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  1. Registriert seit
    09.07.2018
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    Kinderlos - Erfahrungen

    Liebe Leute,

    ich bin gerade dabei, mich damit zu "arrangieren", dass ich wohl keine Kinder haben werde. Ich bin immer mit der Vorstellung groß geworden, dass ich welche haben würde (zwei) und natürlich einen Mann dazu. Die klassische Familie also. Nun, einen Mann habe ich erst mit 40 gefunden, und mit einem Kind wird es wohl nichts mehr. Vielleicht könnte ich es noch mit künstlicher Befruchtung "erzwingen", aber die Entscheidung konnte ich bisher nicht treffen - ich habe doch Bedenken wegen meines Alters (41) (bin ich wirklich noch fit für schlaflose Nächte?) und der finanziellen Belastung, die ein Kind mit sich bringt - die Einkommenssituation meines Freundes ist leider ziemlich schwierig. Es ist ja auch nicht gesagt, dass es mit künstlicher Befruchtung wirklich klappt.

    Mir geht es gut mit meinem Freund, und manchmal ertappe ich mich dabei, dass es mir nicht so gut mit ihm ginge, wenn wir ein (stressiges, zeitraubendes, teures) Kind hätten. Dennoch ist die Wehmut da, nie eine klassische Familie zu haben, und die Erkenntnis, voraussichtlich nichts weitergeben zu können, niemanden zu hinterlassen, im Alter allein zu sein. Ansonsten habe ich auch nicht groß Familie - nur einen kinderlosen Bruder, den ich alle Jubeljahre mal sehe, und eine Mutter, zu der ich ein mehr als kompliziertes Verhältnis habe.

    Deshalb wollte ich mal von den Frauen ohne Kinder unter Euch wissen, wie Ihr mit der Situation umgeht und umgegangen seid, ob es überhaupt ein Thema für Euch ist, wie Ihr die "Lücke" füllt. Vielleicht seid Ihr ja auch rundum glücklich ohne Kind(er)?

    Ich freu mich auf Eure Erfahrungen
    Viele Grüße
    Metaline
    Geändert von Metaline (16.07.2018 um 10:17 Uhr)

  2. Avatar von LizzyBorden
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    AW: Kinderlos - Erfahrungen

    Deshalb wollte ich mal von den Frauen ohne Kinder unter Euch wissen, wie Ihr mit der Situation umgeht und umgegangen seid, ob es überhaupt ein Thema für Euch ist, wie Ihr die "Lücke" füllt. Vielleicht seid Ihr ja auch rundum glücklich ohne Kind(er)?
    Ja, sind wir - allerdings wollten wir auch bewusst keine Kinder. Wir empfinden keine Lücke im Leben.

    Es ist ja auch nicht gesagt, dass es mit künstlicher Befruchtung wirklich klappt.
    Ganz wichtiger Punkt, bin ein klein wenig älter als Du (44) und mich herum sind einige Frauen bei denen es auch mit allen Optionen der Unterstützung nicht geklappt hat. Freundinnen, wie Arbeitskolleginnen.

    Meiner Wahrnehmung nach macht dies das Arrangement mit der Kinderlosigkeit um so mehr Schwierigkeiten wenn man auf die Medizin vertraut hat.

    Mein Ratschlag: Lasst es doch einfach unverhütet auf Euch zukommen und wartet ab.

    Ich habe gerade eine frische Mutti mit 41 im Freundeskreis und eine meiner Mitarbeiterinnen (40) hat mir letzte Woche ihre Schwangerschaft mitgeteilt.
    Beide sind ohne Unterstützung schwanger geworden.

  3. Avatar von Wiesenblume
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    AW: Kinderlos - Erfahrungen

    Hallo,

    auch wir (mitte 40 und anfang 50) haben keine Kinder.

    Es hat sich einfach nicht ergeben - es war nie der "zwingende" Wunsch da, konkret in die Familienplanung einzusteigen. Zu Beginn meines Erwachsenenlebens bin ich auch mit der Vorstellung gestartet, relativ schnell Mutter zu werden und 2 oder gar 3 Kinder zu bekommen.

    In meiner Beziehung habe ich dann aber rasch gemerkt, dass wir es einfach gut miteinander (iSv "zu zweit") haben. Nach einer heftigem Krise vor einigen Jahren (die aber nichts mit einem (Nicht-)Kinderwunsch zu tun hatte) , genießen wir die Zweisamkeit und das Leben mit unseren Freunden umso mehr.

    Uns fehlt nichts. Wir empfinden hier auch keine Lücke oder Leere, die es zu füllen gilt.
    Das Leben ist schön, genau so wie es jetzt ist. Punkt.

  4. Avatar von Daphnia
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    AW: Kinderlos - Erfahrungen

    Ich stimme den Überlegungen der Vorschreiberinnen zu.
    Die *Bedenken wegen des Alters* mit 41 finde ich jedoch seltsam. Mit 41 ist man doch nicht alt!
    LG daphnia

  5. Inaktiver User

    AW: Kinderlos - Erfahrungen

    Was ist dir denn sonst noch wichtig im Leben? Wie empfindest du deine Partnerschaft, deine Arbeit? Gibt es Interessen, ehrenamtliche Tätigkeiten, die dich reizen? Was kannst du mit dir allein anstellen?

    Ich hatte, ähnlich wie LizzyBorden, nie einen Kinderwunsch, deswegen erlebe ich ebenfalls keine "Lücke". Mein Mann und ich haben eine sehr innige Partnerschaft, ich mag meine Arbeit und in der freien Zeit gibt es genug, womit ich mich allein, mit Freunden oder mit meinem Mann gern beschäftige. Ich erlebe mein Leben als erfüllt (was nicht gleichbedeutend mit "gefüllt" ist - ich brauche und genieße auch stille Zeiten des Alleinseins). Mit Kindern habe ich durch Patenkind und erweiterten Familienkreis Kontakt, das reicht mir völlig aus.

    Ich glaube aber, dass es einen Unterschied macht, ob man noch nie einen Kinderwunsch gehabt hat und sein Leben von vorneherein entsprechend ausrichtet oder ob man sich gezwungenermaßen von einem Kinderwunsch verabschieden muss. Das habe ich bei einer Freundin erlebt, die einfach nicht den richtigen Partner gefunden hat (und weiterführende Schritte a la Samenbank/Sex nur zum Schwangerwerden+dann alleinerziehend wollte sie nicht gehen). Sie hat eine regelrechte Trauerphase hinter sich gebracht und sich dann verstärkt auf das eingelassen, was sonst noch in ihrem Leben wichtig war.

    Vielleicht schaust du mal hin, was du mit Kindern verbindest. Du schreibst von "etwas weitergeben" und "im Alter nicht allein sein". Mal davon abgesehen, dass wahrscheinlich noch etliche schreiben werden, dass das auch mit Kindern nicht automatisch gegeben ist, kannst du doch mal schauen, wie du das anderweitig erreichen kannst: Was willst du weitergeben? Geht das vielleicht z.B. in einem Ehrenamt? Wenn du im Alter nicht allein sein willst, was ist mit der Pflege von Kontakten, von Freundschaften und Bekanntschaften? Vielleicht findest du Alternativen.


  6. Registriert seit
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    AW: Kinderlos - Erfahrungen

    Ich hatte immer gedacht Kinder / Familie wäre wichtig, wir haben uns dann aber bewusst aus medizinischen Gründen dagegen entschieden.

    Dass ist jetzt 17 Jahre her, ehrlich gesagt, mir fehlt nichts, klar wäre es nett gewesen welche zu haben, aber irgendwie vermisst habe ich das nie, meine Gebärmutter hat aber auch nie geschrien dass sie genutzt werden will.
    Ich hatte da wohl Glück!

    Aber ich habe mehr "Kinder" mittlerweile junge Erwachsene um mich herum die mich in ihrem Leben haben wollen und lieben. Bin halt die perfekte "Tante" scheinbar, auch für die Kinder enger Freunde.
    Dass ist super und reicht mir völlig aus.

    Ja es wäre bestimmt schön gewesen eigene Kinder zu haben, aber ich vermisse tatsächlich nichts.
    Das Leben macht was es will und ich auch!


  7. Registriert seit
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    AW: Kinderlos - Erfahrungen

    Hallo,

    ich finde, Du beschreibst den Konflikt ziemlich punktgenau.

    Ich bin glücklich partnerlos, aber zu den Zeiten, wenn es um das Kinderthema geht (oder ging), empfand und empfinde ich ganz ähnlich wie Du.
    So als ob es weder für Nichts noch für das Ganze reichen würde. Irgendwas Halbes vielleicht.

    Reicht mir persönlich (noch) nicht, um ein Kind in die Welt zu setzen.
    Wenn es bei Dir schon etwas mehr ist, würde ich es drauf ankommen lassen. Wie jemand schrieb, lass doch einfach die Verhütung weg und spielt ein wenig Roulette. Von Freundinnen habe ich mir sagen lassen, dass "alles gut wird, wenn es da ist". Emotional zumindest.

    Ansonsten habe ich noch ein anderes, wunderschönes Beispiel:

    Eine meiner besten Freundinnen kam vor fast 40 Jahren auf die Welt, geboren von einer Frau, die damals stolze 46 Lenze zählte.

    Ich kann nicht alles erleben, aber ich kann [in einem gewissen Rahmen] leben, wie ich will.


  8. Registriert seit
    02.08.2012
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    AW: Kinderlos - Erfahrungen

    Noch eine Idee: vielleicht könnten sich hier auch noch mal bewusst Frauen melden, die zeitlebens eher Hin- und Hergerissen waren, was ihren Kinderwunsch anbelangt.

    Vielleicht ist es ja wirklich besser, es dann einfach drauf ankommen zu lassen?
    Ich kann nicht alles erleben, aber ich kann [in einem gewissen Rahmen] leben, wie ich will.

  9. Inaktiver User

    AW: Kinderlos - Erfahrungen

    Ich konnte keine Kinder bekommen. Rein medizinisch wäre es möglich gewesen - aber zu einem Preis insbesondere für die Kinder, den ich zu hoch fand. Ich hätte immer damit rechnen müssen. während der Schwangerschaften / Stillzeiten Medikamente einnehmen zu müssen, die meinen Kindern schaden können. Ich hätte mit Ausfallzeiten rechnen müssen, während derer ich mein Kind nicht einmal hätte herum tragen können und in denen ich viel zu geschlaucht gewesen wäre, um mit meinen Kindern etwas zu unternehmen oder einfach nur unbelastet für sie da sein zu können.

    Mir war das Risiko zu hoch, meinen eigenen Kindern eben KEINE unbelastete Kindheit schenken zu können, mal ganz davon abgesehen, dass ich die Prädisposition für eine Autoimmunerkrankung zu "vererben" hatte.

    Deshalb haben wir uns entschieden, auf Kinder zu verzichten, auch wenn ich gern welche gehabt hätte. Es war eine bewusste Entscheidung, hinter der ich auch heute noch vollumfänglich stehe.

    Fehlt uns etwas?

    In Sachen Paarbeziehung: nein! Uns geht es gut miteinander, wir empfinden beide unsere Leben als ausgefüllt, interessant, liebevoll.

    Aber natürlich fehlt etwas: eigene Kinder! Ich bin jetzt 51 - mein Sohn oder meine Tochter könnten mich schon zur Oma gemacht haben. Ich hätte so gern meine eigenen Kinder begleitet dabei, erwachsen zu werden, immer selbständiger zu werden, vielleicht zu studieren. Ich hätte mich über Konflikte gefreut, schwierige Zeiten, darüber, meinen Kindern Halt und Rückhalt zu geben und sie los zu lassen, damit sie sich ausprobieren können.

    Mir fehlt auch eine eigene Zeit des Wachstums - des Wachstums, das wir als Chance durch Kinder bekommen.

    Ich habe das Thema für mich befriedet, auch nicht wirklich, wie so viele Kinderwunsch-Klientinnen, massiv darunter gelitten. Ich habe das oft mit Befremden betrachtet, weil es manchmal etwas so Trotziges hat, dem die Demut abhanden gekommen ist zu Gunsten eines Machbarkeitgedankens.

    Es ist ein ganz normales Lebensthema: es gibt Erfahrungen, die wir machen dürfen und andere, die uns verschlossen bleiben. Es ist wie es ist und es ist GUT. Aber ich werde mir selbst nicht vorgaukeln, dass es mich nicht mit einem gewissen Bedauern erfüllt, diesen Weg nicht gegangen zu sein. Ich verbiete mir dieses Bedauern nicht. Auch das ist Teil eines bewussten Seins.

  10. Inaktiver User

    AW: Kinderlos - Erfahrungen

    rotz_frech, ein sehr berührendes Posting! Danke für das Teilhabenlassen an deinem Empfinden, mich hat es gerade sehr angerührt.

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