Lucienne2, bei mir spielt das von dir angesprochene sicher eine größere Rolle. Ich bin jetzt 38 Jahre und habe lange auf den "perfekten" Moment für ein Kind gewartet, der aber im Grunde bisher nie gekommen ist. Habe aber im Stillem immer gelitten, dass ich nicht den Mut habe, es einfach zu versuchen, auch wenn nicht alles passt. Erst im Juli habe ich durch eine etwas ungeschickte Bemerkung meines Partners gemerkt, wie groß mein Kinderwunsch eigentlich ist und habe beschlossen, dass ich dahingehend einfach nicht mehr leiden will und wir haben es einfach probiert. Und wenn es jetzt durch mein langes Warten Probleme geben sollte, werde ich mir das sicher lange vorwerfen.

    Und dann bin ich neidisch auf die Leute, bei denen es geklappt hat, obwohl bei ihnen augenscheinlich auch nie der perfekte Momente da war. Aber hinterher ist man immer schlauer und man muss mit dem Leben, was man sich selbst eingebrockt hat. Ich versuche jetzt aber positiv zu sein, damit es vielleicht doch bald wieder klappt.
    Das sicherste Indiz dafür, dass anderswo im Universum intelligentes Leben existiert, ist, dass noch niemand versucht hat, mit uns Kontakt aufzunehmen [Calvin & Hobbes]

    "Es ist was es ist, sagt die Liebe"
    [Erich Fried]

    Besser heimlich schlau, als unheimlich blöd.


  4. Registriert seit
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    AW: Neid auf Schwangere und Menschen mit Kindern

    Zitat Zitat von knutschfussel Beitrag anzeigen
    @luciernago, vom Rheinland isses für ein Glas Schampus dann doch zu weit
    ich proste dir heue abend aus der ferne mit einem trockenen sekt zu, okay?

    >Hier könnte ich mir vorstellen, dass es einfacher wird, wenn es keine neuen
    >"Schwangeren-Meldungen" mehr gibt, weil die Bekannten alle aus dem Alter
    >raus sind, in dem man ein Baby bekommt.

    das war bei mir schon mit ein punkt, wo ich das ganze Thema aus den augen verloren habe.
    dazu kam, das ich mich damals von den ganzen muttis zurückgezogen habe. ich hab das (glück?) einfach nicht ertragen. da stehe ich bis heute dazu. das war genau das richtige für mich.
    sagt sich sicher leicht, man muss jemand anders das Kind nicht neiden. aber wie man sich FÜHLT, wenn man nicht schwanger wird, das ist halt nochmal eine ganz andere Hausnummer.

    ich habe mich dann eh umorientiert, ich hatte ja zeit. habe mit dem joggen angefangen, mich zum Marathon hochgearbeitet und dann ein paar Jahre Triathlon bis zum Ironman betrieben. das hat echt mir und meinem sebstwertgefühl echt gut getan, denn das ist ja auch angekratzt , wenn man einfach nicht schwanger wird.

    meine ganzen (ex-)Freundinnen waren mit hege und pflege der Kinder beschäftigt, derweil ich exzessiv dem Sport nachging.

    lg luci
    LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH


  5. Registriert seit
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    AW: Neid auf Schwangere und Menschen mit Kindern

    @luciernago und TE, wollte was zum Nachhelfen schreiben... Das ist eine sehr persönliche Entscheidung - ich hätte so einfach nicht damit abschließen können, sondern mich immer gefragt, ob es nicht doch geklappt hätte. Insofern waren wir (nach Längerem dann auch erfolgreich) in Behandlung. Eine Schuldfrage habe ich nie empfunden, da kann ja keiner was zu und dass sich beide das anders wünschen, ist doch klar! Wir wussten erst lange nicht, an wem es lag, bei beiden gab es ein paar Kleinigkeiten. Letztendlich war ich wohl Hauptverursacher, aber ich fühle mich trotzdem nicht schuldig und mein Mann scheint mir das auch nicht so zu sehen.


  6. Registriert seit
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    AW: Neid auf Schwangere und Menschen mit Kindern

    Convallaria,ich weiss, dass du es gut meinst mit deinen gedanken. Aber gerade diese "erfolgsstories" wollen wir kinderlosen wirklich nicht mehr hören.

    bitte nicht persönlich nehmen.
    lg und einen schönen tag ob mit oder ohne kinder. Ich war grad im sportstudio, tut echt gut bevor ich ins bür eile, um die maus zu schieben *ätz*

    luci
    LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH

  7. Moderation Avatar von lunete
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    AW: Neid auf Schwangere und Menschen mit Kindern

    Hallo luciernago,

    ich kann in Convallarias Post keine Erfolgsstory lesen, der glückliche Ausgang wird ja nur in der Parenthese gestreift, sondern nur ihre Gedanken zu hier angesprochenen Themen - der Frage der Behandlung (oder nicht) und der damit einhergehenden "Schuld"frage - die jedes Paar für sich klären muss und mit denen sie sich auch lang auseinandersetzen musste. Insofern würde ich das für einen völlig angemessenen Beitrag halten.


  8. Registriert seit
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    AW: Neid auf Schwangere und Menschen mit Kindern

    Lunete,
    ich wollte wirklich nicht kritisieren. Bist du denn persönlich von ungewollter kinderlosigkeit betroffen?

    luci
    LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH


  9. Registriert seit
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    AW: Neid auf Schwangere und Menschen mit Kindern

    @luciernago, das war ein Missverständnis, sorry, so war das wirklich nicht gemeint. Tut mir leid. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, wollte nur etwas zum Thema "Schuldfrage" schreiben. Ich sehe es an dem Punkt echt anders - unabhängig vom Ausgang unserer Kiwu-Behandlung - und das wäre für mich niemals ein Grund gewesen, es nicht zu probieren. Ich finde die Meinung sehr absolut ausgedrückt, als müsste es bei jedem Paar so sein, dass die Schuldfrage damit aufkommt und als problematisch erlebt wird und wollte das relativieren. Es gibt vermutlich fast so viele Gründe für und gegen die Behandlung, wie es Paare gibt, und das ist völlig ok so.
    Abgesehen davon habe ich viele Jahre erfolglose Behandlung hinter mir und erlaube mir damit, die Neidgefühle sehr gut zu kennen. Die verfliegen ja nicht plötzlich rückwirkend...
    Geändert von Convallaria (12.12.2018 um 15:28 Uhr)

  10. Moderation Avatar von lunete
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    AW: Neid auf Schwangere und Menschen mit Kindern

    Ah, die eigene Betroffenheit. Bei diesem Thema eine Fangfrage.

    Bevor ich das beantworte noch ein Satz zu meinem letzten Post:
    Man könnte die Klammer in Convallarias Post streichen und der Beitrag hat die gleiche Aussage und Relevanz. Es gibt in Kinderwunsch-Strängen leider wirklich öfter diese Erfolgsstorys "und dann sind wir in Urlaub gefahren und dann hat es funktioniert, man muss sich nur entspannen, ihr schafft das auch", oder wahlweise "und dann habe ich jeden Tag drei Avocados gegessen und mein Mann hat die Sitzheitzung nicht mehr angemacht und übermorgen kommen unsere Drillinge" - die sind vielleicht gut gemeint, aber meist verletzend und schlicht dumm. Das ist überhaupt nicht mit Convallarias Erfahrungsbericht vergleichbar.

    Was meine Betroffenheit angeht: Jein.

    Ich habe Kinder und ich habe nicht lange auf sie warten müssen, aber ich bin selbst das Produkt einer langjährigen Kinderwunschzeit (ich kam nach 7 Jahren). Nun hat man in den 70ern nicht viel machen können, ich weiß auch nicht, was konkret gemacht wurde oder was die Ursache war und was letztlich zum Erfolg führte (ich habe noch 2 jüngere Geschwister). Ich weiß aber, dass es eine lange Leidenszeit für meine Eltern war, sie haben Kinder verloren, auch spät in der Schwangerschaft, es ist ein Thema, das sie heute noch bewegt und sicherlich unsere Beziehung (also die Eltern-Kind-, besonders die Mutter-Kind-Beziehung) beeinflusst hat.
    Das Thema ist mir also nah, nicht zuletzt, weil ich immer davon ausgegangen bin, dass es bei mir auch schwierig wird mit dem Kinderkriegen, dass ich das irgendwie ererbt haben müsste (meiner Schwester ging es genauso).

    Das war nun glücklicherweise nicht der Fall.

    Aber ich finde es erstaunlich, wie schnell der Kinderwunsch so vereinnahmend wird. Ich weiß nicht, ob es an meiner Herkunftsgeschichte liegt, aber selbst in der jeweils recht kurzen Zeit zwischen dem Entschluss, eine Schwangerschaft zu wagen und dem Eintreten der Schwangerschaft, habe ich bei mir schnell einen Fokus und Gedanken beobachtet, wie sie hier beschrieben werden. Man sieht nur noch dicke Bäuche und Kinderwagen, man beäugt misstrauisch die Freundin, die den Sekt ablehnt, man erfährt einen neidischen Stich, wenn irgendwer eine Schwangerschaft verkündet - und das auch ohne dass es einen konkreten Anlass gibt, davon auszugehen, man selbst würde kinderlos bleiben.
    Es scheint ein Komplex zu sein, der irgendwo ganz tief verwurzelt ist, in der Biologie, in der Kultur, wo auch immer, der ganz grundlegende und intensive Gefühle hervorruft und es muss ganz furchtbar sein, wenn man dem länger und trotz der modernen Medizin leider immer auch ein Stückweit hilflos ausgesetzt ist.

    In den Kinderwunsch-Strängen liest man oft von der Unverstandenheit der betroffenen Frauen. Dass sie sich unverstanden fühlen, dass sie davon ausgehen, niemand könne ihre Situation nachvollziehen.
    Zugleich wird oft ganz selbstverständlich davon ausgegangen, dass man die Gedankenwelt derjenigen, die schnell schwanger werden von der eigenen Warte her problemlos nachvollziehen und beurteilen kann.
    Hmmm. Damit habe ich meine Mühe...
    Ich glaube, dass sicherlich viel Unverständnis (und Unverstand) besteht, auch sehr viel Ratlosigkeit im Umgang mit dem Thema Kinderwunsch/Kinderlosigkeit, leider auch Sprachlosigkeit.
    Ich glaube, dass von beiden Seiten das Potenzial für viel Verständnis da wäre, dass aber nicht darüber geredet wird, dass das, was man nach außen durchscheinen lässt, nur die scheinbar schlichten "Erfolgsstorys" sind, dass da aber oft Tiefen sind, die nicht zur Sprache kommen.
    Also wenn ich sage "wir hätten nicht damit gerechnet, dass es so schnell klappt und waren sehr überrascht", dann ist das vielleicht wahr und - ganz wichtig - gesellschaftlich akzeptiert (es ist ja auch intim und allzu detailreich will man nicht werden und überhaupt, Familienplanung etc. geht niemanden etwas an bzw. man muss seine eigentlichen Intentionen ja manchmal, z.B. im Beruf auch hinter dem vermeintlichen glücklichen Zufall des ungeplanten Wunschkinds verstecken). Aber es klingt naiv und nach einer völlig unbedarften Herangehensweise an das Thema, als hätte ich nie einen Gedanken daran verschwendet, dass es auch anders kommen könnte oder dass der gegenteilige Fall für viele andere bitterer Alltag ist - was in meinem Fall nicht stimmt und was wahrscheinlich auch in vielen anderen Fällen nicht stimmt.
    Auf Smalltalk-Niveau kommt das eben nicht durch, aber ich glaube, dass auch bei diesem schwierigen Thema grundsätzlich das Potenzial für viel Verständnis angelegt ist.

    Ich will mir nicht anmaßen, zu beurteilen, wie es sich anfühlt, Kinderwunschbehandlungen durchzumachen oder sogar akzeptieren zu müssen, dass der Kinderwunsch sich nicht erfüllen (lassen) wird. Aber es wäre mir ein Anliegen zu signalisieren, dass ich mir Mühe gebe, zuzuhören und nachzuvollziehen.
    Geändert von lunete (12.12.2018 um 15:43 Uhr)

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