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  1. Registriert seit
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    Ich weiß nicht mehr ob ich ein Kind will, aber ich muss mich entscheiden ...

    Hallo an alle,

    ich weiß zur Zeit einfach nicht mehr weiter und drehe mich nur noch im Kreis.
    Mein Mann und ich sind jetzt 4 Jahre verheiratet und sehr glücklich.
    Wir haben 2 Hunde und fühlen und schon als kleine Familie.

    Nach der Hochzeit war mein Kinderwunsch so groß, dass ich die Wartezeit kaum abwarten konnte.
    Nach 5 Monaten des Versuchens wurde ich dann endlich schwanger und leider haben wir das Kind dann auch wieder verloren.
    Das Herz schlug bei einem Routineultraschall einfach nicht mehr.
    Danach wurde bei mir eine Gebärmutterfehlbildung feststellt und es folgten viele Arztbesuche.

    Ich solle es noch einmal versuchen, war die Meinung der Ärzte und so versuchten wir es 1 Jahr später auch noch einmal.

    Gleich im ersten Monat wurde ich schwanger und war sehr glücklich (wenn auch ängstlich)
    Leider schlug das Herz in der selben Woche wieder nicht mehr und es folgte eine kleine Geburt, die mich seelisch in ein tiefes Loch gezwungen hat.

    Danach war ich in einer Fachklinik und es wurde klar, die Gebärmutter kann in einer Routine OP berichtigt werden und danach steht einer normalen Schwangerschaft nichts mehr im Wege.
    Das Ganze ist nun wieder ein Jahr her und im Dezember wäre mein OP Termin.
    So lange habe ich es rausgezögert...

    Es wäre eine Bauchspiegelung mit operativer Gebärmutterspiegelung.
    Wenn dann alles gut geht und es wirklich nicht so ausgeprägt ist wie die Ärzte vermuten, dann könnte ich am selben Abend noch wieder nach Hause und nächstes Jahr wieder schwanger werden.

    Mein Problem ist, das ich bei meiner ersten Fehlgeburt schon so eine schreckliche Angst vor der Ausschabung unter Narkose hatte, dass ich nicht mehr weiß ob es das alles wert ist...
    Immerhin könnte ich ja bei dem Eingriff sterben, auch wenn das total unwahrscheinlich wäre, aber ich habe solche Angst davor meinen Mann und unsere Hunde alleine zurück zu lassen.
    Alleine der Gedanke daran zerbricht mir das Herz.

    Dann schleichen sich noch weitere Ängste in mein Hirn. Was wenn unser Kind eine Allergie gegen unsere beiden Hundis entwickeln würde? Wir haben 2 kleine Hunde und der eine ist gehbehindert und er hat mir mein Lachen nach den Fehlgeburten zurück gebracht.
    Der totale Horror wenn ich mir nur vorstelle, ich sollte sie je hergeben müssen.

    Ich kann die OP aber auch nicht endlos vor mich her schieben.. Ich bin nun 32 Jahre alt.

    Mein Mann und ich wissen nicht was wir genau tun sollen.
    Ein Kind wäre sicher etwas schönes, aber irgendwie macht es uns auch Angst, besonders weil es ja 2 mal so schlimm endete und nicht ohne OP möglich ist.

    Sogar über eine Adoption haben wir mal nachgedacht, aber was wäre wenn unser Kind uns später nicht mehr lieben würde, weil wir nicht die richtigen Eltern sind?
    Außerdem ist ja auch eine Adoption ein langer und steiniger Weg.

    Mittlerweile stellt sich mein Kopf sogar schon die Frage ob ich überhaupt noch ein Kind bekommen sollte?!
    Unser Leben ist ja schön, also warum schauen wir auf das was wir nicht haben?
    Ist der Wunsch nach einem Kind bei mir nur da, weil ich Angst davor habe etwas wunderschönes im Leben zu verpassen, wenn wir kein Kind kriegen?
    Keine richtige Frau zu sein ?

    Etwas sagt mir ,, Hey mach diese OP und du wirst nie wieder weinen bei der Textstelle wo der Typ singt "my woman brought children for me'' Auf der anderen Seite sind wir doch auch ohne Kind eine Familie, oder etwa nicht?

    Mein Mann und ich kommen zu keinem Entschluss und mit meiner Familie kann ich schlecht darüber reden.
    Die Meinungen reichen von "Kinder sind der Sinn des Lebens und alle Kinderlosen wären egoistische Menschen, die das wahre Leben nie spüren werden" bishin zu meiner Mutter, die mir absolut von einem Kind abrät und sagt sie würde kein Kind mehr in diese Welt setzen.

    Danke für's Lesen, es tat echt gut alles mal von der Seele zu schreiben.

    Ganz liebe Grüße ♡
    Geändert von Gigimylove (10.10.2018 um 17:08 Uhr)


  2. Registriert seit
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    AW: Ich weiß nicht mehr ob ich ein Kind will, aber ich muss mich entscheiden ...

    Vielleicht brauchst Du noch etwas Zeit, um das, was Du erlebt hast, zu verarbeiten. Die geplante OP ist nur ein Routineeingriff, da solltest Du Dich nicht allzusehr sorgen. Generell kann es gut sein, dass Du noch einige OPs in Deinem Leben haben wirst, falls Deine Ängste wirklich generell die Narkose etc betreffen, würde ich mir Hilfe holen und versuchen, diese Ängste in den Griff zu bekommen. Mit 32 musst Du Dich wegen der Kinderfrage hingegen noch noch nicht unter Druck setzen.

  3. Avatar von Marta-Agata
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    AW: Ich weiß nicht mehr ob ich ein Kind will, aber ich muss mich entscheiden ...

    Da kommt ja vieles zusammen bei dir.

    Zunächst einmal die Ängste - vor der OP, vor vielleicht einer neuen Fehlgeburt, und davor, dass es doch nicht das Paradies wird, wenn ihr ein Kind habt. Das kommt mir schon ziemlich extrem vor - mehr als "übliche Ängste".

    Und dann die Frage, wie tief dein Kinderwunsch ist, und ob du vielleicht lieber doch kein Kind möchtest. Dazu hast du einiges geschrieben, und ich schreibe mal einzelne Gedanken dazu.

    Für mich seid ihr ohne Kinder keine Familie. Aber man muss auch keine Familie sein, man kann auch als Paar (oder alleine) durchs Leben gehen und ein erfülltes Leben haben.

    Ein Kind nur, um das nicht zu verpassen? Das finde ich jetzt nicht schlimm - es ist ein Abenteuer auf das man sich einlässt, eine elementare Erfahrung und Aufgabe, und etwas Schönes. Wenn man das erleben und Kinder großziehen möchte - warum soll da ein "nur" sein?


    Die Meinungen reichen von "Kinder sind der Sinn des Lebens und alle Kinderlosen wären egoistische Menschen, die das wahre Leben nie spüren werden" bishin zu meiner Mutter, die mir absolut von einem Kind abrät und sagt sie würde kein Kind mehr in diese Welt setzen.
    Das sind schon Extreme - und Kinder als "den Sinn des Lebens" zu bezeichnen halte ich für Unsinn, auch wenn es stimmt, dass man bestimmte elementare Aspekte des Lebens nicht kennenlernen wird. (Aber man verpasst das meiste im Leben).

    Stutzig macht mich aber, dass deine Mutter dir sagt, sie würde kein Kind mehr in diese Welt setzen. Heißt das, dass sie bereut, dich bekommen zu haben? Oder dass die Welt so schlecht geworden ist?
    Hast du die Ängste vielleicht von ihr?



    Jetzt noch etwas sehr Subjektives:
    Ich lese aus deinen Zeilen heraus, dass ihr euch ziemlich um euch selbst dreht.
    Für mich klingt das so, als würde euch speziell ein Kind gut tun, "um mehr Leben in euer Leben zu lassen".

  4. Avatar von kornblume81
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    AW: Ich weiß nicht mehr ob ich ein Kind will, aber ich muss mich entscheiden ...

    Hallo, wegen der Kinderfrage würde ich sagen: Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen 😉. Du klingst nicht so als könntest du/könntet ihr den Kinderwunsch einfach so abhaken. Leider hast du eben schon viel durchgemacht und Angst vor neuen Narben.
    Aber ich glaube es lohnt sich die nächsten Schritte auch noch zu machen. Es ist ein Glück, dass du erst 32 bist und so die Uhr erst langsam tickt.

    Ich würde 1. die OP ganz nüchtern absolvieren, einfach so. Mir 2. eine psychologische Begleitung in irgendeiner Form suchen- manchmal reicht schon reden in ner Gruppe oder allg. Beratung oder so. Und dann 3. nochmal gemeinsam mit deinem Mann draufschauen: Was können wir tun, dass deine Angst kleiner wird?


  5. Registriert seit
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    AW: Ich weiß nicht mehr ob ich ein Kind will, aber ich muss mich entscheiden ...

    Mit dem, was Du durchgemacht hast, wundern mich Deine Ängste gar nicht. Du bist davon traumatisiert. Trotzdem scheint der Kinderwunsch immer noch da zu sein. Zuerst musst Du Deine Ängste in den Griff bekommen.
    Wenn es Dir möglich ist, suche Dir einen Arzt für die OP, der Dir davor schon mal die Angst nimmt. Die OP würde ich auf jeden Fall machen lassen. Dann hast Du schon mal die 1. Angsthürde weg und Du bist freier in Deiner Entscheidung.

    Zitat Zitat von Gigimylove Beitrag anzeigen
    Hallo an alle,

    Immerhin könnte ich ja bei dem Eingriff sterben, auch wenn das total unwahrscheinlich wäre, aber ich habe solche Angst davor meinen Mann und unsere Hunde alleine zurück zu lassen.
    Alleine der Gedanke daran zerbricht mir das Herz.
    Die Wahrscheinlichkeit ist geringer, als bei einem Island Urlaub von einem Krokodil gefressen zu werden.

    Zitat Zitat von Gigimylove Beitrag anzeigen
    Sogar über eine Adoption haben wir mal nachgedacht, aber was wäre wenn unser Kind uns später nicht mehr lieben würde, weil wir nicht die richtigen Eltern sind?
    Auch diese Angst musst Du nicht haben. Kinder haben keine andere Wahl, als ihre Eltern zu lieben, egal was die auch leider manchmal anstellen.

    Zitat Zitat von Gigimylove Beitrag anzeigen

    Ich kann die OP aber auch nicht endlos vor mich her schieben.. Ich bin nun 32 Jahre alt.
    ..auch da keine Sorge, Du bist noch sehr jung und hast noch viel Zeit.

    Zitat Zitat von Gigimylove Beitrag anzeigen
    Dann schleichen sich noch weitere Ängste in mein Hirn. Was wenn unser Kind eine Allergie gegen unsere beiden Hundis entwickeln würde? Wir haben 2 kleine Hunde und der eine ist gehbehindert und er hat mir mein Lachen nach den Fehlgeburten zurück gebracht.
    Der totale Horror wenn ich mir nur vorstelle, ich sollte sie je hergeben müssen.
    Kaum anzunehmen, wenn schon Hunde da sind. Du musst nur nach der Geburt aufpassen, dass die Hunde kapieren, dass sie in der Hierarchie nach dem Baby kommen. :)

    Zitat Zitat von Gigimylove Beitrag anzeigen
    Mein Mann und ich kommen zu keinem Entschluss und mit meiner Familie kann ich schlecht darüber reden.
    Die Meinungen reichen von "Kinder sind der Sinn des Lebens und alle Kinderlosen wären egoistische Menschen, die das wahre Leben nie spüren werden" bishin zu meiner Mutter, die mir absolut von einem Kind abrät und sagt sie würde kein Kind mehr in diese Welt setzen.
    Ja, klar, sind sie irgendwo der Sinn des Lebens, wenn man der Evolution Sinn unterstellt. Die Entscheidung, ob oder ob nicht, kannst nur Du allein entscheiden., einfach tief in Dich hineinhorchen.


  6. Registriert seit
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    AW: Ich weiß nicht mehr ob ich ein Kind will, aber ich muss mich entscheiden ...

    32 ist ja nun nicht mehr "sehr jung", was das Kinder kriegen angeht.

    Ich sehe es aber nicht so, dass Du jetzt endgültig entscheiden musst ob du Kinder bekommst oder nicht.

    Vielleicht machst du einen Schritt nach dem Anderen? Die OP wäre im Dezember. Vielleicht vorher noch ein Gespräch mit dem Arzt führen, um die Angst davor loszuwerden.
    Danach erstmal erholen und neu überlegen.....


  7. Registriert seit
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    AW: Ich weiß nicht mehr ob ich ein Kind will, aber ich muss mich entscheiden ...

    Vielen Dank erstmal für eure lieben Antworten. Ich glaube auch das ich an meinen Ängsten arbeiten muss, denn leider sind diese in den letzten 2 Jahren wirklich extrem geworden.
    Die beiden Fehlgeburten haben uns sehr getroffen und ein wenig ist damit leider auch mein Urvertrauen in die Dinge verloren gegangen.

    Die OP wäre wirklich ein großer Schritt für mich, weil ich davor riesen Angst habe, aber sie wäre sicher auch ein Erfolg gegen die Angst.

    Ps. Ich musste wirklich so herzhaft über das Island-Krokodil lachen, es hat mir echt den Abend gerettet, danke dafür ♡


  8. Registriert seit
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    AW: Ich weiß nicht mehr ob ich ein Kind will, aber ich muss mich entscheiden ...

    gigimylove,

    du hast ja schon echt viel druchgemacht.

    ich schreibe jetzt mal aus sicht einer kinderlosen frau, ich konnte keine kinder bekommen. ich war kreuzunglücklich damals.

    inzwischen bin ich 57 und eine tolle Patentante. ich wohne bei freunden im haus, die 3 kinder haben. da habe ich genug zu tun . . ich begleite die kinder gerne ins leben und habe vermutlich mangels eigener kinder ab und zu auch bessere nerven . . eben weil ich die Kids wieder abgeben kann.

    kinder sind ein tolles geschenk, aber nicht jedem vergönnt.


    dies nur als denkanstoss.

    lg luci

    ps: schau mal ins Forum 50+ . . da jammern grad einige rum wegen "leerem nest", weil die kinder aus dem haus sind . . es gibt quasi kein Problem, was es nicht gibt.
    LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH

  9. Avatar von schafwolle
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    AW: Ich weiß nicht mehr ob ich ein Kind will, aber ich muss mich entscheiden ...

    Zitat Zitat von Gigimylove Beitrag anzeigen
    Die beiden Fehlgeburten haben uns sehr getroffen und ein wenig ist damit leider auch mein Urvertrauen in die Dinge verloren gegangen.
    Das kann ich schon gut verstehen, das mit dem Vertrauensverlust.

    Aber hier würde ich ganz bewusst an einer pragmatischen Sicht der
    Dinge "arbeiten": der Grund für die Fehlgeburten war ja auf eine medizinisch
    erklärbare Ursache zurückzuführen, und diese Ursache wird mit der OP
    behoben sein.

    Die Angst vor der Narkose (die Du übrigens mit nicht wenigen Menschen
    teilst) würde ich auch aktiv angehen, und zwar, indem Du einen Termin
    mit dem vorgesehenen Anästhesisten vereinbarst. Er kann Deine Ängste
    diesbezüglich relativieren bzw. sie Dir nehmen.

    Was Deine Gedanken wegen Hundeallergie angeht … so betrachtet,
    könnten keine Hundebesitzer jemals die "Anschaffung" eines Babys in Erwägung ziehen ;).

    Leider schürt Deine Mutter Deine negativen Gedanken, warum auch immer.
    Lasse ihre Überzeugungen nicht zu den Deinen werden - Ihr seid zwei
    unterschiedliche Menschen.

    Eine Familie zu gründen ist und bleibt immer ein gewisses Abenteuer,
    und der Mut, sich darauf einzulassen, macht u.a. auch den Reiz des Lebens aus.

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