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  1. Registriert seit
    25.03.2007
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    AW: Abschied vom Kinderwunsch

    Hallo Chocolat,
    ich bin auch ungewollt kinderlos und fühle mich oft übriggeblieben. Das schlimmste war und ist für mich, dass meine Schwester das 2 Kind bekommt und ich nun den Kontakt erst mal abgebrochen habe. Ich kann das zur Zeit nicht ertragen. Ich empfinde alles als Ersatz für ein Kind und mir wird immer klarer, dass das eins der schwersten Schicksalsschläge ist. Denn auch die Beziehung leidet darunter und man kann es wohl mit Eltern vergleichen, die ein "lebendes" Kind verloren haben. Da ist die Überlebenschance der Beziehung bei NUR 30%.

    Fühl dich verstanden.
    Ana

  2. Inaktiver User

    AW: Abschied vom Kinderwunsch

    Und nun werde ich keine haben. Durch eigenen vernünftigen Entschluss, denn ich habe einen Gendefekt, den ich als Frau auf jeden Fall an meine Kinder weitergeben würde. Es ist eine Krankheit, die nicht ausbrechen MUSS. Aber wenn sie ausbricht, führt sie zur Quasi-Erblindung.
    @elch: Ich finde so eine Entscheidung sehr vernünftig.
    Auch ich habe einen Gendefekt und habe vor Augen, wohin er führen kann - meine Schwester muss mit einer schweren Krankheit leben (gilt als psychische Behinderung).

  3. Inaktiver User

    AW: Abschied vom Kinderwunsch

    Abschied vom Kinderwunsch?

    Ja? Nein? Ja? Nein? Wohl eher ja. Aber verpass ich da nix? Werd' ich nich' irgendwann mit 40, 50 heulen und bereuen, keine Kinder zu haben?

    Ich bin 33 und hege überhaupt keinen Kinderwunsch. Eigentlich möchte ich gar keine Kinder, oder vielleicht doch? Aus Angst, etwas zu verpassen, oder aus Angst vor Einsamkeit? Is' doch kein Grund, Kinder zu haben, oder? Ich habe Angst, definitiv Abschied vom Kinderwunsch zu nehmen, obwohl ich wirklich eigentlich keine Kinder möchte. Habe Angst, es irgendwann zu bereuen und dann wie eine Bekannte, alles mit Luxusgütern und -Reisen kompensieren zu wollen, Geldgier statt Kinder? Muss doch nicht sein, oder?

    Kinderlos und nie bereut? Gibt es glücklich kinderlose Ehepaare? Ja?

  4. Avatar von Elch
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    1.434

    AW: Abschied vom Kinderwunsch

    Es gibt sehr wohl und sehr viele glückliche kinderlose Ehepaare. Die Frage ist immer, wann sie sich kennengelernt haben (ob es schon war, als die Frage hinfällig war, weil sie zu alt waren) und warum sie keine Kinder haben.
    Wenn es eine bewusst getroffene absichtliche Entscheidung war, dann können diese Paare genauso glücklich oder unglücklich miteinander leben und alt werden wie andere Paare auch.
    War es in irgendeiner Weise gezwungen: sie wollte eigentlich, aber er nicht bzw. umgekehrt. Sie haben jahrelang alles versucht, aber es ging nicht. - dann kann schon sein, dass dieses Thema die Beziehung überschattet. Und vielleicht zum Scheitern führt, denn das Thema Kind oder nicht ist eines der wenigen ganz essenziellen.

    Wie gesagt - wenn die Entscheidung freiwillig und gemeinsam gegen Kinder gefallen ist, weil eben sich beide darin einig sind, keine zu wollen, ist das doch die beste Voraussetzung für eine gute Ehe. Das heißt schon mal, dass beide in dieser wichtigen Frage gleich ticken und in dieselbe Richtung wollen.

    Jedenfalls kenne ich einige glückliche kinderlose Paare (meine Chefin und ihr Mann, beide Mitte 40 und seit 20 Jahren zusammen; weitere Kollegen, auch seit Jahren zusammen). Und es gibt auch Paare mit Kindern, die sich trennen - ich glaube, wenn die Entscheidung über JA oder NEIN gemeinsam getroffen wurde, hat die Beziehung eine ebenso große Chance zum Scheitern oder Glücken wie jede andere.
    Umwege erhöhen die Ortskenntnis.

  5. Inaktiver User

    AW: Abschied vom Kinderwunsch

    Zitat Zitat von Elch
    Wie gesagt - wenn die Entscheidung freiwillig und gemeinsam gegen Kinder gefallen ist, weil eben sich beide darin einig sind, keine zu wollen, ist das doch die beste Voraussetzung für eine gute Ehe. Das heißt schon mal, dass beide in dieser wichtigen Frage gleich ticken und in dieselbe Richtung wollen.
    Ja, das stimmt. Ich hab nur Angst, dass wir uns jetzt gegen Kinder entscheiden und wir es uns dann anders überlegen, aber es dann zu spät sein wird.

    Hab glaub ich zuviel Horrorgeschichten gehört von Leuten, die kein Verständnis für bewusst kinderlose Menschen haben. Ich hab ne Bekannte erlebt, die ihre Kinderlosigkeit mit Geldgier und Boshaftigkeit irgendwie kompensieren muss (quasi: Das Loch stopfen), und ich will nie nie nie nimmer so wie sie werden!! Hab wohl n kleinen Knacks gekriegt?
    Andererseits muss ich erwähnen, dass die Olle auch ihre berufliche Erfüllung nicht gefunden hat (Job mag sie nich', mies bezahlt, nich' so toll ausgebildet), was bei mir durchaus noch kommen kann. In dem Falle wäre es finanziell sehr unsicher, n Kind zu haben, da ich (zumindest teilweise) freischaffend tätig sein werde.

  6. Inaktiver User

    AW: Abschied vom Kinderwunsch

    Hallo miteinander,

    ich habe drei Kinder, und es war mir immer wichtig, Kinder zu bekommen, also kann ich diesen Wunsch sehr gut nachempfinden. Auch mir wäre es wahrscheinlich sehr schwer gefallen, ungewollt kinderlos zu bleiben und überall um mich herum Leute zu erleben, die einfach so ihre Kinder bekommen haben.

    Was ich aber dennoch, bei aller Berechtigung dieses WUNSCHES, schwierig finde sind zwei Sachen: einmal die Überzeugung, man hätte einen Anspruch auf Erfüllung dieses Wunsches, und zum zweiten diese Glückserwartung, die sich damit verbindet.

    So sehr ich, wie gesagt, den Wunsch respektiere: ich selber wünsche mir auch sehr eine innige Beziehung, die ich nicht habe und vielleicht nie mehr haben werde und die sich auch nicht herstellen läßt. Andere haben vielleicht gesundheitliche Probleme und müssen das auch lernen zu akzeptieren, dass andere halt einfach gesund sind, und sie selber immer mit Einschränkungen oder Schmerzen leben müssen. Oder nie mehr einen angemessen Job finden. Das ist alles auch ungerecht, so ist das Leben. Sich aber derart auf ein Defizit, welcher Art auch immer, zu fixieren, ist die beste Art, sein Leben zu verpassen. Und unfairerweise geringzuschätzen, was man hat: vielleicht eine stabile Partnerschaft, um die einen viele andere beneiden??

    Entweder ich akzeptiere mich und mein Leben, und versuche, das so zu gestalten, dass ich glücklich bin oder ich werde, egal unter welchen Gegebenheiten, immer unglücklich bleiben, weil es immer etwas geben wird, das andere haben und ich nicht.

    Diesen Erlösungsglauben find ich einfach fatal: Zu glauben, das Leben wär nur schön, wenn dieser eine Wunsch erfüllt wird, ansonsten versinke ich in Trauer und Depression? Ansonsten ist mein ganzes Leben ohne Sinn?? Das erschreckt mich bei vielen Beiträgen zu dem Thema schon, weil ich einfach nicht daran glaube, das es so funktioniert.

    Vielleicht lohnt das ja, mal darüber nachzudenken? Ich will niemand belehren, aber so seh ich das einfach!!

    Liebe Grüße

    einewiekeine


  7. Registriert seit
    25.03.2007
    Beiträge
    2

    AW: Abschied vom Kinderwunsch

    Hallo Einewiekeine,
    ich möchte dir sagen, dass ich deinen Beitrag in vielerlei Hinsicht verstehe und ich es bis vor 1 Jahr auch allen anderen Menschen so "übergestülpt" habe.

    Aber weißt du, du hast 3 KINDER und kannst dich gar nicht in unsere Lage versetzen. Das ist genauso, wie wenn ich mir anmaßen würde einem Kranken den Ratschlag zu geben:

    Du musst dich nur zusammenreißen, anderen geht es auch schlecht oder noch viel schlechter.

    Diese Ratschläge sind auch "Schläge" und wie gesagt, ich habe selber genug davon verteilt und schäme mich heute dafür.
    Das ist ein Vorteil aus großen Lebenskrisen. Man wird emphatischer.

    Und Kinder sind für die meisten Frauen sinngebend. Kannst du ganz ehrlich zu dir selber sein und auch zugeben, dass immer viel Egosimus beim Kiwu eine Rolle spielt?

    Bitte sei etwas sensibler, wenn dir mal wieder ungewollt Kinderlose über den Weg oder Netz laufen.

    Das gilt generell für unsere Gesellschaft. In Deutschland steht man schnell im Abseits wenn man kein Kind hat.

    Sonnige Grüße aus dem Süden
    Ana

  8. Inaktiver User

    AW: Abschied vom Kinderwunsch

    Das gilt generell für unsere Gesellschaft. In Deutschland steht man schnell im Abseits wenn man kein Kind hat.
    Das gilt übrigens auch für gewollt kinderlose Menschen.

  9. Inaktiver User

    AW: Abschied vom Kinderwunsch

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Das gilt übrigens auch für gewollt kinderlose Menschen.
    Die Erfahrung hab ich nur privat gemacht, dass man als bewusst Kinderlose schief angeguckt wird. In der Arbeitswelt aber sind - meines Wissens nach - die "DINK's" (double income no kids) sehr begehrt, weil sie keine Kinder haben, nach denen sie sich richten müssen und gemäß Arbeitgeber "viel einsatzbereiter und flexibler" sind, will heißen: bereit, mehr Überstunden zu leisten und auch mal länger zu bleiben (Sie müssen die Kinder ja nicht von der Krippe abholen).

  10. Inaktiver User

    AW: Abschied vom Kinderwunsch

    Hallo Ana38,

    ich will niemand etwas überstülpen, sondern meine Meinung äußern und die Sache aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Das finde ich nicht unsensibel und sollte doch wohl gestattet sein?

    Was mich interessieren würde: Wo siehst Du denn den Unterschied zwischen Trauer wegen eines unerfüllten Kinderwunsches und ungewollter Partnerlosigkeit???? Dem einen wie dem anderen kann man nicht mit Gewalt abhelfen, und es dreht sich bei beidem um eine Lebensform, die man so nicht freiwillig gewählt hat. Und auch als unfreiwilliger Single fühlt man sich oft sehr allein in der Welt...

    Es geht doch nicht darum, Leid oder Defizite gegeneinander aufzurechnen, aber ich denke, es hilft niemand, sich an diesen Defiziten festzubeissen und dabei sein Leben zu verschwenden.

    Ein Freund von mir hat eine in wenigen Jahren zumTod führende Muskelschwund-Erkrankung. Seine Einstellung dazu ist: Ich habe diese Scheiss-Krankheit und durch nichts in der Welt geht sie weg. Aber ich lasse nicht zu, dass mir das mein restliches Leben kaputtmacht. Ich hab nur das eine, und das will ich geniessen, auch und gerade und trotz dieser Belastung.

    Darum geht es mir. Daß man der Trauer Raum geben muss, steht außer Frage. Aber es gibt nicht nur den unerfüllten Kinderwunsch. Das kann doch nicht darüber entscheiden, ob ein Leben schön ist oder nicht??

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